Hypogäum von Ħal-Saflieni
| Hypogäum von Ħal-Saflieni* | |
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| UNESCO-Welterbe |
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| Staatsgebiet: | |
| Typ: | Kultur |
| Kriterien: | iii |
| Referenz-Nr.: | 130 |
| Region: ª | Europa |
| Geschichte der Einschreibung | |
| Einschreibung: | 1980 (Sitzung 4) |
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* Der Name ist auf der Welterbe-Liste aufgeführt. |
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Das Hypogäum von Ħal-Saflieni ist ein im Neolithikum, zwischen 3800 und 2500 v. Chr. auf Malta genutzter unterirdischer Tempel. Es wird seit 1980 von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt und wurde in das Nationale Inventar der Kulturgüter der maltesischen Inseln aufgenommen.
Inhaltsverzeichnis |
Entdeckung[Bearbeiten]
Bereits 1899 stieß man in der maltesischen Stadt Paola beim Bau eines Hauses zufällig auf die unterirdische Tempelanlage (Hypogäum). Die Bauarbeiter brachen beim Bau einer Zisterne durch das Dach der mittleren Ebene. Der Fund wurde jedoch erst 1902 den Behörden gemeldet, da die Bauherren ein Unterbrechen der Bauarbeiten befürchteten. Sie behielten Recht: Die Bauarbeiten wurden nach dem Bekanntwerden der sensationellen Entdeckung augenblicklich gestoppt. Inzwischen sind vier Häuser wieder abgerissen worden, um vollen Zugang auf den unterirdischen Tempel zu haben. In den Höhlen wurden Skelette von rund 7000 Menschen gefunden.
Aufbau[Bearbeiten]
Das Hypogäum von Ħal-Saflieni ist eine Art Labyrinth vieler unterirdischer Gänge, Hallen und Nischen, welches sich über drei Ebenen erstreckt. Die oberste Ebene liegt etwa auf Höhe des heutigen Straßenniveaus; die mittlere und untere Ebene liegen unter der Erde. Die Gänge wurden mit Stein- und Knochengeräten bis zu 10,6 Meter tief in den weichen Kalkstein getrieben und über etwa 1300 Jahre sukzessiv erweitert. Die Gesamtfläche beträgt rund 500 m². Die Wände und Decken sind teilweise mit ockerfarbenen Malereien, bestehend aus dekorativen, gewundenen Rankenmustern und Scheiben, geschmückt. In dem als „Orakelkammer“ bezeichneten Raum befinden sich Spiralen aus rotem Ocker, die wie ein Pflanzenmuster wirken. Weiterhin trifft man in den benachbarten Räumen auf eine Kombination von Scheiben, Sechsecken und Halbspiralen. Besonders beeindruckend ist ein Raum, der als „Allerheiliges“ bezeichnet wird. Dort wurde vollständig eine Fassade mit Schwelle und Orthostaten in den Fels gehauen. An der Decke des Raumes bildet ein Kraggewölbe den Abschluss. Im Boden befindet sich eine V-förmige Eintiefung mit einem Verschlusspropfen, die wahrscheinlich für Trankopfer genutzt wurde.
Funde[Bearbeiten]
Außer Altären fand man in den Nischen Skelettreste und die kleine, aber berühmte Skulptur der „Schlafenden Dame“ oder „Schlummernden Priesterin“. Die Skulptur ist lediglich 12,2 cm lang. Trotz ihrer Winzigkeit wirkt sie monumental. Sie kann, wie auch einige dekorierte Steinreliefs von anderen archäologischen Fundstätten Maltas, im Archäologischen Museum in Valetta besichtigt werden.
Deutung[Bearbeiten]
Bei dem Hypogäum handelt es sich um eine Begräbnisstätte. Die Tatsache, dass die hier, wie die meisten der sonst auf Malta gefundenen neolithischen Skulpturen vermutlich weiblichen Geschlechts sind (was wegen der Darstellungsart und der Körperfülle, welche die sekundären Geschlechtsmerkmale verundeutlicht, nicht gesichert ist), führte zur Annahme, dass es sich um eine matriarchale Gesellschaft handele, und dass im Hypogäum Priesterinnen, Wahrsagerinnen usw. beigesetzt wurden. Aber diese Ansicht wurde wieder relativiert, denn inzwischen wurde auch die Skulptur einer „heiligen Familie“ (Mann, Frau, Kind) gefunden.
Besichtigung[Bearbeiten]
Die Tempelanlage kann inzwischen (nach längerer Sperrung) wieder in beschränktem Umfang besucht werden – derzeit werden in der Regel täglich acht Führungen mit je maximal zehn Personen durchgeführt.
Ein zweites Hypogäum des Archipels liegt auf Gozo. Die unterirdischen Bereiche unter dem Brochtorff Circle sind aber in der Ausgrabungsphase und noch unzugänglich.
Siehe auch[Bearbeiten]
- Ħaġar Qim
- Mnajdra
- Tempel von Tarxien
- Ta’ Ħaġrat
- Ġgantija
- Felsgräber und Fundplätze auf Gozo
- Għajnsielem
- Brochtorff Circle
Literatur[Bearbeiten]
- Jean McMann: Rätsel der Steinzeit. Zauberzeichen und Symbole. Weltbild, Augsburg 1990, ISBN 3-89350-121-5, S. 118 ff.
Weblinks[Bearbeiten]
- Eintrag in der Welterbeliste der UNESCO auf Englisch und auf Französisch
- Plan des Hypogäums (englisch)
- Hypogäum: Fotos und Informationen
- Heritage Malta: Offizielle Informationen zum Hypogäum (englisch)
Megalithische Tempel von Malta: Ġgantija, Ħaġar Qim, Mnajdra, Skorba, Ta’ Ħaġrat, Tarxien | Stadt Valletta | Unterirdischer Kultraum Hypogäum von Ħal-Saflieni
35.86959414.506868Koordinaten: 35° 52′ 10,54″ N, 14° 30′ 24,72″ O