Italienisches Raygras

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Italienisches Raygras
Italienisches Raygras (Lolium multiflorum)

Italienisches Raygras (Lolium multiflorum)

Systematik
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Süßgräser (Poaceae)
Unterfamilie: Pooideae
Gattung: Lolch (Lolium)
Art: Italienisches Raygras
Wissenschaftlicher Name
Lolium multiflorum
Lam.
Blattgrund
Detail der Ährchen

Das Italienische Raygras (Lolium multiflorum, Syn.: Lolium italicum A. Braun), auch Italienisches Weidelgras, Vielblütiges Weidelgras, Welsches Weidelgras oder Vielblütiger Lolch genannt, gehört zur Familie der Süßgräser.

Verbreitung und Standort[Bearbeiten]

Die Pflanze stammt ursprünglich aus dem südeuropäisch-nordafrikanisch-vorderasiatischen Raum, ist heute jedoch fast überall in den gemäßigten Zonen der nördlichen Hemisphäre in Europa, Westasien und Teilen Nordamerikas zu finden. In den gemäßigten Zonen Australiens kommt sie wahrscheinlich als Neophyt vor.

Das Gras besiedelt frische, oft nährstoffreiche Ruderalstellen wie Wegränder und Schuttplätze. Es wächst jedoch auch auf ruderal beeinflussten Frischwiesen und auf Äckern. Die Pflanze ist von der Ebene bis in die Gebirgsstufen verbreitet. Hinsichtlich der Bodenqualität ist das Gras wenig anspruchsvoll. Es bevorzugt basenreiche, humose Böden, kommt jedoch auch mit mäßig sauren Kalk-, Mergel- oder Lehmböden zurecht.

Beschreibung[Bearbeiten]

Das Italienische Raygras ist ein- bis mehrjährig und bildet hellgrüne, aufrechte Horste. Einzelne Pflanzen werden etwa 30 Zentimeter bis einen Meter groß und wurzeln bis in einen Meter Tiefe. Sie können so auch längere Trockenperioden überdauern. Die oberwärts fast immer rauhen Halme sind dabei höchstens am Grunde verzweigt. Die hellgrün gefärbten Blätter sind in der Knospe gerollt und später flach ausgebreitet. Auf der Unterseite erscheinen sie glänzend und glatt, oberseits sind sie dagegen rau. Am Blattgrund ist in zwei sichelförmige, den Halm umgreifende Öhrchen ausgezogen. Die Blattspreiten können bis 25 cm lang und bis zu 1 cm breit werden. Sie sind nur wenig rau und etwas gerieft. Das Blatthäutchen (Ligula) ist als ein ein bis drei Millimeter langer, häutiger Saum ausgebildet.

Die meist aufrechte Ähre kann bis zu 30 cm lang werden und besitzt wechselständig angeordnete, einzeln stehende Ährchen. Diese sind zur Blütezeit fast waagerecht abstehend und 11- bis 20-blütig. Zur Reifezeit zerfallen sie schnell und ihre Achse fühlt sich stets rau an. Die Deckspelze ist etwa sieben Millimeter lang und zumindest die oberen sind begrannt. Die unbehaarte, glatte Hüllspelze ist höchstens halb so lang wie das Ährchen, etwa so lang wie die unterste Deckspelze und fünf- bis siebennervig. Die Deckspelze ist dagegen fünfnervig, etwa fünf bis acht Millimeter lang, länglich-lanzettlich geformt und erscheint oberseits stumpf. Die Granne ist gerade und kann bis zu 12 mm lang werden. Die zweinervige Vorspelze ist etwa so lang wie die Deckspelzen und lang-elliptisch geformt. Die Staubbeutel werden etwa vier Millimeter lang. Die Karyopsen sind etwa 3,5 Millimeter lang und einen Millimeter breit. Das Gras blüht zwischen Juni und August.

Verwendung[Bearbeiten]

Das Süßgras wird als Feldfutterpflanze, im Ansaatengrünland und in Parkrasen verwendet. Als Bestandteil des Landsberger Gemenges wird es zur Futtergewinnung oder als Vorfrucht eingesetzt.

Des Weiteren kann diese Pflanze als geeignete Bioindikator-Art für das Nachweisen von Schadstoffbelastungen verwendet werden. Sie ist fähig, bestimmte Schwermetalle in Böden (wie Cadmium und Blei) oder auch Luftschadstoffe (wie Fluorwasserstoff und Schwefeldioxid) anzureichern (Bioakkumulation), und somit Umweltbelastungen aufzuzeigen.[1]

Literatur[Bearbeiten]

  • Grau, Kremer, Möseler, Rambold, Triebel: Steinbachs Naturführer Gräser. Mosaik 1990. ISBN 3-576-10702-9
  • Hans Joachim Conert: Pareys Gräserbuch. Parey Buchverlag, Berlin 2000, ISBN 3-8263-3327-6
  • Aichele, Schwegler: Unsere Gräser. Verlag Franckh Kosmos, Stuttgart, 11. Auflage, 1998, ISBN 3-440-07613-X

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Willfried Nobel, Reinhard Kostka-Rick, Harald Bartholmess: Erfassung Kfz-bedingter Metallimmissionen mit Bioindikatoren an einer Autobahn. In: Gefahrstoffe-Reinhaltung der Luft. Band 68, Nr. 6, 2008, S. 245–250 (PDF).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lolium multiflorum – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien