Ace of Base

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Ace of Base
Ace Of Base Toronto 2010 (modified).JPG
Allgemeine Informationen
Genre(s) Elektronischer Pop mit Reggae-Einflüssen
Gründung 1990
Gründungsmitglieder
Jonas Berggren
Synthesizer
Ulf „Buddha“ Ekberg
Malin „Linn“ Berggren (bis 2007)
Gesang
Jenny Berggren (bis 2009)
Aktuelle Besetzung
Synthesizer
Jonas „Joker“ Berggren
Synthesizer
Ulf „Buddha“ Ekberg
Gesang
Clara Hagman (seit 2010)
Gesang
Julia Williamson (seit 2010)

Ace of Base ist eine schwedische Popgruppe aus Göteborg.

Geschichte[Bearbeiten]

Ursprünge[Bearbeiten]

Hauptinitiator der Gründung von Ace of Base war Jonas Berggren. Er hatte einige Jahre in einer Band namens G Konrad mitgearbeitet und anschließend 1987 mit zwei Freunden eine von The KLF und Snap! inspirierte Techno-Band ohne internationalen Erfolg gegründet. Für diese konnte er seine beiden Schwestern Malin und Jenny als Sängerinnen gewinnen. Die Band zerfiel mit dem Weggang der beiden Partner. Jonas konnte aber seinen Freund Ulf Ekberg für einen Neustart gewinnen. Damit war das Quartett vollständig, das sich 1990 als Ace of Base formierte. Ekberg war vorher unter anderem bei der Neonazi-Band „Commit Suiside“[sic], Bilder aus der Zeit zeigen ihn mit Hitlergruß und einem NS-Parteiadler auf dem T-Shirt.[1] Er war zu dieser Zeit auch Mitglied der neonazistischen Partei Swedish Democrats.[2] Ekberg hat sich nach eigenen Angaben wiederholt von diesem Abschnitt seines Lebens distanziert und sein Bedauern darüber ausgedrückt.[3] Ob Berggren oder die anderen Bandmitglieder damals von dieser Vorgeschichte wussten, ist umstritten.

Die Karriere von Ace of Base begann 1991, als das Plattenlabel Mega Records die Band unter Vertrag nahm. 1992 erschien als erste Single Wheel of Fortune, die in Skandinavien die Hitparaden erreichte. Daraufhin erhielt die Band einen europaweiten Plattenvertrag bei Metronome Records.

1992 bis 1999: Erfolge[Bearbeiten]

Ende 1992 erschien die Single All That She Wants. Sie wurde in zehn europäischen Ländern ein Verkaufserfolg, belegte in Deutschland acht Wochen die Spitze der Charts und in Großbritannien drei Wochen. Auch das im März 1993 veröffentlichte Debütalbum Happy Nation erreichte Spitzenpositionen in den Hitparaden. All That She Wants wurde daraufhin von der deutschen Punkrockband Wizo und der ebenfalls deutschen Rockband Knorkator gecovert.

Mit einiger Verzögerung gelang der Band auch der Durchbruch in den USA. In den Billboard-Charts stieg All That She Wants bis auf Platz 2. Ihr Debütalbum wurde dort Ende 1993 mit vier zusätzlichen Songs unter dem Titel The Sign veröffentlicht. Der Titelsong des Albums erreichte im März 1994 die Spitze der US-amerikanischen Charts und hatte den Platz sechs Wochen lang inne.

In diesem Jahr wurde Ace of Base für drei Grammys nominiert. Von ihrem Debütalbum wurden weltweit 24 Mio. Kopien verkauft, allein in den USA waren es über neun Mio. Exemplare. Damit wurde Happy Nation/The Sign zum bis dahin bestverkauften Debütalbum und schaffte 1995 den Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde.

Ihre drei Lieder All That She Wants, The Sign und Don't Turn Around standen 1993/94 insgesamt 48 Wochen hintereinander in den Billboard Top Ten. Damit gelang ihnen ein Rekord, der erst 2011 von Katy Perry gebrochen wurde, welche mit ihren Liedern ein ganzes Jahr ohne Unterbrechung in den Top Ten vertreten war.[4]

In der Nacht zum 27. April 1994 wurden Jenny Berggren und ihre Mutter von einem weiblichen, anscheinend psychisch kranken, deutschen Fan in ihrem Haus in Göteborg attackiert und mit einem Messer verletzt. Das Ereignis verarbeitete Jenny Berggren im Song Ravine, der auf die Trackliste des Albums The Bridge kam.

Das zweite Album The Bridge erschien im Herbst 1995. Lucky Love, die erste Single, wurde bei den Göteborger Leichtathletik-Weltmeisterschaften uraufgeführt. Die Platte verkaufte sich weltweit ca. 5 Mio. mal. Daraus veröffentlicht wurden ebenfalls die Singles Beautiful Life und Never Gonna Say I'm Sorry. Auch mit The Bridge erreichte die Band in den USA und in einigen anderen Ländern Platinstatus.

Im Frühjahr 1998 wurde das dritte Album Flowers veröffentlicht. Vorab ausgekoppelt wurde die Single Life Is A Flower, die in vielen Ländern die Top 10 erreichen konnte. Auf diesem Album befindet sich auch Cruel Summer, eine Coverversion des Hits von Bananarama aus dem Sommer 1983. Die Single war erneut ein großer Erfolg für Ace of Base in den USA, wo er Platz 10 in den Billboard-Charts erreichte. Die nächsten Singleauskopplungen waren Ende 1998 bzw. Anfang 1999 Always Have, Always Will und Everytime It Rains, welche beide in den britischen Charts unter die Top 20 kamen. Von Flowers konnte die Band weltweit mehr als 2 Mio. Exemplare absetzen.

Malin Berggren, die damalige Hauptsängerin der Band, zog sich ab diesem Zeitpunkt aus der Öffentlichkeit zurück und ihre Schwester Jenny wurde zur alleinigen Frontfrau.

Im Herbst 1999 erreichten Ace of Base mit C’est la vie Platz 1 der spanischen Singlecharts, die Nachfolgesingle Hallo Hallo kam auf Platz 21 in Spanien und 11 in Finnland. Beide Titel stammen vom Ende 1999 erschienenen Compilation-Album Singles of the 90s.

2002 bis 2009: Comeback und Trennung[Bearbeiten]

Nach einer längeren Pause von vier Jahren erschien im Herbst 2002 das vierte Studioalbum Da Capo, mit dem die Gruppe Charterfolge in Asien (das Album erreichte den Platz 10 in Japan) feiern konnte. Auf die Debütsingle Beautiful Morning (Platz 14 in Schweden) folgte die zeitkritische Ballade The Juvenile (nur in Deutschland veröffentlicht) und Unspeakable (Platz 45 in Schweden) im typischen Stil der vier Skandinavier.

Im Oktober/November 2005 gab es nach langer Zeit erstmals wieder Live-Auftritte von Ace of Base, unter anderem im Rahmen der Night of the Proms in Antwerpen. Allerdings trat die Band ohne Malin Berggren auf.

Ace of Base bei der Europatournee 2007

Seit November 2007 gaben Ace of Base in Nord- und Osteuropa sowie in Asien Konzerte. Es war die erste Tour der Band seit vielen Jahren; diese fand erstmals ohne Malin Berggren statt, denn am 3. Dezember 2007 wurde bekannt, dass sie die Band endgültig verlassen hatte.

Im Oktober 2008 veröffentlichten Ace of Base ein Remake ihrer ersten Single Wheel Of Fortune als neu eingesungene Version (Wheel Of Fortune 2009). Kurz darauf folgte am 14. November ein Greatest-Hits-Album, welches in zwei Versionen für den deutschen Markt herausgegeben wurde. Version 1 des Albums ist ein normales Greatest-Hits-Album und Version 2 trägt den Untertitel "Classic Remixes". Auf diesem sind viele bisher unveröffentlichte Remixes ihrer größten Hits veröffentlicht.

Am 21. August 2009 veröffentlichte der italienische DJ Rico Bernasconi in Zusammenarbeit mit Ace of Base als "Rico Bernasconi vs. Ace of Base" seine clubtaugliche Neuauflage des Hits "Cruel Summer" aus dem Jahr 1998. Die Gesangsparts von Jenny Berggren wurden beibehalten.

Am 30. November 2009 gab Jenny Berggren auf ihrem Twitter-Account den Ausstieg aus der Band bekannt. Sie äußerte dort auch ihr Bedauern darüber, dass es Ace of Base in der Zeit nach Malins Ausstieg nicht geschafft hätte, ein neues Album zu produzieren. Sie jedoch wolle Musik machen, die jeder hören könne und sähe deshalb keine andere Möglichkeit, als den Weg der Solokünstlerin zu gehen. Sie wünschte ihrem Bruder und dem gemeinsamen Freund Ulf Ekberg Glück für die weitere Zukunft mit Ace of Base. Berggren und Ekberg kündigten daraufhin an, die Band mit zwei neuen Sängerinnen, Clara Hagman und Julia Williamson, fortführen zu wollen.

Seit 2010: Neuanfang[Bearbeiten]

Im Juli 2010 gaben Berggren und Ekberg die Veröffentlichung einer neuen Single und eines neuen Albums bekannt. Kurz danach wurde eine Hörprobe der ersten neu komponierten Single seit 2003 mit dem Titel "All for you" auf der Facebook-Seite der Band und auf ihrer Homepage veröffentlicht.

Am 10. September 2010 wurde die Single veröffentlicht. Das Album "The Golden Ratio" folgte zwei Wochen später und stieg in die deutschen Albumcharts auf Platz 20 ein.

Der Einfluss von Ace of Base auf andere Künstler[Bearbeiten]

Viele Musiker und Sänger bezeichnen Ace of Base als großen Einfluss auf ihre eigene Karriere: Lady Gaga erklärte, dass ihr Album The Fame Monster, mit Liedern wie Alejandro, von „großartigen Pop-Melodien der 90er“ von Künstlern wie Ace of Base beeinflusst war.[5] Das Lied Eh, Eh (Nothing Else I Can Say) von The Fame verglichen einige Kritiker ebenfalls mit den Liedern von Ace of Base. Die schwedische Sängerin Robyn nutzte Ace of Base als Inspiration für ihren Song Dancehall Queen, was auf ihrem Album Body Talk Pt. 1 enthalten ist.

Katy Perry erklärte, ihr Nachfolger zu One of the Boys solle klingen wie The Sign.[6] „Es ist Rollerskating. Es sind die Neunziger. Es ist Ace Of Base. Es ist Cyndi Lauper. Es ist bunt und noch viel, viel mehr.“[7] Auch die britische Popgruppe Steps ließ sich auf ihrem dritten Album Buzz von den frühen Alben von Ace of Base inspirieren.

Ace of Base erklärten auch in einigen Interviews, dass sie sich selbst geehrt fühlten, dass Stars wie Lady Gaga und Katy Perry von ihnen beeinflusst worden seien.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1993 Schwedischer Grammi – Best Pop Group[8]
  • 1993 Schwedischer Grammi – TV audience price[8]
  • 1993 Bronze BRAVO Otto (Deutschland) – Best rock/pop Group[9]
  • 1994 American Music Award – Favorite Band, Duo or Group - Pop / Rock
  • 1994 American Music Award – Favorite New Artist - Pop / Rock
  • 1994 Billboard Music Awards – No.1 Single
  • 1994 Billboard Music Awards – Top New Artist
  • 1994 Billboard Music Awards – Artist of The Year
  • 1994 World Music Award – World's Best-Selling Scandinavian Recording Artists of the Year
  • 1994 Echo (Deutschland) – Group of the Year[10]
  • 1995 Grammy Awards – Pop Vocal Group (Nominierung)
  • 1995 Grammy Awards – New Artist (Nominierung)
  • 1995 World Music Award – World's Best-Selling Scandinavian Recording Artists of the Year
  • 1996 World Music Award – World's Best-Selling Scandinavian Recording Artists of the Year
  • 1997 World Music Award – World's Best-Selling Scandinavian Recording Artists of the Year
  • 1999 RSH-Gold[11]
  • 2007 BMI Award für über 3 million Verwendungen von The Sign im US TV und Radio[12]
  • 2011 The Scandipop Award – Best Group Album[13]

Diskografie[Bearbeiten]

Hauptartikel: Ace of Base/Diskografie

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ace of Base – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise, Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Ace of Base's Secret Nazi Past. Abgerufen am 24. Mai 2013 (englisch).
  2. Artikel auf 20min.ch: Mitglied von Ace of Base spielte in Nazi-Band. Abgerufen am 24. Mai 2013.
  3. Artikel auf www.huffingtonpost.com: Ace Of Base's Nazi Past Revealed In Disturbing Lyrics Of Ulf Ekberg's Former Band. Abgerufen am 24. Mai 2013 (englisch).
  4. Katy Perry seit 52 Wochen in den US-Charts. Antenne Niedersachsen, 13. Mai 2011, abgerufen am 20. Februar 2014.
  5. Lady Gaga Talks "Fame Monster," Freakishness. Billboard.com. 25. November 2009. Abgerufen am 18. Oktober 2010.
  6. Matt Elias: Katy Perry Wants To Make New Music Her Fans Can 'Roller-Skate To'. MTV. 23. September 2009. Abgerufen am 18. Oktober 2010.
  7. Katy Perry Excited For Her New Summer Record. FMQB. 29. März 2010. Abgerufen am 18. Oktober 2010.
  8. a b Grammis 1969-2013. IFPI Sweden, abgerufen am 20. Februar 2014 (pdf).
  9. Bravo magazine archive–Otto awards 1993. BRAVO. Abgerufen am 1. Februar 2010.
  10. Echo Pop: Archivsuche Ace of Base. echopop.de, abgerufen am 20. Februar 2014.
  11. RSH-Gold Verleihung 1999
  12. BMI Awards. BMI. Abgerufen am 1. Februar 2010.
  13. List of Scandy Pop awards 2011 winners