IFA H3A

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
IFA
H3A mit Horch-Emblem

H3A mit Horch-Emblem

H3A
Hersteller: VEB HORCH Kraftfahrzeug- und Motorenwerke Zwickau
Produktionszeitraum: 1950–1958
Vorgängermodell: IFA H3
Nachfolgemodell: IFA S4000
Technische Daten
Bauformen: Pritschenwagen, Dreiseitenkipper, Sattelschlepper, Zugmaschine, Koffer, Omnibus u.a.m.
Motoren: Dieselmotor:
6,0 Liter (59 kW)
Nutzlast: 3,5 t

Der IFA H3A war ein leichter LKW, der von 1951 bis 1958 im VEB HORCH Kraftfahrzeug- und Motorenwerke Zwickau gebaut wurde. Der Dreieinhalbtonner war im damaligen DDR-Fahrzeugbau oberhalb des Phänomen Granit 27 und unterhalb des IFA H6 angesiedelt.

Geschichte[Bearbeiten]

Im März 1948 begann man in Zwickau mit der Entwicklung des H3A. 1950 begann die Serienproduktion, die ersten Fahrzeuge trugen dennoch das Horch-Emblem. Der H3A war der erste in der DDR entwickelte Lkw. Das wesentliche Unterscheidungsmerkmal zum Vorgänger H3 war die typische Langhauber-Kabine, die sich in ähnlicher Form beim größeren IFA H6 wiederfand. 1957 wurde mit dem H3S eine Weiterentwicklung mit modifiziertem Getriebe und dadurch gesteigerter Höchstgeschwindigkeit (74 km/h) vorgestellt, von der allerdings nur wenige Exemplare gebaut wurden. 1958 begann die Produktion des optisch ähnlichen Nachfolgemodells IFA S4000, dessen auf 4 Tonnen erhöhte Nutzlast und der 30 cm längere Radstand zu den größten Änderungen zählen. Vom H3A wurden bis 1958 über 30.000 Fahrzeuge hergestellt.[1] Die Hauptexportländer waren dabei China und Bulgarien.

Technik[Bearbeiten]

H3A-Kastenwagen der Deutschen Post
H3A von 1951 mit Horch- und IFA-Emblemen

Der H3A besaß zwei Achsen und wurde über eine Kardanwelle hinterradgetrieben. Als Schwachpunkt galt die nur dreifach gelagerte Kurbelwelle mit vier angeschraubten Gegengewichten. Ab 1956 wurde eine fünffach gelagerte Kurbelwelle verwendet. Als Einspritzpumpe versah die IFA-Einheitspumpe ihren Dienst. Der Lkw war ein sogenannter Langhauber (Lkw mit „Schnauze“). Für den Export wurde ab 1956 parallel der H3S gebaut. Diese Sonderausführungen verfügte über H6-/G5-Getriebe, Druckluftbremsen und längeren Radstand.[2]

  • Motor: 4-Zylinder-Dieselmotor mit 80 PS und 6024 cm³ Hubraum
  • Kühlung: Wasser
  • Getriebe: 5-Gang-Wechsel-Getriebe mit Klauenschaltung
  • Zulässige Nutzmasse: 3,5 t
  • Höchstgeschwindigkeit auf der Straße: ca. 70 km/h
  • Ausführungen/Aufbauten: Kipper, Koffer, Pritsche mit Plane, verschiedene Feuerwehrfahrzeuge und andere

Einsatz und Verwendungsgebiete[Bearbeiten]

H3A als Sattelzug

Der Lkw war überwiegend für den zivilen Einsatz bestimmt. Er wurde jedoch auch von Volkspolizei und Militär der DDR (zunächst kasernierte Volkspolizei, später NVA) eingesetzt. Durch seine vielfältigen Varianten, unter anderem als Pritschenlaster, Dreiseitenkipper, Möbelkofferwagen, Straßenzugmaschine oder auch Sattelauflieger, war der H3A in der damaligen DDR ein unumstrittener Fortschritt der Technik. So wurde beispielsweise der H3A-Tankwagen als Solomaschine und als Sattelzugfahrzeug hergestellt. Für das DRK wurden Sonderaufbauten zum Krankentransport gefertigt, ebenso für die Post als Kastenwagen und für die Feuerwehren mit mehreren Aufbauherstellern zum Löschgruppenfahrzeug, Tanklöschfahrzeug, Schlauchwagen und Gerätewagen.

Im Spätherbst 1956 wurde eine Erprobungsfahrt durch Tibet mit auf Anthrazitgas umgestellten H3S-Fahrzeugen durchgeführt, um die Eignung für einen Export nach China zu erproben. Dabei wurde festgestellt, dass die Fahrzeuge für die dort auftretenden Temperaturen von weniger als −20 °C nicht geeignet sind. Ein mitgeführter Diesel-H3S musste nachts regelmäßig gestartet werden, um ein zu starkes Auskühlen zu verhindern. Abgesehen davon bewährten sich die Fahrzeuge jedoch gut und stellten ihre Robustheit unter Beweis.[3]

Wenig später zählte China zum größten Abnehmer der Fahrzeuge.

Aufbauten im Detail[Bearbeiten]

H3A als Feuerwehrfahrzeug[Bearbeiten]

Horch Z3[Bearbeiten]

Z3, hier mit Horch- und Sachsenring-Emblemen

Basierend auf dem H3A entstand 1952 die Zugmaschine Z3 mit kurzem Radstand (2500 mm). Das Fahrzeug wurde bis 1958 in nur geringer Stückzahl gebaut. Mit dem 80 PS leistenden Horch-Motor EM 4-20 war das Fahrzeug jedoch untermotorisiert.

Horch H3B[Bearbeiten]

Reisebus H3B

Der Frontlenker H3B (Horch, 3 t Nutzlast, Bus) basierte auf Baugruppen des H3A, die an einem Tiefrahmenfahrgestell für Omnibusse verbaut wurden. In der Zeit von 1952 bis 1958 entstanden neben einigen hundert Omnibussen auch einige Lkw-Kofferwagen, die oft als Möbeltransporter Verwendung fanden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Christian Suhr: DDR-Lastwagen 1945–1990. Motorbuchverlag, 2005, ISBN 978-3-613-02535-6.
  • Vom HORCH-Diesel-Lkw H 3 A. In: Neues Kraftfahrzeug Fachblatt. (Berlin), Heft 18/1950.
  • Horch H3 A – der neue Dreitonner-Diesel-LKW der IFA. In: Kraftfahrzeugtechnik 1/1951, S. 5–7.
  • Ein neues Spezialfahrzeug – der Kranzug „H3A“. In: Kraftfahrzeugtechnik 8/1953, S. 251–252.
  • Der Horch H3A als Sonderfahrzeug und Zugmaschine. In: Kraftfahrzeugtechnik 4/1954, S. 110–111.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Schöne Laster (PDF; 354 kB), Ausgabe 1/06, Seite 2.
  2. Peter Kirchberg: Plaste, Blech und Planwirtschaft. Nicolaische Verlagsbuchhandlung, 2000, S. 92.
  3. KFT 3/1957, S. 98–102.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: IFA H3A – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien