Hausente

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Weiße Indische Laufenten (Anas platyrhynchos f. domestica)
Warzenente (Cairina moschata momelanotus)
Verschiedene Hausenten
Pommernenten im Schlossgarten Schwerin
Verwilderte Hausenten

Die Hausente ist ein Haustier und wird als Heim- und Nutztier gehalten. Die Stammform der Hausente ist die Stockente (Anas platyrhynchos).[1]

Rassen und Arten[Bearbeiten]

Hausenten können verschiedenen Rassen angehören. Die verbreitetste ist die Pekingente. In Asien hat die Entendomestikation Hausentenformen mit steiler Körperhaltung, die Pinguinenten, hervorgebracht. Aus ihnen entstanden die Entenrassen mit aufrechtem Körper wie die Indische Laufente, welche häufig als Schneckenvertilger in Gärten dienen.

Daneben wird auch die aus Südamerika stammende Warzenente, eine Zuchtform der Moschusente (Cairina moschata), als Haustier gehalten, sowie Hybriden aus beiden, sogenannte Mulardenten. In Frankreich werden Warzenenten Barbarie-Enten genannt. Ihr Fleisch wird wegen des geringeren Fettanteils geschätzt.

Verwendung von Enten[Bearbeiten]

Hausenten werden wegen ihres Fleisches, ihrer Eier (Entenei) und ihrer Federn gehalten.

Enten können wie Gänse zur Herstellung von Stopfleber (Franz.: foie gras) verwendet werden. Dies geschieht durch eine bestimmte Mastform, das Nudeln bzw. Stopfen, bei der den Tieren in den letzten Wochen vor dem Schlachten mittels eines Rohres täglich mehrere Kilo Futterbrei verabreicht werden. Obwohl die Gänsestopfleber viel bekannter ist, sind 96 % der Stopflebern eigentlich Entenlebern: 98 % der Verarbeitung finden in Frankreich statt.

Heute werden Enten (Laufenten) von Privathaltern vor allem aus Freude an den Tieren gehalten und als Vertilger von Schnecken und Schadinsekten. Dazu lässt man Enten im März und April die erste der üblichen drei Jahresgenerationen von Nacktschnecken suchen und fressen, da zu dieser Zeit im Gemüsegarten noch kein Grünzeug sprießt oder die Exkremente der Tiere in der Wiese noch nicht stören. Allerdings sollte für die artgerechte Haltung ein (Miniatur)Teich vorhanden sein.

Tausendjährige Eier werden aus Enteneiern hergestellt. In Vietnam und auf den Philippinen sind etwa zwei Wochen lang angebrütete Enteneier, sogenannte Balut, beliebt.

Haltung[Bearbeiten]

In Mastbetrieben (Schnellmast) werden Entenküken 21 Tage in Aufzuchtställen gehalten (Aufzuchtsphase) und anschließend 25–29 Tage gemästet (Mastperiode). Bei 3.000 bis 3.500 Gramm Lebendgewicht werden die Enten vor der ersten Mauser geschlachtet. Junge Hausenten werden nach zwei bis drei Monaten vor der zweiten Mauser geschlachtet und wiegen etwa 1.500 Gramm bis 2.000 Gramm. Nach sechs Monaten sind sie geschlechtsreif und wiegen bis zu 3.000 Gramm. Hausenten sind unter der Haut fett.

Verbreitung[Bearbeiten]

Die Hausente ist weltweit verbreitet. Während in Europa die Entenhaltung im Vergleich zur Hühner- und Gänsehaltung von drittrangiger Bedeutung ist, stellt die Hausente vor allem in Ost- und Südostasien, aber auch in Lateinamerika und in einigen afrikanischen Ländern ein ernährungswirtschaftlich wichtiges Hausgeflügel dar. In China werden etwa 500 Millionen Hausenten gehalten.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Hausente – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Hausente – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Richard Nickel, August Schummer, Eugen Seiferle, Bernd Vollmerhaus (Hrsg.): Lehrbuch der Anatomie der Haustiere. 3 Auflage. Band V Anatomie der Vögel, Parey, Stuttgart 2004, ISBN 3-8304-4153-3, Abstammung der Hausente und der Haus-Moschusente, S. 8 (Volltext in der Google-Buchsuche).