Haus- und Hobbybrauen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Hobbybrauer)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Als Hausbrauen oder Hobbybrauen bezeichnet man die nichtgewerbliche/private Herstellung von Bier für den Eigenbedarf.[1]

Rechtliches[Bearbeiten]

Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.

In Deutschland dürfen von jedem Bürger bis zu 200 Liter Bier pro Jahr steuerfrei hergestellt werden[2]. Für Mengen, die die Freimenge übersteigen, ist Biersteuer zu entrichten. Für Haus- und Hobbybrauer gilt der ermäßigte Steuersatz für unabhängige Brauereien. In der Schweiz ist das von Privatpersonen mit eigenen Einrichtungen hergestellte, für den Eigenkonsum verwendete Bier von der Biersteuer befreit. In Österreich wird nur gewerblich hergestelltes Bier versteuert.

Brauvorgang[Bearbeiten]

Der grundsätzliche Ablauf beim Hobbybrauen unterscheidet sich nicht von den Abläufen in industriellen Brauereien. Dort erfolgt die Produktion jedoch heute computergesteuert und automatisiert, während Hobbybrauen reine Handarbeit ist. Manche Hobbybrauer investieren jedoch ihr Geld und Aufwand in die (Teil-)automatisierung ihres Brauprozesses. Das Brauen dauert 8-10 Stunden, man benötigt also einen ganzen Tag hierfür, den „Brautag“, wobei auf die gute Vorbereitung zu achten ist. Ein „kurzfristiges“ Nachbestellen beim Versandhandel kann den Brauerfolg durchaus mindern. Die übliche Sudmenge sind 20-25 Liter Bier, aber auch größere Sude sind möglich. Der Arbeitsaufwand hängt wesentlich von der gebrauten Menge ab, hierauf sollte man bei der Auswahl der Geräte den Blick belassen, auch wenn mit speziellen Verfahren (High Gravity) der Ausschlag weiter erhöht werden kann.

Das Bierkitbrauen ist für viele Heimbrauer der Einstieg in ihr Hobby. Beim Brauen mit Bierkits erspart sich der Heimbrauer die Herstellung der Würze. Das „Würzekonzentrat“ (Malzsirup oder -pulver) ist in verschiedenen Gebindegrößen für die meisten gängigen Biersorten im Handel. Das Brauen mit ungehopftem Malzextrakt hat für den Heimbrauer gegenüber Bierkits den Vorteil, dass die Menge des zugegebenen Hopfens selbst bestimmt wird und damit die Herbe und das Aroma des Bieres. Zwar werden etwa zwei Stunden beim Würzekochen benötigt, aber es dauert nicht den ganzen Tag wie das Maischebrauen. Der Extrakt mit 75 % Stammwürze wird zunächst auf die gewünschte Stammwürze verdünnt. Beim anschließenden Würzekochen werden die Hopfenpellets zugegeben und ca. 1,5 Stunden mitgekocht, anschließend lässt man die Würze abkühlen und startet die Gärung.

Das Maischebrau-Verfahren entspricht in weiten Teilen dem heute üblichen gewerblichen Brauens, wenn auch mit anderen Geräten und Werkzeugen.

Hausbräu[Bearbeiten]

Hausbräu (auch Bottich-, Kufen- oder Hausbrauerbier) bezeichnet in Franken und im südlichen Thüringen das Bier, das von ehemals brauberechtigten Privatpersonen (Hausbrauer) im Gemeindebrauhaus oder in der örtlichen Brauerei gebraut wird. Es wird beim Bierfassen als Jungbier in eigenen Fässern abgeholt und zu Hause im Keller oder einem anderen kühlen Ort zum Reifen aufgestellt. Die ungesteuerte Nachgärung und eine Vielzahl von Hausrezepten sorgt für ein breites Spektrum von Geschmacksvarianten eines ursprünglich gleichen Bieres. Vor der Neufassung des Biersteuergesetzes existierte noch die Unterscheidung zwischen Altbrauern (eigener Gerstenanbau und -Anlieferung, biersteuerermäßigt) und Neubrauern (jedermann).

Hausbräu aus Gemeindebrauereien ist heute pro Person und Kalenderjahr bis 200 Liter steuerfrei und nur für den privaten Konsum zugelassen. Hausbräu aus gewerblichen Brauereien ist voll steuerpflichtig, wird aber mit einer Ausnahme ebenfalls nur privat konsumiert. Echtes Hausbräu als Fertigprodukt ist nicht erhältlich. Hausbräu aus neugegründeten Communebrauereien wird auch als Vizinalbier angeboten, was auf die Versorgung der Nachbarschaft und der besonderen Pflegebedürftigkeit dieses Bieres herrührt. Heutzutage sind zum Bezug von Hausbräu keine besondere Rechte mehr erforderlich.

Eine vergleichbare Tradition in der Oberpfalz ist der Zoigl.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hobbybrauer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Beschreibung bei zoll.de
  2. "BierStG, §29 Abs. 2" [1]