iSCSI
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iSCSI (internet Small Computer System Interface) ist ein Verfahren, welches die Nutzung des SCSI-Protokolls über TCP ermöglicht. Wie beim gewöhnlichen SCSI gibt es einen Controller (Initiator), der die Kommunikation steuert. Die Speichergeräte (Festplatten, Bandlaufwerke, optische Laufwerke etc.) heißen Target.
iSCSI spezifiziert die Übertragung und den Betrieb direkter Speicherprotokolle nativ über TCP. Bei diesem Verfahren werden SCSI-Daten vom Initiator in TCP/IP-Pakete verpackt und über IP-Netze transportiert. Die verpackten SCSI-Kommandos gelangen so zu einem SCSI-Router, der auf Basis vorhandener Mapping-Tabellen das entsprechende Zielsystem (Target) zur Kommunikation mit der SCSI-Datenquelle auswählt.
iSCSI wird eingesetzt, um über eine virtuelle Punkt-zu-Punkt-Verbindung den Zugriff auf das Speichernetz zu ermöglichen, ohne dass eigene Speichergeräte aufgestellt werden müssen. Vorhandene Netzwerkkomponenten (Switch) können genutzt werden, da keine neue Hardware für die Knotenverbindungen nötig ist. Der Zugriff auf die Festplatten erfolgt blockbasierend, ist also auch für Datenbanken geeignet. Der Zugriff über iSCSI ist darüber hinaus transparent, erscheint auf Anwendungsebene also als Zugriff auf eine lokale Festplatte.
Nachteil der iSCSI-Technologie ist eine erhöhte CPU-Belastung der Server und mehr Interrupts pro Datenmenge für den Server. Es sind aber bereits Hardwarelösungen wie z. B. TCP/IP Offload Engine-Karten oder auch I/OAT verfügbar, die das TCP/IP Overhead-Problem der CPU vermindern. Der Nachteil einer geringeren Grundgeschwindigkeit (iSCSI mit 1 Gbit/s im Vergleich zu Fibre Channel mit 8 Gbit/s) ist mit der Einführung von 10 Gigabit/s Ethernet und den damit erreichbaren Durchsätzen von mehr als 800 MByte/s nicht mehr gegeben.
Die Spezifikation des iSCSI-Standard wurde durch die Storage Networking Industry Association erstellt und im RFC 3720 von der Internet Engineering Task Force festgehalten.
[Bearbeiten] Implementierungen
| Betriebssystem | Erscheinungsdatum | Version | Unterstützte Techniken |
|---|---|---|---|
| i5/OS | Oktober 2006 | i5/OS V5R4M0 | Target, Multipath |
| VMware ESX | Juni 2006 | ESX 3.0.0, ESX 3.5, ESX 4 | Initiator, Multipath |
| AIX | Oktober 2002 | AIX 5.2 | Initiator, Multipath |
| Windows | Juni 2003 | 2000, XP Pro, 2003, Vista, 2008 | Initiator, Target (nur im Windows Storage Server), Multipath |
| NetWare | August 2003 | NetWare 5.1, 6.5, & OES | Initiator, Target |
| HP-UX | Oktober 2003 | HP 11i v1, HP 11i v2 | Initiator |
| Solaris | Februar 2005 | Solaris 10 | Initiator, Target, Multipath |
| Linux | Juni 2005 | 2.6.12 | Initiator, Target (evtl. AoE als Alternative für LANs), Multipath |
| NetBSD | Februar 2006 | 4.0, 5.0 | Initiator (5.0), Target (4.0), Multipath |
| FreeBSD | Februar 2008 | 7.0 | Initiator, Target, Multipath |
| OpenVMS | Februar 2008 | 8.3-1H1 | Initiator, Multipath |
| Mac OS X | Juli 2008 | 10.4 - 10.5 | Initiator [1] |
[Bearbeiten] Weblinks
- IBM wagt neuen iSCSI-Anlauf auf heise online
- iSCSI Client und Server Implementation Linux-iSCSI (OpenSource) (englisch)
- iSCSI Client Open-iSCSI (OpenSource) (englisch)
- iSCSI Target (iSCSI Software Server für Linux) (englisch)
- iSCSI / Internet SCSI - IP-SAN Lesenwertes über iSCSI
- Grundlagen zu iSCSI (deutsch)

