Heilige Schar (Theben)

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Hans Jakob Oeri: Die Theabaische Schaar, Lithografie, um 1840.

Die Heilige Schar war eine Eliteeinheit der antiken thebanischen Streitkräfte, die aus 150 männlichen Liebespaaren bestand und von dem thebanischen Feldherrn Gorgidas gegründet wurde. Sie stellte den Kern der thebanischen Phalanx dar.

Es wurden ausschließlich Liebespaare ausgewählt, um den Zusammenhalt der Truppe zu maximieren. Die Kampfkraft der Einheit dürfte aber eher dadurch entstanden sein, dass die Mitglieder Berufssoldaten waren – die einzigen Vollzeit-Bürgerhopliten außer denen Spartas. Sie vereinten also den professionellen Aspekt des Söldners mit dem des antiken Bürgers, der von Idealen motiviert war. Dieser zweite Aspekt sollte durch die starke Bindung an den persönlichen Kampfgenossen verstärkt werden. Die Idee fand wenige Jahrzehnte später ein Pendant in den Gefährten zu Fuß Alexanders des Großen.

Schon unter Gorgidas bildete die Heilige Schar eine Eliteeinheit innerhalb der thebanischen Truppen. Später unter Pelopidas, nachdem die Heilige Schar bei Tegyra gesiegt hatte, wurde sie zu einer Art persönlichen Leibgarde des Pelopidas und spielte für 33 Jahre eine bedeutende Rolle in der griechischen Infanterie. Auch in der Schlacht bei Leuktra hatte die Heilige Schar großen Anteil am Sieg Thebens über Sparta.

Geschlagen und fast völlig vernichtet (bis auf 46 Mann) wurde die Heilige Schar in der Schlacht von Chaironeia – der Schlacht, mit der Philipp II. von Makedonien die Unabhängigkeit der griechischen Stadtstaaten beendete.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Paul Walter Ludwig: Eros and Polis: Desire and Community in Greek Political Theory. Cambridge 2002.
  •  Victor Alonso, Klaus Freitag: Prolegomena zur Erforschung der Bedeutung der Eliteeinheiten im archaischen und klassischen Griechenland. In: Gerión. 19, 2001, ISSN 0213-0181, S. 199–219 (pdf).
  •  Daniel Ogden: Homosexuality and Warfare in ancient Greece. In: Alan B. Lloyd (Hrsg.): Battle in Antiquity. Duckworth, London 1996, ISBN 0-7156-2695-7, S. 107–168.
  • David Leitao: The Legend of the Sacred Band. In: Martha C. Nussbaum, Juha Sihvola (Hrsg.): The Sleep of Reason. Erotic Experience and Sexual Ethics in Ancient Greece and Rome. University of Chicago Press, Chicago 2002, ISBN 0-226-60914-6, S. 143–169.