Heckscheibenheizung

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Typisches Piktogramm

Die Heckscheibenheizung ist ein übliches Ausstattungsmerkmal eines Kraftfahrzeuges. Sie wird in fast allen Personenkraftwagen serienmäßig eingebaut und wurde Anfang der 1960er Jahre von Heinz Kunert entwickelt.[1]

Gesetzliche Regelung[Bearbeiten]

In Deutschland ist sie indirekt durch § 35a Abs. 2 StVZO vorgeschrieben: „Für den Fahrzeugführer muss ein ausreichendes Sichtfeld unter allen Betriebs- und Witterungsverhältnissen gewährleistet sein.“

Aufbau und Funktion[Bearbeiten]

Die elektrische Heckscheibenheizung kann (mindestens) auf zweierlei Arten realisiert werden. Zum einen können die Heizdrähte von innen auf die Scheibe aufgedruckt werden, das ist eine preisgünstig herzustellende Variante. Hier sind die Heizleitungen durch die Oxidschicht meist rot und etwa 1 bis 2 mm dick und werden von manchen als störend empfunden. Auch sind sie ungeschützt vor Beschädigung durch spitze oder scharfe Gegenstände im Auto. Sie lassen sich aber reparieren - da sie frei zugänglich sind.

Eine andere Variante der Heckscheibenheizung besteht darin, die Drähte nicht aufzudrucken, sondern zwischen die beiden Lagen einer Verbundglasscheibe tatsächliche Drähte einzubringen. Diese können hier wesentlich dünner als 1 mm ausfallen und sind daher optisch weniger störend. Nachteilig ist der hohe Herstellungsaufwand und damit der hohe Preis einer solchen Scheibe. Auch lässt sich ein durch Alterung beschädigter Heizdraht nicht reparieren, da er ja zwischen zwei Scheiben liegt. Vor Beschädigung durch Spitzes oder Scharfes im Innenraum sind die Drähte aber geschützt.

Die Heckscheibenheizung in der Variante "Draht zwischen zwei Verbundglasscheiben" tauchte im Januar 1964 erstmals als Code 248 in den Aufpreislisten [2] der Daimler-Benz AG auf. Auf Oldtimertreffen bekommt man eine solche heizbare Heckscheibe auch heute noch gelegentlich zu sehen.

Die Heckscheibenheizung in der Variante "aufgedruckte Leiterbahnen" wurde Ende der 1960er Jahre bei der Ford Motor Company entwickelt. 1974 wurde sie erstmals serienmäßig in die Fahrzeuge der Marke Lincoln eingebaut. Sie besteht aus dünnen, elektrischen Heizleitungen, welche auf der Innenseite der Heckscheibe aufgebracht sind. Durch das Einschalten der Heckscheibenheizung fließt Strom hindurch, wodurch sie sich aufgrund des elektrischen Widerstands erwärmen. Dadurch wird ein Vereisen oder Beschlagen durch Verschieben des lokalen Taupunktes an der Scheibe vermieden. Bei manchen Fahrzeugen dienen die Heizleiter auch als Antenne für das Radio. Schadhafte Stellen bzw. Unterbrechungen in den Heizleitern können bei eingeschalteter Heckscheibenheizung Störungen im Radio verursachen[3].

Wird eine aufgedruckte Heizleitung unterbrochen, ist eine Reparatur durch Lack mit darin suspendiertem Silberpulver (Leitlack) möglich.

Die Stromversorgung erfolgt aus dem Bordnetz. Eine durchschnittliche Heckscheibenheizung hat eine Leistung von ca. 150W. Der dauerhafte Betrieb der Heckscheibenheizung ist mit einem Kraftstoffmehrverbrauch von ungefähr 0,13 Litern pro 100 Kilometer verbunden, da die Lichtmaschine eine höhere Leistung erbringen muss.[4] Aus diesem Grund verfügen viele Heckscheibenheizungen über eine zeitgesteuerte Abschaltautomatik.

Fachliteratur[Bearbeiten]

  • Rudolf Hüppen, Dieter Korp: Autoelektrik alle Typen. 7. Auflage, Motorbuchverlag, Stuttgart 1972, ISBN 3-87943-059-4

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Erich Kupfer: VdM-Kollege Dr. Heinz Kunert gestorben. Meldung beim Verband der Motorjournalisten
  2. Liste der Sonderausstattungscodes von Mercedes
  3. Heckscheibenheizung stört Radioempfang
  4. LEIFI: Erhöhter Benzinverbrauch durch Einschalten der Heckscheiben-Heizung