Jean-Pierre Barillet-Deschamps

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Jean-Pierre Barillet, nach Heirat Barillet-Deschamps (* 7. Juni 1824 in Saint-Antoine-du-Rocher; † 12. September 1873 in Vichy), war ein französischer Gärtner und Landschaftsarchitekt. Er gestaltete eine große Zahl von Gärten und Parks, so in Paris, Turin und Kairo.

Leben[Bearbeiten]

Jean-Pierre Barillet war der Sohn eines Landwirts. Als Jugendlicher arbeitete er als Landarbeiter auf dem Hof seines Vaters. Um 1845 begann er seine berufliche Laufbahn als Aufseher und Betreuer der Gärtnerei in der landwirtschaftlichen Strafkolonie von Mettray. Ihm wurde ermöglicht, Gartenbau-Veranstaltungen im Jardin des Plantes (Paris) zu besuchen. Er heiratete Marie Deschamps. Um 1850 gründete er eine Baumschule in Bordeaux, die durch eine industrielle Pflanzenaufzucht und ein auf den Zeitgeschmack ausgerichtetes Sortiment erfolgreich wurde.

Barillets Aufstieg begann mit der Umgestaltung von Paris während des Zweiten Kaiserreichs. Georges-Eugène Haussmann und Jean-Charles Alphand beauftragten ihn mit der Neugestaltung des Bois de Boulogne. Es folgten weitere wichtige Gestaltungsaufgaben. In den 1860er Jahren zählte Barillet zu den bekanntesten Gartenarchitekten Frankreichs. 1869 gab er seinen Posten als Chefgärtner von Paris auf und widmete sich Aufträgen aus dem Ausland, unter anderem in Wien und Turin. Er starb an den Folgen einer Lungenerkrankung während der Rückreise aus Konstantinopel. Barillets Grab befindet sich auf dem Friedhof Père-Lachaise in Paris.

Barillet erhielt mehrere Auszeichnungen, so den französischen Orden der Ehrenlegion (1865).

Werke[Bearbeiten]

  • Longchamp, Wintergarten aus großen Gewächshäusern (1853)
  • Bois de Boulogne, Paris (1854–1860)
  • Jardins des Champs-Elysées, Paris (1859–1860)
  • Bois de Vincennes, Paris (1860–1865)
  • Parc Monceau, Paris, Neugestaltung des Gartens von Louis Carmontelle (1861)
  • Parc des Buttes-Chaumont, Paris (1864–1867)
  • Parc Montsouris, Paris (1865–1878)
  • Gartenanlagen der Weltausstellung 1867, Paris
  • etwa zwanzig öffentliche Plätze in Paris
  • Park van Laken, Brüssel, Erweiterung und Gewächshäuser (um 1875)
  • Park am Prater, Wien, Umgestaltung (1869)
  • Piazza Carlo Felice und Parco del Valentino, Turin (um 1864)
  • Park Ezbékieh, Kairo (1870)

Barillet ließ 1869 sein Buch Les pensées, histoire, culture, multiplication, emploi mit 25 farbigen Lithographien in einer Auflage von 200 Exemplaren drucken.

Literatur[Bearbeiten]

  • St. Le Tourneur: Barillet (Jean-Pierre). In: Dictionnaire de biographie française, herausgegeben von M. Prevost und Roman d’Amat. Band 5. Letouzey et ané, Paris, 1951, Spalte 465.
  • Bernard Marray: Barillet, genannt Barillet-Deschamps. In: Allgemeines Künstler-Lexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker. Band 7. Saur, München, Leipzig 1993, ISBN 3-598-22747-7, S. 64–65.
  • Luisa Limido: The squares created by Jean Pierre Barillet-Deschamps in Turin. In: Journal of garden history, Jahrgang 17, 1997, S. 122–139.
  • Luisa Limido: Jean-Pierre Barillet-Deschamps 1824–1873. In: Créateurs de jardins et de paysages en France de la Renaissance au XXIe siècle, herausgegeben von Michel Racine. Band 2. Actes Sud, Arles 2002, ISBN 2-7427-3721-9, S. 43–46.
  • Denis Lambin: Barillet-Deschamps. In: The Oxford companion to gardens, herausgegeben von Patrick Goode, Michael Lancaster. Oxford, New York 2001, ISBN 0-19-860440-8, S. 38.