Julius d’Austria

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Don Julius Caesar d’Austria (* um 1586 in Prag; † 25. Juni 1609 in Krumau, heute Český Krumlov) war der uneheliche älteste Sohn von Kaiser Rudolf II. und seiner Geliebten Katharina Strada.

Leben[Bearbeiten]

Die psychische Unausgeglichenheit des Vaters zeigte sich bei Don Julius in potenzierter Form. Der Kaiser wies ihm Schloss Krumau als Wohnsitz zu, wo er sich schnell einen Namen als Schürzenjäger machte. Markéta Pichler, die Tochter eines Baders, wurde seine Geliebte. In einem Anfall von Tobsucht verletzte er sie schwer und stürzte sie aus dem Fenster. Sie überlebte, Don Julius verlangte ihre Rückkehr in sein Schloss. Als die Eltern sich weigerten, ließ er den Vater Markétas einsperren und drohte, ihn hängen zu lassen. Die verängstigte Mutter nahm Don Julius den Eid ab, ihrer Tochter nichts anzutun, bevor sie sie ihm übergab. Am Faschingsmontag des Jahres 1608 ermordete er sie bestialisch und zerstückelte sie. Hierauf ließ ihn sein kaiserlicher Vater, selbst von Wahnsinnsanfällen geplagt, in Schloss Krumau gefangensetzen. Don Julius d’Austria hörte auf, sich körperlich zu pflegen, verwilderte völlig und raste gegen seine Umgebung. 1609 starb er an einem Geschwür im Hals.

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Blaschka, Anton: Das Schicksal Don Julios de Austria. Akten und Regesten aus seinen letzten Lebensjahren, in: Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Deutschen in Böhmen, 70, 1932
  • Midelfort, H.C. Erik: Mad Princes of Renaissance Germany. Charlottesville and London (University Press of Virginia), 1994 - deutsche Ausgabe: Wahn und Kummer in deutschen Herrscherhäusern, Stuttgart (Klett-Cotta), 1996