Heinrich Höfer

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Johann Heinrich Höfer (* 22. Oktober 1825 in Eisfeld; † 10. Februar 1878 in München) war ein deutscher Landschafts- und Porträtmaler.

Leben[Bearbeiten]

Heinrich Höfer, jüngster Sohn eines Tuchmachers, erlernte in Eisfeld/Thüringen das Handwerk des Porzellan- und Pfeifenkopfmalers. Bereits mit vierzehn Jahren hatte er den Vater verloren und musste zum Unterhalt der Familie beitragen. Mit 25 Jahren zog es ihn hinaus in die Ferne, um ein richtiger Kunstmaler zu werden, zunächst nach Prag und Wien, schließlich in die Kunstmetropole München (1858).[1] Er freundete sich dort mit dem gleichaltrigen Allgäuer Landschaftsmaler Karl Millner an, der ihn in die Landschaftsmalerei einführte und ihm seine eigenen Vorbilder Carl Rottmann und Eduard Schleich der Ältere nahebrachte.[2]

Um Motive für seine idealen Landschaften zu sammeln, unternahm Heinrich ausgedehnte und oft beschwerliche (Fuß-)Reisen. Sie führten ihn ins bayrische Voralpenland, nach Österreich bis in die Steiermark und ins Berner Oberland in der Schweiz. Seine Reisekosten deckte er soweit möglich damit, lokale Prominenz zu porträtieren.[3]

Selbstbildnis ca. 1865

Heinrich Höfer wurde ein versierter und anerkannter Landschaftsmaler, dessen Werke sich gut auch ins Ausland verkaufen ließen. Er wurde in den Münchner Kunstverein aufgenommen. 1867 ehelichte er die Arzttochter Mathilde Nenninger aus Eisfeld. Aus dieser Ehe gingen zwei Söhne hervor; der eine Wilhelm, wurde Arzt, der andere Künstler: der spätere Scholle-Maler und Jugend-Illustrator Adolf Höfer. In der Münchner Gabelsbergerstraße erwarb Heinrich ein dreigeschossiges Wohnhaus, in dem die Familie den ersten Stock bewohnte; später ließ er ein Rückgebäude mit sechs Malerateliers errichten.

Über die Mieteinnahmen war die Familie nun finanziell abgesichert. Dies war auch bitter nötig. Denn Mathilde verstarb 1873 und fünf Jahre später Heinrich selbst mit nur 52 Jahren, beide an Tuberkulose. Mit seiner zweiten Frau Amalie, geb. Ruhwandl, ebenfalls Arzttochter aus einer angesehenen Münchner Beamtenfamilie, hatte er noch Gelegenheit zu der lang ersehnten Italienreise.[4] Amalie zog die beiden Söhne aus erster Ehe groß. Sie überlebte ihren Ehemann um fast 40 Jahre und verstarb 1917. Zwei Töchter aus zweiter Ehe starben im Kindesalter an Diphtherie.

Werk[Bearbeiten]

Heinrich Höfer begann als Portraitmaler[5], womit er auch seine Kunstreisen finanzierte. Überliefert sind u. a. zwei Selbstbildnisse sowie Portraits seiner ersten und zweiten Ehefrau und seines Schwiegervaters.

Bekannt und anerkannt ist er vor allem als Landschaftsmaler. Er wird der Münchner Schule und den Chiemsee-Malern zugerechnet und war Mitglied des Kunstvereins in München. Seine Werke werden auch heute noch zu guten Preisen gehandelt.

Seine idealen Landschaften enthalten vor allem alpenländische und Chiemsee-Motive, oft mit den Garmischer Bergen oder den Gletscherbergen des Berner Oberlandes im Hintergrund. Im Mittelgrund ländliche Szenen mit Vieh oder Pferdegespannen und kleinen, detailgenauen Staffagefiguren. In seinen letzten Lebensjahren bevorzugte er Winterlandschaften, vielfach mit spiegelnden Eisflächen.

Auf der Krautinsel im Chiemsee, Aquarell

Seit 1858 zeigte er seine Werke auf Ausstellungen u. a. in München, Berlin, Dresden, Lübeck.[6] Seine Gemälde finden resp. fanden sich in zahlreichen Museen, z. B. im Städtischen Museum Bamberg (Winterlandschaft), im Schlesischen Museum Breslau (Bayr. Gebirgsdorf im Winter), in der oberösterreichischen Landesgalerie Linz (Almhütte im Pinzgau) und im Stadtmuseum Biberach.

Von seinen Reisen brachte er zahlreiche Aquarelle und Zeichnungen mit, die ihm als Vorlagen dienten. Etliche finden sich in der Maillinger-Sammlung des Münchner Stadtmuseums und in der Staatlichen Graphischen Sammlung München.[7]

Literatur[Bearbeiten]

  • Heinrich Höfer. Nekrolog. In: Kunstverein München, Bericht über den Bestand und das Wirken des Kunstvereins in München während des Jahres 1878, München 1879, S. 68-69.
  • Heinrich Höfer, in: Friedrich von Boetticher, Malerwerke des neunzehnten Jahrhunderts, Bd. 1, Dresden 1895, S. 549.
  • Heinrich Höfer. In: Ulrich Thieme, Felix Becker u. a.: Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Band 17, Leipzig 1924, S. 190–191.
  • Heinrich Höfer. In: Bruckmanns Lexikon der Münchner Kunst. Münchner Maler des 19. Jahrhunderts, Bruckmann Verlag Hrsg, Bd. 2, München 1982, S.208 (Horst Ludwig).
  • Horst Ludwig, Idealveduten von Anton Doll und Heinrich Höfer, Weltkunst 57/1987, Nr. 20, S. 2888–2891.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nekrolog, Kunstverein München 1879.
  2. Friedrich von Boetticher, Bd. 1, S. 549.
  3. Briefschaften des Heinrich Höfer
  4. Nekrolog, Kunstverein München 1879.
  5. Nekrolog, Kunstverein München 1879.
  6. Thieme, Becker, Bd. 17/1924, S, 190–191
  7. Thieme, Becker, Bd. 17/1924, S, 190–191

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Heinrich Höfer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien