Harzer (Beruf)

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Französischer Harzer
Französischer Harzer

Mit Harzer werden Personen bezeichnet, die Tätigkeiten in Zusammenhang mit der Harzgewinnung oder Verarbeitung ausüben. Das Harzen ist eine im 19. und 20. Jahrhundert weitgehend verschwundene handwerkliche Tätigkeit, die teils als eigenständiger Beruf, teils zur Gewinnung eines Zubrots als Nebenbeschäftigung ausgeübt wurde. Harz wurde als Rohstoff zur Herstellung von Pech, Teer und Terpentin benötigt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Begrifflichkeiten

Neben Harzer sind auch die Bezeichnungen Harzbrenner[1] (Pfalz), Pecher (Niederösterreich), Pechler, Pechsieder, Harzeinsammler und Harzscharrer[2] gebräuchlich gewesen.

[Bearbeiten] Das Handwerk des Harzens

Lebendharzung in Polen
Lebendharzung in Polen

Von Alters her weit verbreitet ist das Harzen von Kiefern in Form der Lebendharzung. Durch Entfernen einiger Rinde am Stamm und durch Einschnitte im darunter liegenden Holz wird der Baum verletzt, das ablaufende Harz wird aufgefangen, gesammelt und weiterverarbeitet.

Zur Ertragssteigerung wurden auch Schwelöfen (im Pfälzerwald: Harzöfen) verwendet, mit deren Hilfe die Holzrohstoffe (harzhaltiges Kienholz) in einem Pyrolyse-Verfahren zu Harz und Pech verarbeitet wurde. Die Harzbrennerei wurde zum Teil stark reglementiert um Holzfrevel zu unterbinden.

Im 19. Jahrhundert wurden immer größere Anlagen zur Harzgewinnung gebaut, die Arbeiter waren die Harzer oder auch Pechsieder. In der Pfalz zeugen heute noch Namen von Straßen und Ortsteilen (Harzofen in Kaiserslautern und bei Elmstein) von dem seit dem beginnenden 20. Jahrhundert untergegangenen Gewerbe.

In der DDR wurde auf dem Darß noch bis zur Wende Harz gewonnen.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Helmut Seebach: Altes Handwerk und Gewerbe in der Pfalz - Pfälzerwald, Annweiler-Qeichhambach, 1994, S.117ff
  2. Deutsches Wörterbuch, Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Leipzig: S. Hirzel 1854-1960, Harzer

[Bearbeiten] Siehe auch

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