Schlacht von Chaironeia

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt die erste Schlacht von Chaironeia um 338 v. Chr. Für die Zweite Schlacht bei Chaironeia um 86 v. Chr siehe dort.
Schlacht von Chaironeia
Teil von: Makedonische Kriege
Datum 2. August 338 v. Chr.
Ort bei Chaironeia
Ausgang Entscheidender makedonischer Sieg
Konfliktparteien
Makedonien Athen
Theben
Befehlshaber
Philipp II. Chares
Truppenstärke
ca. 30.000 Mann ca. 30.000 Mann
Verluste
unbekannt ca. 2.000 Tote
ca. 8.000 Gefangene

Die Schlacht von Chaironeia im August des Jahres 338 v. Chr. besiegelte mit der Niederlage der Allianz um Athen und Theben die Hegemonie Makedoniens über Griechenland.

Das makedonische Heer, das wie das griechische etwa 30.000 Mann zählte, führte Philipp II. an. Dessen Sohn Alexander trat erstmals in Erscheinung und kommandierte die berittenen Truppen auf der linken Flanke des Heeres. Die Allianz der griechischen Poleis ging maßgeblich auf Bemühungen des athenischen Redners und Politikers Demosthenes zurück und umfasste laut Schätzungen etwa 10.000 (allerdings unerfahrene) athenische Hopliten auf der linken Flanke, die Verbündeten und Söldner in der Mitte der Formation sowie als Hauptstreitmacht die thebanischen Truppen, einschließlich der berühmten Heiligen Schar (300 Elitesoldaten), auf der äußeren rechten Flanke.

Die Athener und Verbündeten gingen zu Beginn der Schlacht ziemlich ungeordnet vor, während sich die makedonische Phalanx geordnet und nur scheinbar zurückgezogen hatte. Die Truppe der Thebaner hielt zunächst die Formation bei, wodurch sich eine Lücke in der antimakedonischen Truppe eröffnete, in die nun Alexander mit seiner berittenen Truppe von der linken Flanke verheerend einfiel; anschließend setzte die gefürchtete makedonische Phalanx wieder vor. Dabei haben sich einige Teile des griechischen Heeres abgesetzt oder sind geflohen, die thebanische Heilige Schar jedoch hielt dem Angriff stand und verlor fast 250 ihrer 300 Mann. Mithin war die Niederlage verheerend. Die Truppen der Athener sowie Thebaner verloren insgesamt um die 2000 Mann und etwa 4000 Hopliten gerieten in Gefangenschaft [1]. Die Makedonen hatten nur relativ wenige Tote zu beklagen; es war Alexanders erster großer Sieg, doch scheint er von Philipp nicht dafür ausgezeichnet worden zu sein.

Die besiegten Griechen wurden recht schonend behandelt. Das unterlegene Athen durfte seine demokratische Verfassung behalten; erst nach der Niederlage im Lamischen Krieg 322 v. Chr. bestanden die Makedonen auf der Abschaffung der Demokratie. Theben erhielt jedoch einen Straffrieden, der eine makedonische (oligarchische) Besatzung zur Folge hatte. Im Herbst 335 v. Chr. wurde es schließlich von Alexanders Truppen zerstört, weil es nach dem Mord an Philipp glaubte, die Makedonen schlagen zu können. Die gute Behandlung Athens lässt sich vermutlich damit erklären, dass Philipp II. Athen aufgrund seiner panhellenischen Propaganda nicht zerstören wollte und auch kein Machtvakuum entstehen lassen wollte. Zudem brauchte er für seinen geplanten Persienfeldzug die Seeflotte Athens.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Warry, J. (1995). Warfare in the Classical World. University of Oklahoma Press. S.69

Literatur[Bearbeiten]

Die Schlacht wird in jeder einschlägigen Darstellung der Zeit Philipps und Alexanders behandelt.

  • Peter Green: Alexander of Macedon. Nachdruck, Berkeley u.a. 1991, S. 68ff.
  • Siegfried Lauffer: Alexander der Große. 3. Aufl., München 1993, S. 32f. (mit Quellenüberblick).