Jules Breton

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Jules Breton
Werk "A travers champs" (1887), heute im Brooklyn Muséum of Art
Werk "le chant de l'alouette" (1884)

Jules Adolphe Aimé Louis Breton (* 1. Mai 1827 in Courrières, Dépt. Pas-de-Calais; † 5. Juli 1906 in Paris) war ein französischer Maler.

Breton war zusammen mit Lievin de Winne Schüler von Felix de Vigne. Später wechselte er in das Atelier von Michel Martin Drolling. Angeregt durch seine Lehrer, entlehnte Breton schon die Stoffe seiner ersten Bilder den ländlichen Kreisen seiner Umgebung. Er malt die Bürger und Bauern der alten Provinz Artois (Dépt. Pas-de-Calais) in ihrer Alltagsbeschäftigung, zumeist in freier Natur; aber diesen einfachen Motiven weiß er durch zarte Beseelung und durch harmonische Verschmelzung der Figuren und der Landschaft einen großen Reiz, bisweilen sogar einen hohen Adel und eine Großartigkeit des Stils zu geben.

Sein Kolorit ist stimmungsvoll und kräftig, seine Modellierung scharf und plastisch. Zu voller Anerkennung kam er erst 1857 durch sein Bild Die Segnung der Felder, jetzt im Palais de Luxembourg; dort sind auch seine Ährenleserinnen von 1859. In demselben Jahr vollendete er seine Aufpflanzung eines Kalvarienbergs und ein humoristisches Bild Der blaue Montag, Frauen darstellend, die ihre Männer aus der Schenke holen.

1858 heiratete er in Paris eine Tochter seines ehemaligen Lehreres Felix de Vigne. Virginie Demont-Breton (1859-1935) war seine Tochter und Schülerin.

Im Jahr 1861 stellte er die Werke Unkrautjäterinnen und Raps durchsiebendes Mädchen, 1864 Weinlese und Weidende Truthennen hütendes Mädchen aus. Sein Hauptwerk ist das Bild Schnitterinnen nach der untergehenden Sonne schauend von 1865. Auf der Weltausstellung von 1867 befanden sich Schnitter, der seine Sense wetzt und Quelle am Meer, Frauen und Kinder.

Zu seinen Auszeichnungen gehört die Wahl zum Mitglied der Académie des beaux-arts in Paris im Jahr 1886 und die Wahl zum Ehrenmitglied (Hon. RA) der Royal Academy of Arts in London im Jahr 1899.

Im Alter von über 79 Jahren starb Jules Breton am 5. Juli 1906 in Paris und fand seine letzte Ruhestätte auf dem Friedhof Cimetière Montparnasse neben seinem Freund Charles Leconte de Lisle.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Rückkehr der Ährenleserinnen, 1859; 90x176cm; Musée d'Orsay, Paris

Literatur[Bearbeiten]

  • Jules Breton: The life of an artist - art and nature. New York, 1892, Nachdruck z.B. BiblioBazaar, 2009, ISBN 1115293168.
  • Hollister Sturges: Jules Breton and the French rural tradition. Ausstellungskatalog, Joslyn Art Museum, Omaha, The Arts Publishers, New York, 1982, ISBN 0-936364-09-2.
  • Hollister Sturges (Hrsg.): The rural vision – France and America in the late nineteenth century. Joslyn Art Museum, Omaha, Univ. Nebraska Press, 1987, ISBN 0-936364-19-X. (Tagungsband eines Symposiums im Verbindung mit der Ausstellung 1982)
  • Annette Bourrut-Lacouture: Jules Breton – Painter of peasant life. Yale Univ. Press, New Haven, London, 2002, ISBN 0-300-09575-9.
  • Annette Bourrut-Lacouture: Jules Breton: La chanson des blés. Ausstellungskatalog, Somogy éditions d'art, Paris, 2002, ISBN 2-85056-515-6.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jules Breton – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Meyers Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888–1890.
Bitte entferne diesen Hinweis nur, wenn du den Artikel so weit überarbeitet hast, dass der Text den aktuellen Wissensstand zu diesem Thema widerspiegelt, dies belegt ist und er den heutigen sprachlichen Anforderungen genügt.

Um danach auf den Meyers-Artikel zu verweisen, kannst du {{Meyers Online|Band|Seite}} benutzen.