Juvencus

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Gaius Vettius Aquilinus Juvencus war ein hispanischer Presbyter, der zur Zeit Konstantins des Großen (306–337) lebte.[1]

Juvencus ist der Verfasser mindestens zweier christlicher Epen in Hexametern. Das eine, Ordo sacramentorum, ist verloren. Nur das Werk mit dem Titel Evangeliorum libri quattuor („Vier Bücher der Evangelien“) ist erhalten. Dieses Epos ist eine Evangelienharmonie in insgesamt etwa 3200 Hexametern, die sich vor allem auf das Evangelium nach Matthäus, in Teilen auch auf die Evangelien nach Lukas und Johannes stützt. Juvencus ist neben Commodian (um 270) der erste namentlich bekannte christliche Dichter. Die Evangeliorum libri quattuor scheinen schnell weite Akzeptanz und auch mehrere Nachfolger in der christlichen Gelehrtenwelt gefunden zu haben. Vor allem in der Zeit der Karolinger wurde das Werk häufig rezipiert, wie die zahlreichen Handschriften aus dem 9. Jahrhundert zeigen. Erstmals gedruckt wurden die Evangeliorum libri um 1490.

Werke[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Manfred Flieger: Interpretationen zum Bibeldichter Iuvencus : Gethsemane, Festnahme Jesu und Kaiphasprozeß (4, 478 - 565). Stuttgart 1993.
  • Roger P. H. Green: Latin epics of the New Testament. Juvencus, Sedulius, Arator. Oxford 2006.
  • Cornel Heinsdorff: Christus, Nikodemus und die Samaritanerin bei Juvencus. Mit einem Anhang zur lateinischen Evangelienvorlage (= Untersuchungen zur antiken Literatur und Geschichte, Band 67). Berlin und New York 2003, ISBN 3-11-017851-6
  • Herman Hendrik Kievits: Ad Iuvenci Evangeliorum librum primum commentarius exegeticus. Groningen 1940
  • Hans-Udo Rosenbaum: Juvencus. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 3, Bautz, Herzberg 1992, ISBN 3-88309-035-2, Sp. 904–906.
  • Peter L. Schmidt: Iuvencus, C. Vettius Aquilinus. In: Der Neue Pauly (DNP). Band 6, Metzler, Stuttgart 1999, ISBN 3-476-01476-2, Sp. 114.

Weblinks[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Hieronymus, de viris illustribus 84; chronicon a. d. J. 329 n. Chr.; epistolae 70, 5.