Jameda

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jameda ist der Name eines deutschen Internet-Werbeportals für Ärzte und andere im Gesundheitswesen tätige Personen und Unternehmen. Es gehört zur Kategorie der Arztbewertungsportale. Der Betreiber, die jameda GmbH in München, ist eine hundertprozentige Tochter der Tomorrow Focus AG, eines Unternehmens der Burda-Medien-Gruppe für digitale Werbung und Vermarktung.

Gründung und Weiterentwicklung[Bearbeiten]

Das Unternehmen jameda wurde 2007 von Barbara Nowak, Michael Nowak, Markus Reif und Jan Richter mit dem Ziel gegründet, eine Internet-Plattform zu entwickeln, auf der Ärzte neue Patienten gewinnen und Patienten einen geeigneten Arzt finden können. Darüber hinaus sollte den Besuchern ein umfangreiches Online-Angebot an Medikamenten und Pharmazeutika bereitgestellt werden.[1] Ähnliche Webseiten gab es zu diesem Zeitpunkt zwar schon, dieses Modell hielt man jedoch für neu.

2008 erwarb die Tomorrow Focus AG und der Focus Magazin Verlag Gesellschafteranteile an jameda. Drei Jahre später, 2011, wurde Tomorrow Focus AG alleinige Gesellschafterin. [2] [3]

Angebot[Bearbeiten]

Laut der AGOF-Auswertung vom Oktober 2012 ist jameda mit 2,11 Millionen Nutzern pro Monat das zweitgrößte Gesundheitsportal in Deutschland[4], nach eigenen Aussagen das drittgrößte.[5] Das Portal beinhaltet die Stammdaten von bundesweit 250.000 Ärzten, weiteren 230.000 Personen aus dem Gesundheitswesen und etwa 2,5 Mio. Rückmeldungen von Patienten.[6] jameda stellt den Besuchern auch ein Lexikon und einen Expertenratgeber zur Verfügung, die Informationen zu Gesundheitsthemen vermitteln.

Ärzte[Bearbeiten]

jameda bietet Praxisinhabern kostenpflichtige Werbeseiten, sogenannte Premiumeinträge, zur Selbstdarstellung und Eigenbewerbung ihrer medizinischen Leistungen und Dienste an. Damit wird ihnen eine Plattform zur Erweiterung insbesondere ihrer Privatpatientenquote geboten.[7] Darüber hinaus sichert man den Ärzten eine bessere Auffindbarkeit ihrer Praxis über Google Suchabfragen zu und unterstützt mit Ratschlägen zum Praxismarketing.[8]

Patienten[Bearbeiten]

Besuchern bietet das Portal eine kategorisierte Suchfunktion, die nach verschiedenen Kriterien eine Abfrage des Datenbestandes ermöglicht, und so zum schnellen Auffinden eines geeigneten Arztes führen soll.

Patienten haben auf jameda die Möglichkeit, die Einträge bzw. Merkmale der Ärzte hinsichtlich Leistungsspektrum, Infrastruktur, Praxisausstattung, Organisation, Verhalten, Erreichbarkeit, Kommunikation, Hygiene, Effizienz und weiterer Kriterien mittels eines vordefinierten Bewertungsschemas zu kommentieren und so ihre Erfahrungen hinsichtlich der vorgefundenen Leistungen anderen mitzuteilen. Zudem besteht die Möglichkeit, Erläuterungen in Form von Freitext zu hinterlassen. Die Meinungen der Patienten über ihre Ärzte sollen es den Besuchern ermöglichen, Praxisleistungen zu vergleichen. Die medizinische Fachkompetenz von Ärzten und die Qualität ärztlicher Leistungen kann nach Darstellung von jameda damit aber nicht bewertet werden.[9]

Gewerbliche Kunden[Bearbeiten]

Es werden Werbeflächen für Banner- und Anzeigenwerbung in verschiedenen Bereichen des Portals, sowie ein Onlineshop für pharmakologische Produkte interessierten Unternehmen bereitgestellt.[10]

Rezeption und Kritik[Bearbeiten]

Von der Stiftung Warentest wurden im März 2011 neun Arztbewertungsportale beurteilt, darunter auch jameda.[11] Kritisiert wurde u.a., dass es bislang an der durchschnittlichen Anzahl der Bewertungen pro Arzt mangele, und dass Patientenbewertungen und käufliche Brancheneinträge nicht immer eindeutig voneinander zu unterscheiden seien.[12]

An anderer Stelle wird daran Kritik geübt, dass allgemein das Interesse an einer aktiven Bewertung von Leistungen durch die Patienten denkbar gering und somit eine entsprechende Relevanz nicht gegeben sei. Zudem seien die Möglichkeiten zur Manipulation von Informationen nicht genügend ausgeräumt.[13]

Das Portal ist TÜV-zertifiziert und mehrfacher Testsieger.[14]

Rechtliche Aspekte[Bearbeiten]

Ein Urteil des OLG Frankfurt im Rechtsstreit zwischen einer klagenden Ärztin und jameda bestätigte den Grundsatz des Rechts auf freie Meinungsäußerung (Art. 5 Abs. 1 GG) auch innerhalb von Arztbewertungsportalen gegenüber Angehörigen von Heilberufen („Ich fühlte mich falsch behandelt...."). Danach müssen sich Ärzte eine Bewertung durch Patienten gefallen lassen, solange diese weder ehrenrührig noch falsch ist und keine unbewiesene Tatsachenbehauptung darstellt „(Ich wurde falsch behandelt...."). Jedoch machte das Gericht ebenso klar, dass Meinungsäußerungen immer durch die subjektive Perspektive und ein persönliches Dafürhalten der bewertenden Person gekennzeichnet, und objektive und fachlich fundierte Beurteilungen damit nicht verbunden seien. Ferner unterstellte es dem Nutzer von Portalseiten eine Kenntnis dieses Sachverhaltes und verzichtete damit auf die Verpflichtung der Betreiber, jede einzelne Bewertung durch Patienten auch als solche explizit zu kennzeichnen und entsprechend auf die Subjektivität und Laienhaftigkeit der Aussagen hinzuweisen.[15]

Falsche und ehrenrührige Tatsachenbehauptungen schränken das Recht auf freie Meinungsäußerung ein und stellen den Straftatbestand der üblen Nachrede nach § 186 StGB dar. Deshalb werden Tatsachenbehauptungen, die bei jameda in Freitextformat eingegeben werden könnten, durch den Betreiber in der Regel gelöscht, womit ein entsprechendes Prozessrisiko hinsichtlich möglicher Unterlassungsklagen vermieden wird, da der Nachweis der Richtigkeit einer Behauptung von demjenigen erbracht werden muss, der sie aufgestellt hat. Nach eigenen Angaben verfügt Jameda über ein mehrstufiges, teilautomatisiertes System zur diesbezüglichen Sicherstellung der Qualität der Patientenbewertungen.[16]

Siehe auch[Bearbeiten]

Arztbewertungsportal

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.jameda.de/jameda/
  2. http://www.jameda.de/jameda/jameda/jameda-Factsheet.pdf
  3. http://www.focus.de/gesundheit/news/bewertungsportal-verfeinerte-arztsuche-auf-neuer-website_aid_695827.html
  4. http://www.agof.de/aktuelle-studie.583.de.html
  5. jameda Mediadaten online (PDF; 953 kB)
  6. http://www.jameda.de/jameda/jameda/jameda-Factsheet.pdf
  7. Internetquelle jameda Factsheet (PDF; 433 kB)
  8. jameda Praxismarketing für Ärzte und Zahnärzte
  9. Internetquelle Über jameda Eigenbeschreibung der Website, abgerufen am 20. Januar 2013
  10. Geschäftsmodell auf der Unternehmens-Webseite
  11. Stiftung Warentest online: Arztbewertungen - Das bringen die Portale
  12. Vgl. test 3/2011, S. 85.
  13. Artikel aus Die Zeit online - Medizinportale taugen wenig, Juli 2011
  14. Zeit Online vom 26. Juli 2011, abgerufen am 21. Januar 2013
  15. OLG Frankfurt Az.: 16 U 125/11, Revision zugelassen
  16. Qualitätssicherungsprozess von Jameda, auf www.jameda.de, abgerufen am 28. Januar 2013.

Weblinks[Bearbeiten]