Karlsruhe

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Karlsruhe (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Karlsruhe
Karlsruhe
Deutschlandkarte, Position der Stadt Karlsruhe hervorgehoben
49.0148.4043115Koordinaten: 49° 1′ N, 8° 24′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: StadtkreisVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 115 m ü. NHN
Fläche: 173,46 km²
Einwohner: 296.033 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 1707 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 76131–76229
Vorwahl: 0721
Kfz-Kennzeichen: KA
Gemeindeschlüssel: 08 2 12 000
Stadtgliederung: 27 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Karl-Friedrich-Straße 10
76133 Karlsruhe
Webpräsenz: www.karlsruhe.de
Oberbürgermeister: Frank Mentrup (SPD)
Lage der Stadt Karlsruhe
in Baden-Württemberg
Frankreich Schweiz Österreich Bodensee Rheinland-Pfalz Hessen Freistaat Bayern Alb-Donau-Kreis Baden-Baden Landkreis Biberach Landkreis Böblingen Bodenseekreis Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald Landkreis Calw Landkreis Emmendingen Enzkreis Landkreis Esslingen Freiburg im Breisgau Landkreis Freudenstadt Landkreis Göppingen Heidelberg Landkreis Heidenheim Landkreis Heilbronn Heilbronn Hohenlohekreis Landkreis Karlsruhe Karlsruhe Landkreis Konstanz Landkreis Lörrach Landkreis Ludwigsburg Main-Tauber-Kreis Mannheim Neckar-Odenwald-Kreis Ortenaukreis Ostalbkreis Pforzheim Landkreis Rastatt Landkreis Ravensburg Rems-Murr-Kreis Landkreis Reutlingen Rhein-Neckar-Kreis Landkreis Rottweil Landkreis Schwäbisch Hall Schwarzwald-Baar-Kreis Landkreis Sigmaringen Stuttgart Landkreis Tübingen Landkreis Tuttlingen Ulm Landkreis Waldshut ZollernalbkreisKarte
Über dieses Bild
Das Schloss Karlsruhe liegt im Zentrum des strahlenförmigen Stadtgrundrisses
Luftbild von Karlsruhe (von Osten aus gesehen)

Karlsruhe [ˈkaʁlsˌʁuːə] ist die zweitgrößte Stadt des Landes Baden-Württemberg. Karlsruhe ist ein Stadtkreis, Sitz des Regierungsbezirks Karlsruhe, der Region Mittlerer Oberrhein und des Landkreises Karlsruhe, der im Norden, Osten und Süden an die Stadt angrenzt. Im Westen wird die Stadt vom Rhein begrenzt, der hier die Grenze Baden-Württembergs mit Rheinland-Pfalz bildet. Karlsruhe liegt in der Trinationalen Metropolregion Oberrhein.

Das 1715 als barocke Planstadt mit strahlenförmig vom Schloss ausgehenden Straßen gegründete Karlsruhe entwickelte sich zunächst nur in südliche Richtung. Aufgrund des so entstandenen fächerförmigen Grundrisses trägt Karlsruhe den Beinamen Fächerstadt. Karlsruhe war Haupt- und Residenzstadt des ehemaligen Landes Baden. Seit 1950 ist Karlsruhe Sitz des Bundesgerichtshofs und seit 1951 des Bundesverfassungsgerichts, weshalb die Stadt auch Residenz des Rechts genannt wird. Karlsruhe ist Standort mehrerer Hochschulen und eines der bedeutendsten europäischen Zentren der Informations- und Kommunikationstechnik.[2]

Inhaltsverzeichnis

Geographie[Bearbeiten]

Markierung des 49. Breitengrads im Stadtgarten
Der 144 m hohe Fernmeldeturm Grünwettersbach steht nahe beim höchsten Punkt der Stadt. Die Antennenspitze erreicht 460 m ü. NN.[3]
Die Alb, Naherholung im Stadtgebiet

Das Karlsruher Stadtgebiet liegt überwiegend in der Oberrheinischen Tiefebene und umfasst zudem im Osten mit dem Turmberg und angrenzenden Höhen den Rand des Hügellands am Übergang vom südlichen Kraichgau zum Nordschwarzwald. Der Rhein, eine der weltweit wichtigsten Wasserstraßen, bildet die westliche Stadtgrenze. Die kleinen Flüsse Alb und Pfinz durchfließen im Stadtgebiet vom Schwarzwald bzw. Kraichgau kommend die Ebene nordwestwärts. Die Stadt Karlsruhe wurde abseits von den Überschwemmungszonen der Flüsse auf der Niederterrasse des Oberrheins (Hochgestade) gegründet, die das Tiefgestade der Rheinauen im Westen und die den Hügeln vorgelagerte Kinzig-Murg-Rinne im Südosten und Osten um mehrere Meter überragt. Der tiefste Punkt der Stadt liegt beim Ölhafen am Rhein auf 100 m ü. NN, der höchste Punkt im Tiergehege bei Grünwettersbach auf 322,7 m ü. NN. Der Marktplatz im Stadtzentrum liegt auf 114,9 m ü. NN.

Die Gesamtfläche der Stadt beträgt 173,46 Quadratkilometer. Somit steht sie flächenmäßig auf Platz 30 der deutschen Großstädte (siehe hierzu: Liste der Großstädte in Deutschland). Die größte Ausdehnung in Nord-Süd-Richtung beträgt 16,8 km, in Ost-West-Richtung 19,3 km.[3]

Der 49. Breitengrad verläuft durch Karlsruhe. Die Stadt liegt damit auf der gleichen geographischen Breite wie ein Großteil der Staatsgrenze zwischen den USA und Kanada und (annähernd) die Städte Regensburg, Prešov (Slowakei), Hulun Buir (China), Vancouver (Kanada) und Paris (Frankreich).

Die Stadt ist Teil des Verdichtungsraums Karlsruhe/Pforzheim, zu dem ferner einige Gemeinden des Landkreises Karlsruhe (vor allem die Großen Kreisstädte Bruchsal, Ettlingen, Stutensee und Rheinstetten), die Stadt Pforzheim, der nordwestliche Teil des Enzkreises sowie die Stadt Mühlacker und die Gemeinde Niefern-Öschelbronn im nordöstlichen Enzkreis gehören.

Innerhalb der Region Mittlerer Oberrhein bildet Karlsruhe ein Oberzentrum, von denen für ganz Baden-Württemberg nach dem Landesentwicklungsplan 2002 insgesamt 14 ausgewiesen sind. Darüber hinaus gibt es Verflechtungen mit Gemeinden in der Südpfalz und im Unterelsass in der Region Pamina (Palatinat, Mittlerer Oberrhein und Nord-Alsace).

Klima[Bearbeiten]

Karlsruhe ist mit einer Jahresmitteltemperatur von 10,7 °C eine der wärmsten Städte Deutschlands und mit einer jährlichen Sonnenscheindauer von im Mittel 1691,4 Stunden (Referenzperiode 1961–90)[4] auch eine der sonnigsten. Die geschützte Lage im Oberrheingraben hat zur Folge, dass in Karlsruhe im Sommer oft eine drückende Schwüle herrscht. Die Winter in Karlsruhe sind meist mild und oft durch den für das Rheintal typischen Hochnebel geprägt. Im langjährigen Mittel hat Karlsruhe 17,1 Eistage pro Jahr.[5]

Karlsruhe
Klimadiagramm
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0
Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: Temperatur, Sonnenstunden und Regentage: Der Internationale Klimaindex[6], Niederschlag: klimadiagramme.de[7], Luftfeuchtigkeit: wetterkontor.de[8]
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Karlsruhe
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 3,8 6,1 10,9 15,4 19,9 23,0 25,5 25,1 21,5 15,3 8,5 4,8 Ø 15
Min. Temperatur (°C) −1,4 −0,7 1,9 4,9 8,9 12,2 14,0 13,8 10,6 6,7 2,4 −0,4 Ø 6,1
Niederschlag (mm) 57 54 53 61 79 87 70 66 53 58 65 67 Σ 770
Sonnenstunden (h/d) 1,5 2,7 3,9 5,4 6,8 7,3 7,9 7,1 5,7 3,6 2,0 1,5 Ø 4,6
Regentage (d) 11 10 11 10 12 11 10 10 8 9 11 11 Σ 124
Luftfeuchtigkeit (%) 85 80 74 69 69 69 67 71 77 82 84 84 Ø 75,9
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8,9
23,0
12,2
25,5
14,0
25,1
13,8
21,5
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2,4
4,8
−0,4
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
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Quelle: Temperatur, Sonnenstunden und Regentage: Der Internationale Klimaindex[6], Niederschlag: klimadiagramme.de[7], Luftfeuchtigkeit: wetterkontor.de[8]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Karlsruhe. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt:

Eggenstein-Leopoldshafen, Stutensee, Weingarten (Baden), Pfinztal, Karlsbad, Waldbronn, Ettlingen und Rheinstetten (alle Landkreis Karlsruhe) sowie Hagenbach und Wörth am Rhein (beide Landkreis Germersheim in Rheinland-Pfalz)

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Das Stadtgebiet von Karlsruhe ist in 27 Stadtteile unterteilt, die sich weiter in Stadtviertel, früher zum Teil auch als Stadtbezirke bezeichnet, gliedern:

Waldstadt Südstadt Weststadt Nordweststadt Oststadt Mühlburg Daxlanden Knielingen Grünwinkel Oberreut Beiertheim-Bulach Weiherfeld-Dammerstock Rüppurr Rintheim Hagsfeld Durlach Grötzingen Stupferich Hohenwettersbach Wolfartsweier Grünwettersbach Palmbach Neureut NordstadtKarlsruher Stadtteile
Über dieses Bild

Geschichte[Bearbeiten]

Markgraf Karl-Wilhelm, Gründer der Stadt Karlsruhe, Gemälde von Johann Rudolf Huber, 1710
Hauptartikel: Geschichte Karlsruhes

Vor der Stadtgründung[Bearbeiten]

In der näheren Umgebung der erst 1715 im Hardtwald gegründeten Planstadt Karlsruhe lagen mehrere Dörfer sowie die Städte Durlach und Mühlburg. Diese inzwischen nach Karlsruhe als Stadtteile eingemeindeten Orte haben eine wesentlich längere Geschichte als die heutige Kernstadt.

In Knielingen, Rüppurr und Durlach sind Funde von Beilen und Bronzebarren aus der Bronzezeit belegt. 1911 fand man ein Gräberfeld mit zehn Bestattungen aus der jüngeren Eisenzeit.[9] Am Rand einer römischen Siedlung im Stadtteil Grünwinkel wurden 1922–1927 drei Ziegelöfen und ein Töpferofen freigelegt, die wohl vom Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr. bis zum Ende des 2. Jahrhunderts betrieben wurden.[10] Ein Gräberfeld mit 44 Bestattungen und viele weitere Spuren wie einzelne Gräber, Ziegelbrennereien oder Münzen weisen auf eine römische Besiedlung hin.

786 wurde Knielingen erstmals urkundlich erwähnt.[11] Die Grafen von Hohenberg erbauten im 11. Jahrhundert die Burganlage auf dem Turmberg bei Durlach. 1094 stifteten sie das Benediktinerkloster Gottesaue, auf dessen Gelände seit dem späten 16. Jahrhundert das Schloss Gottesaue steht. Das Kloster begünstigte das Wachstum nahegelegener Siedlungen wie Mühlburg, Knielingen oder Neureut. In das Jahr 1196 fällt die erste urkundliche Erwähnung Durlachs als Stadt.[11]

1525 schlossen sich Mühlburg, Durlach und Neureut dem Bauernaufstand an. Baden-Durlach wurde 1556 protestantisch und in der Folge kauften sich die Neureuter 1563 von der Leibeigenschaft frei. Als 1565 Markgraf Karl II. seine Residenz von Pforzheim nach Durlach verlegte, erlebte die Stadt einen wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung.

Im Dreißigjährigen Krieg wurden Rintheim, Durlach, Hagsfeld und Mühlburg zerstört. Während des Pfälzischen Erbfolgekriegs zerstörten französische Truppen 1689 die Residenzstadt Durlach, Schloss Gottesaue, Rintheim, Mühlburg, Kielingen und Daxlanden, nicht zerstört wurde dagegen Rüppurr.

1699 siedelten sich geflohene Hugenotten in Neureut an. Es entwickelte sich ein neuer Ortsteil, der Welschneureut genannt wurde. Der alte Ortsteil hieß im Gegensatz dazu Teutschneureut.[12]

18. Jahrhundert[Bearbeiten]

Der Legende nach soll Karl-Wilhelm, Markgraf von Baden-Durlach, einst bei einem Jagdausritt im Hardtwald bei Durlach eingeschlafen sein. Er träumte von einem prachtvollen Schloss, das sonnengleich im Zentrum seiner neuen Residenz liege, die Straßen der Stadt gleichsam die Sonnenstrahlen. Karl Wilhelm ließ sich seine Traumstadt am Reißbrett entwerfen (siehe auch: Planstadt) und gründete die nach ihm („Carols Ruhe“) benannte Stadt Karlsruhe am 17. Juni 1715 mit der Grundsteinlegung des Karlsruher Schlosses.

Karlsruher Stadtansicht, Kupferstich von Heinrich Schwarz 1721

Die Sonnenstrahlen kann man noch heute gut auf den Straßenkarten erkennen: Das Schloss liegt im Zentrum eines Kreises, von dem aus strahlenförmig Straßen in die Stadt nach Süden und Alleen durch den Hardtwald nach Norden verlaufen. Vom Schlossturm im Zentrum hat man so Einblick in alle Strahlen. Es sind insgesamt 32 Straßen und Alleen. Diese Anzahl entspricht exakt der Einteilung der Kompassrose. Das südliche Viertel des Vollkreises bildete anfangs das bebaute Stadtgebiet. Dieser Grundriss erinnert an einen Fächer, weswegen Karlsruhe den Beinamen „Fächerstadt“ führt.

Karlsruhe ist eine der letzten großen europäischen Stadtgründungen auf dem Reißbrett und zugleich Ergebnis einer weitreichenden Idee: 1715 entschloss sich Markgraf Karl-Wilhelm, die mittelalterliche Enge seiner damaligen Residenz Durlach gegen den Bau einer neuen, in Anlage und Geist offenen Stadt einzutauschen. Seine Vorstellung einer Modellstadt der Zukunft fasst er in einem historischen Dokument von weitreichender Bedeutung zusammen, dem „Privilegienbrief“.

Der Brief trägt bereits viele Zeichen eines hochmodernen Staats- und Menschenbildes. In den „Privilegien“ scheint vieles auf, was sich die europäischen Völker in den Revolutionen der Folgezeit, bis ins 20. Jahrhundert hinein, als gutes Recht eines jeden Menschen erkämpfen werden: persönliche Freiheit, wirtschaftliche Freiheiten, Gleichheit vor dem Recht, politische Mitsprache.

An der Gründung Karlsruhes beteiligten sich Menschen aus Frankreich, Polen, Italien, der Schweiz und den vielen Ländern des damals noch zersplitterten Deutschlands. Der erste Bürgermeister der Stadt, Johann Sembach, stammte aus Straßburg.

Ab 1718 war Karlsruhe zunächst Residenz der Markgrafen und der Markgrafschaft Baden-Durlach[13] und ab 1771 – nach der Wiedervereinigung mit der Markgrafschaft Baden-Baden – der gesamten Markgrafschaft Baden.

19. Jahrhundert[Bearbeiten]

Die Pyramide auf dem Marktplatz, das Grabmal des Stadtgründers Karl Wilhelm. Links die Stadtkirche, rechts das Rathaus
Die Stadtkirche Karlsruhe wurde von Friedrich Weinbrenner in Anlehnung an griechische Tempel gebaut

Von 1806 an war die Stadt die Residenz der badischen Großherzöge. 1818 erließ Großherzog Carl in Karlsruhe die badische Verfassung, die für die damalige Zeit sehr liberal war. 1822 entstand in Karlsruhe das erste eigens zu diesem Zweck erbaute Parlamentsgebäude auf deutschem Boden (Erinnerungsstätte Ständehaus). Zu den Abgeordneten der Badischen Ständeversammlung gehörte Friedrich Hecker, einer der Anführer der Badischen Revolution 1848/49.

1825 gründete Großherzog Ludwig I. das Polytechnikum als Keimzelle der Universität Karlsruhe, heute Karlsruher Institut für Technologie. 1846 entstand in Durlach neben der Heidelberger eine der ersten Freiwilligen Feuerwehren.

Im Zuge der Badischen Revolution floh Großherzog Leopold im Mai 1849 nach Koblenz. Bis zur Niederschlagung der Aufständischen in Rastatt durch preußische Truppen im Juli war Baden de facto eine Republik. Mit dem ersten deutschen Verwaltungsgericht und damit der in Deutschland erstmaligen Möglichkeit, verbriefte Bürgerrechte gegenüber Rechtsverstößen des Staates einzuklagen, markiert Karlsruhe 1863/64 einen Meilenstein auf dem Weg, aus Untertanen Bürger zu machen.

Vom 3. bis zum 5. September 1860 fand in Karlsruhe der Karlsruher Kongress statt, der erste internationale Fachkongress einer naturwissenschaftlichen Disziplin. 1862 – früher als anderswo − fand die sprichwörtliche badische Liberalität ihren Ausdruck in der bürgerlichen Gleichstellung der Juden.

Am 4. November 1876 wurde in Karlsruhe die erste Sinfonie in c-Moll, Opus 68 von Johannes Brahms durch die Großherzoglich Badische Hofkapelle uraufgeführt. Am 21. Januar 1877 fuhr die erste von Pferden gezogene Karlsruher Straßenbahn.[14] Am 16. September 1893 wurde das erste deutsche Mädchengymnasium in Karlsruhe eröffnet, das heutige Lessing-Gymnasium.

20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Karlsruhe um 1900 (Blick vom Schlossturm Richtung Süden)
Die Kaiserstraße im Jahr 1966, damals noch keine Fußgängerzone
See im Stadtgarten und Schwarzwaldhalle während der Bundesgartenschau 1967

Die zunehmende Einwohnerzahl überschritt 1901 die Grenze von 100.000, wodurch Karlsruhe zur Großstadt wurde. Im Laufe der Zeit wurden zahlreiche Nachbargemeinden eingemeindet oder eingegliedert. Nach der Novemberrevolution 1918 verlor Karlsruhe die Funktion als Residenz und wurde Hauptstadt des Freistaates Baden. Karlsruhe war außerdem, wie schon zu Zeiten der Monarchie, Sitz des Landeskommissärbezirkes Karlsruhe.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde das 1940 dem Großdeutschen Reich inoffiziell angegliederte Elsass mit Baden zum Gau Baden-Elsaß, dem geplanten Reichsgau Oberrhein vereinigt, dessen politisches Zentrum von Karlsruhe nach Straßburg verlegt wurde.[15] In der Wagner-Bürckel-Aktion verschleppte man die noch im Gebiet dieses Reichsgaus lebenden Juden in das Lager Camp de Gurs. Ebenso wurden die vor allem im „Dörfle“ ansässigen Familien der Sinti und Roma im Mai 1940 vom Polizeipräsidium am Marktplatz über den Hohenasperg nach Auschwitz deportiert.[16]

Zwischen 1940 und 1945 sind 135 Luft- und Artillerieangriffe der Alliierten auf Karlsruhe dokumentiert, darunter 13 Großangriffe mit mehr als 100 Bombern. Mindestens 12.000 Tonnen Spreng- und Brandbomben wurden über der Stadt abgeworfen. 1754 Menschen starben und 3508 wurden verletzt. Karlsruhe wurde, je nach Berechnungsgrundlage, zu 24 bis 38 % zerstört.[17] Am 4. April 1945 besetzte die 1. Französische Armee die Stadt nach geringem Widerstand.[17][18]

Nach dem Krieg wurde Karlsruhe der amerikanischen Besatzungszone und dem Land Württemberg-Baden zugeschlagen, seit der Schaffung des Landes Baden-Württemberg 1952 gehört Karlsruhe diesem an.

In der Bundesrepublik Deutschland wurde Karlsruhe zur Residenz des Rechts: 1950 nahm der Bundesgerichtshof hier seine Arbeit auf. Am 28. September 1951 folgte das Bundesverfassungsgericht. Erster Präsident wurde der FDP-Politiker Hermann Höpker-Aschoff. Von 1952 bis 1972 war Karlsruhe Sitz des Regierungsbezirkes Nordbaden, seit dem 1. Januar 1973 ist es Sitz des Regierungsbezirks Karlsruhe.

Die Bundesgartenschau 1967 fand in Karlsruhe statt. Zu diesem Anlass wurden Stadtgarten, Zoo und Schlosspark zum Teil erheblich umgestaltet und den Freizeitbedürfnissen der Bürger angepasst.

1969 wurde die Stadt Karlsruhe mit dem Europapreis für ihre hervorragenden Bemühungen um den europäischen Integrationsgedanken ausgezeichnet.

1972 begann die Stadt auf der Kaiserstraße Fußgängerzonen einzurichten. Der heutige Zustand einer durchgehenden Fußgängerzone von Kronen- bis Europaplatz wurde 1984 erreicht.

Die Gemeinde Neureut konnte als letzte 1975 trotz heftigen Widerstandes der dortigen Bewohner eingemeindet werden. Der Staatsgerichtshof musste in dieser Sache entscheiden.[19] Umgangssprachlich wird heute noch von einer „zwangsweisen“ Eingliederung oder „Zwangseingemeindung“ gesprochen.

Am 7. April 1977 wurde Generalbundesanwalt Siegfried Buback auf dem Arbeitsweg gemeinsam mit seinem Fahrer und einem Justizbeamten von Terroristen der Rote Armee Fraktion ermordet.

Am 12. und 13. Januar 1980 wurde im Kongresszentrum die Bundespartei Die Grünen gegründet.

Deutschlands erste echte E-Mails wurden am 2. August 1984 im Rechenzentrum der Karlsruher Universität empfangen und gesendet: Der Karlsruher Internetpionier Werner Zorn beantwortete den offiziellen Willkommensgruß des US-amerikanischen CSNet, einer herstellerübergreifenden Plattform zur elektronischen Kommunikation von Wissenschaftlern.

Vom 20. bis zum 30. Juli 1989 fanden in Karlsruhe die dritten alternativen World Games statt, das ist ein internationaler Wettkampf für Sportler und Athleten, deren Sportarten nicht im olympischen Programm vertreten sind. Es nahmen 1965 Sportler in 19 Disziplinen teil.

Am 13. Juni 1995 wurde die Baden-Airport GmbH gegründet. Diese baute im 30 km südwestlich gelegenen Söllingen einen ehemaligen kanadischen Fliegerhorst zu einem überregionalen Flughafen aus und schloss Karlsruhe so an das internationale Flugverkehrsnetz an.

21. Jahrhundert[Bearbeiten]

2003 wurde im benachbarten Rheinstettener Stadtteil Forchheim die Messe Karlsruhe zur Ausrichtung nationaler und internationaler Fach- und Publikumsmessen eröffnet.

Am 7. September 2005 eröffnete mit dem ECE-Einkaufscenter Ettlinger Tor nach rund zweijähriger Bauzeit das größte innerstädtische Einkaufszentrum Süddeutschlands seine Pforten.[20] Etwa vier Jahre zuvor wurde am 27. September 2001 in der ehemaligen Hauptpost am Europaplatz mit der Post Galerie das erste innerstädtische Einkaufszentrum in Karlsruhe eröffnet.

Am 25. Mai 2009 erhielt die Stadt den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“.[21] Am 21. Januar 2010 setzten Ministerpräsident Günther Oettinger, Staatssekretär Rainer Bomba und der Karlsruher Oberbürgermeister Heinz Fenrich im Zuge der Kombilösung am Europaplatz den ersten Spatenstich zum Bau des Stadtbahntunnels, der die Haupteinkaufsstraße vom Schienenverkehr entlasten soll.[22][23]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Karlsruhe ist mit etwa 298.500 Einwohnern (Stand: 30. September 2013) nach Stuttgart und vor Mannheim die zweitgrößte Stadt in Baden-Württemberg und nimmt Platz 21 unter den größten deutschen Städten ein.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung seit 1800

Von der Gründung bis ungefähr 1810 hatte die Residenzstadt Karlsruhe weniger als 10.000 Einwohner. Um 1850 waren in der damaligen Hauptstadt des Großherzogtums Baden etwa 25.000 Einwohner erreicht. Mit der Industrialisierung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts setzte ein schnelleres Bevölkerungswachstum ein. Im Jahre 1901 wurde Karlsruhe mit dem Überschreiten der Grenze von 100.000 Einwohnern zur Großstadt. Bis 1939 erhöhte sich die Einwohnerzahl auf rund 190.000, wozu mehrere Eingemeindungen zwischen 1907 und 1938 beitrugen. Einen starken Einschnitt brachte der Zweite Weltkrieg. Durch Evakuierung, Flucht, Deportationen und Luftangriffe sank die Bevölkerungszahl temporär bis auf rund 60.000 im April 1945. Bereits zwei Monate später lag sie wieder über 100.000 und 1950 hatte sich die Zahl auf rund 200.000 gesteigert. Bis 1975 wuchs sie, auch durch weitere Eingemeindungen Anfang der 1970er Jahre, auf ein Zwischenhoch von 280.000. Bis in die späten 1980er-Jahre sank sie leicht und wurde im Zuge der Volkszählung von 1987 um weitere rund 8.000 Personen auf 260.000 korrigiert. Bis 2005 stieg die Einwohnerzahl erneut um 25.000 Personen. Am 30. September 2012 erreichte die „Amtliche Einwohnerzahl“ für Karlsruhe nach Fortschreibung des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg mit 300.711[24] (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern) einen historischen Höchststand. Der Migrantenanteil betrug zum 31. Dezember 2012 15,8%.[25]

Die Einwohnerentwicklung ist seit längerer Zeit durch Geburtendefizite der deutschen Bewohner geprägt. Obwohl Karlsruhe anhaltende Wanderungsverluste in die umliegenden Städte und Gemeinden zu verzeichnen hatte, wurden in den letzten Jahren auch Wanderungsgewinne durch eingewanderte und deutsche Bürger erzielt. Die wichtigsten Herkunftsländer sind die Türkei (6079), Italien (4267), Rumänien (3083), Polen (2606), Kroatien (2223), Frankreich (1770), Russland (1732), China (1442), Spanien (1239), Ukraine (1169), Bosnien-Herzegowina, (1072) sowie Serbien-Montenegro (1067) und Griechenland (976). 18.805 Nicht-Deutsche (41,1 %) sind Angehörige eines der 26 EU-Mitgliedstaaten (Stand 2012). 29.411 Deutsche haben einen Migrationshintergrund.[25]

19.770 und damit 43,2 % der 42.850 Migranten in Karlsruhe leben seit mindestens acht Jahren in der Stadt; 4.820 sind in Karlsruhe geboren.[25]

Arbeitsmarkt[Bearbeiten]

Zum 31. März 2011 hatten in Karlsruhe 160.031 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte ihren Arbeitsort.[26] Sie sind zu über 80 % im Dienstleistungssektor tätig und zu 19 % im produzierenden Gewerbe. Von den in Karlsruhe Beschäftigten waren im Jahr 2010 ca. 91.500 Einpendler. 96.912 in Karlsruhe wohnende Personen waren sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darunter 30.585 Auspendler.[27] Im Dezember 2011 waren 7.855 Karlsruher arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote lag damit bei 5,3 %, verglichen mit 6,6 % im Bundesdurchschnitt.[26] Im Vergleich der kreisfreien Städte in Deutschland hat Karlsruhe eine geringe Jugend- und Altersarbeitslosigkeit.[28]

Religion[Bearbeiten]

Die Christuskirche am Mühlburger Tor

1556 wurde in der Markgrafschaft Baden-Durlach die lutherische Reformation eingeführt. Als Gründung der Markgrafen von Baden-Durlach war Karlsruhe protestantisch. Um die Umgebung seines neuen Schlosses Carols Ruhe zu besiedeln, schuf Stadtgründer Karl Wilhelm in seinem Privilegienbrief vom 24. September 1715 eine Reihe von Anreizen für Neubürger. An erster Stelle war die Religionsfreiheit genannt.[29] Schon bald zogen die ersten Katholiken und Juden zu. Karl Friedrich von Baden-Durlach erbte 1771 die Besitzungen der erloschenen Linie Baden-Baden, die katholisch geblieben war, und förderte wie Karl Wilhelm die religiöse Toleranz. Heute liegt der Anteil der Katholiken (31,7 %) leicht über den Protestanten (29,7 %).[30]

Katholische Kirche[Bearbeiten]

Anfang des 19. Jahrhunderts erhielten die römisch-katholischen Christen in der Stadt eine eigene Kirche, die Kirche St. Stephan, geweiht 1814. Die römisch-katholischen Gemeindeglieder gehören zum Stadtdekanat Karlsruhe innerhalb der Region Mittlerer Oberrhein-Pforzheim der Erzdiözese Freiburg. Karlsruhe ist Sitz des Regionalbüros, zu dem die Dekanate Baden-Baden, Bruchsal, Karlsruhe, Pforzheim und Rastatt gehören. 1992 fand in Karlsruhe der 91. Deutsche Katholikentag unter dem Motto „Eine neue Stadt ersteht“ statt.[31] Gottesdienste nach traditioneller und Taizé-Liturgie werden gefeiert.

Evangelische Landeskirche[Bearbeiten]

Karlsruhe ist Sitz der Evangelischen Landeskirche in Baden. Auch der Landesbischof residiert hier. Die evangelischen Gemeindeglieder gehören, sofern sie nicht Mitglied einer Freikirche sind, dem Kirchenbezirk „Karlsruhe und Durlach“ innerhalb des Kirchenkreises Nordbaden an. Das Dekanat des Kirchenbezirks befindet sich ebenfalls in Karlsruhe, das Dekanat für den Kirchenbezirk Karlsruhe-Land, zu dem auch der Stadtteil Neureut gehört, ist jedoch in Bruchsal.

Vereinigung Evangelischer Freikirchen[Bearbeiten]

Folgende in Karlsruhe vertreteten Kirchen sind Voll- oder Gastmitglied der Vereinigung Evangelischer Freikirchen: Eine Adventgemeinde, eine Apostolische Gemeinschaft, eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten), Freie evangelische Gemeinde, sechs Evangelisch-methodistische Kirchen, eine Evangelische Täufergemeinde in Durlach sowie eine Mennoniten- und eine Heilsarmeegemeinde. Der Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden ist mit vier Gemeinden vertreten (Gospelhouse Karlsruhe, Treffpunkt Leben, Freie Christengemeinde und AGAPE-Gemeinde inkl. brasilianischer und türkischer Tochtergemeinde), der Mülheimer Verband Freikirchlich-Evangelischer Gemeinden mit der Johannes-Gemeinde und dem Hauskirchen-Netzwerk.

Weitere christliche Gemeinschaften[Bearbeiten]

Die Christus-Kathedrale des Missionswerkes Weg zur Freude

In Karlsruhe gibt es auch die Alt-Katholische Gemeinde „Christi Auferstehung“ und zahlreiche freikirchliche Gemeinden, darunter zwei Brüdergemeinden, den Christlichen Verein Junger Menschen, eine Evangelisch-Lutherische Gemeinde und Gemeinden der Neuapostolischen Kirche. Von den zahlreichen charismatischen und Pfingstgemeinden sind im Netzwerk Forum Leben: Christliches Zentrum Karlsruhe, Nehemia-Initiative und Fabrik88; weiterhin gibt es das freie pfingstkirchliche Missionswerk Karlsruhe, die City-Gemeinde, icf karlsruhe und eine Gemeinde Gottes. Darüber hinaus finden sich unterschiedlichste fremdsprachige Gruppen, wie beispielsweise eine lateinamerikanische evangelikale Gruppe, eine Anglikanisch-Episkopalische und drei orthodoxe Gemeinden: eine griechisch-orthodoxe, eine rumänisch-orthodoxe und eine serbisch-orthodoxe.

An spezielleren Gruppierungen mit christlichem Bezug gibt es u. a. die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen), die Christian Science, die Christengemeinschaft, die Zeugen Jehovas sowie eine „Urchristliche Gemeinde“.

Judentum[Bearbeiten]

Karlsruhe ist Sitz der Israelitischen Religionsgemeinschaft Badens, einer Synagoge, eines Chabad-Rabbiners und mehrerer jüdischer Friedhöfe.

Vor der Shoa gab es eine große jüdische Gemeinde. Persönlichkeiten wie der Talmud-Gelehrte Nathanael Weil, der Politiker Moritz Ellstätter und die Ärztin Rahel Straus stammten aus Karlsruhe. Die Synagoge Karlsruhe wurde von führenden Karlsruher Baumeistern errichtet, 1806 von Friedrich Weinbrenner und der Nachfolgebau 1871 von Josef Durm. Daneben gab es eine orthodoxe Synagoge von Gustav Ziegler und ein Gemeindehaus von Curjel & Moser. 1933 lebten laut der Volkszählung vom 16. Juni in Karlsruhe und den heutigen Ortsteilen 3.358 Bürger jüdischen Glaubens.

Die Synagogen wurden in den Novemberpogromen 1938 zerstört, bei der Wagner-Bürckel-Aktion im Sommer 1940 893 Juden aus der Stadt ins Camp de Gurs in Südfrankreich deportiert. Das Stadtarchiv erstellte 1988 eine Gedenkliste für die über 1000 Ermordeten. Mit Hilfe freiwilliger Paten wird sie durch Biografien zum Gedenkbuch für die Karlsruher Juden ergänzt.

1971 wurde eine neue Synagoge in der Knielinger Allee eingeweiht, 2006 hatte die Jüdische Kultusgemeinde wieder 830 Mitglieder.

Weitere Religionsgemeinschaften[Bearbeiten]

Für die in Karlsruhe lebenden Muslime gibt es in der Stadt zehn Gebetsräume und einen deutschsprachigen Muslimkreis.

Daneben existieren eine Bahai-Gemeinde, Zentren für Kadampa-, für Diamantweg-, für Vipassana-, und für Zen-Buddhismus, eine Städtegruppe von Eckankarn und ein Sathya Sai-Zentrum.

Stadtbild und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Der Karlsruher Fächer vom Schlossturm aus

Als relativ junger Stadt fehlen der Karlsruher Kernstadt die mittelalterlichen Gässchen vieler anderer deutscher Großstädte. Die Innenstadt wurde bei der Stadtgründung 1715 geplant angelegt. Im Zentrum steht der Turm des Karlsruher Schlosses mit Schlossgarten und Schlossplatz. Die Straße namens Zirkel umrundet zusammen mit Ahaweg etc. kreisförmig das Schloss mit Schlossplatz und -garten. Historisch durften weitere bürgerliche Gebäude erst südlich des Zirkels errichtet werden. Für die Bebauung waren strenge Richtlinien vorgegeben, insbesondere, was die Bauhöhe anging, um den Gesamteindruck der Stadt einheitlicher zu machen. Die Gebäude nahe am Schloss sind aus neuerer Zeit und gehören auf der östlichen Seite zum Karlsruher Institut für Technologie, auf der westlichen Seite zum Bundesverfassungsgericht. Das Schwedenpalais wurde für den markgräflichen Geheimen Hofrat Georg Ernst Ludwig von Preuschen von und zu Liebenstein 1768/70 von Johann Friedrich Weyhing (1716–1781) erbaut.

Der Karlsruher Fächer aus der Luft

Außerhalb des Zirkels laufen 32 Straßen bzw. Alleen geradewegs vom Schlossturm weg wie die Strahlen der durch das Schloss verkörperten Sonne. Diese Anzahl entspricht exakt der Kompassrose. Schon die Erstbebauung konzentrierte sich auf die Südseite des Schlosses, so dass die Innenstadt weniger der Sonne denn einem nach Süden geöffneten Fächer ähnelt. Im Schloss ist heute das Badische Landesmuseum untergebracht.

Pfarrkirche St. Stephan

Der klassizistische Architekt Friedrich Weinbrenner prägte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts das Stadtbild. Noch heute kann man viele seiner Werke in der Innenstadt Karlsruhes wiederfinden. Der Marktplatz mit evangelischer Stadtkirche (1807–1815) und Rathaus (1821–1825) an der zur Via Triumphalis ausgebauten Nord-Süd-Mittelachse zählt zu den markantesten klassizistischen Platzanlagen in Europa (nach Kriegszerstörungen ab 1950 weitgehend rekonstruiert). Bemerkenswert ist auch die Pfarrkirche St. Stephan, die zwischen 1808 und 1814 erbaut wurde und nicht nur zu den Hauptwerken Weinbrenners zählt, sondern einen der bedeutendsten klassizistischen Kuppelbauten Süddeutschlands darstellt.

Neues Bauen am Dammerstock

1911 begann im Stadtteil Rüppurr der genossenschaftliche Bau der Gartenstadt Karlsruhe, die zu den ältesten deutschen Gartenstädten auf der Grundlage eines gemeinschaftlichen Haus- und Grundbesitzes gehört. 1928 wurde von der Stadt Karlsruhe ein Wettbewerb zur Bebauung des stadteigenen südlichen Teils des Dammerstock-Geländes bei Rüppurr ausgeschrieben, mit der Vorgabe, das Baugelände bis Mitte des Jahres 1929 zu bebauen. Den ersten Preis erhielt der Entwurf von Walter Gropius, der kurz zuvor die Leitung des Bauhauses aufgegeben hatte. Der Plan sah eine Bebauung in Zeilenbauweise vor, um das Tageslicht für alle Bewohner gleich gut nutzen zu können. Aufgrund der Weltwirtschaftskrise 1929 wurde nur der erste Bauabschnitt mit 228 Wohnungen fertiggestellt. Dennoch ist die Siedlung eines der wichtigsten Zeugnisse für die Kunst des Neuen Bauens in Deutschland.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden zunächst viele Baulücken mit Betonzweckbauten aufgefüllt. Im Allgemeinen kann man sagen, dass sich das Stadtbild Karlsruhes schon vor, aber vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg stark gewandelt hat. Dem Zeitgeist entsprechend wurden in den 1970er Jahren die meisten der kleinen Häuschen des Dörfle, des 1812 eingemeindeten Klein-Karlsruhes, eingerissen und durch großflächige Betonbauten ersetzt. Die Kriegsstraße wurde zu einer mehrspurigen Schnellstraße durch das Stadtzentrum ausgebaut, die Kaiserstraße dagegen in den 1970er und 1980er Jahren Stück für Stück zur Fußgängerzone erklärt. Nach dem Abzug amerikanischer und französischer Truppenteile in den 1990er Jahren war die Stadtgestaltung durch die Nutzung von Brach- und Konversionsflächen geprägt. Innenstadtnahe neue Wohngebiete konnten geschaffen werden, wie die Südstadt-Ost auf der Fläche des ehemaligen Güterbahnhofs und Ausbesserungswerkes und die Nordstadt auf dem Gelände der ehemaligen Amerikanersiedlung.

Das Zentrum für Kunst und Medientechnologie

In der Südweststadt sind auf dem Gelände der ehemaligen Waffenfabrik unter anderem ein Großkinokomplex, der Neubau der Agentur für Arbeit, die Bundesanwaltschaft und in der Waffenfabrik selbst das ZKM (Zentrum für Kunst und Medientechnologie) und die HfG (Hochschule für Gestaltung) untergebracht worden. Mit Eröffnung eines großen, überdachten Einkaufszentrums am Ettlinger Tor im Herbst 2005 wurde der bis dahin fast ausschließlich auf die Kaiserstraße konzentrierte Einkaufsbereich nach Süden erweitert.

Schutzgebiete[Bearbeiten]

In Karlsruhe gibt es acht Naturschutzgebiete. Zu diesen zählen beispielsweise der Altrhein Maxau, ein Altrhein mit typisch ausgeprägten verschiedenartigen Verlandungsgesellschaften, sowie der alte Flugplatz Karlsruhe, ein ebenes Sandgebiet, das über lange Zeiträume militärisch genutzt und vom amerikanischen Militär bis zu dessen Abzug frequentiert wurde.[32][33]

Politik[Bearbeiten]

Das Rathaus am Marktplatz

Bürgermeister und Oberbürgermeister[Bearbeiten]

Nach Gründung des Schlosses 1715 entstand nahe dabei auch eine Siedlung, in welcher ab 1718 ein Bürgermeister eingesetzt wurde. Ab 1812 erhielten die Bürgermeister den Titel Oberbürgermeister. Amtierender Oberbürgermeister ist seit 1. März 2013 Frank Mentrup (SPD), der am 2. Dezember 2012 im ersten Wahlgang mit 55,26 Prozent zum Nachfolger des seit 1998 amtierenden Heinz Fenrich (CDU) gewählt wurde. Erstmals seit 42 Jahren wird der Karlsruher Oberbürgermeister damit nicht mehr von der CDU gestellt.[34][35]

Darüber hinaus gibt es fünf weitere Bürgermeister:[36]

Aufgabenbereich Derzeitiger Bürgermeister Partei Bemerkung
Personal, Wahlen und Statistik, Bürgerservice und Sicherheit, Kultur Wolfram Jäger CDU
Jugend und Soziales, Schulen, Sport, Bäder Martin Lenz SPD
Finanzen, Wirtschaft und Arbeit, Stadtmarketing, Kongresse, Ausstellungen und Veranstaltungen, Tourismus, Versorgung und Häfen, Liegenschaften und Forst Margret Mergen CDU zugleich ständige Vertreterin des OB
Umwelt und Klimaschutz, Gesundheit, Friedhofsamt, Marktamt und Abfallwirtschaft, Brand- und Katastrophenschutz Klaus Stapf GRÜNE
Planen, Bauen, Immobilienmanagement, Volkswohnung und Zoo Michael Obert FDP

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat von Karlsruhe setzt sich nach der Kommunalwahl vom 7. Juni 2009 wie folgt zusammen:

Partei / Liste Stimmenanteil Sitze Sitzverteilung im Gemeinderat
CDU 28,2 14
Grüne 20,1 10
SPD 19,6 10
FDP 12,6 6
Karlsruher Liste (KAL) 5,9 3
Freie Wähler 5,7 2
Die Linke 4,2 2
Gemeinsam für Karlsruhe 2,4 1
Gesamt 48

Die Wahlbeteiligung betrug bei 212.255 Wahlberechtigten 42,7 %.[37]

Wappen[Bearbeiten]

Coat of arms de-bw Karlsruhe.svg
Stadtlogo

Das Wappen der Stadt Karlsruhe zeigt auf rotem Grund einen beiderseits silbern eingefassten goldenen Schrägbalken, auf dem das Wort FIDELITAS in schwarzen lateinischen Großbuchstaben steht. Die Stadtflagge ist Rot-Gelb-Rot.

Das Wappen ist farblich eine Umkehrung des Badischen Staatswappens, das einen goldenen Schild mit einem roten Schrägbalken zeigt. Der Stadtgründer Karl Wilhelm von Baden hatte das Wappen so vorgeschlagen und empfohlen, den Wahlspruch des am Tag der Stadtgründung gestifteten Hausordens Fidelitas (Treue) aufzunehmen. Doch wurde dieser Wahlspruch erst ab 1733 im Siegel der Stadt verwendet. Die vom Markgraf vorgeschlagene Farbgebung ist erst seit 1887 im Gebrauch, zuvor verwendete man die Farbgebung des Staatswappens.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Der Nancybrunnen am Zoologischen Garten

Karlsruhe unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:[38]

Die Karlsruher Städtepartnerschaften
Stadtwappen von Nancy Nancy FrankreichFrankreich Frankreich 1955
  Nottingham Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 1969
Stadtwappen von Halle (Saale) Halle (Saale) DeutschlandDeutschland Deutschland 1987
Stadtwappen von Timișoara Timișoara RumänienRumänien Rumänien 1992
Stadtwappen von Krasnodar Krasnodar RusslandRussland Russland 1998

Stadtfinanzen[Bearbeiten]

2009 beliefen sich die Einnahmen Karlsruhes auf 893,86 Mio. Euro. Die Ausgaben des gleichen Jahren betrugen 902,75 Mio. Euro. Eine der wichtigsten Einnahmequellen der Stadt ist die Gewerbesteuer. 2009 wurden durch sie 228,9 Mio. Euro eingenommen.[39] Am Ende des Jahres 2008 hatte Karlsruhe 159.884.000 Euro Schulden und musste davon 22.264.000 Euro tilgen.[40] Es wurden keine neuen Schulden aufgenommen.

Im Jahr 2010 wurde der Hebesatz für Grundsteuer A und Grundsteuer B von 370 % auf 420 % erhöht.[41][42] Seit 1998 beträgt der Hebesatz für die Gewerbesteuer 410 %.[43] Des Weiteren werden eine Hundesteuer in Höhe von 120,00 Euro pro Hund und Jahr[44], sowie eine Vergnügungssteuer in Höhe von 50–400 Euro pro Gerät und Monat erhoben.[45]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Karlsruhe ist Mitglied der regionalen Aktionsgemeinschaft Technologieregion Karlsruhe. 2009 erreichte Karlsruhe beim INSM-Ranking der erfolgreichsten Großstädte Deutschlands den sechsten Platz.[46] Bei einer Auswertung des inter-regionalen Kooperationsnetzwerkes des fünften EU-Rahmenforschungsprogramms war Karlsruhe 2009 als einzige Region ohne nennenswerte Beteiligung von Größtunternehmen in der Spitzengruppe der aktivsten Industrieforschungs-Regionen vertreten.[47]

Verkehr[Bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Die Südtangente als B 10 zwischen Entenfang und Kühlem Krug
Straßen- (links) und Eisenbahnbrücke über den Rhein bei Maxau

Karlsruhe wird über drei Autobahnen und mehrere Bundesstraßen erreicht. Die Europastraßen E 35 (AmsterdamRom) und E 52 (StraßburgSalzburg) verlaufen hier über das Autobahnnetz.

Durch das östliche Stadtgebiet führt als europäische Nord-Süd-Achse die A 5 (Frankfurt am MainBasel). Sie hat bei Karlsruhe die fünf Anschlussstellen Karlsruhe-Nord, Karlsruhe-Durlach, Karlsruhe-Mitte, Ettlingen und Karlsruhe-Süd. Am Autobahndreieck Karlsruhe zweigt die A 8 nach Osten in Richtung Stuttgart ab; ihre Anschlussstelle Karlsbad liegt bei den Karlsruher Stadtteilen Palmbach und Stupferich. Auf der rheinland-pfälzischen Seite des Rheins verläuft die A 65 in einem Bogen über Landau und Neustadt an der Weinstraße nordwärts nach Ludwigshafen. Erst nach der Staatsgrenze bei Lauterbourg im Nordelsass beginnt die französische A 35 Richtung Südwesten nach Straßburg mit Abzweig nach Paris und Mülhausen.

A 5 Frankfurt am Main – Darmstadt – Heidelberg – Karlsruhe – Freiburg im Breisgau – Basel
A 8 Karlsruhe – Pforzheim – Stuttgart – Ulm – Augsburg – München – Salzburg

Drei Bundesstraßen durchqueren Karlsruhe. In Nord-Süd-Richtung verläuft am Ostrand der Rheinebene die B 3 von Heidelberg nach Freiburg und entlang der rheinnahen Orte die B 36 von Mannheim nach Lahr. Die B 10 von Stuttgart nach Wörth durchquert das Stadtgebiet in Ost-West-Richtung, bevor sie jenseits des Rheins bei Wörth in die A 65 übergeht. Nach Westen ist so und über weitere Teilstücke der B 10 und der A 8 die Verbindung ins Saarland gegeben. Im Karlsruher Nachbarort Pfinztal zweigt die B 293 von der B 10 nach Bretten und Heilbronn ab als Diagonale im Autobahnrechteck A 5 / A 8 / A 81 / A 6.

B 3 Hannover – Kassel – Frankfurt am Main – Darmstadt – Heidelberg – Karlsruhe – Freiburg im Breisgau
B 10 Wörth – Karlsruhe – Pforzheim – Stuttgart – Ulm – Augsburg
B 36 Mannheim – Karlsruhe – Kehl – Lahr

Eine wichtige Funktion als Zubringerstraße hat die Südtangente. Daneben stellt sie die Ost-West-Verbindung von der A 5 / A 8 zur A 65 her. Sie beginnt beim östlichen Karlsruher Stadtteil Wolfartsweier zunächst als B 3, führt dann als autobahnähnlich ausgebaute Kreisstraße westwärts, hat an der Anschlussstelle Karlsruhe-Mitte Verbindung zur A 5 und führt ab der Anschlussstelle „Kühler Krug“ als B 10 weiter zum Rhein. Dort ist die Südtangente bzw. B 10 mit der Rheinbrücke Maxau die einzige Karlsruher Straßenverbindung über den Rhein hinweg. In der Diskussion befinden sich Planungen für die Nordtangente als weitere Ost-West-Verbindung und eine zweite Rheinbrücke für den Straßenverkehr.

Seit 1. Januar 2009 gibt es in Karlsruhe eine Umweltzone. Sie umfasst die Stadtteile Innenstadt-Ost und -West, Südstadt, Südweststadt sowie Teile von Mühlburg und der Oststadt.[48] Seit 2012 dürfen nur noch Fahrzeuge mit gelber oder grüner Plakette in den Bereich einfahren, seit 1. Januar 2013 ist eine grüne Plakette erforderlich.[49]

Eine Untersuchung des Bundesverbands CarSharing ergab im Jahr 2012, dass Karlsruhe mit 1,8 Carsharing-Autos auf 1000 Einwohner mit großem Abstand das am besten ausgebaute Carsharing-Angebot aller deutschen Städte über 200.000 Einwohner hat.[50][51]

Eisenbahn[Bearbeiten]

Der Karlsruher Hauptbahnhof

Karlsruhe ist ein wichtiger Bahnknotenpunkt. Der Karlsruher Hauptbahnhof ist Haltepunkt im europäischen Hochgeschwindigkeitsnetz und zudem ein, von der DB klassifizierter, Bahnhof der Kategorie 1.[52] Direkte Verbindungen mit dem deutschen ICE und einigen französischen TGV-Zugpaaren gibt es unter anderem nach Berlin, Hamburg, Köln, München, Amsterdam, Marseille, Paris und Zürich sowie zum Frankfurter Flughafen. Direkte Nacht-Schnellzugverbindungen bestehen unter anderem nach Amsterdam, Berlin, Kopenhagen, Moskau (über Warschau und Minsk) und Prag (über Dresden).

Die Nord-Süd-Strecken Rheintalbahn von Mannheim nach Basel und Badische Rheinbahn von Mannheim bis Rastatt (ehemals bis Haguenau) sind zwei der verkehrsreichsten Eisenbahnstrecken Deutschlands. Die Rheintalstrecke bis Basel wird als nördlicher Hauptzubringer des künftigen Gotthard-Basistunnels viergleisig ausgebaut. Im Ost-West-Fernverkehr wird die über Karlsruhe führende Magistrale für Europa (TEN 17) von Paris nach Bratislava zu einer Hochgeschwindigkeitsstrecke ausgebaut. In Ost-West-Richtung führen auch die Bahnstrecke Karlsruhe–Mühlacker Richtung Stuttgart und die Bahnstrecke Winden–Karlsruhe. Die private Albtalbahn sowie viele regionale Eisenbahn- und Überland-Straßenbahnverkehre werden mit Stadtbahnen bedient, siehe Abschnitt Öffentlicher Personennahverkehr.

Die Fernzüge halten in Karlsruhe am Hauptbahnhof, vereinzelt auch am Bahnhof Karlsruhe-Durlach. Beide Bahnhöfe wurden 1913 bzw. 1911 verlegt. Insbesondere die Lage des 1843 erbauten ersten Karlsruher Bahnhofs zu ebener Erde am Rand der Innenstadt behinderte sowohl den Bahnbetrieb als auch die Entwicklung der Stadt. Er wurde daher in Hochlage südlich des Stadtgartens neu errichtet, 1,7 km vom Marktplatz entfernt. Die alte Bahnhofshalle wurde zunächst als Markthalle genutzt, seit 1975 steht dort das Badische Staatstheater. 2008 wurde dem Karlsruher Hauptbahnhof die Auszeichnung Bahnhof des Jahres verliehen. Auf der südlichen, dem Bahnhofsvorplatz entgegengesetzten Seite des Hauptbahnhofs liegt der Karlsruher Ankunfts- und Abfahrtsort für nationale und internationale Fernbuslinien.

Karlsruhe ist Standort einer von sieben Betriebszentralen der Deutschen Bahn und eines Bahnstromumformerwerks. Bis 1997 war Karlsruhe Standort eines Ausbesserungswerkes. Der Güterbahnhof in Innenstadtnähe wurde bis 1996 stillgelegt, einige Funktionen wie ein Container-Terminal finden sich nun auf dem Gelände des ansonsten weitgehend stillgelegten Rangierbahnhofs. Weitere Gleise für den Güterverkehr finden sich in Karlsruhe-West. Von den zahlreichen Anschlussgleisen wurden die meisten ebenfalls stillgelegt. Nur zum Rheinhafen, der Raffinerie und zur Papierfabrik gibt es noch Güterverkehr innerhalb Karlsruhes.

Öffentlicher Personennahverkehr[Bearbeiten]

Zweisystem-Stadtbahn im Karlsruher Hauptbahnhof …
… und in der Fußgängerzone Kaiserstraße, der Haupteinkaufsstraße von Karlsruhe

Im öffentlichen Personennahverkehr wird die Innenstadt aus den meisten Stadtteilen mit einer der sieben Straßenbahnlinien oder einer der Stadtbahnlinien ohne Umsteigen erreicht; in den Randbezirken wird das Angebot mit Bussen abgerundet. Ins weitere Umland führen neben drei Einsystem-Stadtbahnlinien auch acht weitere Zweisystem-Stadtbahnlinien. An Systemwechselstellen schalten die Zweisystem-Stadtbahnen zwischen 750 V Gleichstrom des Straßenbahnnetzes und 15 kV Wechselstrom des Schienennetzes der Deutschen Bahn AG (DB) um (→ Stadtbahn Karlsruhe). Durch diese hier erfundenen „Tram-Trains“ stiegen seit 1992 die Fahrgastzahlen im Schienennahverkehr in der Region Karlsruhe deutlich an, was zum einen das Interesse anderer Verkehrsbetriebe am „Karlsruher Modell“ weckte. So stiegen beispielsweise die Fahrgastzahlen an der Strecke Karlsruhe-Bretten nach Inbetriebnahme der Stadtbahn um 560 %. Zum anderen sind jedoch durch die Bündelung der Linien Kapazitätsengpässe in der Innenstadt spürbar.

Sechs Straßen- und Stadtbahnlinien fahren auf nur einem Gleis pro Richtung durch die Fußgängerzone Kaiserstraße. Durch ein umfangreiches städtebauliches Projekt, die Kombilösung, soll innerhalb eines Jahrzehnts die Situation in der Innenstadt entspannt werden: Dabei werden zunächst im Projektteil Stadtbahntunnel Schienen unter der Kaiserstraße vom Durlacher Tor im Osten bis zum Mühlburger Tor im Westen verlegt sowie als Südabzweig mit höhengleichem Gleisdreieck vom Marktplatz bis zum Kongresszentrum unter der Karl-Friedrich- bzw. Ettlinger Straße. Außerdem wird im Projektteil Kriegsstraße die Hauptverkehrsader für den Straßenverkehr, die bereits jetzt zum Teil tiefer gelegt ist, zu einem Autotunnel bis östlich des Mendelssohnplatzes umgebaut. Danach wird auf dem Kriegsstraßentunnel bis zum Karlstor eine neue Bahntrasse verlegt. Als letzter Teil des Projektes soll die Fußgängerzone zwischen Kronenplatz und Europaplatz sowie ab Marktplatz südwärts straßenbahnfrei werden.

Die Kombilösung ist nicht unumstritten. Die Stadt konnte 2002 im zweiten Anlauf mit 56 % (Wahlbeteiligung: 74%) die Mehrheit der Bevölkerung hinter sich bringen,[53] nachdem das Vorgängerprojekt 1996 in einem Bürgerentscheid mit 67 %, bei einer Wahlbeteiligung von 45%, abgelehnt wurde. Das Projekt wird in der Stadt aber immer noch diskutiert, ein neues Bürgerbegehren erreichte zwar Ende 2009 die nötige Zahl an Unterschriften, scheiterte aber auf dem Rechtsweg.[54] Der Bau des Stadtbahntunnels begann daher im Frühjahr 2010. Die anfängliche Kostenschätzung von 500 Mio. € wurde im Jahr 2013 auf knapp 870 Mio. € prognostiziert. Dabei handelt es sich, anders als die Anfangsschätzung, nicht um die reinen Baukosten, sondern um die hochgerechneten (auch erstmals indizierten) Herstellungskosten, welche u.a. die Finanzierungskosten beinhalten. Insofern sind die Zahlen nicht vergleichbar.[55]

Die innerstädtischen Straßenbahn- und Buslinien sowie die Stadtbahnlinie S 2 werden von den Verkehrsbetrieben Karlsruhe (VBK) betrieben. Die meisten Stadtbahnlinien ins Umland fahren für die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG).

Des Weiteren ist Karlsruhe Endpunkt der Linie S 3 der S-Bahn RheinNeckar von Germersheim über Heidelberg, Mannheim und Bruchsal, die von der DB Regio betrieben wird. Mit ähnlichen Fahrzeugen wie diese, nämlich dem ET 425, werden auch die Strecken über Graben-Neudorf nach Mannheim im S-Bahn-Vorlaufbetrieb und nach Stuttgart gefahren. Mit Dieselfahrzeugen wird in die Pfalz Richtung Landau und Neustadt gefahren. Regional-Express-Züge mit Doppelstockwagen fahren nach Stuttgart sowie über Offenburg und die Schwarzwaldbahn nach Konstanz.

Alle öffentlichen Verkehrsmittel können zu einheitlichen Tarifen des Karlsruher Verkehrsverbundes (KVV) benutzt werden.

Aus touristischer Sicht erwähnenswert sind außerdem die Schlossgartenbahn Karlsruhe, die im Sommerhalbjahr an Sonn- und Feiertagen einen Rundkurs im Schlosspark befährt, und die Turmbergbahn am Durlacher Turmberg, einem Aussichtspunkt.

Fahrrad[Bearbeiten]

Cityroute Süd in der Erbprinzenstraße

Karlsruhe bietet mit seiner Lage in der flachen Rheinebene gute Voraussetzungen zum Fahrradfahren. Der Karlsruher Karl Drais erfand mit der Laufmaschine den Vorläufer des heutigen Fahrrads. Karlsruhe ist Gründungsmitglied der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen Baden-Württemberg (AGFK-BW)[56] und erhielt 2011 aufgrund der Erfolge in der Fahrradförderung als eine der ersten drei Städte in Baden-Württemberg die Landesauszeichnung „Fahrradfreundliche Kommune“.[57]

2002 hatte der Radverkehr in der Stadt Karlsruhe einen Anteil von 16 % im Gesamtverkehr und 18 % im Binnenverkehr.[58] Im Oktober 2005 verabschiedete der Gemeinderat ein 20-Punkte-Programm zur Förderung des Radverkehrs, um Karlsruhe deutlich fahrradfreundlicher zu machen.[59] Ziel war es, den Radverkehr-Anteil im Modal Split bis 2012 auf 21 % und bis 2015 auf 23 % zu steigern. Nach der aktuellsten Mobilitätsuntersuchung lag der Radanteil 2012 bei 25 % und im Binnenverkehr bei 27 %. Entsprechend ist 2013 die Zielsetzung auf 30 % im Jahr 2020 fortgeschrieben worden. Auch zur Verkehrssicherheit und zum Fahrradparken sind die Zielsetzungen gegenüber dem 20-Punkte-Programm angepasst worden, durch einstimmigen Beschluss des Planungsausschusses.[60]

Zur Umfahrung der Fußgängerzone Kaiserstraße, die während der Ladenöffnungszeiten für Fahrradfahrer gesperrt ist, wurden die Cityrouten Nord und Süd eingerichtet, die, wie auch andere Straßen im Radroutennetz, teilweise als Fahrradstraßen ausgewiesen wurden. Bei zahlreichen Straßenumgestaltungen wurden zuvor vierstreifige Straßen durch Radfahrstreifen oder Schutzstreifen sowie gesonderte Abbiegestreifen für Radfahrer verbessert. An vielen Stellen wurde der Konflikt mit Rechtsabbiegern durch Radfahrstreifen, die links der Rechtsabbiegestreifen liegen, entschärft. Das Radroutennetz ist überwiegend mit Fahrrad-Wegweisung versehen. Bisher sind erst 33% der Einbahnstraßen für Radverkehr in Gegenrichtung geöffnet worden. Neben zahlreichen Fahrradparkplätzen in der Innenstadt, in verdichteten Wohngebieten und an Schulen entstand am Hauptbahnhof ein Fahrradparkhaus.[61]

In Karlsruhe besteht im erweiterten Innenstadtgebiet ein Angebot der DB Rent für das Fahrradverleihsystem Call a BikeFlex, das von der Stadt finanziell unterstützt wird.

Schifffahrt[Bearbeiten]

Der Rheinhafen vom Weltraum aus gesehen

Mit den Rheinhäfen Karlsruhe hat die Stadt – nach Mannheim – den zweitwichtigsten Binnenhafen in Baden-Württemberg. Der Hafen war 2011 mit einem Güterumschlag von 5,52 Mio. Tonnen (bzw. 5,96 Mio. nach den Zahlen des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg[62]) auf Platz 7 der deutschen Binnenhäfen.[63] Er ist auf deutscher Seite der südlichste schleusenfreie Zugang zur Nordsee über den Rhein.

Die sechs Becken des auch als Stadthafen bezeichneten Rheinhafens reichen fingerartig bis über drei Kilometer weit vom Fluss stadteinwärts. Ein Sperrtor im Zugangsbecken schützt seit 1987 das Hafengelände, in dem zahlreiche Unternehmen angesiedelt sind, vor Hochwasser.[64] Knapp acht Kilometer rheinabwärts vom Stadthafen liegt der Ölhafen, in dem die Karlsruher Raffinerie ihre Fertig- und Halbfertigprodukte verschifft.

Vom Rheinhafen startet das Ausflugsschiff MS Karlsruhe zu Touren nach Straßburg, Speyer und anderen Rundfahrten.

Karlsruher Ingenieure, insbesondere Johann Gottfried Tulla, planten im 19. Jahrhundert die Begradigung des Oberrheins. Im frühen 19. Jahrhundert angestellte Planungen, einen Schiffskanal vom Rhein bis zur mehrere Kilometer entfernten Stadt zu bauen, wurden nicht realisiert. Das zehn Kilometer nördlich gelegene Leopoldshafen erhielt diesen Namen (nach Großherzog Leopold) 1833, nachdem der dortige Hafen regelmäßigen Schiffsverkehr auch für Karlsruhe aufgenommen hatte. Als 1862 die Maxaubahn von Karlsruhe in die Pfalz eröffnete, baute die Stadt den Hafen Maxau an der Rheinbrücke. Er genügte den Anforderungen des Transportwesens nur unzureichend und dient heute als Yachthafen. 1901 ging der von Max Honsell geplante heutige Rheinhafen in Betrieb, der später mehrfach erweitert wurde. 1909 war der Rhein so weit ausgebaut, dass ein zuverlässiger Schiffsverkehr möglich wurde. Der Ölhafen eröffnete 1963.[65]

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde, aufgrund des bestehenden Wasserbaulaboratoriums der damaligen Technischen Hochschule, die heutige Bundesanstalt für Wasserbau (BAW) in Karlsruhe angesiedelt, die hier ihren Hauptsitz hat.[66]

Flugverkehr[Bearbeiten]

Weite Teile des oberen Luftraums in Deutschland werden von der Karlsruher Kontrollzentrale der Deutschen Flugsicherung (DFS) überwacht. Sie hat das Funkrufzeichen Rhein Radar und ist eine von vier Kontrollzentralen der DFS im Inland. Über 450 Fluglotsen sind in Karlsruhe beschäftigt.[67] Der Funknavigation im Luftverkehr dient das Drehfunkfeuer mit dem Namen Karlsruhe DVOR/DME und der Kennung KRH, das östlich der Stadtgrenze bei Wöschbach liegt.

Die Stadt Karlsruhe ist am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden beteiligt, dem mit jährlich über einer Million Passagieren[68] zweitgrößten Verkehrsflughafen in Baden-Württemberg. Er liegt in Rheinmünster-Söllingen, etwa 40 Straßenkilometer von Karlsruhe entfernt, und dient unter anderem der Billigfluggesellschaft Ryanair als Basis. Größere internationale Flughäfen in der Umgebung sind der Flughafen Frankfurt am Main in etwa 130 Kilometern Entfernung und der Flughafen Stuttgart (circa 80 km). Etwa 100 km beträgt der Weg zum Flughafen Straßburg.

Als erstes Karlsruher Flugfeld und Ankerplatz für Luftschiffe diente noch vor dem Ersten Weltkrieg der Exerzierplatz im Nordwesten der Stadt. Er wurde ab 1924 für den Linienverkehr zum Flugplatz ausgebaut.[69] Nach dem Zweiten Weltkrieg beschlagnahmten die amerikanischen Streitkräfte das stadtnahe Gelände und nutzten es bis 1993 in geringer Intensität als Militärflugplatz. Heute ist es ein Naturschutzgebiet.[70] 1957 startete die Karlsruher Flughafen GmbH den Betrieb des Flugplatzes Karlsruhe-Forchheim im benachbarten Rheinstettener Ortsteil Forchheim, ca. 8 km südlich von Karlsruhe. Er wurde im Jahr 2000 im Rahmen der Umwidmung des kanadischen Militärflugplatzes in Söllingen zum Regionalflughafen aufgegeben. Auf dem Forchheimer Gelände entstand bis 2003 die Messe Karlsruhe. Der Geschäfts- und Tourismus-Flugverkehr wurde zum Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden verlagert. In Forchheim verblieb in der Nähe des ehemaligen Flugplatzgeländes das 2004 eröffnete „Segelfluggelände Rheinstetten“.

Ortsansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Das Rheinhafen-Dampfkraftwerk der EnBW. Zwei 233 und 230 m hohe Schornsteine sind die höchsten Bauwerke in Karlsruhe.

Mit dem dm Drogeriemarkt hat ein in der Fläche in Deutschland stark vertretenes Unternehmen seine Zentrale in Karlsruhe. Die EnBW Energie Baden-Württemberg, ein international agierender Energiekonzern, hat in Karlsruhe ihren Hauptsitz und betreibt hier das Rheinhafen-Dampfkraftwerk. Die MiRO Mineraloelraffinerie in Knielingen ist die zweitgrößte Ölraffinerie in Deutschland. Sie ist Zielpunkt zweier Rohöl-Pipelines, der Südeuropäischen Pipeline (SEPL) von Fos-sur-Mer (Frankreich) und der Transalpinen Ölleitung von Triest (Italien). Siemens unterhält in Karlsruhe einen seiner größten und ältesten Standorte in Deutschland und ist mit 4500 Mitarbeitern der größte private Arbeitgeber der Stadt.[71]

Die United Internet AG, bekannt unter den Marken 1&1, Web.de und GMX, betreibt Europas größtes Rechenzentrum in Karlsruhe.[72] Etwa 40 % aller deutschen Websites werden in Karlsruhe verwaltet. Der Karlsruher IT-Dienstleister Fiducia zählt zu den größten privaten Arbeitgebern der Region. Im Umfeld der Universität sind ungefähr 2.500 Internet- und Telekommunikations-Firmen entstanden.

Weitere bedeutende Arbeitgeber stammen aus dem Banken- und Versicherungswesen. So ist Karlsruhe einer der Hauptsitze der Landesbank Baden-Württemberg sowie Sitz der L-Bank (Landeskreditbank Baden-Württemberg – Förderbank), der überregionalen Genossenschaftsbank BBBank, der Deutsche Bausparkasse Badenia und der BGV / Badische Versicherungen. Regionale Banken sind die Sparkasse Karlsruhe Ettlingen, die Volksbank Karlsruhe und die PSD Bank Karlsruhe-Neustadt.

Die von Weinbrenner gestaltete Staatliche Münze Karlsruhe

Die Staatliche Münze Karlsruhe ist eine der fünf staatlichen Münzprägestätten, in denen die deutschen Euromünzen geprägt werden. Münzen aus Karlsruhe tragen den Herkunftsbuchstaben „G“. Die Karlsruher Münze wurde 1827 gegründet und firmiert seit 1998 zusammen mit der Münzprägestätte Stuttgart unter dem Namen Staatliche Münzen Baden-Württemberg.[73]

Der französische Reifenhersteller Michelin hat in Karlsruhe seine Deutschlandzentrale und ein Reifenwerk und gibt hier den deutschen Guide Michelin heraus. Metz Aerials stellt Drehleitern und Hubrettungsbühnen für Feuerwehren her. Die Stadtwerke Karlsruhe sind ein großer Anbieter bei der örtlichen Strom- Wasser- und Fernwärmeversorgung und betreiben das Heizkraftwerk West in Mühlburg. In dem am Rhein gelegenen Werk Maxau produziert Stora Enso mit 600 Mitarbeitern Magazinpapier.[74] In Durlach hat der Hersteller von Arzneimitteln aus pflanzlichen Grundstoffen Dr. Willmar Schwabe seine Zentrale. Der Kosmetikhersteller L’Oréal betreibt in Karlsruhe sein einziges deutsches Werk, das auch die größte Produktionsstätte des Unternehmens außerhalb von Frankreich ist.[75]

Industrielle Brauereien in Karlsruhe sind die Privatbrauerei Hoepfner und das Hatz-Moninger Brauhaus.

Gewerbezentren[Bearbeiten]

Hervorgegangen aus dem Standort der Siemens AG wurde 1997 der Siemens Industriepark Karlsruhe gegründet. Das Flächenangebot richtet sich insbesondere an Unternehmen der Hightech- und Dienstleistungsbranche. In der Oststadt bestehen das Gründerzentrum Technologiefabrik in einer ehemaligen Nähmaschinenfabrik sowie der neu errichtete Technologiepark. Hier wird zahlreichen Unternehmensneugründungen (häufig Spin-offs der Universität) eine erste Heimat geboten.

Veranstaltungszentren[Bearbeiten]

Messe Karlsruhe

Südlich von Karlsruhe, in Rheinstetten, direkt an der B 36, eröffnete im November 2003 die Karlsruher Messe- und Kongress-GmbH ihr neues Messegelände, die Messe Karlsruhe. In den vier jeweils 12.500 m² großen Hallen können Ausstellungen, Messen und sonstige Veranstaltungen durchgeführt werden. In der dm-arena finden Veranstaltungen mit bis zu 14.000 Besuchern statt. Die Bruttoausstellungsfläche beträgt ca. 52.000 m². Die Messe löste das innerstädtische Kongresszentrum Karlsruhe als größtes Messe- und Veranstaltungszentrum der Karlsruher Region ab, das über 20.000 m² Ausstellungsfläche in vier Hallen sowie den 10.000 m² großen Festplatz verfügt. Zum Kongresszentrum gehören die Stadthalle mit Veranstaltungsräumen für 4.000 Personen, die Schwarzwaldhalle, das Konzerthaus und die Gartenhalle.

Die Europahalle ist eine Großsporthalle, die auch für Konzerte und Veranstaltungen mit bis zu 9.000 Besuchern genutzt wird. Eine kleinere Mehrzweckhalle mit 1.200 Plätzen ist die 1977 erbaute Badnerlandhalle Neureut.

Auf dem Messplatz an der Durlacher Allee finden die großen Jahrmärkte Frühjahrsmess’ und Herbstmess’ sowie Großflohmärkte und Zirkusaufführungen statt.

Medien[Bearbeiten]

Radio[Bearbeiten]

In der Kriegsstraße befindet sich das Studio Karlsruhe des Südwestrundfunks (SWR). Von hier wird das Regionalprogramm Badenradio bei SWR4 Baden-Württemberg ausgestrahlt. Zudem befindet sich in der Kriegsstraße 130 das Studio Karlsruhe des Radiosenders Radio RPR (Rheinland-Pfälzischer Rundfunk), das redaktionell für den nordbadischen und südpfälzer Raum zuständig ist. Als privater lokaler Anbieter sendet Die neue Welle (bis 31. Dezember 2006 Hit1 – das Reporterradio), das von der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg noch als Hitradio RTL die Lizenz bekommen hatte. Mitte 2003 zog sich RTL jedoch zurück. Ursprünglich war der Sender Welle Fidelitas Lizenzinhaber. Abgesehen von den kommerziellen und öffentlich-rechtlichen Stationen gibt es noch ein Freies Radio, den Querfunk, der nachmittags, in den Abendstunden und am Wochenende sein Programm sendet. Vormittags und in den frühen Abendstunden wechseln sich auf der Frequenz UKW 104,8 MHz das LernRadio der Hochschule für Musik Karlsruhe, das Campusradio des Karlsruher Instituts für Technologie, montags der Sender Radio Fri und der Querfunk ab. Außerdem betreibt der Privatsender Radio Regenbogen ein Studio in Karlsruhe.

Fernsehen[Bearbeiten]

Das Studio Karlsruhe des SWR in der Kriegsstraße ist Sitz zweier Fernsehredaktionen. Die ARD-Fernsehredaktion Recht und Justiz produziert hier für Das Erste den ARD-Ratgeber Recht und berichtet ARD-weit über Rechtsthemen wie die Entscheidungen der hiesigen obersten Gerichte.[76] Die Fernsehredaktion Mittelbaden des SWR stellt in Karlsruhe Berichte aus der Region für das SWR Fernsehen und die ARD her. Als die dem Filmproduktions-Standort Baden-Baden nächstgelegene Großstadt ist Karlsruhe regelmäßig Schauplatz von Dreharbeiten des SWR, so auch für die in Konstanz, Ludwigshafen und Stuttgart spielenden Tatort-Folgen.

Regionale Privat-Fernsehsender in Karlsruhe sind BW Family.tv (seit Februar 2006) und Baden TV (seit Mai 2011). Nicht mehr auf Sendung sind R.TV (2003–2011) und B.TV Baden (1995–2004).

Zeitung[Bearbeiten]

Die Badischen Neuesten Nachrichten (BNN) sind die einzige Tageszeitung, die in Karlsruhe als Printmedium verlegt wird. Sie hat eine verkaufte Auflage von 126.342 Exemplaren[77] und erscheint mit neun Lokalausgaben auch in den Landkreisen Karlsruhe, Rastatt, Ortenau- und Enzkreis sowie in den Stadtkreisen Baden-Baden und Pforzheim.

Des Weiteren gibt es einige kostenlose Wochenzeitungen: Der Verlag der BNN gibt auch die Sonntagszeitung Der Sonntag heraus und ist am Karlsruher Kurier beteiligt, dem die Stadtzeitung Karlsruhe beiliegt, das Amtsblatt der Stadt Karlsruhe, das online auch über die Startseite der Stadt erreichbar ist. Mittwochs wird das Wochenblatt in der Stadt und Region in insgesamt vier verschiedenen Ausgaben verteilt, sonntags erscheint außerdem Boulevard Baden.

Internet[Bearbeiten]

Ortsschild im August 2009 anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der ersten E-Mail Deutschlands

Karlsruhe spielt in der Entwicklung des Internets in Deutschland eine wichtige Rolle. So wurden an der Universität Karlsruhe 1984 Deutschlands erste E-Mails empfangen und von 1994 bis 1998 sämtliche deutschen Domänen verwaltet. Ebenso wurde von Karlsruhe aus die erste Internet-Verbindung in die Volksrepublik China hergestellt. Als Ergebnis einer Untersuchung zu aktiven Nutzern, Webangeboten und Internet-Klima wurde Karlsruhe im Jahre 2003 als „Internethauptstadt Deutschlands“ benannt.[78] Am 6. Mai 2014 wurde in Karlsruhe ein öffentliches, frei zugängliches WLAN in Betrieb genommen. Damit ist es den Bürgern und Touristen möglich, nach einer Registrierung kostenfrei und zeitlich unbegrenzt drahtlos mit einem WLAN-fähigen Gerät das Internet zu benutzen.[79]

Da die BNN lange Zeit über kein Online-Angebot verfügte, konnte sich unabhängig von dieser das regionale Nachrichtenportal ka-news.de etablieren. Dieses erscheint seit dem Jahr 2000 und ist damit eine der ersten, regionalen Online-Tageszeitungen in Deutschland überhaupt. Das 2004 gegründete Stadtwiki Karlsruhe wurde in einer bis 2009 geführten Aufstellung als größtes Stadtwiki der Welt genannt.[80]

Stadtmagazin[Bearbeiten]

Neben den Zeitungen gibt es verschiedene kostenlose Stadtmagazine wie Klappe auf, INKA Stadtmagazin oder FRIZZ Das Magazin. Diese sind monatlich in vielen Auslageorten der Stadt Karlsruhe zu finden und beinhalten Veranstaltungshinweise sowie lokale Themen aller Art.

Pädagogische Medienangebote[Bearbeiten]

Karlsruhe ist einer der beiden Standorte des Landesmedienzentrums Baden-Württemberg, das dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg untersteht. Der andere Standort ist Stuttgart.

Das vom gemeinnützigen Verein Stadtjugendausschuss e. V. betriebene Internet-Café für Kinder und Jugendliche Info-Line am Kronenplatz 1 dient Kindern und Jugendlichen als Recherche- und Kommunikationsraum mit der Hilfe einer pädagogischen Kraft. Weitere Medien-Einrichtungen des Stadtjugendausschuss e. V. befinden sich in der Jubez-Medienwerkstatt sowie in vielen Kinder- und Jugendhäusern des Vereins.

Gerichte[Bearbeiten]

Gebäude des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) in Karlsruhe
Hauptsitz des Bundesgerichtshofes im Erbgroßherzoglichen Palais, Karlsruhe

Mit dem Bundesverfassungsgericht und dem Bundesgerichtshof ist Karlsruhe Sitz eines Verfassungsorgans und des obersten Gerichtshofs der ordentlichen Gerichtsbarkeit. Außerdem gibt es in der ordentlichen Gerichtsbarkeit noch ein Oberlandesgericht (mit Generalstaatsanwaltschaft) sowie ein Land- und zwei Amtsgerichte (Karlsruhe und Karlsruhe-Durlach). Ferner sitzen ein Verwaltungsgericht, ein Arbeitsgericht und ein Sozialgericht in Karlsruhe. Die Bundeswehr unterhielt bis zum 1. September 2012 in Karlsruhe zwei Kammern des Truppendienstgerichtes Süd, das seinen Hauptsitz in München hat.

Die Konzentration der Judikative wird in Werbeslogans wie Residenz des Rechts oder Kulturhauptstadt 2010 – mit Recht aufgegriffen.

Behörden[Bearbeiten]

Der Sitz des Generalbundesanwalts in der Südweststadt
Das höchste Karlsruher Hochhaus beherbergt die Deutsche Rentenversicherung Baden-Württemberg

Karlsruhe ist Sitz verschiedener Bundes-, Landes- und Kreisbehörden. Einige haben ihren Ursprung in der Zeit Karlsruhes als Hauptstadt Badens, zahlreiche andere wurden als Ausgleich für den Verlust der Hauptstadtfunktion nach dem Zweiten Weltkrieg hier angesiedelt.[81]

Der Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof verfügt seit 1999 über ein eigenes Gebäude in der Brauerstraße. Zuvor war er auf dem Gelände des Bundesgerichtshofs beheimatet.

Der Rechnungshof Baden-Württemberg mit Sitz in der Karlsruher Weststadt ist als oberste Landesbehörde den Ministerien gleichgestellt. Die Oberfinanzdirektion Karlsruhe wurde 1826 als Steuerdirektion des Großherzogtums Baden gegründet und ist seit 2005 die einzige Mittelbehörde der Steuerverwaltung in Baden-Württemberg.[82] Ihr ist die ebenfalls hier angesiedelte Landesoberkasse Baden-Württemberg unterstellt, die zentrale Landes- und Gerichtskasse mit einem durchschnittlichen Geldumsatz von rund 1,2 Milliarden Euro pro Buchungstag.[83] Die beiden Finanzämter Karlsruhe-Stadt und Karlsruhe-Durlach teilen sich die Zuständigkeit für die Stadt Karlsruhe in Steuerangelegenheiten. Karlsruhe-Durlach betreut zudem Teile des Landkreises Karlsruhe.

Die Gemeindeprüfungsanstalt Baden-Württemberg, der Kommunale Versorgungsverband Baden-Württemberg und die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg sind der ministeriellen Aufsicht unterliegende Anstalten bzw. Körperschaften des öffentlichen Rechts mit Sitz in Karlsruhe. Ferner gibt es eine Agentur für Arbeit sowie eine Forstdirektion und ein Hauptzollamt. Die Justizvollzugsanstalt Karlsruhe in der Weststadt dient als Untersuchungshaftanstalt für männliche Gefangene. Das Polizeipräsidium Karlsruhe ist für Stadt- und Landkreis Karlsruhe zuständig. Die Bundespolizeiinspektion Karlsruhe gewährleistet den Schutz des Bundesverfassungsgerichtes und ist bahnpolizeilich tätig. Das Kreiswehrersatzamt Karlsruhe wurde im Zuge der Bundeswehrreform Ende November 2012 geschlossen.[84]

Das Regierungspräsidium Karlsruhe ist als Mittelbehörde für den Regierungsbezirk Karlsruhe zuständig, in Teilbereichen auch für das gesamte Bundesland. So betreibt es die ebenfalls in Karlsruhe angesiedelte Landesaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge, die einzige Erstaufnahmeeinrichtung Baden-Württembergs für Asylbewerber und sonstige Flüchtlinge mit einer Aufnahmekapazität von etwa 1000 Personen.[85] Als Sitz der Region Mittlerer Oberrhein und des Landkreises Karlsruhe, dem die Stadt selbst nicht angehört, beherbergt Karlsruhe auch deren Verwaltungen.

Seit 1952 ist Karlsruhe Sitz der Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder. Die Deutsche Rentenversicherung Baden-Württemberg hat ebenso ihren Sitz in der Stadt, wie ein Standort der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG), sowie Bezirksverwaltungen der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft und der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege. Der Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg mit Zweigstelle in Karlsruhe löste 2005 den Landeswohlfahrtsverband Baden ab.

Gesundheitswesen[Bearbeiten]

Bauten des Städtischen Klinikums Karlsruhe

Das 1907 gegründete Städtische Klinikum Karlsruhe in der Nordweststadt ist mit 1400 Betten und über 4000 Beschäftigten das größte Krankenhaus in der Region Mittlerer Oberrhein. Ihm benachbart ist seit 1995 eine private Klinik für Herzchirurgie mit 89 Betten, die zur Rhön-Klinikum AG gehört. Die St. Vincentius-Kliniken haben etwa 800 und das Diakonissenkrankenhaus Karlsruhe-Rüppurr etwa 500 Betten. Die Paracelsus-Klinik in Durlach hat 157 Planbetten.[86]

An den St. Vincentius-Kliniken ist der Rettungshubschrauber Christoph 43 der DRF Luftrettung stationiert. Das Luftrettungszentrum Karlsruhe besteht seit 1975.[87]

Bildung und Forschung[Bearbeiten]

Campus Süd des Karlsruher Instituts für Technologie, Blick vom Physikhochhaus
Schloss Gottesaue, Sitz der Hochschule für Musik
Staatliche Akademie der Bildenden Künste

Die sieben öffentlichen und zwei privaten Hochschulen in Karlsruhe hatten zum Wintersemester 2010/2011 zusammen etwa 35.000 Studierende.[88] Die Studienschwerpunkte liegen in den naturwissenschaftlich-technischen und künstlerischen Fächern. Mit zahlreichen hier angesiedelten Forschungseinrichtungen weist Karlsruhe eine hohe Forscherdichte auf. Mit dem Thema Herausforderung Demokratie gehörte Karlsruhe zu den zehn deutschen Städten, die den Titel Treffpunkt der Wissenschaft im Wissenschaftsjahr 2009 trugen. 2012 trug Karlsruhe den gemeinsam von der Körber-Stiftung, Robert Bosch Stiftung und Deutsche Telekom Stiftung vergebenen Titel Stadt der jungen Forscher[89] und gewann als eine von zehn Städten den Titel Stadt der Wissenschaft 2013.[90] Karlsruhe ist weiterhin „Korporativ Förderndes Mitglied“ der Max-Planck-Gesellschaft.[91]

Karlsruher Institut für Technologie (KIT)[Bearbeiten]

Das Karlsruher Institut für Technologie ist eine Universität des Landes Baden-Württemberg und nationales Forschungszentrum in der Helmholtz-Gemeinschaft. Es hat ungefähr 22.500 Studenten und 9.000 Beschäftigte.[92] Das KIT ist das größte Forschungszentrum Deutschlands und der größte Arbeitgeber in Karlsruhe.[93] Es wurde am 1. Oktober 2009 als Zusammenschluss der Universität Karlsruhe und des Forschungszentrums Karlsruhe gebildet. Aus der früheren Kooperation der beiden Einrichtungen ist somit eine Einheit, eine einzige Rechtsperson, geworden. Das KIT genießt ein hohes Ansehen in Fächern wie Physik, Maschinenbau, Elektrotechnik, Bauingenieurwesen, Wirtschaftsingenieurwesen, Informatik sowie Informationswirtschaft. Der Physiker Heinrich Hertz entdeckte während seiner Professur in Karlsruhe die Existenz der elektromagnetischen Wellen. Ferdinand Braun, Erfinder der Kathodenstrahlröhre und Nobelpreisträger für Physik, hatte von 1883 bis 1887 eine Professur in Karlsruhe. Der Chemiker und Nobelpreisträger Fritz Haber entwickelte in seiner Zeit als Professor an der Technischen Hochschule die Ammoniaksynthese, Ferdinand Redtenbacher begründete hier die wissenschaftlichen Grundlagen des Maschinenbaus. Die Karlsruher Universität hatte Deutschlands erste Informatik-Fakultät und war bundesweit eine der ersten drei Universitäten, denen 2006 im Zuge der Exzellenzinitiative der Titel Elite-Universität verliehen wurde, den sie bis 2012 trug.[94]

Weitere Hochschulen[Bearbeiten]

Allgemein- und berufsbildende Schulen[Bearbeiten]

In Karlsruhe gibt es 20 Grundschulen,[96] 13 Sonderschulen[97] und 13 Realschulen[98] sowie 11 allgemeinbildende Gymnasien, 3 berufliche Gymnasien und 5 Gymnasien in freier Trägerschaft.[99]

Das heutige Lessing-Gymnasium wurde 1893 als das erste Mädchengymnasium auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands gegründet. Die 1962 eröffnete Europäische Schule Karlsruhe ist eine von 14 Europäischen Schulen, die für Kinder von Eltern, die in Institutionen der EU arbeiten, den Unterricht in der eigenen Muttersprache gewährleisten.

Fort- und Weiterbildung[Bearbeiten]

Die Volkshochschule Karlsruhe, gegründet 1947, ist mit jährlich 3700 Veranstaltungen (Stand 2006) und über 36.000 Kunden eine der größten Volkshochschulen Badens. Die VHS Karlsruhe ist auch Trägerin der Abendschulen in Karlsruhe zum Nachholen von Schulabschlüssen und der Jugendkunstschule Karlsruhe.

Die Führungsakademie Baden-Württemberg mit Hauptsitz im Karlsruher Schwedenpalais bietet ein Bildungsprogramm für Führungskräfte aus dem öffentlichen Sektor an. Sie wurde 1986 als Führungsakademie des Landes Baden-Württemberg gegründet und 2001 als Anstalt des öffentlichen Rechts verselbständigt.[100]

In Karlsruhe sind drei Staatliche Seminare für Didaktik und Lehrerbildung an Beruflichen Schulen, Gymnasien und Realschulen sowie ein Pädagogisches Fachseminar mit Abteilungen für musisch-technische Fachlehrer und Sonderpädagogik beheimatet.[101]

Eine der zehn Bundeswehrfachschulen in Deutschland liegt im Süden der Karlsruher Waldstadt. Die ehemalige Zivildienstschule beim Hauptbahnhof wurde 2011 mit der Aussetzung der Wehrpflicht zum Bildungszentrum Karlsruhe, der größten von deutschlandweit 17 solcher Einrichtungen, die auf den Bundesfreiwilligendienst vorbereiten.[102]

Forschungszentren und Institute[Bearbeiten]

Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel (Max Rubner-Institut)

Mit dem Namen Karlsruhes sind hochrangige Einrichtungen verbunden, die in dem im Hardtwald bei Eggenstein-Leopoldshafen gelegenen ehemaligen (Kern-)Forschungszentrum Karlsruhe und heutigen Campus Nord des Karlsruher Instituts für Technologie angesiedelt sind. Das 1957 gegründete Institut für Transurane (JRC-ITU) ist als Forschungsinstitut der Europäischen Kommission spezialisiert auf die Gebiete nukleare Sicherheit und Sicherung. Die Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe war von 1971 bis 1990 in Betrieb und ist ebenso im Rückbau wie mehrere Forschungsreaktoren auf dem Gelände.[103] Als Beispiele für, in der Fächerstadt ansässige, Forschungseinrichtungen dienen:

Mit dem Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB) und dem Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) haben gleich zwei Einrichtungen der Fraunhofer-Gesellschaft ihren Sitz in Karlsruhe. Außerdem residiert mit dem Max Rubner-Institut eine Bundesbehörde des Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft in der Stadt.

Die IT-Forschung und -Industrie spielt eine wichtige Rolle in der Technologieregion Karlsruhe. Ein Teil dessen ist auch das Forschungszentrum Informatik, das aus dem Karlsruher Institut für Technologie heraus gegründet wurde.

Archive[Bearbeiten]

Generallandesarchiv Karlsruhe

Das Generallandesarchiv Karlsruhe wurde 1803 als Hauptarchiv des Landes Baden gegründet. Heute hat es in Baden-Württemberg die Aufgabe, für den Regierungsbezirk Karlsruhe die dortigen Amtsarchive vergangener Epochen zu sichern. Dies sind Gerichtsakten, Schriftgut der Landesbehörden, Urkunden, Archive von Klöstern und Ritterorden, Kirchenakten und ähnliches. Daneben werden viele Adels- und Privatarchive verwahrt.

Das Südwestdeutsche Archiv für Architektur und Ingenieurbau (saai) bewahrt und erforscht Architekturunterlagen aus dem südwestdeutschen Raum. Die 1989 gegründete Einrichtung des Landes Baden-Württemberg am Karlsruher Institut für Technologie hat ihren Sitz auf dem KIT-Gelände in der Innenstadt-Ost.[104]

Seit 1885[105] archiviert das Stadtarchiv Karlsruhe stadtgeschichtlich wichtige Unterlagen. Es erforscht die Geschichte Karlsruhes und veröffentlicht Medien über die Stadt und ihre Geschichte.[106] Weitere öffentliche Archive sind das seit 1992 bestehende Kreisarchiv des Landkreises Karlsruhe[107] und das Landeskirchliche Archiv der Evangelischen Landeskirche in Baden.[108]

Bibliotheken[Bearbeiten]

In den wissenschaftlichen und öffentlichen Bibliotheken Karlsruhes sind über sechs Millionen Bücher und andere Medien vorhanden.[109]

Die Badische Landesbibliothek ist eine wissenschaftliche Universalbibliothek mit einem Bestand von über 2,4 Millionen Medien.[110] Sie ist als Regionalbibliothek für die Regierungsbezirke Freiburg und Karlsruhe zuständig und hat Pflichtexemplarrecht. Sie hat ihren Ursprung in der um 1500 als Pforzheimer Schlossbibliothek gegründeten Markgräfisch-Badischen Hofbibliothek. Seit 1987 ist sie in einem von Oswald Mathias Ungers geplanten Neubau in der Erbprinzenstraße untergebracht. Zu den Sammlungen gehören zahlreiche historische Handschriften aus Beständen des Adels und der Klöster des Landes, darunter seit 2001 die Donaueschinger Nibelungenhandschrift C.

Die KIT-Bibliothek (Bibliothek des Karlsruher Instituts für Technologie) ist die größte der Karlsruher Hochschulbibliotheken. Sie ist Ende 2009 aus der Universitätsbibliothek Karlsruhe, die 1840 als Bibliothek des damaligen Polytechnikums gegründet wurde, und der Bibliothek des Forschungszentrums Karlsruhe hervorgegangen. Die Bibliothek verfügt über einen Gesamtbestand von über zwei Millionen Büchern und 28.000 Zeitschriften sowie multimediale Dokumente und Mikroformen. Die Schwerpunkte liegen in den Bereichen Naturwissenschaft, Technik und Wirtschaftswissenschaften. Registrierte Benutzer können die KIT-Bibliothek Süd rund um die Uhr nutzen und über ein Selbstverbuchungssystem Bücher entleihen und zurückgeben. Die KIT-Bibliothek betreibt den Karlsruher Virtuellen Katalog, eine Metasuchmaschine für deutsche und internationale Online-Bibliothekskataloge.

Seit 2009 versorgt die KIT-Bibliothek auch die Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft mit der Fachbibliothek Hochschule Karlsruhe (FBH) in der Moltkestraße. Die bis dahin gemeinsam von PH und Hochschule Karlsruhe genutzte Hochschulbibliothek Karlsruhe wird seitdem auf den Bedarf der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe ausgerichtet.[111] Die gemeinsame Bibliothek des ZKM und der Staatlichen Hochschule für Gestaltung besitzt etwa 50.000 Bücher mit dem Schwerpunkt bei der Kunst des 20. Jahrhunderts. Die Bibliotheken der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste, der Hochschule für Musik und der Dualen Hochschule stehen in erster Linie den Studierenden zur Verfügung.[112]

Das Neue Ständehaus, Sitz der Stadtbibliothek

Die Stadtbibliothek Karlsruhe ist die öffentliche Bibliothek der Stadt Karlsruhe mit einem Bestand von über 300.000 Medien. Sie wurde 1921 gegründet und ist seit 1993 im wiederaufgebauten neuen Ständehaus beheimatet. Zur Stadtbibliothek gehören Stadtteilbibliotheken in Durlach, Grötzingen, Mühlburg, Neureut und der Waldstadt. Eine ihrer Zweigstellen ist auch die Amerikanische Bibliothek, die 1996 durch eine Schenkung der abgezogenen US-Garnison entstand und über etwa 35.000 englischsprachige Bücher verfügt.[113] Die Stadtbibliothek betreibt darüber hinaus eine Kinder- und Jugendbibliothek im Prinz-Max-Palais und einen Medienbus, der die Randbezirke der Stadt befährt.

Die Kunstbibliothek der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe ist mit über 150.000 Bänden eine der großen öffentlich zugänglichen Museumsbibliotheken in Deutschland.[114]

Die Bibliothek des Bundesverfassungsgerichts mit (2010) über 370.000 Bänden ist eine gerichtsinterne, nicht allgemein zugängliche wissenschaftliche Fachbibliothek.[115] Die Bibliothek des Bundesgerichtshofs ist begrenzt auch für externe Benutzer zugänglich.[116]

Kultur[Bearbeiten]

Kulturpreise[Bearbeiten]

Einige wichtige Kulturpreise werden in Karlsruhe verliehen oder sind mit der Stadt zum Teil stark verwurzelt. So wurde der Bambi, der den ältesten deutschen Medienpreis darstellt, 1948 vom Karlsruher Verleger Karl Fritz ins Leben gerufen und in den Jahren 1948–1964 und 1998 in Karlsruhe verliehen. Andere wichtige, verliehene Preise sind u.a.:

Während der ARD-Hörspieltage, die seit 2006 jährlich im Zentrum für Kunst und Medientechnologie stattfinden, werden der Deutsche Hörspielpreis der ARD, der ARD-Online-Award, der Nachwuchspreis Premiere im Netz, der Deutsche Kinderhörspielpreis und der Kinderhörspielpreis der Stadt Karlsruhe verliehen.

Mundart[Bearbeiten]

Die Karlsruher Mundart ist eine in den letzten drei Jahrhunderten entstandene Mischung aus den Dialekten der umliegenden Regionen. Vom Norden und Osten sind fränkische Einflüsse spürbar, vom Nordwesten pfälzische, vom Südosten schwäbische und vom Süden alemannische Einflüsse. Die letztgenannten haben jedoch die geringsten Spuren im „Karlsruherischen“ hinterlassen.

Sprachwissenschaftlich gehört der Dialekt von Karlsruhe zu den süd-rheinfränkischen Dialekten, umgangssprachlich wird die Mundart als Badisch oder „Brigandedeutsch“ bezeichnet.

Theater[Bearbeiten]

Badisches Staatstheater

Das Badische Staatstheater Karlsruhe umfasst als Mehrspartentheater Oper, Ballett und Schauspiel sowie das 2011 gegründete Junge Staatstheater. Es befindet sich in Trägerschaft des Landes Baden-Württemberg, die Stadt Karlsruhe trägt die Hälfte des Zuschussbedarfs. Seit 1975 ist es in einem Neubau am Ettlinger Tor beheimatet mit großem Haus (1000 Plätze), kleinem Haus (350 Plätze) und Studio (150 Plätze, seit 2011). Das Staatstheater ging aus dem Großherzoglichen Hoftheater hervor, dessen Gebäude am Schlossplatz 1944 bei einem Luftangriff zerstört wurde. Das Theater Die Insel in der Karlstraße ist seit 1997 Spielstätte des Staatstheaters, zuvor war es ein eigenständiges Privattheater. Am Staatstheater finden jährlich die Händel-Festspiele Karlsruhe und alle zwei Jahre Veranstaltungen der Europäischen Kulturtage Karlsruhe statt.

Daneben gibt es in Karlsruhe mehrere Privat-, freie und Amateurtheater:

  • Das 1956 gegründete Sandkorn-Theater in einem ehemaligen Turbinenhaus in der Kaiserallee hat als privates Kleintheater ein Angebot aus den Bereichen Kinder- und Jugendtheater, Schauspiel, Musiktheater sowie Kabarett.
  • Jakobus-Theater, gegründet 1972
  • Kammertheater, gegründet 1956
  • Theater „Die Käuze“, Kellertheater gegründet 1967
  • Theater in der Orgelfabrik e. V., gegründet 1987
  • Theater „Die Spur“, gegründet 1961
  • Figurentheater „marotte“, gegründet 1987
  • Bluemix Kinder- und Jugendtheater e. V., gegründet 1994, 2004 nach Umschichtung des städtischen Zuschusses geschlossen
  • „d’Badisch Bühn“, Mundarttheater mit Gastwirtschaft, gegründet 1982
  • UniTheater Karlsruhe e. V., gegründet 1990
  • Soziales Theater Werkraum: Karlsruhe e. V., gegründet 2006
  • Figurentheater „Eine-Welt-Theater“ am Alten Schlachthof
  • Das Physikertheater am KIT, gegründet 2002
  • Das Theater die insel wurde von 1950 bis 1999 privat betrieben.

Kino[Bearbeiten]

Der Filmpalast am ZKM

Das größte Karlsruher Kino ist der Filmpalast am ZKM. Es verfügt über zehn Kinosäle mit insgesamt fast 3000 Plätzen. Karlsruhes ältestes Kino, das Filmtheater Schauburg, zeigt neben aktuellen Blockbustern auch alternative Filme und Originalfassungen und veranstaltet im Sommer Open-Air-Kinovorführungen am Schloss Gottesaue. In beiden Häusern ist, wie auch im Kino Universum-City am Europaplatz, eine wöchentliche Sneak Preview im Angebot. Das Kino Die Kurbel, das 2010 nach mehr als 50 Jahren schließen musste, eröffnete im gleichen Jahr als Kinogenossenschaft neu.[117][118] Ihm angeschlossen ist das kommunale Kino Kinemathek Karlsruhe im Studio 3. Auch gibt es regelmäßige, von der studentischen Kulturgruppe AFK an der Universität Karlsruhe organisierte Vorführungen.

Kulturzentren[Bearbeiten]

Das JuBeZ (für Jugend- und Begegnungszentrum) am Kronenplatz wird vom Stadtjugendausschuss e.V betrieben. In ihm werden Konzerte und andere Bühnenevents sowie ein breites Spektrum an Workshops und Kursen angeboten. Das Kulturzentrum Tollhaus bietet ein fast täglich wechselndes Kulturprogramm aus den Bereichen Musik, Tanz, Kabarett, Zirkus, Comedie und Figurentheater an. Weitere Kulturzentren sind das Kulturzentrum Tempel in Mühlburg, das Kulturhaus Gotec, der Musikclub Substage und die Orgelfabrik Durlach.

Im studentischen Kulturleben engagieren sich der Arbeitskreis Kultur und Kommunikation (AKK) mit Veranstaltungsort im Alten Stadion der Universität und das studentisch organisierte Kultur- und Kommunikationszentrum Z10.

Kleinkunst[Bearbeiten]

Neben vielfältigen Kleinkunst-Veranstaltungen z. B. im Kulturzentrum Tollhaus oder im Sandkorn-Theater besitzt Karlsruhe auch eine sehr aktive Kleinkunst-Szene. Bekannte Künstler dieser Szene sind unter anderem die Chanteuse Annette Postel, der Comedian Boris Meinzer, der Sänger und Comedian Gunzi Heil, das KomedyKabarett rastetter & wacker, der Clown Schorsch, die Kabarettgruppe Die Spiegelfechter, der Magier und Pantomime Peter Herrmann sowie der Mundartdichter Harald Hurst. Mitglieder des pyramidalen KleinKunst-Vereins PKV organisieren seit den 1990er Jahren jährliche Akrobatiktreffen und Jonglierconventions, darunter die europäische Jonglierconvention EJC 2000 und 2008, das weltgrößte Jongliertreffen.

Musik[Bearbeiten]

Chöre[Bearbeiten]

Der Bachchor Karlsruhe ist der älteste und größte Oratorienchor der Stadt Karlsruhe. Bis 1996 fast ausschließlich auf Oratorienwerke spezialisiert, ist der Chor mittlerweile auch in der modernen Chorliteratur zuhause. Er gehört mit dem CoroPiccolo zur evangelischen Stadtkirche.

Die Schrillmänner – schwuler Chor Karlsruhe ist ein deutscher Männerchor von Homosexuellen. Er wurde 1988 gegründet mit dem Ziel schwuler Emanzipation.

Fetz Domino ist ein Gospelchor mit Band aus Karlsruhe. Sein Stil ist eine Mischung aus Gospel, Soul, Pop und Lobpreis.

Der Oratorienchor Karlsruhe an der Christuskirche gehört zu den traditionsreichsten Chören Karlsruhes. Er widmet sich der ganzen Bandbreite klassischer und moderner Chormusik. Neben der oratorischen Literatur studiert der Chor anspruchsvolle a-cappella-Werke ein und wirkt bei der Gestaltung festlicher Kantatengottesdienste an der Christuskirche mit.

Weitere Chöre sind:

  • Cantus Solis
  • Cantus Juvenum Karlsruhe
  • der Chor der Evangelischen Studierendengemeinde
  • der Chor der katholischen Hochschulgemeinde
  • der Chor St. Stephan
  • die Durlacher Kantorei
  • der Kammerchor Studio Vocale
  • die Kantorei an der Lutherkirche (Oststadt)
  • der Karlsruher Kammerchor des Helmholtz-Gymnasiums, 1985 erster Preisträger des Deutschen Chorwettbewerbs.
  • die Unibigband Karlsruhe, die (Bigband der Universität Karlsruhe)
  • der Universitätschor und Kammerchor der Universität
  • vocal resources – Chor der Hochschule Karlsruhe
  • das Vokalensemble milagro und
  • der wirkstatt-Chor

Orchester[Bearbeiten]

Die Badische Staatskapelle Karlsruhe ist das Konzert- und Opernorchester des Badischen Staatstheaters. Ihre Ursprünge gehen auf eine 1662 erwähnte Hofkapelle der Markgrafen von Baden-Durlach zurück. Das Kammerorchester Ensemble 13, das 1973 von Manfred Reichert gegründet wurde, wirkte unter anderem bei Uraufführungen von Werken von Wolfgang Rihm, Luigi Nono und Iannis Xenakis mit. Das 1981 gegründete Polizeimusikkorps Karlsruhe ist mit über 70 Musikern (Stand 2012) das größte Polizeiorchester Deutschlands.

Weitere Orchester in Karlsruhe sind:

  • das Akademische Kammerorchester Karlsruhe
  • das BA-Orchester, Orchester der Berufsakademie Karlsruhe.
  • das Bartholdy-Orchester
  • das Collegium Bismarckianum (Orchester ehemaliger Mitglieder des Kammerorchesters des Bismarckgymnasiums)
  • das Collegium Musicum (Universitätsorchester)
  • das Hochschul- und Kammerorchester der Hochschule für Musik
  • das Jugendorchester Stadt Karlsruhe e. V.
  • das Luftwaffenmusikkorps 2
  • das Kammerorchester Weiherfeld
  • die Kammerphilharmonie Karlsruhe
  • das Seniorenorchester Karlsruhe e. V.
  • das Sinfonie- und Kammerorchester an der Universität und
  • das Waldstadt Kammerorchester

Rock- und Popszene[Bearbeiten]

Karlsruhe verfügt über eine lebendige Live-Clubszene mit zahlreichen Auftrittsmöglichkeiten. Im Jahr 2002 wurde eine übergreifende Initiative zur Popmusikförderung in Karlsruhe und der Region ins Leben gerufen. Die Stadt und die Initiative sind Partner im Regionet-Projekt der Popakademie Baden-Württemberg in Mannheim. Der Nachwuchsbandwettbewerb new.bands.festival wird unter verschiedenen Namen seit mehr als 25 Jahren in Kooperation mit den Veranstaltern von Das Fest durchgeführt.

Museen[Bearbeiten]

Staatliche Kunsthalle

Das Zentrum für Kunst und Medientechnologie (kurz ZKM) wurde 1997 in Karlsruhe eröffnet und gilt als größte Einrichtung für Medienkunst weltweit. Es versteht sich als Plattform der Begegnung von Kunst, Wissenschaft, Politik und Wirtschaft. Es beinhaltet das Museum für Neue Kunst (kurz MNK) und die Städtische Galerie. Das ZKM wurde 2010 von 233.264 Personen besucht.[119]

Das Badische Landesmuseum im Schloss Karlsruhe ist das große kultur-, kunst- und landeshistorische Museum des badischen Landesteils Baden-Württembergs. Es ist oft Schauplatz von Sonderausstellungen, darunter regelmäßig Große Landesausstellungen. Ein Herzstück der Sammlung, die kulturhistorische Exponate aus über 5000 Jahren umfasst, ist die „Türkenbeute“ des Markgrafen Ludwig Wilhelm von Baden-Baden. Das Landesmuseum hatte 2010 über 180.000 Besucher.[119]

Das Staatliche Museum für Naturkunde Karlsruhe (kurz SMNK) ist ein naturwissenschaftliches Forschungsmuseum. Seine Ursprünge liegen bei der Mitte des 18. Jahrhunderts angelegten markgräflich-badischen Sammlungen von Kuriositäten und Naturalien. Die Dauerausstellungen zeigen neben Fossilien, Mineralien, Präparaten von einheimischen und exotischen Tieren auch lebende Tiere im Vivarium. Es wurde 2010 von 162.545 Personen besucht.[119]

Die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe ist ein Museum der Bildenden Kunst und beherbergt Gemälde von vornehmlich deutschen, französischen und niederländischen Meistern aus insgesamt acht Jahrhunderten. Den Grundstock der Sammlung bilden 205 meist französische und niederländische Gemälde des 17. und 18. Jahrhundert, die Markgräfin Karoline Luise zwischen 1759 und 1776 erwarb. 2010 hatte die Staatliche Kunsthalle 96.216 Besucher.[119]

Die Staatliche Majolika Manufaktur Karlsruhe ist die einzige Keramikmanufaktur Deutschlands und wurde 1901 gegründet. Das Museum in der Majolika Manufaktur bietet einen Überblick über die Produktion der großherzoglichen, später staatlichen Manufaktur.

Im Ständehaus erinnert heute eine „Erinnerungsstätte Ständehaus“ an die frühere Nutzung als Parlament.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Die Günther-Klotz-Anlage ist ein Ort der Erholung
Das Fest zieht jedes Jahr zehntausende Besucher in die Günther-Klotz-Anlage

Viele Veranstaltungen finden jährlich statt. Insbesondere „Das Fest“ erlangte bundesweite Bekanntheit, da es eine der größten Open-Air-Veranstaltungen darstellt. Weitere erwähnenswerte Feste und Darbietungen seien im Folgenden genannt.

  • Ende Januar: UStA Uni-Winterfest
  • Februar: Internationales Salsafestival
  • Februar/März: Internationale Händel-Festspiele, seit 1985
  • März: Karlsruher Lebensmittelsymposium (KALS)
  • April: Schrill im April, lesbisch-schwules Kulturfestival (1990/1991-2013)
  • Mai: Independent Days|Filmfest, unabhängiges Low- und No-Budget-Filmfestival
  • Mai/Juni: Frühjahrsjahrmarkt auf dem Messplatz
  • Mai/Juni (an Pfingsten): Hoepfner-Burgfest
  • Juni (am ersten Wochenende): Christopher Street Day[120]
  • Ende Juni: UStA Uni-Sommerfest, zweitgrößte Freiluftveranstaltung Karlsruhes
  • Mitte/Ende Juli: Das Fest, eines der größten (vormals kostenlosen) deutschen Freiluftfestivals
  • Ende Juni–Anfang August: Zeltival im Kulturzentrum Tollhaus
  • Juli/August: Freiluftkino am Schloss Gottesaue
  • Juli: African Summer Festival auf dem Gelände des NCO-Club
  • erster Samstag im August: KAMUNA (Karlsruher Museumsnacht), seit 1999
  • August/September: Lichterfest im Stadtgarten (alle zwei Jahre, zuletzt war das 43. Lichterfest am 20. August 2011[121])
  • Anfang September: Bierbörse auf dem Schlossplatz, seit 2002
  • September/Oktober: Internationales Gorodki-Turnier Goldener Herbst
  • September/Oktober: Kulturmarkt auf dem Kronenplatz
  • Oktober: Lesbisch-schwule Filmtage im Prinz-Max-Palais
  • Oktober/November: Herbstjahrmarkt auf dem Messplatz
  • November/Dezember: Christkindlesmarkt auf dem Marktplatz
  • Dezember: Knock Out Festival, Heavy Metal-Festival in der Europahalle

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Heinrich Hertz, der Entdecker der elektromagnetischen Wellen

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Die Stadt Karlsruhe hat seit 1821 an 48 Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen, es wurde fünf Personen jedoch wieder aberkannt. Unter den Ehrenbürgern der Stadt Karlsruhe sind der Reichskanzler Otto von Bismarck, Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg und Bundespräsident Heinrich Lübke.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Bedeutende Persönlichkeiten, die in Karlsruhe geboren wurden, sind die Erfinder und Pioniere des Verkehrswesens Karl Drais (* 1785) und Carl Benz (* 1844 in Mühlburg). Von Drais stammen unter anderem die erste Tastenschreibmaschine und die Draisine, eine Urform des heutigen Fahrrads. Benz entwickelte das erste Automobil mit Verbrennungsmotor. Der bedeutende Architekt des Klassizismus Friedrich Weinbrenner wurde ebenso in Karlsruhe geboren wie der Schriftsteller Joseph Victor von Scheffel, Autor des Versepos Der Trompeter von Säckingen, und der Maler Karl Hubbuch. Wolfgang Rihm, einer der bedeutendsten zeitgenössischen Komponisten, wurde 1952 in Karlsruhe geboren und lebt nach wie vor dort. Der Philosoph Peter Sloterdijk hat den Lehrstuhl für Philosophie und Ästhetik an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe inne, deren Rektor er auch ist. Er stammt aus Karlsruhe, wie auch die Choreografin Sasha Waltz. Bekannte hier geborene Sportler sind die Fußball-Nationalspieler Oliver Bierhoff, Oliver Kahn, Renate Lingor und Mehmet Scholl, die Boxerin Regina Halmich und der Tischtennisspieler Steffen Fetzner.

Persönlichkeiten, die in Karlsruhe gewirkt haben[Bearbeiten]

Zu den in Karlsruhe tätigen Personen gehören Wissenschaftler und Hochschullehrer wie der Physiker Heinrich Hertz, die Nobelpreisträger Ferdinand Braun und Fritz Haber oder der Architekt Egon Eiermann, Künstler, die am badischen Hof oder der Kunstakademie tätig waren wie Horst Antes, Georg Baselitz und Markus Lüpertz, der Dichter Johann Peter Hebel, badische Politiker wie der Vater der badischen Verfassung Karl Friedrich Nebenius oder Bundes- und Verfassungsrichter wie der spätere Bundespräsident Roman Herzog.

Garnisonsstadt[Bearbeiten]

Ehemalige amerikanische Schule

Schon vor dem Beitritt zum Rheinbund 1806 wurden in Karlsruhe die ersten Kasernen erbaut bzw. eingerichtet und die Einquartierung für Friedenszeiten aufgehoben. 1803 wurde an der östlichen Kaiserstraße die Dragoner-Kaserne errichtet, 1804 entstand östlich des Mühlburger Tores (heutiger Europaplatz) die Infanterie-Kaserne, die 1827 fertiggestellt wurde und bereits 1899 abgerissen wurde. Ab 1818 wurde das Gottesauer Schloss zur Artilleriekaserne.[122] Bereits 1845 wurde ein Militärhospital eingerichtet. Mit der Fertigstellung des vorderen Gebäudes in der Kaiserallee 1843 wurde die neue Grenadier-Kaserne begonnen und 1898 fertiggestellt. In der verlängerten Moltkestraße wurde 1892 die Königlich-Preußische Kadettenanstalt Karlsruhe errichtet,[123] die 1919 an das Land übergeben wurde und heute Sitz der Oberfinanzdirektion Baden-Württembergs ist. Westlich der Kadettenanstalt wurde 1895 die Infanterie-Kaserne erbaut. In der Hertzstraße wurde 1908 die Telegraphen-Kaserne erbaut, die nach 1945 Sitz der Technischen Universität wurde, bis die alten Gebäude an der Kaiserstraße wieder aufgebaut waren. Bis 1936 gehörte Karlsruhe zur entmilitarisierten Zone, wurde danach sofort wieder Garnisonsstadt. Bereits 1937 wurden Rhein-Kaserne und die Mackensen-Kaserne neu gebaut.

Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges war Karlsruhe bis zum Jahre 1995 ein Truppenstandort für die amerikanischen Streitkräfte. Die Stationierung fand im Rahmen der Besatzung und später des NATO-Auftrags der United States Army statt. Die Kasernengebäude werden heute ausschließlich zivil genutzt. So wurden die Wohnblocks in Neureut renoviert, um ein Stockwerk erweitert und in Miet- bzw. Eigentumswohnungen umgewandelt. In ihr waren die 516. Sig Gp, die 29. Sig Bn, die 17. Sig Bn, und die 532. FA Obsr Bn stationiert. Die Neureuter Kaserne war die einzige Kaserne in Karlsruhe, die von den Amerikanern nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges gebaut wurde. Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges und bis zum Jahre 1991 war das 135eme Régiment du Train in Karlsruhe stationiert und war unter anderem in der Infanterie-Kaserne untergebracht, welche in dieser Zeit durch die französische Armee in General-Pagezy-Kaserne umbenannt wurde. Ein zweiter Standort war die Grenadier-Kaserne in der Kaiserallee.

Nach Gründung der Bundeswehr bezogen am 27. Februar 1957 erste Einheiten die Karlsruher Dragoner-Kaserne. Im Rahmen der NATO übernahmen Einheiten der Bundeswehr Aufgaben der anderen NATO-Streitkräfte. So wurde am 1. April 1958 im Rheinhafen die Einheit K der US Navy Rhine River Patrol offiziell von der Flusspionierkompanie 791 der Bundeswehr abgelöst. Dies war die erste übertragene Aufgabe der US-Armee an die Bundeswehr seit der Besatzungszeit. Von der Bundeswehr wurden weitere Kasernen neu gebaut. So in der Rintheimer Querallee und in der Kirchfeldsiedlung. Die darüber hinaus in der Kantstraße 1A von den beiden hier vormals vorhandenen Kammern des Truppendienstgerichtes Süd genutzte Villa wurde 2012 an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben abgegeben.[124]

Sport[Bearbeiten]

Heimspiel des Karlsruher SC im Wildparkstadion
Die Europahalle

Die wichtigsten Sportstätten der Stadt sind das Fußballstadion Wildparkstadion und die Großsporthalle Europahalle. Aus Karlsruhe stammt die langjährige Boxweltmeisterin Regina Halmich. Dazu ist die Stadt Heimat zahlreicher bekannter Sportvereine:

  • Erfolgreichster Fußballverein der Stadt ist der Karlsruher SC, der bereits 1963 in der Fußball-Bundesliga spielte. 2013 stieg er nach einer Saison in der 3. Fußball-Liga wieder in die 2. Fußball-Bundesliga auf. Größte Erfolge waren der Deutsche Meistertitel des Vorgängervereins Phönix Karlsruhe im Jahre 1909, zwei DFB-Pokalsiege in den Jahren 1955 und 1956 sowie die dreifache Teilnahme am UEFA-Pokal unter Trainer Winfried Schäfer mit dem Erreichen des Halbfinales 1993/94. Beim KSC begannen Nationalspieler wie Oliver Kahn, Mehmet Scholl und Jens Nowotny ihre Profikarriere. Der Verein trägt seine Heimspiele im Wildparkstadion aus.
  • Mit dem Karlsruher FV, Deutscher Meister 1910, gab es in der Frühzeit des Fußballsports einen zweiten, ähnlich bedeutenden Verein.
  • Die Frauenfußballmannschaft des ASV Karlsruhe-Hagsfeld spielte von der Saison 2007/08 bis zur Saison 2009/10 in der 2. Fußball-Bundesliga.
  • Der Basketballverein BG Karlsruhe spielte von der Saison 2003/04 bis zur Saison 2006/07 in der 1. Basketball-Bundesliga. Ab Saison 2007/08 spielen sie in der 2. Bundesliga, der Pro A-Liga. Spielstätte ist die 4600 Zuschauer fassende Europahalle.
  • Der Tennisverein TC Rüppurr im Süden der Stadt hatte eine lange Tradition der Zugehörigkeit zur Tennis-Bundesliga der Herren, bis das Damenteam im Jahre 2005 in die Bundesliga aufstieg und man sich auf dessen Förderung verlegte. In den darauffolgenden Jahren 2006 und 2007 konnten die Damen den deutschen Meistertitel erringen, 2008 folgte die deutsche Vizemeisterschaft.
  • Der Karlsruher Rock ’n’ Roll-Club RRC Golden-Fifties Karlsruhe e. V. ist einer der größten deutschen Rock ’n’ Roll-Clubs. Aushängeschild des Vereins sind die Boogie-Formation „Boogie@Motion“ (Weltmeister 2007, Vizeweltmeister 2005, deutscher Vizemeister 2005 und 2006) sowie die Rock ’n’ Roll-Formation „Gofi-Team“ (deutscher Vizemeister 2004 und Vizeweltmeister 2003 und 2004). In der Vergangenheit richtete der Verein in Zusammenarbeit mit der KMK wiederholt bedeutende internationale Turniere in der Europahalle aus.
  • Die Kanurennsportler des Vereins Rheinbrüder Karlsruhe erreichten zahlreiche deutsche Meistertitel und mehrere Medaillengewinne bei Weltmeisterschaften.
  • Der TSV Grünwinkel 1862 e. V. ist erfolgreich vor allem im Bereich Indiaca und kann einige Meistertitel sowie das einmal im Jahr stattfindende Beachindiaca-Turnier verzeichnen, welches zu den größten deutschlandweit zählt.
  • Die 1. AFC Badener Greifs wurden 1982 in Eggenstein gegründet. 1986 bis 1993 spielte die Mannschaft in der 1. Bundesliga für American Football. 1987 konnte die deutsche Vizemeisterschaft errungen werden.
  • Mit dem Karlsruher SV hat Karlsruhe einen Verein, der in der Rugby-Verbandsliga Baden-Württemberg spielt.
  • Karlsruhe ist Sitz des Reitinstituts von Neindorff, gegründet von Egon von Neindorff, einer der wichtigsten Stätten der Bewahrung und Ausbildung in klassischer Reitkunst.
  • Der SC 147 Karlsruhe wurde im Jahr 2004 gegründet und spielt seit der Saison 2006/07 in der 2. Snooker-Bundesliga.
  • Der PBC Karlsruhe wurde 1989, 1991 und 1993 Deutscher Poolbillard-Mannschaftsmeister.
  • Der TanzSportClub TSC Astoria Karlsruhe e. V. hat eine Rollstuhl-Tanzgruppe, die von der Deutschen Vizemeisterin im Rollstuhltanz Standard und Latein Andrea Naumann trainiert wird.[125]

Bedeutende, jährlich stattfindende sportliche Ereignisse sind:

  • ein internationales Hallenleichtathletikmeeting, das zuletzt unter dem Namen Indoor-Meeting firmierte und in der Europahalle stattfindet, sowie
  • der Baden-Marathon.

Andere bedeutende Sportveranstaltungen in Karlsruhe waren und sind:

  • 1989 fanden die World Games, also die Weltspiele der nicht-olympischen Sportarten, mit 1965 Teilnehmern in 19 Sportarten in Karlsruhe statt.
  • 1987 und 2005 war Karlsruhe Etappenort der Tour de France.
  • 2004 und 2006 war Karlsruhe Gastgeber der Deutschland Tour, 2004 als erste Etappe, 2006 als Ziel der Schlussetappe.
  • Karlsruhe ist der Geburtsort der modernen Variante des slawischen Spiels Gorodki mit leichten Wurfstöcken aus robustem Plastik. Hier gibt es zwei der modernsten Spielplätze der Welt. 2006 fand in Karlsruhe die Gorodki-Weltmeisterschaft statt. Teilnehmerländer waren Deutschland, Finnland, Russland, Schweden, Ukraine und Weißrussland.
  • 2008 fanden die Special Olympics, Deutschlands größtes Sportereignis für Menschen mit geistiger Behinderung, in Karlsruhe statt.

In Karlsruhe gibt es eine große Sportkletterszene. Dies ist vor allem den nahegelegenen Sportklettergebieten wie Battert, Murgtal, Südpfalz oder Schriesheim zu verdanken. Zwei Kletterhallen ermöglichen das Training auch im Winter. Neben The Rock, einer privat betriebenen Halle beim Westbahnhof, hat der DAV Sektion Karlsruhe sein Kletter- und Sektionszentrum im Traugott-Bender-Sportpark in der Waldstadt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Georg Patzer: Kleine Geschichte der Stadt Karlsruhe. G. Braun, Karlsruhe 2004, ISBN 978-3-7650-8322-8
  • Hubert Doerrschuck, Herbert Meininger: Karlsruhe. Stadtgeschichte und Bilddokumentation. G. Braun, Karlsruhe 1984, ISBN 3-7650-8041-1
  • Stadt Karlsruhe Stadtarchiv (Hrsg.): Karlsruhe. Die Stadtgeschichte. Badenia, Karlsruhe 1998, ISBN 3-7617-0353-8
  • Erich Keyser: Badisches Städtebuch. Kohlhammer, Stuttgart 1959 (Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte., Band IV 2)
  • Claudia Pohl: Kunst im Stadtraum. Skulpturenführer für Karlsruhe. Info Verlag, Karlsruhe 2006, ISBN 3-88190-399-2.
  • Landesarchivdirektion Baden-Württemberg (Hrsg.): Regierungsbezirk Karlsruhe. Kohlhammer, Stuttgart 1976 (Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden., Band V), ISBN 3-17-002542-2
  • Jens M. Möller: Mythos einer Sonnenstadt Gmelin, 1995, ISBN 3-926253-91-6
  • Rolf-Heiner Behrends (Hrsg.): Faustkeil – Urne – Schwert. Archäologie in der Region Karlsruhe. Badenia Verlag Karlsruhe 1996. ISBN 978-3-89735-305-3.
  • LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (Hrsg.): Naturführer Karlsruhe. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2006. ISBN 978-3-89735-424-1.
  • Horst F. Pampel: Karlsruhe – Zwischen den Zeilen der Chronik. Karlsruhe o. J. (1988).
  • Horst F. Pampel: Karlsruhe – 275 Jahre Perspektiven, Perioden und Persönlichkeiten. Karlsruhe o. J. (1990).
  • Peter Pretsch / Meinrad Welker: Carl Benz und Carlsruhe, Stadtarchiv Karlsruhe; Förderverein Karlsruher Stadtgeschichte, Karlsruhe: INFO Verlag 2011 ISBN 978-3-88190-640-1
  • Jürgern Stude: Geschichte der Juden im Landkreis Karlsruhe. Hrsg. vom Landkreis Karlsruhe. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 1997. ISBN 978-3-929366-67-9.
  • Heinz Schmitt (Hrsg.): Juden in Karlsruhe. Beiträge zu ihrer Geschichte bis zur nationalsozialistischen Machtergreifung. Badenia-Verlag, Karlsruhe 1988. ISBN 978-3-89735-339-8.
  • Klaus Lehmann: Karlsruhe in der Welt, 2006, ISBN 3-8334-3674-3
  • David Depenau, Ernot Drücke: Karlsruhe einst und heute – Vergleichende Stadtansichten, verlag regionalkultur, ISBN 3-89735-461-6.
  • Alltag in Karlsruhe. Vom Lebenswandel einer Stadt durch drei Jahrhunderte. Badenia-Verlag, Karlsruhe 1990, ISBN 3-7617-0262-0.
  • Literatur von Karlsruhe im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Karlsruhe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Karlsruhe – in den Nachrichten
 Wikisource: Karlsruhe – Quellen und Volltexte
 Wiktionary: Karlsruhe – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikivoyage: Karlsruhe – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. EU-Kommission: Karlsruhe Spitze im Bereich IT. In: Stadtzeitung Karlsruhe vom 23. Mai 2014
  3. a b Stadt Karlsruhe: Geographische Angaben, abgerufen am 5. Juni 2012
  4. Daten des Deutschen Wetterdienstes, Stand 27. Januar 2012. Zip-Datei abgerufen unter Langjährige Mittelwerte am 17. August 2012
  5. Das Klima in Karlsruhe. Abgerufen am 7. Juni 2011.
  6. Der Internationale Klimaindex – Klimatabelle Deutschland. Abgerufen am 29. August 2011.
  7. Niederschlagsverteilung in Südwestdeutschland. Abgerufen am 29. August 2011.
  8. Klimatabelle von Karlsruhe. Abgerufen am 27. März 2013.
  9. Bürgerverein Grünwinkel: Grünwinkel. Info Verlag, 2009, ISBN 978-3-88190-539-8.
  10.  Ulrich Brandl, Emmi Federhofer: Ton+Technik - Römische Ziegel. In: Schriften des Limesmuseums Aalen. Nr. 61, Theiss, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-8062-2403-0.
  11. a b Daten und Fakten 2011. Karlsruher Amt für Stadtentwicklung, S. 2, abgerufen am 9. Februar 2012 (PDF; 4,8 MB).
  12. karlsruhe.de
  13. Karl Gustav Fecht: Geschichte der Stadt Durlach. Verlag Adolph Emmerling, Heidelberg 1869
  14. Stadtchronik Karlsruhe 1870–1879, abgerufen am 27. Juli 2014.
  15. Badisches Landesmuseum Karlsruhe (Hrsg.): Baden! 900 Jahre – Geschichten eines Landes. Info-Verlag, Karlsruhe 2012, ISBN 978-3-937345-56-7, S. 316.
  16. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Bd. I, Bonn 1995, S. 51, ISBN 3-89331-208-0
  17. a b Erich Lacker: Zielort Karlsruhe. Die Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs; Bd. 18). 2., verbesserte und erweiterte Auflage, Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2005, ISBN 3-89735-408-X, S. 149.
  18. Stadtchronik Karlsruhe 1940–1949, abgerufen am 25. Juli 2014.
  19. Stadt Karlsruhe: Neureuter Chronik, abgerufen am 7. Juni 2012
  20. ICSC European Shopping Centre Awards 2007. S. 5, abgerufen am 5. September 2011 (PDF; 5,9 MB, englisch).
  21. Orte der Vielfalt - Karlsruhe. Mai 2009, abgerufen am 16. Juni 2011.
  22. Spatenstich zur Kombilösung ist erfolgt. ka-news, 21. Januar 2010, abgerufen am 16. Juni 2011.
  23. Die Zukunft fest im Blick: Spatenstich für die Kombilösung. In: http://www.diekombiloesung.de/. Abgerufen am 27. Juli 2014.
  24. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg: Bevölkerungsstand seit 2009 (vierteljährlich): Karlsruhe (Stadt), abgerufen am 4. Februar 2013
  25. a b c Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung: Daten und Fakten. 38. Ausgabe, August 2013, S. 14–15
  26. a b Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung: Arbeitsmarkt 2011 – Informationsservice Statistik Aktuell Januar 2012 (PDF; 710 kB), abgerufen am 22. Juli 2012
  27. Stadt Karlsruhe: Statistisches Jahrbuch 2011, S. 21 u. 93 (PDF; 12 MB)
  28. Städtetest der Wirtschaftswoche: Karlsruhe schneidet gut ab. ka-news, 27. Januar 2011, abgerufen am 21. Juni 2013 (Städteranking 2010 der Wirtschaftswoche, Abschnitt Karlsruhe).
  29. Der Privilegienbrief von 1715 für die Siedler in Karlsruhe. Stadt Karlsruhe, abgerufen am 7. August 2012.
  30. Bevölkerung in Karlsruhe nach der Religionszugehörigkeit. In: Statistisches Jahrbuch der Stadt Karlsruhe. Stadt Karlsruhe, S. 49, abgerufen am 25. Januar 2014 (PDF; 407,1 kB, Stand: 31. Dezember 2011).
  31. Deutsche Bischofskonferenz: Übersicht über die Deutschen Katholikentage (PDF; 353 kB), abgerufen am 7. August 2012
  32. Übersicht über die Naturschutzgebiete in Karlsruhe. In: www.karlsruhe.de. Abgerufen am 24. Juli 2014.
  33. Naturschutzgebiete. In: www.karlsruhe.de. Abgerufen am 24. Juli 2014.
  34. SPD stellt Karlsruher Oberbürgermeister. In: faz.net vom 2. Dezember 2012
  35. Stadt Karlsruhe: Dr. Frank Mentrup wird Karlsruhes neues Stadtoberhaupt, abgerufen am 2. Dezember 2012
  36. Internetseite der Stadt Karlsruhe
  37. Wahl zum Europäischen Parlament und Kommunalwahlen am 7. Juni 2009. Gemeinderat Karlsruhe - Amtliches Endergebnis - Sitzverteilung. Abgerufen am 7. Juni 2011.
  38. Städtepartnerschaften aktuell. Abgerufen am 7. Juni 2011.
  39. Teil 4 Rechenschaftsbericht zum Jahresabschluss 2009. Abgerufen am 23. Juni 2011 (PDF; 213 kB).
  40. Schulden der Stadt Karlsruhe seit 1983 in 1.000 Euro. Abgerufen am 23. Juni 2011.
  41. Steuer: Grundsteuer. Abgerufen am 23. Juni 2011.
  42. "Grundsteuer wird erhöht" - Was ist eigentlich der Hebesatz? Abgerufen am 23. Juni 2011.
  43. Gewerbesteuer. Abgerufen am 23. Juni 2011.
  44. Satzung der Stadt Karlsruhe über die Erhebung einer Hundesteuer (Hundesteuersatzung). Abgerufen am 23. Juni 2011.
  45. Satzung der Stadt Karlsruhe über die Erhebung einer Vergnügungssteuer (Vergnügungssteuersatzung). Abgerufen am 23. Juni 2011.
  46. Deutsche Großstädte im Vergleich. Untersuchung für das Jahr 2008 und den Zeitraum von 2003 bis 2008. Abgerufen am 21. Juni 2013 (PDF; 441 kB).
  47. Thomas Scherngel, Michael Barber: Distinct spatial characteristics of industrial and public research collaborations: Evidence from the 5th EU Framework Programme. S. 13-15, abgerufen am 7. Juni 2011 (PDF; 698 kB, englisch).
  48. Karlsruhe: Webstadtplan mit Umweltzone, abgerufen am 8. Juli 2012
  49. Stadt Karlsruhe: Fragen und Antworten zur Umweltzone, abgerufen am 8. Juli 2012
  50. Auto auf Abruf: Karlsruhe ist Carsharing-Hauptstadt ka-news vom 6. September 2012
  51. bcs-Städtevergleich Stand Anfang Juli 2012, tabellarische Übersicht (PDF, 93 kB), abgerufen am 6. September 2012
  52. Bahnhofskategorien. In: Deutsche Bahn. Abgerufen am 24. Juli 2014.
  53. Die „Kombi-Lösung“ ist durch. 22. September 2002, abgerufen am 10. Januar 2012.
  54. Siehe auch Stadtwiki Karlsruhe
  55. Neue Kosten: Kombilösung muss „berechenbarer“ werden. In: Ka-news vom 23. Oktober 2013
  56. Stadt Karlsruhe bei der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen Baden-Württemberg, abgerufen am 6. März 2012
  57. Landesauszeichnung „Fahrradfreundliche Kommune“ für drei Städte. Abgerufen am 6. März 2012.
  58. Verkehrsentwicklungsplan Karlsruhe - Zustandsanalyse. S. 12, abgerufen am 10. März 2012 (PDF; 1,2 MB).
  59. Karlsruhe: 20-Punkte-Programm zur Förderung des Radverkehrs. Abgerufen am 8. Juli 2012.
  60. Stadt Karlsruhe, Stadtplanungsamt: Zwischenstand und Fortschreibung des 20-Punkte-Programms zur Förderung des Radverkehrs in Karlsruhe. Karlsruhe 2013
  61. Karlsruhe: Fahrradstation am Hauptbahnhof. Abgerufen am 8. Juli 2012.
  62. Güterumschlag der Binnenschifffahrt 2011 um 7 Prozent gesunken. Pressemitteilung Nr. 163/2012 des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg vom 22. Mai 2012, abgerufen am 2. Februar 2013.
  63. Statistisches Bundesamt: Statistisches Jahrbuch 2012, S. 590 (PDF online)
  64. Rheinhafen Karlsruhe: Das Hochwasser-Sperrtor, abgerufen am 21. Juli 2012
  65. Stadt Karlsruhe – Stadtarchiv (Hrsg.): Karlsruhe. Die Stadtgeschichte. Badenia, Karlsruhe 1998, ISBN 3-7617-0353-8, S. 312 f.
  66. Geschichte der Bundesanstalt für Wasserbau (PDF, 76 kB), abgerufen am 21. Juli 2012
  67. Ort des Monats: DFS Deutsche Flugsicherung Karlsruhe, Newsletter Stadtmarketing Karlsruhe vom Dezember 2012
  68. Passagieraufkommen Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden. Abgerufen am 7. Juni 2012 (PDF; 36 kB).
  69. Stadt Karlsruhe Stadtarchiv (Hrsg.): Karlsruhe. Die Stadtgeschichte. 1998, S. 392 ff.
  70. Naturschutzgebiet Alter Flugplatz Karlsruhe. Abgerufen am 7. Juni 2012 (PDF; 2,2 MB).
  71. Karlsruher Wirtschaftsspiegel 2010/2011, S. 65 (PDF; 504 kB)
  72. IT-Region. Abgerufen am 25. Februar 2012.
  73. Staatliche Münzen Baden-Württemberg. Abgerufen am 7. Juni 2011.
  74. Stora Enso: Das Werk Maxau auf einen Blick , abgerufen am 25. Februar 2012
  75. Wer zu wem: Firmenprofil L’Oréal, abgerufen am 22. Juli 2012
  76. Team Ratgeber: Recht, Das Erste.de, abgerufen am 24. Juli 2012
  77. laut IVW, zweites Quartal 2014, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  78. Stadt Karlsruhe: Karlsruhe ist Deutschlands Internet-Hauptstadt 2003, abgerufen am 25. Februar 2012
  79. ka-news.de: KA-WLAN loggt ein: Ab sofort surft Karlsruhe frei!, abgerufen am 6. Mai 2014
  80. Omaha Wiki:Largest City Wikis, archivierte Version vom 13. April 2009
  81. Stadt Karlsruhe – Stadtarchiv: Karlsruhe. Die Stadtgeschichte. 1998, S. 589 ff.
  82. Oberfinanzdirektion Karlsruhe, abgerufen am 15. August 2012
  83. service-bw: Landesoberkasse Baden-Württemberg, abgerufen am 15. August 2012
  84. Noch nicht weg: Kreiswehrersatzamt Karlsruhe macht im November dicht. Ka-news.de vom 9. Juli 2012
  85. Regierungspräsidium Karlsruhe: Referat 84 – Erstaufnahmeeinrichtung, Ausländerbehörde, Aufnahme und Verteilung, abgerufen am 25. August 2012
  86. Daten und Fakten 2011. Karlsruher Amt für Stadtentwicklung, S. 34, abgerufen am 11. Februar 2012 (PDF; 4,8 MB).
  87. DRF Luftrettung: Die Station Karlsruhe in Baden-Württemberg, abgerufen am 27. Mai 2012
  88. Studierende in Karlsruhe. In: Statistisches Jahrbuch der Stadt Karlsruhe 2011. Stadt Karlsruhe, S. 211, abgerufen am 8. Juli 2012 (PDF; 12 MB).
  89. Stadt der jungen Forscher 2012: Karlsruhe , abgerufen am 14. August 2012
  90. "Stadt der Wissenschaft": Karlsruhe zählt zu den Gewinnern. Stadtzeitung Karlsruhe vom 11. Mai 2012
  91. siehe Liste der Korporativ Fördernden Mitglieder der Max-Planck-Gesellschaft
  92. Stand: 2011/2012. KIT: Daten und Fakten, abgerufen am 25. Februar 2012
  93. Stadt Karlsruhe: Studenten- und Wissenschaftsstadt, abgerufen am 25. Februar 2012
  94. Schmach für Uni KarlsruheVorlage:Webarchiv/Wartung/Nummerierte_Parameter
  95. DHBW Karlsruhe: Zahlen – Daten – Fakten, abgerufen am 9. April 2014
  96. Grundschulen in Karlsruhe. Abgerufen am 23. Juni 2011.
  97. Sonderschulen in Karlsruhe. Abgerufen am 23. Juni 2011.
  98. Schulen in Karlsruhe. Abgerufen am 23. Juni 2011.
  99. Gymnasien in Karlsruhe. Abgerufen am 23. Juni 2011.
  100. Unternehmensprofil der Führungsakademie Baden-Württemberg, abgerufen am 2. Juni 2012 (PDF; 146 kB)
  101. Gemeinsame Startseite der Seminare in Karlsruhe, abgerufen am 2. Juni 2012
  102. Zivildienstschule Karlsruhe: Tschüss Zivi - Hallo Bufdi. ka-news vom 11. Juli 2011.
  103. Rückbauprojekte der Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe Rückbau- und Entsorgungs-GmbH, abgerufen am 14. August 2012
  104. Offizielle Website des saai, abgerufen am 2. Juni 2012
  105. Stadt Karlsruhe: Geschichte des Stadtarchivs Karlsruhe, abgerufen am 12. Juli 2012
  106. Internetauftritt des Stadtarchivs Karlsruhe
  107. Landkreis Karlsruhe: Kreisarchiv, abgerufen am 12. Juli 2012
  108. Landeskirchliches Archiv Karlsruhe, abgerufen am 12. Juli 2012
  109. Bibliotheken in Karlsruhe, Stadt Karlsruhe, abgerufen am 17. Juli 2011
  110. Die Bibliothek in Zahlen – 2010, abgerufen am 18. Juli 2011
  111. Pädagogische Hochschule Karlsruhe: Hochschulbibliothek, abgerufen am 18. Juli 2011
  112. Wissenschaftliche Bibliotheken, Stadt Karlsruhe, abgerufen am 18. Juli 2011
  113. Amerikanische Bibliothek, Stadt Karlsruhe, abgerufen am 17. Juli 2011
  114. Kunstbibliothek der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe, abgerufen am 17. Juli 2011
  115. Die Bibliothek des Bundesverfassungsgerichts, abgerufen am 17. Juli 2011
  116. Die Bibliothek des Bundesgerichtshofs, abgerufen am 17. Juli 2011
  117. Die Kurbel wird geschlossen - für immer. 30. Juli 2010, abgerufen am 24. August 2010.
  118. Die „neue“ Kurbel dreht weiter. ka-news, 21. Oktober 2010, abgerufen am 5. Juni 2011.
  119. a b c d Besucher der Museen, Sammlungen und Ausstellungen - Teil I. Abgerufen am 7. August 2011.
  120. Offizielle Website des CSD Karlsruhe e. V. Abgerufen am 24. April 2012.
  121. Lichterfest: Wenn der Stadtgarten leuchtet. Abgerufen am 31. August 2011.
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