Kanał Piastowski

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Die Kaiserfahrt = Piastenkanal
Satellitenaufnahme von Kanal und Swine
Zustand von Kanal und Swine um 1880 mit Ergänzungen bis 1920

Kanał Piastowski, übersetzt Piastenkanal,[1] ist seit 1945 der Name des 1875 bis 1880 als Kaiserfahrt erbauten Kanals auf der Insel Usedom, der die Swine (poln. Świna) südlich der Hafenstadt Swinemünde (Świnoujście) mit dem Stettiner Haff und damit der Oder verbindet. Heute liegt der Kanal im polnischen Teil der Insel.

Der nördliche Teil des Kanals an der Stadt hieß Mellin-Fahrt und umging die versandende Heide-Fahrt. Er durchschnitt die alte Insel „Großer Mellin“ und erreichte dann die alte Swine. An der Insel „Kleiner Mellin“ begann dann die eigentliche „Kaiserfahrt“.

Die zwölf Kilometer lange Schifffahrtsstraße mit einer Wassertiefe von etwa zehn Metern umgeht den schwer befahrbaren östlichen alten Lauf der Swine. Dieser Wasserweg war oft versandet und musste ständig nachgebaggert werden. Seitdem können Seeschiffe mit geringerem Risiko den Kanal zwischen der Ostsee und Stettin (Szczecin) verkehren, was zum Aufstieg des Hafens von Stettin und zum Niedergang des Hafens von Swinemünde führte. Andererseits trug die 1876 in Betrieb genommene Eisenbahnstrecke von Berlin nach Swinemünde über die Brücke bei Karnin (seit 1945 unterbrochen) zum Aufstieg Swinemündes und seiner Nachbarorte als Seebäder bei.

Durch den Bau der Kaiserfahrt wurde ein östlicher Teil der Insel Usedom um das Dorf Kaseburg (Karsibór) abgetrennt und zur Insel zwischen Kaiserfahrt und alter Swine. Die Insel Karsibór ist heute über eine neue Brücke von 2010 mit der Insel Wolin verbunden.

Von 2002 bis 2004 wurden die beiden Molen am Südausgang des Kanals ins Haff für ca. 30 Millionen Euro als wichtige Wasserbaumaßnahme der Region modernisiert und wesentlich verlängert. Die neue Ostmole ist rund 430 m lang, die Westmole 550 m, sie tragen an ihrem Südostende jeweils ein neues Molenfeuer. Die beiden 25 m hohen Türme des Torfeuers am vorherigen Sudausgang des Kanals blieben in Funktion.[2]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Piastenkanal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die 1675 in ihrem letzten (schlesischen) Zweig ausgestorbenen Piasten hatten mit dem Bau des Kanals nichts zu tun, außer vielleicht dem, dass ein alter Erbvertrag mit schlesischen Piasten dem Königreich Preußen zum Vorwand diente, sich im 18. Jahrhundert Schlesien anzueignen. Dadurch vermehrte das Königreich seine Bevölkerung um die Hälfte und gelangte in den Besitz fast des gesamten Oderlaufes. Vgl. Erster Schlesischer Krieg. Es war nach 1945 von den polnischen Behörden eine willkürliche Namenswahl.
  2. Neue Molenfeuer an der Kaiserfahrt / Pistowski Kanal. In: Leuchtfeuer, Ausg. Winter 2014 Nr. 69, Klaus Kern (Herausg.), Rüsselsheim 2014

53.83444444444414.302777777778Koordinaten: 53° 50′ 4″ N, 14° 18′ 10″ O