Hochzeitsfotografie

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Hochzeitsfotografie ist Anlass-bezogene Fotografie (manchmal als „Eventfotografie“ bezeichnet). Dem Anlass (Hochzeit) entsprechend kann die Hochzeitsfotografie Elemente der Porträtfotografie, der Reportagefotografie oder der Glamour-Fotografie enthalten. Generell hat Hochzeitsfotografie die Aufgabe, das Ereignis als angenehme Erinnerung zu fixieren.

Elemente der Hochzeitsfotografie[Bearbeiten]

Hochzeitsfotografie ist ein typischer Vertreter Inszenierter Fotografie. Der Grad der Inszenierung hängt von den Wünschen des Brautpaares und den Fähigkeiten des Fotografen ab.

  • Porträtfotografie: Natürlich wirkende Porträts in einer entspannten Umgebung (Studio, Park,…) sind typische Vertreter dafür.
  • Reportagefotografie: Der Hochzeitstag enthält viele zeremonielle Elemente (Trauung, Ringetausch, Essen,…). Das fotografische Begleiten dieses Ablaufes ist ein typischer Vertreter dafür.
  • Glamourfotografie: Ein Teil der Hochzeiten wird mit viel finanziellem Aufwand inszeniert. Teil dieser Inszenierung ist oft die Herstellung von Erinnerungsfotos mit viel Glamour. Der Unterschied zur (natürlich wirkenden) Porträtfotografie liegt im Zweck der Bildaussage: Bei der Glamourfotografie soll - ähnlich wie bei der Beautyretusche - das Bild einem vorher festgelegten Schönheitsideal angenähert werden.

Die Grenzen zwischen allen Bereichen sind fließend.

Amateur und Profi[Bearbeiten]

Hochzeitsfotos werden sowohl von Amateurfotografen als auch von Profifotografen hergestellt. Speziell für Amateure existiert eine große Anzahl an Ratgebern. Hier ein Auszug:

„Um die Stimmung und das Ambiente einzufangen werden bei der modernen Hochzeitsfotografie auch sehr viele Details festgehalten, die im Zusammenhang mit der Hochzeit stehen (z. B. Makroaufnahmen der Ringe, Kleidungsdetails, Geschenke, Tischschmuck, Speisen und Getränke, Blumenschmuck - insbesondere der Brautstrauß). Das liegt auch daran, dass viele Brautpaare viel Zeit und Liebe in die Vorbereitung der Hochzeit investieren und dann auch genau diese Details festhalten möchten.“[1]

Der Profifotograf muss auch andere Dinge bedenken. Hier einige Beispiele:

  • Nonverbale Auftragsbeschreibungen sind eher die Regel als die Ausnahme („warum haben sie nicht auf die rosa Schleife geachtet, das ist doch selbstverständlich, dass die nicht verrutschen darf“)
  • dezent Regie führen (Motivgestaltung, Lichtführung,…), aber auch auf Etiketten achten (Pfarrer vorher anrufen und sich vorstellen,…)
  • die Zeremonie in all ihren individuellen Abwandlungen vorher kennen (wer erst reagiert wenn es passiert, fotografiert zu spät)

Ungeachtet dieser Differenzen können bei Amateur und Profi alle genannten Elemente der Hochzeitsfotografie vorhanden sein.

International[Bearbeiten]

Der wesentliche Unterschied zwischen den Hochzeitsfotos verschiedener Länder und Kulturen liegt in den inhaltlichen Details. Verschiedene Bräuche und kulturelle Besonderheiten sorgen für unterschiedliche Wertigkeiten aller Elemente der Hochzeitsfotografie.

Trash the dress[Bearbeiten]

Unter Trash the dress versteht man ein Subgenre der Hochzeitsfotografie, das anders als die klassische Hochzeitsfotografie auf den Gegensatz des eleganten Hochzeitskleids zu außergewöhnlichen Umgebungen wie Schrottplätzen, Graffitiwänden oder alten Fabriken setzt.

Trash the dress im Wasser

Ursprünglich kommt Trash the dress aus den USA. Ende des 20. Jahrhunderts, zu Beginn des 21. Jahrhunderts sollen die ersten Trash-the-Dress-Shootings in Las Vegas stattgefunden haben. John Michael Cooper soll der Urvater dieses Stilmittels sein.[2]

Ihre Wirkung entfalten diese Fotos hauptsächlich durch die Atmosphäre des traditionellen Brautkleides in einer komplett untypischen Umgebung. Beliebte Orte für Trash-the-dress-Fotos sind unter anderem Schrottplätze, Autofriedhöfe, Gewässer, Graffitiwände, alte Fabriken oder Häfen. Auch durch Schminke, Accessoires und „unpassende“ Schuhe wie etwa Gummistiefel kann der Kontrast unterstrichen werden.

Oft werden Trash-the-dress-Fotos nicht anstelle „klassischer“ Hochzeitsfotos, sondern als Ergänzung dazu gemacht.

Durch die genannten Voraussetzungen (Ergänzung zu anderen - professionellen - Hochzeitsaufnahmen; starkes Verschmutzen - ggfl. Beschädigung - der Hochzeitskleidung; der Aufwand von Auswahl und Besuch der Location; vom Mainstream - und damit vom häufigsten Hochzeitsanlass - abweichender Stil; hoher Kostenaufwand usw.) wird dieses Subgenre nur von einer speziellen Klientel genutzt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hochzeitsfotografie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Erfolgreiche Hochzeitsfotografie, Annabel Williams, 2002, S. 18 (ISBN 978-3-87467-786-8)
  2. New York Times - Fashion Weddings