Hauskirche von Dura Europos

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34.74582940.727958Koordinaten: 34° 45′ N, 40° 44′ O

Domus Ecclesiae: Lage der Kirche
Plan der Kirche. Rechts oben das Baptisterium

Die Hauskirche von Dura Europos ist die bisher älteste archäologisch nachgewiesene Kirche. Sie datiert um 232/233 n. Chr. und lag in Dura Europos am Euphrat. Die antike Stadt im Osten von Syrien gehörte damals zur römischen Provinz Syria Coele.

Das aus Lehmziegeln bestehende Haus, in dem sich die Kirche befand, hat wohl rund 200 Jahre als normales Wohnhaus gedient. Es bestand aus einem Peristyl in der Mitte, mit den Wohnräumen darum. Um 232/233 wurde das Haus umgebaut (das Datum ist von einer Inschrift im Putz bekannt). Bei diesem Umbau wurden zwei Wohnräume des Hauses zu einem 13 × 5 m großen Saal zusammengefasst. An der Ostseite des Saales stand ein Podest, der vielleicht als Sitz für den Bischof diente. Im Jahr 241 (so eine im Estrich verstrichene Münze) wurde ein weiterer Raum des Hauses zu einem Baptisterium (Taufraum) umfunktioniert. Hier fand sich ein steinernes Bassin mit einem Baldachin. In diesem Raum befanden sich auch zahlreiche Wandmalereien, darunter Adam und Eva mit dem Baum der Erkenntnis, ein Schafträger bei seiner Herde, David und Goliath und die Frauen am leeren Grab Christi. Die Malereien waren bei ihrer Auffindung noch relativ gut erhalten. Sie sind im parthischen Stil ausgeführt, wobei sie qualitätsmäßig deutlich unter denen der Synagoge von Dura Europos stehen und andeuten, dass die christliche Gemeinde der Stadt bei weitem nicht so finanzkräftig wie die jüdische Gemeinde war.

Die Malereien haben sich erhalten, da man im Jahr 256 die Stadtmauer von Dura Europos aufschüttete und so die umgebenden Häuser mit Sand aufgefüllt wurden. Nach ihrer teilweisen Verbringung in die Yale University haben sie aufgrund ungeeigneter Lagerung starke Beschädigungen erfahren.

Die Ruine der ältesten Hauskirche aus Steinquadern, die Anfang des 4. Jahrhunderts durch Umbau eines Wohnhauses entstand, liegt im Nordwesten Syriens in Qirqbize. Im nahegelegenen Dorf Fafertin stand das älteste, als solches geplante Kirchengebäude, das inschriftlich in das Jahr 372 datiert.

Literatur[Bearbeiten]

  • Arne Effenberger: Frühchristliche Kunst und Kultur, Leipzig 1986, S. 87-89 ISBN 3733800109
  • Carl H. Kraeling with a contribution by C. Bradford Welles: The excavations at Dura-Europos: conducted by Yale University and the French Academy of Letters, Final Report 8 Part 2, The Christian building, New Haven: Dura-Europos Publications, Locust Valley, New York, 1967
  • Ulrich Mell, Christliche Hauskirche und Neues Testament. Die Ikonologie des Baptisteriums von Dura Europos und das Diatessaron Tatians, NTOA 77, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2010. ISBN 978-3-525-53394-9
  • Annabel Jane Wharton: Refiguring the post classical city: Dura Europos, Jerash, Jerusalem and Ravenna, Cambridge 1995.

Weblinks[Bearbeiten]