Heckerlied

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Das Heckerlied ist ein Revolutionslied der Badischen Revolution von 1848/1849. Friedrich Hecker versuchte mit dem von Konstanz ausgehenden Heckerzug die Revolutionäre in Baden zu sammeln, um die Residenzstadt Karlsruhe einzunehmen und anschließend die großherzogliche Regierung absetzen zu können. Nachdem dieser Aufstand im Gefecht auf der Scheideck am 20. April 1848 von preußischen und hessischen Truppen niedergeschlagen worden war, musste Hecker mit den meisten Teilnehmern in die Schweiz fliehen. Er kehrte nicht mehr nach Baden zurück, sondern wanderte dauerhaft in die USA aus.

Liedtext [Bearbeiten]

Es gibt zahlreiche verschiedene Versionen des Liedes.

Der Text der folgenden Liedversion fordert in drastischen Worten die Ablösung der bestehenden Herrschaften. Im Refrain erscheint dann fast stets der Hinweis, dass man für eine freie deutsche Republik eintritt. Zeilen und Passagen wie ... An den Darm der Pfaffen, hängt den Edelmann ... oder auch ... Schmiert die Guillotine mit Tyrannenfett, reißt die Konkubine aus dem Pfaffenbett ... zeugen sowohl von der Entschlossenheit als auch der Brutalität der Aufständischen. Sowohl der Text als auch die Melodie sind angelehnt an das Studentenlied Die Freie Republik, welches anlässlich der Flucht von sechs Inhaftierten aus dem Gefängnis an der Frankfurter Hauptwache im sogenannten Frankfurter Wachensturm drei Jahre nach der Märzrevolution 1833 intoniert wurde. Darin heißt es in der letzten Strophe, die somit durch die erste Strophe des Heckerliedes wieder aufgenommen wird ... Wenn euch die Leute fragen: Wo ist Absalom? So dürftet ihr wohl sagen: O, der hänget schon. Er hängt an keinem Baum und hängt an keinem Strick, sondern an dem Glauben der freien Republik.

Die erste bis dritte der insgesamt sechs Strophen einer Version des Heckerliedes lauten:

1. Wenn die Leute fragen,
Lebt der Hecker noch?
Könnt ihr ihnen sagen:
Ja, er lebet noch.

   Refrain:
   Er hängt an keinem Baume,
   Er hängt an keinem Strick.
   Er hängt nur an dem Traume
   Der deutschen Republik.

2. Fürstenblut muß fließen
Knüppelhageldick,
Und daraus ersprießen
Die freie Republik.
Ja, dreiunddreißig Jahre
Währt die Knechtschaft schon
Nieder mit den Hunden
Von der Reaktion!

3. Schmiert die Guillotine
Mit Tyrannenfett!
Schmeißt die Konkubine
Aus des Fürsten Bett!
Ja, dreiunddreißig Jahre
Währt die Knechtschaft schon
Nieder mit den Hunden
Von der Reaktion!

Literatur [Bearbeiten]

  • Wolfgang Steinitz: Der große Steinitz – Deutsche Volkslieder demokratischen Charakters aus sechs Jahrhunderten. Reprint in einem Band, Zweitausendeins, Frankfurt 1983, ISBN 3-88436-101-5.
  • Alexander Lipping, Björn Grabendorff: 1848 – Der Deutsche macht in Güte die Revolution. Lieder und Texte. (Fischer Taschenbuch 2978) Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt 1982, ISBN 3-596-22978-2, S. 100–109.

Weblinks/Quellen [Bearbeiten]