Risikomanagement
Risikomanagement umfasst sämtliche Maßnahmen zur systematischen Erkennung, Analyse, Bewertung, Überwachung und Kontrolle von Risiken.
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Aufgaben des Risikomanagements [Bearbeiten]
Risikomanagement ist nach der Norm ISO 31000: 2009[1] eine Führungsaufgabe, in der die Risiken einer Organisation identifiziert, analysiert und bewertet werden. Hierzu sind übergeordnete Ziele, Strategien und Politik der Organisation zum Risikomanagement festzulegen. Im Einzelnen betrifft das die Festlegung von Kriterien, nach denen die Risiken eingestuft und bewertet werden, die Methoden der Risikoermittlung, die Verantwortlichkeiten bei Risikoentscheidungen, die Bereitstellung von Ressourcen zur Risikoabwehr, die interne und externe Kommunikation über die identifizierten Risiken (Reporting) sowie die Qualifizierung des Personals für das Risikomanagement.
Eine formale Ausbildung und Zertifizierung zum Risikomanager kann dem Stand der Technik entsprechend gemäß ONR 49003 "Risikomanagement für Organisationen und Systeme - Anforderungen an die Qualifikation des Risikomanagers - Anwendung von ISO/DIN 31000 in der Praxis" erfolgen.
Risikomanagement wird als ein fortlaufender Prozess verstanden, in dem Planung, Umsetzung, Überwachung und Verbesserung kontinuierlich stattfinden (Demingkreis: „Plan-Do-Check-Act“)[2]. Risikomanagement soll über die gesamte Lebensdauer einer Organisation zur Anwendung kommen und eine Kultur der Risikolenkung in der Organisation entstehen lassen.
Die in der Norm ISO 31000 beschriebenen Grundsätze und Verfahren zum Risikomanagement gelten allgemein. Sie können in allen Bereichen, wo Risiken existieren, angewendet werden und sind nicht auf eine spezifische Branche zugeschnitten.
Der Risikomanagement-Prozess umfasst im Einzelnen[3][4][5]:
- Identifikation der Gefahren, Beschreibung ihrer Art, der Ursachen und Auswirkungen
- Analyse der identifizierten Gefahren hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeiten und möglichen Auswirkungen
- Risikobewertung durch Vergleich mit zuvor festzulegenden Kriterien der Risiko-Akzeptanz (z. B. aus Standards und Normen)
- Risikobewältigung/Risikobeherrschung durch Maßnahmen, die Gefahren und/oder Eintrittswahrscheinlichkeiten reduzieren oder die Folgen beherrschbar machen
- Risikoüberwachung mit Hilfe von Parametern, die Aufschluss über die aktuellen Risiken geben (Risikoindikatoren)
- Risikoaufzeichnungen zur Dokumentation aller Vorgänge, die im Zusammenhang der Risikoanalyse und -beurteilung stattfinden
Elemente des Risikomanagements [Bearbeiten]
Risikoanalyse – wird zur Identifikation und Bewertung von Risiken eingesetzt. Im technischen Bereich kommt die Probabilistische Sicherheitsanalyse zur Anwendung.
Identifikation von Risiken – ist Teil der Risikoanalyse, es wird eine Liste der verschiedenen Risiken erstellt, im Fall von technischen Systemen anhand der Funktionsanforderungen (unabhängig von einer technischen Ausführung). Hilfsmittel sind: Szenario-Technik, Post-Mortem-Analyse, Expertenbefragungen, Delphi-Methode, Kreativitätstechniken, Checklisten (Gefährdung: Liste der Gefährdungen im Arbeitsschutz), Analyse möglicher Gefährdungen (Hazard and Operability Study)[6], Auswertung der Erfahrungen (industrielle Unfälle, Insolvenzen) aus vergleichbaren Unternehmensbereichen.
Risikomatrix: – wird zur detaillierten Erfassung und Bewertung des Gesamtrisikos eines Unternehmens, einer technischen Anlage oder eines Unternehmens- oder technischen Prozesses verwendet, in dem die ermittelten Risikofaktoren in eine Matrix (Risikographen) mit den Koordinaten Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadensausmaß eingetragen werden[5][7].
Risikovermeidung – durch Unterlassung einer risikobehafteten Aktivität.
Risikoverminderung – reduziert das Risikopotenzial auf ein akzeptables Maß.
Risikobegrenzung – durch Festlegung definierter Obergrenzen von Risiken.
Risikokommunikation – der Risikoergebnisse – in transparenter und nachvollziehbarer Weise – für die Entscheidungsfindung über die Vertretbarkeit des Risikos durch den Betreiber, der Behörde unter Einbeziehung von Sachverständigen sowie für die durch das Risiko betroffenen Personen in der Anlage und in der Anlagenumgebung[5].
Risikoakzeptanz – wird erreicht, wenn das Risiko unter den gegebenen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und unter Beachtung eventueller Restrisiken als vertretbar bewertet wird.
Restrisiko – ist das Risiko, welches nach der Anwendung von Schutzmaßnahmen verbleibt[5]. (Verbleibende Restrisiken in Unternehmen werden durch Risikodeckungspotenziale abgesichert.)
Grenzrisiko – ist das größte noch vertretbare Risiko bei Einhaltung vorgegebener Standards (Stand der Technik / Sicherheitstechnik)[5].
Risikowahrnehmung – wird entsprechend der Einflussgrößen von Freiwilligkeit, Kontrolle, Vertrauen und Katastrophenpotential (nach den Grundannahmen der Psychologie) als inhärent subjektiv empfunden[5].
Risikodiversifikation – durch die Aufteilung des Vermögens auf verschiedene Vermögenswerte.
Risikoüberwälzung – durch Übertragung des Risikos auf Dritte, indem der Risikoträger wechselt (z. B. auf ein Versicherungsunternehmen).
Risikokontrolle – durch Überwachung der identifizierten, aktuellen Risiken (Risiko-Indikatoren) und Einhaltung vorgegebener Grenzwerte.
Risikoindikatoren – Messung von Systemgrößen, die Aufschluss über die Risiken (Risikokennzahlen) geben (Empfindlichkeit / Sensitivität eines Systems gegenüber äußeren Einflüssen).
In der Sicherheitstechnik wird der Begriff Sicherheitsindikator verwendet.
In der Finanzwirtschaft werden die Indikatoren unterschieden[8]:
- Leading indicators, die sich verändern, bevor sich die Finanzwirtschaft als Ganzes verändert.
- Lagging indicators, die sich verändern, nachdem sich die Finanzwirtschaft als Ganzes verändert hat.
Risikoaggregation – ist eine Zusammenfassung aller Einzelrisiken, wobei die Einzelrisiken entsprechend ihrer relativen Bedeutung auf die Unternehmensentwicklung gewichtet werden, und nicht durch deren einfache Addition der Einzelrisiken. Dieses kann durch Simulation der Faktoren zur Ermittlung des Gesamtrisikos des Systems erfolgen (Verwendung z. B. zur Bestimmung des „Marktpreisrisikos“).
ALARP-Prinzip (ALARP As Low As Reasonably Practicable) bedeutet, die Risiken sollen auf ein vernünftiges und durchführbares Maß minimiert werden. In einer Risiko-Nutzen-Analyse kann abgeschätzt werden, ob der Nutzen des Produkts das Restrisiko überwiegt.
RAMS-Management stellt sicher, dass Systeme definiert, Risikoanalysen durchgeführt, Gefährdungsraten ermittelt, detaillierte Prüfungen gemacht und Sicherheitsnachweise erstellt werden (im englischen RAMS: Reliability, Availability, Maintainability, Safety / Zuverlässigkeit, Verfügbarkeit, Instandhaltbarkeit, Sicherheit).
Anwendungsbereiche [Bearbeiten]
Unternehmensrisiken [Bearbeiten]
Das Unternehmensrisiko ist im Wesentlichen mit dem Insolvenzrisiko gleichzusetzen, wonach die Gefahr besteht, dass das Unternehmen wegen Zahlungsunfähigkeit seinen Verpflichtungen nicht oder nicht in voller Höhe nachkommen kann.
Eine Insolvenz kann auf verschiedene Faktoren zurückgeführt werden, wobei allgemein zwischen internen und externen Insolvenzursachen differenziert wird.[6] Interne Ursachen betreffen die Aktivitäten, die unmittelbar vom Unternehmen selbst ausgehen und schließlich zur Insolvenz führen. Hierbei kann es sich beispielsweise um Fehlplanungen bzw. Fehleinschätzungen des Managements handeln. Externe Insolvenzursachen betreffen Faktoren, die von außen auf das Unternehmen einwirken, beispiele strukturelle und konjunkturelle Veränderungen des Unternehmensumfelds sowie Markteintritte von neuen Wettbewerbern.
Aktiengesellschaften müssen nach dem Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (§ 91 Abs. 2 AktG von 1998) zur frühzeitigen Erkennung von Risiken ein Überwachungssystem einrichten, um den Fortbestand der Gesellschaft vor gefährlichen Entwicklungen zu sichern. Der Vorstand der AG steht dabei in der obersten Verantwortung. Eine Verpflichtung des Vorstandes zur Einrichtung eines Überwachungssystems bestand nach dem § 76 AktG bereits vor Inkrafttreten des KonTraG.
Für Banken unterteilt man das betriebswirtschaftliche Gesamtrisiko in ein operationelles Risiko (z. B. durch Ausfälle in der IT), das Kreditrisiko (d. h. den Ausfall von Kreditnehmern), das Kontrahentenrisiko (d. h. den Ausfall von Kontrahenten bei Handelsgeschäften) als besonderen Teil des Kreditrisikos, das Liquiditätsrisiko (fällige Gelder können nicht aus den flüssigen Mitteln bedient werden), Marktliquiditätsrisiko (Geschäfte können auf Grund mangelnder Marktliquidität nicht zu den erwarteten Bedingungen abgeschlossen werden) und das Marktrisiko (z. B. Wechselkursrisiko, Zinsänderungsrisiko). In der Praxis wird oftmals das Reputationsrisiko (Risiko des Ansehensverlustes durch geschäftspolitische Entscheidungen o. Ä.) separat vom operationellen Risiko betrachtet. Die Häufung von risikobehafteten Engagements, die (z. B. aufgrund von Branchenrisiken oder Länderrisiken) in engem Zusammenhang stehen, bezeichnet man in der Kreditwirtschaft auch als Klumpenrisiko.
Risiken des nationalen und internationalen Finanzsystems [Bearbeiten]
Finanzkrisen sind größere Verwerfungen im Finanzsystem, die durch einen Rückgang der Vermögenswerte und die Zahlungsunfähigkeit zahlreicher Unternehmen der Finanzwirtschaft und anderer Branchen gekennzeichnet sind und die die ökonomische Aktivität in einem oder mehreren Ländern beeinträchtigen. Sie manifestieren damit das Risikopotential des Finanzsystems, wie auch das Versagen des nationalen bzw. internationalen Risikomanagements und seiner Kontrollorgane. Nationale und internationale Regelwerke, wie Mindestanforderungen an das Risikomanagement (BA), Basel II und Basel III werden zur Risikokontrolle erstellt und – wie die Erfahrung zeigt – mit jeder neuen Krise fortgeschrieben.
Nach Nikolai Dmitrijewitsch Kondratjew durchläuft die Weltwirtschaft immer wiederkehrende Zyklen, die jeweils durch schwere wirtschaftliche Turbulenzen beendet werden. Die Mechanismen für diese Konjunkturzyklen sind immer gleich.
Die grundlegenden Mechanismen für das Kollabieren komplexer Systeme, sei es nun in der Finanzwirtschaft oder einer komplexen Industrieanlage wie einem Chemiewerk oder Kernkraftwerk, sind immer dieselben. Charakteristisch für diese Systeme ist, dass sie aus einer praktisch nicht mehr überschaubaren Anzahl von Komponenten bzw. Funktionseinheiten bestehen und über vielschichtige Wirkungsstrukturen das gemeinsame Systemergebnis erzielen. Aus der Anwendererfahrung wird das System ständig verbessert, so dass es nach einer Erprobungszeit als stabil und ausgereift gilt. Wegen der großen Risiken, die mit einem Scheitern der System verbunden sind, unterliegen diese Systeme vielfältigen Kontrollmechanismen. Je länger ein System ohne großen Schaden betrieben wird, desteo mehr wird es von seinen Betreibern und Kontrolleuren als sicher empfunden. In diesem Zustand beginnt das Sicherheitsnetz des Systems an Wirksamkeit zu verlieren. Kompromisse zu Gunsten des Unternehmenserfolges gegenüber der Sicherheitsvorsorge sind leichter durchsetzbar, mit der Folge, dass sich im System zunehmend unerkannte Fehler festsetzen (vgl. Charles Perrow, Normal Accidents, 1984[9]).
In der Finanzwirtschaft erklärt es - je nach Stand im laufenden Zyklus - den Ruf nach mehr bzw. weniger Regeln im Finanzmarkt.
Umweltrisiken [Bearbeiten]
Umweltrisikomanagement befasst sich mit der Handhabung des Umweltrisikos und stellt in Unternehmen einen Teilbereich des betrieblichen Umweltmanagements und des Risikomanagements dar. Es werden interne und externe Umweltrisiken unterschieden, wobei externe Umweltrisiken Sturm oder Hochwasser sein können. Die internen Umweltrisiken liegen im Unternehmen begründet und können technische, technologische oder organisatorische Schäden sein.
Es werden drei Arten von Umweltrisiken unterschieden:
- Risiken für die menschliche Gesundheit und für das Ökosystem,
- finanzielle Risiken für ein Unternehmen, die durch Veränderungen der Umwelt oder des Umweltbewußtseins der Gesellschaft entstehen und
- Risiken der Haftung des Unternehmens für umweltrelevante Aktivitäten.
Im Bereich des Hochwasserschutzes wurde die Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie 2007/60/EG eingeführt, nach der ein mehrstufiges Vorgehen zum Management gefordert wird: Die vorläufige Abschätzung, das Erstellen von Hochwassergefahrenkarten (HWGK) und Hochwasserrisikokarten (HWRK) sowie die Erstellung von Hochwasserrisikomanagementplänen (HWRMP) (siehe auch Gefahrenzonenplanung).
Im Bereich des Brandschutzes werden Brandschutzbedarfspläne für Feuerwehren mit standardisierten Schutzzielen sowie lokalen Besonderheiten erstellt.
Technische Risiken [Bearbeiten]
Sicherheitsmanagement (SM) ist synonym zu Risikomanagement und wird definiert: "SM: Führt, lenkt und koordiniert eine Organisation in Bezug auf alle Sicherheitsaktivitäten." Die Verwendung des Begriffs "Sicherheitsmanagement" in der Technik (im deutschen Sprachraum) erklärt sich aus der allgemeinen Verwendung des Begriffs "Sicherheit" in der Technik.
Sicherheitsmanagementsysteme (SMS) kommen heute in allen Industriebereichen mit Gefährdungspotentialen zur Anwendung. Die Notwendigkeit der Einführung und Anwendung der SMS ergaben sich praktisch in allen Industriebereichen aus der Unfallerfahrung, wonach über die Fehlermöglichkeiten der Technik und des Personals hinaus sich gravierende Mängel in der Organisation als wesentliche Unfallursachen herausgestellten.
In der Luftfahrt wird die Notwendigkeit der Einführung von Sicherheitsmanagementsystemen (SMS) wie folgt begründet[10]:
„Sicherheits-Management (Safety management) basiert auf der Prämisse, dass es immer Sicherheitsrisiken und menschliche Fehler (safety hazards and human errors) gibt. Das SMS lässt Prozesse entstehen, die die Kommunikation über diese Risiken und die Maßnahmen zu deren Verringerung verbessern. Das Sicherheitsniveau und die Sicherheitskultur einer Organisation werden damit nachhaltig verbessert."
(Siehe auch Arbeitsschutzes bzw. Arbeitsschutzmanagement.)
Versicherungswirtschaft [Bearbeiten]
Für Versicherungsunternehmen zählt die Übernahme von Risiken zum eigentlichen Geschäftsmodell. Versicherungen begrenzen die Wahrscheinlichkeit einer überdurchschnittlichen Belastung durch Schadensfälle in erster Linie durch Rückversicherung, mit deren Hilfe sie Großschäden und Kumulrisiken begrenzen.
Versicherungstechnische Risiken spielen im Versicherungsmarkt als Vorstufe zur Versicherung eine zentrale Rolle. Bevor ein Risiko richtig versichert werden kann, muss es erkannt, bewertet und der Umgang mit dem Risiko festgelegt werden.
Risiken des Projektmanagements [Bearbeiten]
Risikomanagement in Projekten beschäftigt sich mit allen Tätigkeiten, welche zur Verhinderung von oder zum Umgang mit ungeplanten Ereignissen beschäftigt, welche den Projektverlauf gefährden.
Im Projektmanagement sind fehlerhafte Zeitpläne, Inflation von Anforderungen, Mitarbeiterfluktuation, Spezifikationskollaps, geringe Produktivität und Gruppendruck/„group think“ typische Projektrisiken. Das Thema Projektmanagement wird auch ausführlich in den englischen Wikipedia-Seiten behandelt sowie Projektmanagement und Aufgabenmanagement
Produkt- und Medizinrisiken [Bearbeiten]
Unter Produktrisiken versteht man Gefährdungen, die zu Lasten des Kunden (Ausfall, Versagen, Tod, Zerstörung) und damit auch zu Lasten des Herstellers (Haftung, Imageverlust, Wartungsaufwand) fallen können. Mithilfe eines systematischen Risikomanagementprozesses soll sichergestellt werden, dass Produktrisiken bereits bei der Entwicklung identifiziert, bewertet, kontrolliert und überwacht werden.
Bei der Entwicklung und Herstellung von Medizinprodukten müssen unter anderem die Methoden des Risikomanagements gemäß den Vorgaben der Norm EN ISO 14971[4] eingesetzt werden, um der zunehmenden Komplexität und der damit verbundenen Fehleranfälligkeit effektiv und sicher zu begegnen. Aspekte des Risikomanagements sollten über den gesamten System-Lebenszyklus, also beginnend mit dem Konzept, über die Entwicklung, Fertigung, Nutzung und in Verwendung mit anderen Medizinprodukten und während des Betriebes bis hin zur Entsorgung eines Medizinproduktes berücksichtigt werden.
Software-Risiken [Bearbeiten]
Bei der Entwicklung und Implementierung von Informationssystemen werden zunehmend Methoden des Risikomanagements eingesetzt, um der Komplexität und der damit verbundenen Fehleranfälligkeit von Software-Produkten zu begegnen (siehe Softwaretechnik). Aspekte des Risikomanagements sollten über den gesamten System-Lebenszyklus, also beginnend mit dem Konzept, über die Entwicklung oder Programmierung, Implementierung und Konfiguration und während des Betriebes bis hin zur Stilllegung des Systems berücksichtigt werden.
Supply-Chain-Risikomanagement [Bearbeiten]
Das Supply-Risk-Management ist ein Teilbereich des Risikomanagements, dass sich mit der Identifikation, Analyse und Kontrolle von auftretenden Gefahren im Beschaffungsumfeld eines Unternehmens beschäftigt.[11]
Die Risiken bestehen in Störungen und Verzögerungen der Flüsse innerhalb des Güter-, Informations- und Finanznetzes sowie des sozialen und institutionellen Netzes.[12]
Mathematische Größen im Risikomanagement [Bearbeiten]
- Rendite
- Performance (Risikomanagement)
- Gewinn
- Arithmetische Rendite
- Geometrische Rendite
- Annualisierte Rendite
- Stetige, logarithmierte Rendite
- Volatilität
- Mittelwert, Erwartungswert
- Varianz
- Standardabweichung
- Korrelationskoeffizient
- Value at Risk
Literatur [Bearbeiten]
- Diederichs, Marc: Risikomanagement und Risikocontrolling : Risikocontrolling – ein integrierter Bestandteil einer modernen Risikomanagement-Konzeption. München: Vahlen, 2004 (Controlling Praxis). – ISBN 3-8006-3084-2
- Tom DeMarco, Timothy Lister: Bärentango. ISBN 3-446-22333-9.
- Roland Erben, Frank Romeike: Allein auf stürmischer See. Wiley-VCH, 2004, ISBN 3-527-50073-1.
- W. Gleißner, Frank Romeike: Risikomanagement – Umsetzung, Werkzeuge, Risikobewertung. Haufe 2005, ISBN 3-448-06209-X.
- Detlef Keitsch: Risikomanagement. Schäffer-Poeschel, 2004, ISBN 3-7910-2295-4.
- Koller: Wissensrisiken – Risiken aus Sicht des Wissensmanagements.
- Locher, Mehlau, Hackenberg, Wild: Risikomanagement in Finanzwirtschaft und Industrie.
- Frank Romeike, Peter Hager: Erfolgsfaktor Risiko-Management 2.0. 2. Auflage, Gabler-Verlag, 2009, ISBN 978-3-8349-0895-7.
- Worst Case. Zwischen Angst, Alarm und Gelassenheit. Themenheft der Schweizer Monatshefte, Ausgabe September/Oktober 2006.
- Christoph Gebler: Risikomanagement und Rating für Unternehmer Beuth, 2005, ISBN 3-410-16110-4.
Siehe auch [Bearbeiten]
- Aufgabenmanagement
- Betriebssicherheitsmanagement
- Betriebliches Kontinuitätsmanagement
- Entscheidung unter Unsicherheit
- Gefahrenabwehr
- Management Risk Controlling (MRC)
- Prozess
- Risikoanalyse und Risikomanagement bei Zollkontrollen der deutschen Zollverwaltung
- Risikocontrolling
- Risikomanagement-Standard
- Sicherheitsmanagement
- Supply Risk Management
- Unsicherheit
Weblinks [Bearbeiten]
- Umfangreicher Online-Informationsdienst zum Risikomanagement, „Spin-Off“ der Uni Kiel
- Umfangreiche Online-Plattform sowie virtuelle Bibliothek (eLibrary) zum Thema Risikomanagement
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ [1] (PDF; 166 kB), B. Brühwiler, ISO/DIS 31000 und ONR 49000:2008 Neue Standards im Risikomanagement.
- ↑ [2], St. Mayer, DNV, 6 Schritte im Risikomanagement, Eine Ableitung zum Risikomanagement nach ISO 31000:2009.
- ↑ ISO/IEC Guide 51:1999, Begriff 3.12.
- ↑ a b DIN EN ISO 14971:2009-10: Medizinprodukte – Anwendung des Risikomanagements auf Medizinprodukte.
- ↑ a b c d e f Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Risikomanagement im Rahmen der Störfall-Verordnung, SFK-GS-41.
- ↑ a b Schlagbauer.pdf, A. Schlagbauer „Gefahrenanalyse mittels HAZOP anhand eines Beispiels“, Universität Paderborn, Informatik AG Schäfer.
- ↑ [3] (PDF; 620 kB), H. Ketterer, Risikomanagement ISO/DIS 31000:2008-04, Herausforderung und Chance für KMU, DGQ Regionalkreis Ulm, 3. Februar 2009.
- ↑ [4], Economic indicator.
- ↑ Charles Perrow: Normal Accidents, Living with High Risk Technologies, Basic Books, USA, 1984
- ↑ [5] (PDF; 1,7 MB), ACRP Report 1: "Safety Management Systems for Airports", Volume 1: Overview, Transportation Research Board, Washington, D.C., 2007
- ↑ Rogler, S. (2002): Risikomanagement im Industriebetrieb: Analyse von Beschaffungs-, Produktions- und Absatzrisiken. Zugl. Habil. Univ. Göttingen, 1999. Wiesbaden: DUV, ISBN 3-8244-9084-6
- ↑ Pfohl, H.-Chr./Gallus, P./Köhler, H. (2008): Risikomanagement in der Supply Chain. Status Quo und Herausforderungen aus Industrie-, Handels- und Dienstleisterperspektive. In: Pfohl, H.-Chr. (Hrsg.): Sicherheit und Risikomanagement in der Supply Chain. Gestaltungsansätze und praktische Umsetzung. Hamburg 2008, S. 95-147, ISBN 978-3871543876