ISF Mistral-C

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Mistral-C
Segelflugzeug Valentin Mistral-C mit ausgefahrenen Bremsklappen
Typ: Segelflugzeug
Entwurfsland: Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland Bundesrepublik Deutschland
Hersteller: Ingenieur-Büro Strauber-Frommhold GmbH (ISF), später Mistral-Flugzeugbau und schließlich Valentin Flugzeugbau GmbH
Erstflug: 21. Oktober 1976
Stückzahl: 75+

Der Mistral-C war 1974 eines der ersten Segelflugzeuge, das nach den Regeln der damals neuen Wettbewerbsklasse Clubklasse entworfen wurde. Es basiert auf dem Strauber Mistral, erhielt jedoch eine neue Flügelgeometrie mit geringerer Streckung, ein gedämpftes Höhenleitwerk und wurde aus moderneren Verbundwerkstoffen gebaut. Beide Flugzeugtypen wurden in Deutschland konstruiert. Insgesamt wurden mehr als 75 Mistral-C hergestellt.

Geschichte[Bearbeiten]

Unmittelbarer Vorläufer des Mistral-C war das Standardklasse-Segelflugzeug Strauber Mistral, das von Manfred Strauber, Alois Fries, Hartmut Frommhold und Horst Gaber konstruiert wurde. Die Konstruktionsarbeiten begannen im Januar 1970 und der Erstflug des Mistral fand im Juli 1975 statt. Eine Serienfertigung des ursprünglichen Mistral war nicht geplant.

Im Oktober 1974 begannen Strauber und Frommhold unter dem neuen Namen Ingenieur-Büro Strauber-Frommhold GmbH (ISF) mit der Konstruktion eines neuen Flugzeugmodells, dem Mistral-C. Dieses Flugzeug sollte als eines der ersten die Regularien der damals neu eingeführten FAI Clubklasse erfüllen.[1] Der Erstflug fand am 21. Oktober 1976 statt.

Bis Anfang 1980 wurden vom ISF 25 Flugzeuge gefertigt. Die Anzahl der nach Umfirmierung zum Mistral-Flugzeugbau bis zur ersten Jahreshälfte 1981 gebauten Flugzeuge ist unbekannt. Valentin Flugzeugbau fertigte bis Anfang 1984 im Werk der Mistral-Flugzeugbau 50 weitere Mistral-C.[2]

Konstruktion[Bearbeiten]

Strauber Mistral[Bearbeiten]

Der Strauber Mistral war ein Schulterdecker aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) mit 15-Meter Spannweite und einem T-Leitwerk. Die Flügelfläche betrug 9,4 m² bei einer Flügelstreckung von 23,9. Die Tragfläche besaß eine Pfeilung von 0,4° bei 1/4 der Profiltiefe. Die V-Stellung war ebenfalls 0,4°. Als Flügelprofile wurden an der Wurzel Wortmann FX-66-S-196 und an den Flächenenden FX-66-S-161 verwendet. Als Material für die Tragflächen wurde ein GFK-Balsa-Sandwich verwendet, die Querruder bestanden aus GFK in Verbindung mit Polymethacrylimid-(PMI)-Schaum. Die Schempp-Hirth-Bremsklappen aus Aluminium fuhren nur nach oben aus. Für das Pendelleitwerk wurde ebenfalls PMI-gefülltes GFK verwendet. Der Halbschalen-Rumpf des Mistral bestand aus einem GFK-Balsa-Sandwich, die Haube war einteilig. Das einrädrige Fahrwerk war einziehbahr, am Heck wurde ein Schleifsporn verwendet. Das beste Gleitverhältnis des Strauber Mistral lag bei 39:1, das geringste Sinken bei 0,6 m/s.[3]

Mistral-C[Bearbeiten]

Die Hauptunterschiede beim Mistral-C betreffen die Tragflächen und die verwendeten Materialien. Die Flügelfläche wurde bei gleicher Spannweite vergrößert, so dass Flügelstreckung und damit die Leistung verringert wurden. Die neuen Tragflächen bestanden aus anderen Wortmann-Profilen, die Pfeilung betrug 1,0° und die V-Stellung 4,30°. In Tragflächen und Leitwerk wurde der GFK-Balsa-Sandwich durch einen GFK-PVC-Schaum-Sandwich ersetzt, die Querruder und der Rumpf wurden vollständig aus GFK gefertigt. Statt eines Pendelleitwerks wurde ein gedämpftes Leitwerk verwendet. Die Haube ist seitlich angeschlagen.[4] Die später von Valentin hergestellten Mistral-Cs waren nahezu identisch, lediglich von einer etwas geringeren V-Stellung der Tragflächen wird berichtet.[2]

Nutzung[Bearbeiten]

Bei den ersten Internationalen Clubklasse-Meisterschaften 1979 in Schweden konnte ein Mistral-C Platz 3 von 33 erreichen.[1]

Im Jahr 2010 gab es in Europa 54 zivil registrierte Mistral-C[5], 2012 waren weitere 3 im Vereinigten Königreich registriert.[6]

Technische Daten[Bearbeiten]

Kenngröße Daten[7][8]
Spannweite 15 m
Flügelfläche 10,9 m²
Flügelstreckung 20,7
Rumpflänge 6,73 m
Flügelprofil bis zum Knick: Wortmann FX61-163, am Flügelende FX60-126
Leermasse ca. 235 kg
Wasserballast -
max. Abflugmasse 350 kg
Flächenbelastung 28 bis 32 kg/m²
Höchstgeschwindigkeit 250 km/h
Manövergeschwindigkeit 160 km/h
Mindestgeschwindigkeit 62 bis 67 km/h
geringstes Sinken 0,60 ms-1 bei min. und 0,66 ms-1 bei max. Flächenbelastung
bestes Gleiten 35,1
Segelflugindex 96
max. Lastvielfache bei 160 km/h: +5,3..-2,65 g, bei 250 km/h: +4..-1,5 g

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Michael Hardy: Gliders & Sailplanes of the World. Ian Allen Ltd, London 1982, ISBN 0 7110 1152 4.
  2. a b John W. R. Taylor: Jane's All the World's Aircraft 1984-1985. Jane's Publishing Co., London 1984, ISBN 0 7106 0801 2.
  3. John W R Taylor: Jane's All the World's Aircraft 1976-77. Jane's Yearbooks, London 1973, ISBN 0 3540 0538 3.
  4. John W. R. Taylor: Jane's All the World's Aircraft 1980-1981. Jane's Publishing Co., London 1980, ISBN 0 7106 0705 9, S. 670.
  5. Dave Partington: European registers handbook 2010. Air Britain (Historians) Ltd, 2010, ISBN 978-0-85130-425-0.
  6. Mistral-C on CAA register. Abgerufen am 7. September 2012.
  7. Mistral-Flugzeugbau: Mistral-C Produktprospekt. Abgerufen am 29. Dezember 2012.
  8. Ingenieur-Büro Dipl.-Ing. Strauber - Frommhold GmbH & Co. KG: Flughandbuch/Wartungshandbuch mistral-C. 21. Dezember 1977. Abgerufen am 29. Dezember 2012.