Himerios

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Himerios (* um 320 Prusias ad Hypium in Bithynien; † nach 383 Athen) war ein bedeutender athenischer Rhetor der Spätantike.

Leben[Bearbeiten]

Himerios wurde um 320 als Sohn des bithynischen Rhetors Ameinias geboren. Seine Kindheit verbrachte er in Prusias, sein Rhetorikstudium in Athen; ob er dort Schüler des Proaeresius war, wie verschiedentlich vermutet worden ist, lässt sich nicht entscheiden. Nach Abschluss seiner Studien begab er sich zunächst nach Konstantinopel und eröffnete dort wohl 343 eine Schule. Bis 352 blieb er in der Hauptstadt, ehe er nach Athen übersiedelte und dort seine Lehrtätigkeit aufnahm. Im Winter 361/362 begab er sich an den Hof Kaiser Julians, weil er sich offenbar eine Stellung bei Hofe erhoffte. Der frühe Tod des Kaisers machte diese – wohl ohnehin übertriebene – Hoffnung aber zunichte. Nach dem Tod Kaiser Julians verliert sich zunächst die Spur des Himerios; er scheint erst gegen 369 nach Athen zurückgekehrt zu sein, und seine Lehrtätigkeit wieder aufzunehmen. Bis zu seinem Tod dürfte er dann Athen nicht mehr verlassen haben.

Werk[Bearbeiten]

Insgesamt haben sich entweder direkt oder in mehr oder weniger ausführlichen Exzerpten (Auszügen) des Photios 74 Reden erhalten. Inhaltlich handelt es sich dabei um Übungsreden aus dem Schulbetrieb, Grußadressen an kaiserliche Beamte sowie Reden zu privaten Anlässen. Himerios zeichnet sich dabei durch einen ausgesprochen Asianischen, mitunter fast poetisch anmutenden Stil aus, der zeittypisch war, später aber wenig Anerkennung gefunden hat.

Ausgaben[Bearbeiten]

  • H. Völker: Himerios. Reden und Fragmente. Wiesbaden 2003.
    Grundlegende Übersetzung der Reden des Himerios mit ausführlicher, den aktuellen Forschungsstand referierenden Einleitung.
  • A. Colonna: Himerius. Declamationes et orationes cum deperditarum fragmentis. Rom 1951.