Karat (Feingehalt)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Hilfsmaßeinheit
Einheitenname Karat
Einheitenzeichen \mathrm{ kt }
Formelzeichen
Typ Quotient
Definition \mathrm{ 1 kt = \frac {1}{24} }
Benannt nach französisch le carat
Siehe auch: Lot
Uhr mit einem Goldgehalt von 14 Karat, entspricht 0,585, also 58,5 % (=Masse%, Vol.-% wesentlich niedriger).

Das Karat (Abk. kt oder C) ist eine Maßeinheit für den Feingehalt von Gold.

Etymologie[Bearbeiten]

Das Karat ist ein Lehnwort nach dem Französischen le carat, über Mittellateinisch carratus. Dieses entstand über das Arabische ‏قيراط‎ / qīrāṭ aus dem Griechischen κεράτιον kerátion (Diminutiv von κέρας keras „Horn“), da die Frucht (Hülse) des Johannisbrotbaumes hörnchenförmig ist.

Geschichte[Bearbeiten]

In Deutschland war das Karat früher auch ein kleines Goldgewicht, der 24. Teil einer Mark (Gewichtseinheit für die Feinheitsbestimmung des Goldes). 1 Karat bestand meist aus 12 Grän als Untereinheit.[1]

Verwendung[Bearbeiten]

Die Bezeichnung Karat wird zur Angabe des Feingehalts von Gold verwendet und gibt an, wie groß der Anteil des Goldes an der Gesamtmasse einer Metalllegierung ist. Dabei wird Gold hauptsächlich zusammen mit Silber und Kupfer verarbeitet.

Der Goldgehalt in der Legierung wird in einer 24er-Teilung angegeben:

  • Einkarätiges Gold enthält 1/24 Gewichtsanteil Gold (= 4,166 % oder 41,66 ‰) und 23/24 Anteile andere Stoffe.
  • 24 Karat Goldgehalt enthält (zumindest theoretisch) 24/24 Gewichtsanteile Gold, wobei es aus technischen Gründen unmöglich ist, alle Verunreinigungen vollständig zu eliminieren. In der Praxis benennt man daher den Goldgehalt mit 99,9 %. Man spricht auch von „999er Gold“.

Die Reinheit von verarbeitetem Gold kann somit in 1000er-Teilen angegeben werden. Beispielsweise entspricht 585 Gold einem Goldanteil von 58,5 % im Metall.

Dabei ist jedoch zu beachten, dass hier nicht die Anzahl der Goldatome im Vergleich zur Anzahl der Nichtgoldatome in einer Legierung gemeint ist, sondern lediglich der Masseanteil in Relation zur Gesamtmasse der Legierung. Da Gold eine deutlich höhere Atommasse (von rund 197 u) besitzt als die üblichen Beimischungen (wie Kupfer mit rund 63,5 u), liegt der wirkliche Teil an Goldatomen deutlich unter diesem Wert.

Beispielsweise besteht 333 Gold zu 333 Gewichtsteilen aus Gold und zu 667 Gewichtsanteilen aus Zusatzmetallen (Silber, Kupfer, Zink, Zinn und anderen unedlen Metallen). Das tatsächliche Mengenverhältnis ergibt sich nun aber erst aus dem Verhältnis der beteiligten Atome. Wegen der wesentlich geringeren Atommasse der Zusatzmetalle ist ihr Anteil jedoch so groß, dass die Anzahl der Goldatome nur noch 15 % bis 20 % ausmacht und nicht, wie die Punze zu suggerieren scheint, 33,3 %. Aus diesem Grund darf 333 Gold in vielen Ländern auch nicht unter dem Namen "Gold" verkauft werden, da diese Legierung keine dem Gold eigene Eigenschaft mehr aufweist.

Gebräuchliche Feingehalte[Bearbeiten]

Gebräuchliche Feingehalte in Karat bei Gold sind:

Karat Handelsbezeichnungen Gewichtsprozent Gold [%]
24 Gold 999
Feingold
Fine Gold
Pure Gold
Chuk Kam
99,99
22 Gold 916
Arabische Länder, Südafrika (Bullionmünzen),
Bangladesch, Indien, Pakistan und Sri Lanka
91,6
21,6 Gold 900
Münzgold
90
21 Gold 875
Arabische Länder in der Golf-Region
87,5
18 Gold 750 75
14 Gold 585 58,5
9 Gold 375 37,5
8 Gold 333 33,33

Daneben gibt es noch viele andere Einteilungen, die aber meist ungebräuchlich geworden sind (z. B. 500), in Deutschland nicht verwendet werden (z. B. 840 in Frankreich) oder sich aufgrund ihrer Eigenschaften nicht am Markt durchsetzen konnten (z. B. 250).

Für Karat als Goldanteil wird häufig die Abkürzung kt verwendet. Insbesondere bei Uhreneinprägungen ist auch die Abkürzung C anzutreffen.

Der Feingehalt von Silber wird nicht in Karat angegeben. Statt dessen wurde dort eine 16-teilige Skala verwendet, die sogenannte Lötigkeit.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wolfgang Trapp: Kleines Handbuch der Maße, Zahlen, Gewichte und der Zeitrechnung. Reclam, Stuttgart 1998, ISBN 3-89836-198-5.