iSCSI

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche

iSCSI (internet Small Computer System Interface) ist ein Verfahren, welches die Nutzung des SCSI-Protokolls über TCP ermöglicht. Wie beim gewöhnlichen SCSI gibt es einen Controller (Initiator), der die Kommunikation steuert. Die Speichergeräte (Festplatten, Bandlaufwerke, optische Laufwerke etc.) heißen Target.

Schematischer Aufbau eines iSCSI-Netzwerkes

iSCSI spezifiziert die Übertragung und den Betrieb direkter Speicherprotokolle nativ über TCP. Bei diesem Verfahren werden SCSI-Daten vom Initiator in TCP/IP-Pakete verpackt und über IP-Netze transportiert. Die verpackten SCSI-Kommandos gelangen so zu einem SCSI-Router, der auf Basis vorhandener Mapping-Tabellen das entsprechende Zielsystem (Target) zur Kommunikation mit der SCSI-Datenquelle auswählt.

iSCSI wird eingesetzt, um über eine virtuelle Punkt-zu-Punkt-Verbindung den Zugriff auf das Speichernetz zu ermöglichen, ohne dass eigene Speichergeräte aufgestellt werden müssen. Vorhandene Netzwerkkomponenten (Switch) können genutzt werden, da keine neue Hardware für die Knotenverbindungen nötig ist. Der Zugriff auf die Festplatten erfolgt blockbasierend, ist also auch für Datenbanken geeignet. Der Zugriff über iSCSI ist darüber hinaus transparent, erscheint auf Anwendungsebene also als Zugriff auf eine lokale Festplatte.

Nachteil der iSCSI-Technologie ist eine erhöhte CPU-Belastung der Server und mehr Interrupts pro Datenmenge für den Server. Es sind aber bereits Hardwarelösungen wie z. B. TCP/IP Offload Engine-Karten oder auch I/OAT verfügbar, die das TCP/IP Overhead-Problem der CPU vermindern. Der Nachteil einer geringeren Grundgeschwindigkeit (iSCSI mit 1 Gbit/s im Vergleich zu Fibre Channel mit 8 Gbit/s) ist mit der Einführung von 10 Gigabit/s Ethernet und den damit erreichbaren Durchsätzen von mehr als 800 MByte/s nicht mehr gegeben.

Die Spezifikation des iSCSI-Standard wurde durch die Storage Networking Industry Association erstellt und im RFC 3720 von der Internet Engineering Task Force festgehalten.

[Bearbeiten] Implementierungen

Betriebssystem Erscheinungsdatum Version Unterstützte Techniken
i5/OS Oktober 2006 i5/OS V5R4M0 Target, Multipath
VMware ESX Juni 2006 ESX 3.0.0, ESX 3.5, ESX 4 Initiator, Multipath
AIX Oktober 2002 AIX 5.2 Initiator, Multipath
Windows Juni 2003 2000, XP Pro, 2003, Vista, 2008 Initiator, Target (nur im Windows Storage Server), Multipath
NetWare August 2003 NetWare 5.1, 6.5, & OES Initiator, Target
HP-UX Oktober 2003 HP 11i v1, HP 11i v2 Initiator
Solaris Februar 2005 Solaris 10 Initiator, Target, Multipath
Linux Juni 2005 2.6.12 Initiator, Target (evtl. AoE als Alternative für LANs), Multipath
NetBSD Februar 2006 4.0, 5.0 Initiator (5.0), Target (4.0), Multipath
FreeBSD Februar 2008 7.0 Initiator, Target, Multipath
OpenVMS Februar 2008 8.3-1H1 Initiator, Multipath
Mac OS X Juli 2008 10.4 - 10.5 Initiator [1]

[Bearbeiten] Weblinks

Persönliche Werkzeuge
Buch erstellen