Niederösterreich

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Dieser Artikel behandelt das österreichische Bundesland; zum gleichnamigen Patrouillenboot des Bundesheeres siehe Niederösterreich (Boot).
Niederösterreich
Landesflagge Landeswappen
Landesflagge Landeswappen
Basisdaten
Landessprache: Deutsch
Landeshauptstadt: St. Pölten
Größte Stadt: St. Pölten
Landeshymne: Oh Heimat, dich zu lieben
ISO 3166-2: AT-3
Kürzel:
Website: www.noe.gv.at
Karte: Niederösterreich in Österreich
Liechtenstein Schweiz Bodensee Vorarlberg Tirol Tirol Salzburg Kärnten Burgenland Wien Steiermark Oberösterreich Niederösterreich Italien Slowenien Deutschland Kroatien Slowakei Tschechien UngarnNiederösterreich in Austria.svg
Über dieses Bild
Politik
Landeshauptmann: Erwin Pröll (ÖVP)
Regierende Parteien: ÖVP, SPÖ und TS
(Arbeitsübereinkommen zwischen
ÖVP und SPÖ)
Sitzverteilung im
Landtag
(56 Sitze):
30
13
5
4
4
30 13 
Von 56 Sitzen entfallen auf:
Letzte Wahl: 3. März 2013
Nächste Wahl: 2018
Bevölkerung
Einwohner: 1.625.485 (1. Jänner 2014)[1]
– Rang: 2 von 9
Bevölkerungsdichte: 84,76 Einw. pro km²
Ausländeranteil: 7,7 %[2] (2014)
Geographie
Fläche: 19.177,78 km²
– Rang: 1 von 9
Geographische Lage: 47° 25' – 49° 1' n.  Br.
14° 27' – 17° 4' ö. L.
Ausdehnung: Nord–Süd: 178 km
West–Ost: 196 km
Höchster Punkt: 2.076 m
(Schneeberg)
Tiefster Punkt: 139 m
(Berg (Gmd.))
Verwaltungsgliederung
Bezirke: 4 Statutarstädte
21 Bezirke
Gemeinden: 573
– davon Städte: 76
– davon Marktgemeinden: 327
Gerichtsbezirke: 24
Karte: Niederösterreich und Bezirke
Bezirk Amstetten Bezirk Baden (Niederösterreich) Bezirk Bruck an der Leitha Bezirk Gänserndorf Bezirk Gmünd Bezirk Hollabrunn Bezirk Horn Bezirk Korneuburg Krems an der Donau Bezirk Krems-Land Bezirk Lilienfeld Bezirk Melk Bezirk Mistelbach Bezirk Mödling Bezirk Neunkirchen St. Pölten Bezirk Sankt Pölten-Land Bezirk Scheibbs Bezirk Tulln Bezirk Waidhofen an der Thaya Waidhofen an der Ybbs Wiener Neustadt Bezirk Wiener Neustadt-Land Bezirk Wien-Umgebung Bezirk Wien-Umgebung Bezirk Wien-Umgebung Bezirk Wien-Umgebung Bezirk ZwettlLage des Bezirks Karte A Noe ohne.svg im Bundesland Niederösterreich (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Schneeberg, der höchste Gipfel Niederösterreichs
Semmeringbahn mit Rax im Hintergrund
Erlaufstausee mit Ötscher im Hintergrund

Niederösterreich ist das größte Bundesland Österreichs. Es umschließt die österreichische Bundeshauptstadt Wien und grenzt im Norden an Südböhmen und Südmähren (beide Tschechien), im Nordosten an den Tyrnauer und den Pressburger/Bratislavaer Landschaftsverband (beide Slowakei) sowie innerösterreichisch im Südosten an das Burgenland, im Süden an die Steiermark und im Westen an Oberösterreich. Niederösterreich – dessen Name auf das Vorgängerterritorium, das Erzherzogtum Österreich unter der Enns, zurückgeht – und Oberösterreich (zuvor: Österreich ob der Enns) sind die historischen Kernländer Österreichs und Teil der habsburgischen Erblande. Heute gehört Niederösterreich zur Europaregion Centrope.

Landeshauptstadt ist seit 1986 St. Pölten; bis zur Übersiedelung dorthin im Jahr 1996 waren Landesregierung und -verwaltung allerdings in Wien untergebracht. Wien ist zwar bereits seit 1922 ein eigenständiges Bundesland, war aber trotzdem bis 1986 die Landeshauptstadt Niederösterreichs.

Geographie[Bearbeiten]

Niederösterreich ist mit einer Fläche von 19.177,78 Quadratkilometern das größte Bundesland Österreichs und landschaftlich eingeteilt in:

Südlich der Donau:

Nördlich der Donau:

Karte NOE Viertel Bezirke.svg
 Waldviertel
 Weinviertel
 Mostviertel
 Industrieviertel

Diese Viertel (Regionen) weisen unterschiedliche geografische Strukturen auf. Während im Mostviertel das Landschaftsbild einerseits von Ausläufern der Kalkalpen (mit Berghöhen um die 2000 m ü. A.) und andererseits vom flachen Tullnerfeld (um die 200 m ü. A.) geprägt wird, ist das Waldviertel hauptsächlich durch das Granitplateau gestaltet. Im Nordosten liegt das hügelige Weinviertel, das in das flache Marchfeld im Osten des Landes abfällt, durch die Donau vom Wiener Becken im Süden getrennt, das wiederum durch die in Nord-Süd-Richtung verlaufende Thermenlinie vom Wienerwald getrennt wird.

Das Raumordnungkonzept des Landes Niederösterreich definiert inzwischen fünf Gebiete anstatt der bekannten vier Viertel. Neu hinzugekommen ist die Region "Niederösterreich Mitte", da dieser Bereich weder der klassischen Beschreibung des Mostviertels noch des Industrievertels entsprach. Zugehörig sind die Bezirke Tulln, St. Pölten, St. Pölten Land, Lilienfeld, Krems Stadt, der südliche Teil von Krems Land sowie Teile von Wien Umgebung.[3]

Niederösterreich grenzt auf einer Länge von 414 km an Tschechien (Jihočeský kraj/Südböhmen, Jihomoravský kraj/Südmähren) und an die Slowakei (Bratislavský kraj/Landschaftsverband Pressburg/Bratislava). Das Land hat die zweitlängste Außengrenze aller österreichischen Bundesländer.

Hauptorte[Bearbeiten]

Name Einwohner (2014)
St. Pölten 52.145
Wr. Neustadt 42.273
Klosterneuburg 26.174
Baden 25.229
Krems 24.085
Amstetten 23.050
Mödling 20.495
Traiskirchen 17.634
Schwechat 17.032
Stockerau 16.127
Tulln 15.582
Ternitz 14.833
Perchtoldsdorf 14.754
Korneuburg 12.473
Neunkirchen 12.376
Hollabrunn 11.563
Mistelbach 11.136
Brunn am Gebirge 11.509
Bad Vöslau 11.368
Waidhofen an der Ybbs 11.341
Zwettl 11.097
Gänserndorf 10.747
Gerasdorf 10.307
Ebreichsdorf 10.228
Groß-Enzersdorf 10.033
Purkersdorf 9.359
St. Valentin 9.177
Guntramsdorf 9.111
Strasshof an der Nordbahn 8.948
Wiener Neudorf 8.932
Berndorf 8.898
Maria Enzersdorf 8.691
Deutsch-Wagram 8.083
Langenzersdorf 7.987
Neulengbach 7.940
Herzogenburg 7.713
Bruck an der Leitha 7.698
St. Andrä-Wördern 7.673
Langenlois 7.532
Kottingbrunn 7.422
Sieghartskirchen 7.174
Pressbaum 7.138
Himberg 6.937
Wolkersdorf 6.936
Wilhelmsburg 6.540
Pottendorf 6.469
Horn 6.450
Laa an der Thaya 6.222
Hainburg 6.106

Siehe auch Liste der Städte in Österreich.

Bis zur Trennung von Niederösterreich 1922 war Wien die größte Stadt Niederösterreichs.

Berge[Bearbeiten]

Weitere Berge in Niederösterreich sind unter der Kategorie:Berg in Niederösterreich zu finden.

Alpenübergänge[Bearbeiten]

Über beide Pässe verläuft die Landesgrenze zur Steiermark.

Flüsse[Bearbeiten]

Niederösterreich wird fast gänzlich über die Donau entwässert. Der einzige Fluss, der über die Moldau und die Elbe in die Nordsee fließt, ist die Lainsitz im nördlichen Waldviertel.

Die wichtigsten Flüsse nördlich der Donau (am linken Donauufer) sind Ysper, Kamp, Krems, Lainsitz, March und Thaya. Südlich der Donau (am rechten Donauufer) sind es Enns, Ybbs, Erlauf, Melk, Pielach, Traisen, Schwechat, Fischa, Schwarza, Triesting, Pitten, Leitha und die Piesting.

Seen[Bearbeiten]

Höhlen[Bearbeiten]

Niederösterreich ist reich an Naturhöhlen. Insgesamt sind 4.082 davon katastermäßig erfasst. Die meisten Höhlen Niederösterreichs haben sich in den Kalk- und Dolomitgesteinen der Kalkalpen gebildet und sind deshalb sogenannte Karsthöhlen. Auch der Kalkmarmor in den Zentralalpen und in der Böhmischen Masse ermöglicht die Höhlenentstehung. Zu den größten Höhlen Niederösterreichs zählen:

Neben den beiden letztgenannten werden in Niederösterreich noch die Allander Tropfsteinhöhle, die Einhornhöhle, der Hochkarschacht, die Nixhöhle und die Ötschertropfsteinhöhle als Schauhöhlen geführt.

Flächenverteilung[Bearbeiten]

Kulturart Fläche in km² Prozent der
Gesamtfläche
Ackerland 7.000 42
Wald 6.711 40
Wiesen 1.750 11
Almen und Weiden 300 1,7
Weingärten 315 1,9

Natur[Bearbeiten]

Flora[Bearbeiten]

Florenregionen in Niederösterreich

Durch Niederösterreich verläuft eine Grenze zwischen zwei Florenregionen, welche beide dem holarktischen Florenreich angehören. Der westliche Landesteil gehört, wie fast das ganze restliche Österreich, der Mitteleuropäischen Florenregion an, während das Weinviertel, der Ostrand des Waldviertels, die Südhänge der Wachau, das Hügelland zwischen St. Pölten und dem Tullner Becken, das Wiener Becken, die Hainburger Berge und der Randbereich des Leithagebirge zur Pannonischen Florenprovinz gehören, welche wiederum den westlichsten Teil der südsibirisch-pontisch-pannonischen Florenregion darstellt. Außerhalb von Niederösterreich hat in Österreich sonst nur noch das Burgenland und Wien Anteil an der südsibirisch-pontisch-pannonischen Florenregion, welche sich von Südsibirien über die Ukraine, Siebenbürgen, die Vojvodina und die Ungarische Tiefebene bis an den Alpenostrand erstreckt. Aus diesem Grund unterscheidet sich die Flora im östlichen Landesteil stark von der im westlichen, im östlichen Teil wachsen viele Arten, die in Österreich einzigartig und entsprechend schützenswert sind.[4] Mehrere Arten erreichen in Niederösterreich ihre westliche Verbreitungsgrenze wie der Tátorján-Meerkohl und der Waldsteppen-Beifuß.

Niederösterreich ist, nicht zuletzt wegen dessen Anteil an zwei Florenregionen, das artenreichste Bundesland: 2.369 Vollstatus-Gefäßpflanzen-Arten bzw. 2.498 Elementar-Gefäßpflanzen-Taxa sind bekannt. 96 Vollstatusarten und 110 Elementartaxa treten nur in Niederösterreich, aber nicht im restlichen Österreich auf. Einige Arten sind sogar für Niederösterreich endemisch, wie das im höchsten Grad vom Aussterben bedrohte Dickwurzel-Löffelkraut.[5]

Naturschutz[Bearbeiten]

In Niederösterreich wurden verschiedene Schutzstufen eingerichtet, um Regionen, die in Bezug auf Kultur oder Natur besonders schützenswert sind, in ihrem ursprünglichen Zustand zu erhalten oder sie zu renaturieren.

Diese Schutzstufen sind:

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungs-
entwicklung
Datum Einwohner
um 1527 500.000
um 1600 580.000
um 1700 630.000
1754 922.000
1780 974.000
1790 1.000.000
1794/1795 1.028.300
1810 1.040.700
1821 1.142.600
1830 881.500
1840 896.600
1850 976.600
1857 987.900
1869 1.077.232
1880 1.152.767
1890 1.213.471
1900 1.310.506
1910 1.425.238
1923 1.426.885
1934 1.446.675
1939 1.455.373
1951 1.400.471
1961 1.374.012
1971 1.420.861
1981 1.427.849
1991 1.473.813
2001 1.545.804
2011 1.611.981
2014 1.625.485

Anmerkung: Die hier angeführten Bevölkerungszahlen beziehen sich auf das heutige Landesgebiet. Sie enthalten weder die Bevölkerung Wiens (1910: 2,1 Millionen), obwohl die Stadt bis inkl. 1910 Teil Niederösterreichs war, noch das nördliche Burgenland, 1939 Teil des Reichsgaues Niederdonau, und auch nicht das zum Reichsgau geschlagene Südmähren.

Die angegebenen Zahlen bis 1700 wurden offiziell gerundet. 1754–1857 und 1869–1923 wurde die anwesende Zivilbevölkerung (d. h. ohne Militärpersonen) gezählt, 1934–1981 die Wohnbevölkerung. Die Zahlen ab 1991 basieren auf dem Zentralen Melderegister (Quelle: Bundesanstalt Statistik Österreich). Die Zahlen ab 2007 basieren auf Daten der Statistik Austria (jeweils Bevölkerung im 1. Quartal des Jahres).

Die Bevölkerung wächst durch den kontinuierlichen Zuzug aus Wien und den peripheren Gebieten Niederösterreichs vor allem im Umland von Wien. Seit Sankt Pölten am 10. Juli 1986 zur Landeshauptstadt Niederösterreichs bestimmt wurde, ist auch hier eine zunehmende Zuwanderung feststellbar. Die landschaftlich sensiblen Gebiete, wie der Wienerwald, sollen durch raumordnerische Planungsprogramme des Landes vor der Zersiedelung geschützt werden.

Der Ausländeranteil liegt bei 6,3 Prozent; er ist geringer als im Durchschnitt Österreichs.

Religionszugehörigkeit[Bearbeiten]

Im Jahr 2001 waren 82,6 Prozent der Bewohner Christen (79,3 Prozent römisch katholisch, 3,3 Prozent protestantisch), 3,2 Prozent islamisch und 10,8 Prozent konfessionslos.

Politik[Bearbeiten]

1918–1934 war Niederösterreich zunächst in vier Wahlkreise aufgeteilt, der Landtag bestand aus 60 Abgeordneten. 1932 fanden die letzten demokratischen Wahlen vor der NS-Zeit statt: Es wurden acht Wahlkreise gebildet und die Zahl der Abgeordneten auf 56 verringert. Damit sollten die Großparteien zu Ungunsten der kleineren Parteien politisch gestärkt und somit die stärker werdende NSDAP in Österreich geschwächt werden.

1934–1938 wurde das Land ständestaatlich regiert; im März 1938 marschierte die Wehrmacht in Österreich ein ("Anschluss Österreichs"); das Deutsche Reich annektierte Österreich. 1938–1945 stand ein Reichsstatthalter (Gauleiter) an der Spitze von Landesverwaltung und NSDAP im Land.

Seit 1945 wird die Landespolitik von der ÖVP dominiert, die seit damals auch den Landeshauptmann stellt (siehe Liste der österreichischen Landeshauptleute). Die Bürgermeister der Gemeinden gehören vorwiegend der ÖVP an. Die SPÖ ist zweitstärkste politische Kraft.

Seit 2013 sind im niederösterreichischen Landtag fünf Parteien vertreten:

Die Landesregierung setzt sich zusammen aus dem Landeshauptmann, seinen zwei Stellvertretern und sechs Regierungsmitgliedern, die Landesräte genannt werden. Laut Landesverfassung entsenden die Parteien nach dem Verhältnis der von ihnen erreichten Wählerstimmen Vertreter in die Landesregierung („Pflichtproporz“). Daher gehören – obwohl die ÖVP die absolute Mehrheit im Landtag hat – auch zwei Vertreter von SPÖ und ein Vertreter des Team Stronach der Landesregierung an

Derzeitige Mitglieder der Landesregierung sind Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP), Landeshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Sobotka (ÖVP), Landeshauptmann-Stellvertreterin Karin Renner (SPÖ) und die Landesräte Karl Wilfing (ÖVP), Stephan Pernkopf (ÖVP), Barbara Schwarz (ÖVP), Petra Bohuslav (ÖVP), Maurice Androsch (SPÖ) und Elisabeth Kaufmann-Bruckberger (TS).

Im Nationalrat ist Niederösterreich mit elf ÖVP-, zehn SPÖ-, sechs FPÖ- und je zwei BZÖ- und Grünen-Abgeordneten über die jeweiligen Landeswahlvorschläge vertreten plus einer nicht konstanten Zahl an Abgeordneten aus den Bundeswahlvorschlägen (Reststimmenlisten) (Stand nach NR-Wahl 2008).

In den Bundesrat entsendet Niederösterreich als bevölkerungsreichstes Land zwölf Mitglieder; davon gehören sieben der ÖVP, drei der SPÖ und je einer der FPÖ und das Team Stronach an.

Wappen[Bearbeiten]

Beschreibung: In Blau fünf (2:2:1) goldene zugewendete Adler. Über den Schild eine goldene dreitürmige Mauerkrone.

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten]

Niederösterreich ist in 21 politische Bezirke und vier Statutarstädte gegliedert, die die Bezirksverwaltung selbst wahrnehmen. Seit der letzten Gemeindereform im Jahr 1970 und einigen kleineren Änderungen gibt es 573 Gemeinden.

Eine Volksbefragung über die sogenannte Hauptstadtfrage brachte 1986 die Entscheidung dafür, St. Pölten zur neuen Landeshauptstadt zu machen und die zentralen Einrichtungen Niederösterreichs aus Wien dorthin zu übersiedeln. Von 1986 bis 1996 erfolgten der Bau des Regierungsviertels in St. Pölten und die sukzessive Übersiedlung von Organen, Behörden und Ämtern des Landes. Im Sinne der Dezentralisierung der Behörden wurden diverse Verwaltungsstellen nicht nach St. Pölten, sondern in die einzelnen Landesviertel bzw. in Bezirkshauptmannschaften verlegt.

In vielen Belangen wird das Bundesland auch verwaltungstechnisch in die vier Regionen (Viertel) eingeteilt, wobei zu beachten ist, dass beispielsweise der Bezirk Tulln durch die Lage der Bezirkshauptstadt zum Mostviertel zählt, während ein Teil der Gemeinden nördlich der Donau und damit geografisch im Weinviertel liegen. Beim Bezirk Krems ist die Situation ähnlich.

Hauptregionen[Bearbeiten]

Die niederösterreichische Raumplanung in Österreich hat aus operativen Gründen das Landesgebiet in fünf Aktionsräume der Regionalen Entwicklungsverbände bzw. der zugehörigen Regionalmanagements unterteilt:

Diese sogenannten Hauptregionen fassen Gebiete zusammen, die gemeinsame Merkmale (geografische Lagebeziehungen, ähnliche Wirtschaftsstruktur, Ressourcenausstattung) oder ähnliche Probleme haben. Hauptaufgabe ist es, die Anliegen dieser Regionen zu artikulieren, entwicklungsstrategisch wichtige Themenschwerpunkte zu formulieren und passende Leitprojekte zu initiieren.

Statutarstädte[Bearbeiten]

Mit diesem Begriff werden in Österreich Gemeinden bezeichnet, die nicht nur das Stadtrecht besitzen, sondern überdies keiner Bezirkshauptmannschaft unterstellt sind, sondern in ihrem Stadtamt (Magistrat) die Bezirksagenden für das Stadtgebiet selbst verwalten.

Statutarstadt/Verwaltungssitz Fläche Einwohner
1. Januar 2014[7]
Kfz-Kenn-
zeichen
Krems 51,61 km² 24.085 0KS
St. Pölten 108,48 km² 52.145 0P
Waidhofen an der Ybbs 131,52 km² 11.341 0WY
Wiener Neustadt 60,96 km² 42.273 0WN

Bezirke[Bearbeiten]

Bezirk Verwaltungssitz Fläche Einwohner
1. Januar 2014
Kfz-Kenn-
zeichen
Amstetten Amstetten 1.187,97 km² 112.944 0AM
Baden Baden 753,37 km² 140.078 0BN
Bruck an der Leitha Bruck an der Leitha 494,95 km² 43.615 0BL
Gänserndorf Gänserndorf 1.271,31 km² 97.460 0GF
Gmünd Gmünd 786,24 km² 37.420 0GD
Hollabrunn Hollabrunn 1.010,72 km² 50.065 0HL
Horn Horn 783,99 km² 31.273 0HO
Korneuburg Korneuburg 626,50 km² 76.370 0KO
Krems-Land Krems 923,95 km² 55.945 0KR
Lilienfeld Lilienfeld 931,55 km² 26.040 0LF
Melk Melk 1.013,62 km² 76.369 0ME
Mistelbach Mistelbach 1.291,30 km² 74.150 0MI
Mödling Mödling 277,02 km² 115.677 0MD
Neunkirchen Neunkirchen 1.146,35 km² 85.539 0NK
St. Pölten-Land St. Pölten 1.121,61 km² 97.365 0PL
Scheibbs Scheibbs 1.023,49 km² 41.073 0SB
Tulln Tulln an der Donau 658,03 km² 72.104 0TU
Waidhofen an der Thaya Waidhofen an der Thaya 669,14 km² 26.424 0WT
Wiener Neustadt-Land Wiener Neustadt 969,72 km² 75.285 0WB
Wien-Umgebung Klosterneuburg 484,48 km² 117.343 0WU, SW
Zwettl Zwettl-Niederösterreich 1.399,76 km² 43.102 0ZT

Verkehr[Bearbeiten]

Straßen[Bearbeiten]

Die wichtigsten Straßen führen Richtung Wien, wie die Südautobahn (A2), die Westautobahn (A1) und die Ostautobahn (A4). West- und Südautobahn verbindet die Außenringautobahn (A21), Teil des geplanten Autobahnringes um Wien. Süd- und Ostautobahn werden durch die Außenringschnellstraße (S1) verbunden, die zur entstehenden Nordautobahn (A5) verlängert werden soll.

Von der Südautobahn zweigen die Südostautobahn (A3) ins nördliche Burgenland und die Semmeringschnellstraße (S6) ins steirische Mürztal ab. Wichtig im Regionalverkehr ist die Donauuferautobahn (A22), mit der anschließenden Stockerauer Schnellstraße (S5) die Verbindung von Wien nach Krems (Wachau).

Im hochrangigen Straßennetz ist seit der Beseitigung des Eisernen Vorhanges 1989 ständig steigender Transitverkehr vor allem in Ost-West-Richtung zu verzeichnen. Die Westautobahn wird daher durchgehend auf drei Spuren pro Fahrtrichtung ausgebaut. Auch der Pendlerverkehr (zwischen Wohn- und Arbeitsort) findet zu einem großen Teil auf der Straße statt.

Bahnen[Bearbeiten]

Wichtige Bahnstrecken sind die Nordbahn (die erste Dampfeisenbahn der Monarchie), die Südbahn, die Westbahn und die Ostbahn. Verkehrsmittel, die ihren Endpunkt in St. Pölten haben, sind die Wieselbusse und die schmalspurige Mariazeller Bahn. Die Westbahn wurde 2012 durch eine neue Hochgeschwindigkeitsstrecke durch den Wienerwaldtunnel ergänzt.

Die Österreichischen Bundesbahnen betreiben im Land außerdem ein umfangreiches, aus der Zeit vor 1918 stammendes Netz von Nebenbahnen. Das Umland von Wien wird mit dichtem Regionalverkehr und Schnellbahnbetrieb bedient; zur leichteren Benutzbarkeit wurde der Verkehrsverbund Ostregion (VOR) geschaffen, der bis an die nördlichen und östlichen Grenzen (Nieder-)Österreichs reicht.

Um den Flughafen Wien direkt in die West-Ost-Achse der Bahn einbinden zu können, soll er mit der Götzendorfer Spange an die Ostbahn angeschlossen werden. Damit könnten z. B. direkte Züge von Pressburg zum Flughafen Wien geführt werden.

Donauschifffahrt[Bearbeiten]

Die Güterschifffahrt auf der internationalen Wasserstrasse Donau hat mit dem größten Donauhafen Niederösterreichs, Krems, große Verkehrsbedeutung. In der Passagierschifffahrt sind neben dem Lokalverkehr in der Wachau vor allem Kreuzfahrtschiffe aus ganz Europa bemerkenswert, die die Donau oder die Route Rhein–Main–Donau befahren. Zahlreiche Donau-Fähren, teilweise Kfz-tragend queren den Fluss. Freizeitverkehr geht von kleineren Häfen und Einsetzstellen aus und spiegelt sich in der Bootsmesse Tulln. Die Schnellboote Wien-Bratislava durchfahren Niederösterreich nur.

Flugverkehr[Bearbeiten]

Schwechat in Niederösterreich ist Standort des größten österreichischen Flughafens, des Flughafens Wien, der sich dank der EU-Osterweiterung mittlerweile zu einer wichtigen Drehscheibe im internationalen Flugverkehr entwickelt hat. Das Land Niederösterreich ist 20-Prozent-Aktionär der Flughafenbetriebsgesellschaft.

In Langenlebarn befindet sich ein Militärflugplatz des Österreichischen Bundesheeres. Regionale Flugplätze befinden sich u. a. in Bad Vöslau, Gneixendorf bei Krems und Dobersberg (Waldviertel). Wiener Neustadt weist eine Kleinflugzeugfabrikation und das Flugmuseum Aviaticum am privaten Flugplatz Ost auf, andererseits auch den grössten unbefestigten und ältesten Europas, den vom Militär betriebenen Flugplatz Wiener Neustadt/West.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die wirtschaftlich stärksten Regionen in Niederösterreich befinden sich entlang der Thermenlinie. Der Bezirk mit dem stärksten Steueraufkommen ist der Bezirk Mödling direkt am Südrand von Wien. Je weiter die Gebiete von Wien entfernt liegen, umso schwächer wird ihre Wirtschaftskraft.

Nach dem Zweiten Weltkrieg lag Niederösterreich in der sowjetischen Besatzungszone. Während anderswo in Österreich die Wirtschaft bereits mit dem Wiederaufbau beginnen konnte, blieben hier viele Großbetriebe zerstört oder waren in den Händen der sowjetischen USIA. Reparationsleistungen Österreichs an die Sowjetunion wurden u. a. in Form von Erdöl, das im Marchfeld gefördert wurde, geleistet. Erst nach dem Abschluss des Staatsvertrages 1955 konnte in Niederösterreich intensiv mit dem wirtschaftlichen Wiederaufbau begonnen werden. Bis 1989 wirkte sich aber der Eiserne Vorhang noch hemmend auf die Wirtschaftskraft aus. So pendeln auch heute noch viele Menschen aus dem Waldviertel als Tages- oder Wochenendpendler an ihren Arbeitsplatz in Wien.

Die Landespolitik strebt ständig danach, neue Betriebe in Niederösterreich anzusiedeln, zumeist über die landeseigene Gesellschaft Eco Plus und die Gründeragentur RIZ. Die Letzte Meile der Energieversorgung mit Strom und Gas hat durchwegs die landeseigene EVN. Die Wiener Randgemeinden werden nach wie vor durch die Wien-Energie versorgt. Als letzter Ort wurde in Niederösterreich Harmannschlag im Bezirk Gmünd im Jahr 1963 an das Stromnetz angeschlossen.[8]

Medien[Bearbeiten]

Niederösterreichs größte Medien sind der ORF Niederösterreich, Ableger der staatlichen Radio- und Fernsehanstalt, und die Wochenzeitung Niederösterreichische Nachrichten (NÖN) des Verlages Niederösterreichisches Pressehaus. Zumeist werden in Niederösterreich aber in Wien erscheinende Medien konsumiert.

Landwirtschaft[Bearbeiten]

42 Prozent der gesamten Landesfläche sind Ackerland. 40 Prozent sind als Waldfläche ausgewiesen. Nutzviehhaltung, Ackerbau und Forstwirtschaft sind starke Wirtschaftszweige. (Allerdings ist die Zahl der darin Beschäftigten in den letzten 50 Jahren auf rund 10 Prozent aller Berufstätigen gesunken.)

Ein weiterer wichtiger Wirtschaftszweig ist der Weinbau, der vor allem im Weinviertel, in der Wachau und in der Thermenregion zu finden ist. Von den insgesamt sechs DAC-Weinbauregionen in ganz Österreich, wo qualitativ hochwertiger Wein gebaut wird, liegen vier in Niederösterreich.

Tourismus[Bearbeiten]

Blick auf die östliche Wachau

Für Niederösterreich ist insbesondere der Tagestourismus aus der Agglomeration Wien wirtschaftlich von großer Bedeutung. Das Land präsentiert sich als natürliches Freizeitareal für alle Jahreszeiten. Die „Niederösterreich-Card“, die ganzjährig gültig ist, unterstützt diesen Geschäftszweig ebenso wie die zahlreichen sommerlichen Kulturfestivals in allen Landesteilen.

Im Nächtigungstourismus hat das Land durch Gäste aus den mittel- und osteuropäischen Ländern stark gewonnen. So hat etwa das an Tschechien grenzende Waldviertel den stärksten Nächtigungszuwachs. Vor allem das südliche Umland Wiens (Schwechat, Vösendorf) profitiert dank der Verkehrsverbindungen vom Städtetourismus. Seit Ende des 20. Jahrhunderts verzeichnet auch die Landschaft rund um das UNESCO-Weltkulturerbe Wachau stärkere Besucherfrequenz.

Die Tourismuswirtschaft bewirbt vor allem die großen Kulturzentren im Land wie die vielen Klöster und Schlösser. Auch Urlaub am Bauernhof wird stark beworben und gerne angenommen. Überregional wenig bekannt ist Niederösterreichs beträchtlicher Anteil an den Ostalpen; er wird nun unter dem Begriff „Wiener Alpen“ beworben. Im Winter ziehen die Schigebiete vor allem Gäste aus dem früheren Ostblock und Tagesgäste aus Wien an. Die Schipisten liegen nicht sehr hoch und sind bei Klimawandel gefährdet.

Christiane Hörbiger bewirbt den Tourismus in Niederösterreich. Der Schriftsteller Alfred Komarek betreibt mit seiner Roman- und TV-Figur des Weinviertler Gendarmerieinspektors Simon Polt indirekt Sympathiewerbung für das Land.

Kultur[Bearbeiten]

Schloss Hof
Schloss Pottendorf
Blick vom Landesmuseum zum Festspielhaus
Landesmuseum Niederösterreich

In Niederösterreich bestehen zahlreiche Klöster bzw. Stifte, die seit jeher als Kulturzentren fungiert haben. Am bekanntesten sind Stift Melk (seit 1089), Stift Klosterneuburg (seit 1114; Herzogssitz, bevor Wien es wurde) und Stift Heiligenkreuz (seit 1133). Weiters sind die Stifte in Altenburg, Dürnstein, Geras, Göttweig, Herzogenburg, Lilienfeld, Seitenstetten, und Zwettl zu nennen.

Die meisten der einst der Aristokratie vorbehaltenen Schlösser und Burgen sind heute Sehenswürdigkeiten, Ausstellungsorte und Konzertsäle, beispielsweise die Schallaburg und Schloss Hof sowie die Schlösser Grafenegg, Thürntal, Wilfersdorf, Artstetten, Rosenau, Greillenstein, Eckartsau, Niederweiden, Laxenburg, Rohrau und Rosenburg am Kamp.

Wichtige Museen sind das Niederösterreichische Landesmuseum, im St. Pöltner Kulturbezirk neu erbaut, die Sammlung Essl, die Kunstmeile Krems mit der Kunsthalle und dem ebenfalls neu gebauten Karikaturmuseum, die römischen Ausgrabungen im Archäologiepark Carnuntum, das Egon-Schiele-Museum in Tulln, das Kokoschka-Haus in Pöchlarn, das Museum für Urgeschichte und der Heldenberg. Jedes zweite Jahr veranstaltet die Landesregierung eine große Landesausstellung.

Mit viel Ambition betreibt das Land das neu gebaute Festspielhaus St. Pölten mit ganzjährigem Programm. Theater bieten auch die Stadttheater in St. Pölten und Baden. Außerdem werden Sommerbühnen in Berndorf, Stockerau, Langenlois, Felsenbühne Staatz (Musicals), Weißenkirchen in der Wachau und bei der Burg Liechtenstein bespielt. Das umfangreiche Angebot wird werblich im „Theaterfest Niederösterreich“ zusammengefasst. Das jährliche Donaufestival kommt dazu.

Viele Einrichtungen werden betrieblich von der im Landesbesitz stehenden Niederösterreich Kultur GmbH. geführt. Wichtiger Impulsgeber für regionale Kunst- und Kulturinitiativen ist die Kulturvernetzung Niederösterreich mit dem Viertelfestival Niederösterreich. Ein wichtiger Servicepartner und Veranstalter im Volkskulturbereich ist die Volkskultur Niederösterreich[9] mit ihren Geschäftsbereichen Musikschulmanagement Niederösterreich, Chorszene Niederösterreich, Museumsmanagement Niederösterreich, Volkskultur Europa und dem Niederösterreichischen Volksmusikfestival. In der Erwachsenenbildung ist vor allem das Bildungs- und Heimatwerk Niederösterreich zu erwähnen.

Die Programmkinos Cinema Paradiso in St. Pölten und Österreichische Filmgalerie in Krems tragen wesentlich zum Erhalt der Kinokultur und der Filmkunst bei.

Literatur[Bearbeiten]

Das „Land um Wien“ war und ist Arbeitsort vieler Autoren und Schauplatz zahlreicher Werke der Belletristik (Beispiele):

In der wissenschaftlichen Literatur hat eine in Niederösterreich erforschte sozialwissenschaftliche Studie unter Experten den Rang eines Klassikers erreicht:

(Liste wird fortgesetzt)

Wissenschaft und Forschung[Bearbeiten]

Ziel der Standortpolitik des Landes ist, auch wissenschaftliche Institutionen anzusiedeln. Zu nennen sind hier unter anderen:

Als Forschungszentren haben sich in Niederösterreich im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts einige Standorte herausgebildet:

Sicherheit und Soziales[Bearbeiten]

In St. Pölten hat die Landespolizeidirektion Niederösterreich ihren Sitz.

Den Katastrophen- und Brandschutz nehmen 1.646 Freiwillige Feuerwehren und 90 Betriebsfeuerwehren wahr. Das Landesfeuerwehrkommando sowie die Ausbildungsstätte der Feuerwehr, die Landesfeuerwehrschule befinden sich in Tulln. Die Alarmierung erfolgt über feuerwehreigene Alarmzentralen, die entweder einen oder mehrere Bezirke umfassen. Außerdem befindet sich am Standort des Landesfeuerwehrverbandes in Tulln mit einer redundanten Stelle bei der Landesregierung in Tulln die Landeswarnzentrale für Niederösterreich.

Der Rettungsdienst wird im Allgemeinen in Niederösterreich vom Roten Kreuz, das in allen Bezirken und in zahlreichen Ortsstellen vertreten ist, sowie in Teilbereichen auch vom Samariter-Bund wahrgenommen. Das Rote Kreuz hat seinen Landessitz ebenfalls in Tulln, während der ASBÖ in Wilhelmsburg beheimatet ist. Die Koordinierung nahezu aller Rettungsmittel im Bundesland wird von der als Gesellschaft geführten Rettungsleitstelle 144 Notruf Niederösterreich übernommen, bei welcher das Land zu 66 % Gesellschafter ist.

In der Hesserkaserne in St. Pölten befindet sich das Militärkommando Niederösterreich, wo Brigadier Rudolf Striedinger Militärkommandant ist.

Soziale Dienstleistungen wie Hauskrankenpflege bieten unter anderem die Landesverbände vom Hilfswerk Österreich sowie der Caritas an.

Alle öffentlichen Krankenhäuser sind im Eigentum des Bundeslandes und werden von der Niederösterreichische Landeskliniken-Holding verwaltet.

Neben diesen Diensten gibt es noch weitere freiwillige Hilfsorganisationen, die im Katastrophenschutz eingebunden sind. Zu diesen gehören:[11]

Geschichte[Bearbeiten]

Burg Liechtenstein

Niederösterreich ist das Kernland Österreichs. Es hieß ursprünglich „nur“ Österreich (später: unter der Enns, manchmal auch nieder der Enns) und gab der Dynastie Habsburg bzw. Habsburg-Lothringen („Haus Österreich“) und dem jeweiligen Gesamtstaat (Österreichische Monarchie, Kaisertum Österreich, Österreich-Ungarn, Republik Österreich) den Namen.

Das heutige Bundesland besitzt daher kaum historische Traditionen, die von der österreichischen Geschichte abweichen. Es war 1278 Schauplatz einer Entscheidungsschlacht, die die Habsburger hier an die Macht brachte, und 1918 / 1919 Ort der „inneren Emigration“ des letzten Kaisers Karl I. vor der Ausreise ins Exil.

Seit dem 1. Jänner 1922 ist Wien, das zuvor Landeshauptstadt Niederösterreichs war, zugleich ein eigenständiges Bundesland.

In der NS-Zeit Gau Niederdonau genannt, wurden dem Land im Herbst 1938 das nördliche Burgenland und Südmähren zugeschlagen; gleichzeitig musste es an das neue Groß-Wien zahlreiche Gemeinden abtreten. Fast alle diese Änderungen wurden 1945 rückgängig gemacht. 1946 wurde eine stark reduzierte Erweiterung Wiens beschlossen, konnte aber wegen eines sowjetischen Einspruchs erst 1954 in Kraft treten.

Die Entwicklung Niederösterreichs nach dem Zweiten Weltkrieg wurde dadurch gehemmt, dass das Land zur sowjetischen Besatzungszone Österreichs gehörte. Weiters war bis 1989 der Eiserne Vorhang ein wesentliches Hindernis.

Seit 1986 ist Sankt Pölten Landeshauptstadt Niederösterreichs, aber erst 1996 übersiedelten die niederösterreichischen Institutionen (Landesregierung und -verwaltung) aus der österreichischen Hauptstadt Wien. Das historische Niederösterreichische Landhaus, heute unhistorisch als Palais Niederösterreich etikettiert, befindet sich in der Herrengasse im ersten Bezirk von Wien.

Aus Niederösterreich oder mit dem Land besonders verbunden waren bzw. sind einige zumeist konservative Politiker, die in Österreich prominente Funktionen einnahmen bzw. einnehmen:

Die zentrale wissenschaftliche Einrichtung zur Dokumentation der Geschichte Niederösterreichs findet sich im Niederösterreichischen Landesmuseum sowie im Landesarchiv.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Niederösterreich – Sammlung von Bildern
 Wikinews: Niederösterreich – in den Nachrichten
 Wiktionary: Niederösterreich – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria - Bevölkerung zu Jahres- und Quartalsanfang
  2. [1], Statistik Austria
  3. Perspektiven für die Hauptregionen. Abgerufen am 8. Januar 2014 (PDF).
  4. Manfred A. Fischer: Ein Hauch Orient - pannonische Vegetation und Flora, in: Natur im Herzen Mitteleuropas, 2002, ISBN 3-85214-776-X
  5. M.A. Fischer, K. Oswald, W. Adler: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. Dritte Auflage, Land Oberösterreich, Biologiezentrum der OÖ Landesmuseen, Linz 2008, ISBN 978-3-85474-187-9
  6. http://www.raumordnung-noe.at/fileadmin/root_raumordnung/region/kleinregionen/kr_noemitte.pdf
  7. Statistik Austria - Bevölkerung zu Jahres- und Quartalsanfang
  8. Kalender im NÖ Landesmuseum abgerufen am 4. Dezember 2010
  9. www.volkskulturnoe.at
  10. Fred Hennings: So lange er lebt. Band 5: Der heiße Sommer. Verlag Herold, Wien 1971, S. 51 f.
  11. Freiwillige Einsatz- und Rettungsorganisationen sowie Sonderorganisationen auf der Seite der NÖ Landesregierung, abgerufen am 29. Juli 2013