ISO 13485

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Logo des Deutschen Instituts für Normung DIN EN ISO 13485
Bereich Qualitätsmanagement
Titel Medizinprodukte – Qualitätsmanagementsysteme – Anforderungen für regulatorische Zwecke
Letzte Ausgabe 2012-11
ISO 13485

Die ISO 13485 ist eine ISO-Norm, die die Erfordernisse für ein umfassendes Managementsystem für das Design und die Herstellung von Medizinprodukten repräsentiert.[1] Die aktuelle Ausgabe ist 2003 veröffentlicht worden und ersetzt frühere Dokumente wie die EN 46001 und EN 46002 (beide aus dem Jahr 1997), die ISO 13485, die 1996 veröffentlicht wurde, und die ISO 13488 (ebenfalls aus dem Jahr 1996). In Deutschland ist die Norm als DIN EN ISO 13485 verfügbar.

Inhalt[Bearbeiten]

Obwohl sie ein eigenständiges Dokument ist, ist die ISO 13485 in weiten Teilen mit der ISO 9001 identisch. Während die ISO 9001 die Anforderung stellt, dass die Organisation insgesamt eine kontinuierliche Verbesserung anstreben muss, bezieht sich der Kernanspruch der ISO 13485 auf die Produktsicherheit. Hier soll die Erfüllung der Anforderungen an das Produkt durch die Wirksamkeit der eingeführten Prozesse sichergestellt werden.

Die ISO 13485 enthält detaillierte Forderungen zu Themen, die die Herstellung und das Inverkehrbringen von Medizinprodukten betreffen. Sie fällt in den gesetzlich geregelten Bereich und dient zur Darstellung der Konformität mit der Europäischen Richtlinie über Medizinprodukte 93/42/EWG, über Aktive Implantate 90/385/EWG und In-Vitro-Diagnostika 98/79/EWG. Je nach Klassifizierung des Medizinproduktes ist die Anwendung im Rahmen von Konformitätsbewertungsverfahren für Hersteller von Medizinprodukten verpflichtend (unter der Richtlinie über Medizinprodukte 93/42/EWG z. B. für Produkte der Klassen Im, Is, IIa, IIb und III). Die Anwendung der ISO 9001 erfolgt dagegen auf rein freiwilliger Basis und ohne die Grundlage einer gesetzlichen Forderung. Die Konformitätsbewertungverfahren nach den oben genannten Richtlinien müssen vollständig durchlaufen sein, bevor Medizinprodukte in der EU legal in Verkehr gebracht werden dürfen. Um dies nachzuweisen, ist unter anderem die Zertifizierung des Qualitätsmanagementsystems nach EN ISO 13485 (zum Zeitpunkt der Zertifizierung in der letzgültig harmonisierten Fassung) durch eine benannte Stelle für Medizinprodukte erforderlich.

Spezifische Unterschiede zu ISO 9001 sind:

  • die Förderung von spezifischen Richtlinien als eine Managementverantwortlichkeit. Ein Beispiel für solche spezifischen Richtlinien ist die Qualitätssystemvorschrift 21 CFR 820 (QSR) für Medizingeräte, die in den Vereinigten Staaten verkauft werden.
  • Kontrollen der Arbeitsumgebung, um Produktsicherheit sicherzustellen.
  • Fokus auf Risikomanagement-Aktivitäten während der Produktentwicklung.
  • Anforderungen an Inspektion und Nachvollziehbarkeit für implantierbare Geräte
  • Anforderungen an Dokumentation und Validierung der Prozesse für sterile Medizingeräte.
  • Anforderungen an die Wirksamkeit der Corrective And Preventive Actions.

Die Norm, die von der CEN als EN ISO 13485:2003/AC:2007 übernommen worden ist, wurde mit den EU-Richtlinien über Medizinprodukte 93/42/EWG, 90/385/EWG und 98/79/EWG harmonisiert.[2]

Zertifizierung[Bearbeiten]

Die Zertifizierung erfolgt durch benannte Stellen, z. B. in Deutschland durch TÜV.

siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. ISO Catalogue: ISO 13485:2003 Medical devices – Quality management systems – Requirements for regulatory purposes
  2. [ec.europa.eu/enterprise/policies/european-standards/harmonised-standards/medical-devices/index_en.htm Summary list of titles and references of harmonised standards related to medical devices – DG Enterprise & Industry. European Commission]

Weblinks[Bearbeiten]