Johann Benedict Listing

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Johann Benedict Listing.

Johann Benedict Listing (* 25. Juli 1808 in Frankfurt am Main; † 24. Dezember 1882 in Göttingen) war ein deutscher Mathematiker.

Er studierte Mathematik und Architektur an der Universität Göttingen, besaß jedoch ein viel breiteres Spektrum an Interessen, darunter Erdmagnetismus und physiologische Optik. Er promovierte 1834 in Göttingen. Anschließend machte er eine dreijährige Reise mit Wolfgang Sartorius von Waltershausen, um die vulkanischen Aktivitäten des Ätnas auf Sizilien zu untersuchen. 1837 wurde er Lehrer des Maschinenzeichnens, der Maschinenlehre und der angewandten Mathematik an der Höheren Gewerbeschule zu Hannover, 1839 außerordentlicher Professor der Physik und 1849 Professor der Mathematik in Göttingen.

Durch seinen Mentor Carl Friedrich Gauß begann Listing sich auf die Topologie zu spezialisieren, die zu dieser Zeit noch analysis situs genannt wurde. Er verfasste 1847 mit den Vorstudien zur Topologie ein Lehrbuch zur Topologie, wobei er diesen Begriff bereits zehn Jahre zuvor in seinen Briefen verwandt hatte. Durch dieses Buch ging der Begriff in allgemeinen Gebrauch über.

Unabhängig von August Ferdinand Möbius entdeckte Listing 1858 die besonderen Eigenschaften des Möbiusbandes.

1861 wurde er Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ernst Breitenberger: Johann Benedict Listing. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 14, Duncker & Humblot, Berlin 1985, ISBN 3-428-00195-8, S. 700 f. (Digitalisat).
  • Marie-Luise Heuser: Die Anfänge der Topologie in Mathematik und Naturphilosophie. In: Stephan Günzel (Hrsg.): Topologie: Zur Raumbeschreibung in den Kultur- und Medienwissenschaften. Transcript, Bielefeld 2007, S. 183–200.
  • Paul Trommsdorff: Der Lehrkörper der Technischen Hochschule Hannover 1831–1931. Osterwald, Hannover 1931, S. 54.

Weblinks[Bearbeiten]