Discogs

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Discogs (engl. discographies ‚Diskografien‘) ist eine kostenlose, von Mitgliedern aufgebaute Online-Datenbank für Diskografien von Musikern und Plattenlabeln. Mit einem Alexa Rank von 1757 im Oktober 2011 zählt sie zu den meistbesuchten Websites der Welt.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Discogs wurde im Oktober 2000 von Kevin Lewandowski gegründet. Anfänglich wollte Lewandowski die eigene Plattensammlung auf seiner Website verwalten, was bald Anklang fand und sich schnell zu einem ehrgeizigen Projekt entwickelte. Eine umfassende Übersicht über das Genre der elektronischen Musik entstand.

Aufgrund des enormen Benutzerzuwachses entschied man sich alsbald, die Datenbank auf weitere Genres auszuweiten (z. B. Hip-Hop ab Januar 2004). War die Datenbank anfangs auf klassische Tonträger wie z. B. Schallplatten, CDs und Kassetten begrenzt, wurde sie später auf digitale Veröffentlichungen (MP3, WAV, ogg-vorbis etc.) und andere Tonträger wie z. B. USB-Sticks ausgeweitet. Gleiches gilt für verlinkte Credits (Produzent, Textschreiber, Komponist etc.), die mittlerweile auch für nicht-musikalische Tätigkeiten wie beispielsweise Design, Management und Filmproduktion eingetragen werden können.

Im Juli 2014 wurde bekannt, dass sich Discogs auf der Liste der indizierten Webseiten der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien befindet, was netzpolitik.org als einen „klassischen Fall von Overblocking“ bezeichnete.[2]

Funktionsweise[Bearbeiten]

Mitglieder der Discogs-Community (188.789 am 11. April 2014) können ihre private Musiksammlung in einer „Collection“ (Sammlung) und „Wantlist“ (Wunschliste) verwalten. Besitzt ein Benutzer eine Veröffentlichung, die sich noch nicht in der Datenbank befindet, kann er diese selbst nach bestimmten Formatierungsregeln hinzufügen. Alle Eintragungen und Veränderungen werden direkt in der Datenbank umgesetzt. Erst anschließend werden die Einträge und Veränderungen in einem Review-Prozess von stimmberechtigten Benutzern (Jahre zuvor waren es ausschließlich freiwillige, ausgesuchte Moderatoren) überprüft und dann entweder akzeptiert, mit Begründung abgelehnt oder als verbesserungswürdig markiert. Doppel-Einträge können zu einem Eintrag zusammengefügt werden („merging“).

Des Weiteren existieren neben offiziellen Discogs-Foren auch solche, die von Benutzern erstellt wurden und nicht nur auf die Themen Discogs oder Musik beschränkt sind.

Seit Ende 2005 kann man im Marketplace (Marktplatz) Tonträger – keine digitalen – kaufen und verkaufen. Discogs tritt hierbei nicht als Händler auf, sondern nur als Vermittler. In Kooperation mit Junodownloads verkauft Discogs selbst ausschließlich digitale Veröffentlichungen im MP3- und WAV-Format.

Datenbank[Bearbeiten]

Im Juli 2014 befanden sich über fünf Millionen Tonträger, 3,4 Millionen Künstler und 620.000 Plattenlabel in der Datenbank.

In folgende Genres werden die Tonträger eingeteilt: Blues, Brass & Military, Children’s, Classical, Electronic, Folk, World, & Country‘, ‚Funk / Soul‘, Hip-Hop, Jazz, Latin, Non-Music, Pop, Reggae, Rock und Stage & Screen.

Seit August 2007 kann der Inhalt der Datenbank auch im XML-Format abgerufen werden. Zusätzlich werden mittlerweile monatlich Kopien des Datenbankinhalts veröffentlicht. Die Datensätze stehen unter CC0 zur Verfügung und können über eine API bezogen werden.[3]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Discogs bei alexa.com, abgerufen am 3. Oktober 2011
  2. https://netzpolitik.org/2014/liste-indizierter-webseiten-geleakt-bundespruefstelle-bestaetigt-netz-sperren-kritik-wie-overblocking/ bei netzpolitik.org, abgerufen am 8. Juli 2014
  3. Discogs API v2.0 Documentation