Swine

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Landsat-Foto des Swinegebiets
Mündung der Swine in die Pommersche Bucht

Die Swine (polnisch Świna [ɕfiːna]) ist ein Meeresarm der Ostsee, der zwischen den Inseln Usedom (pl.: Uznam) und Wollin (pl.: Wolin) eine Verbindung zwischen dem Stettiner Haff und der Ostsee herstellt. Sie liegt in Polen und ist neben dem Peenestrom und der Dziwna (dt.: Dievenow) eine von insgesamt drei solchen Seegatts. An ihrem Ausgang zur Ostsee liegt die Hafenstadt Świnoujście (Swinemünde). Die Swine besitzt prinzipiell eine meerwärts gerichtete Strömung, da das Wasser der Oder hauptsächlich diesen Weg vom Stettiner Haff zur Ostsee nimmt. Bei anhaltenden Nordwinden kann sich die Strömung jedoch auch umkehren und Ostseewasser durch die Swine ins Haff drücken. Da das von der Ostsee eindringende Wasser stark sedimentbelastet ist, hat sich ein sehr seltenes Rückseitendelta (auch: rückläufiges Delta) zum Haff hin entwickelt.

Geschichte[Bearbeiten]

Delta der Swine

Von 1729 bis 1745 wurde die Swine vertieft, um sie für Handelsschiffe von und nach Stettin passierbar zu machen. Ziel der preußischen Verwaltung war es, eine alternative Route zum schwedisch kontrollierten Peenestrom zu errichten. Für die mit großen Kosten verbundene Maßnahme wurden weitere finanzielle Unterstützungen an Schiffer und Kaufleute gegeben. Diese waren mit der Auflage verbunden, die Swine zur Durchfahrt zu nutzen. Trotzdem behielten die meisten pommerschen Schiffe ihre traditionelle Route über den Peenestrom bei. Sie zogen es trotz der an die Schweden zu entrichtenden Zollgebühren vor, in Wolgast zusätzliche Geschäfte machen zu können. Die Verwaltung von Schwedisch-Pommern hatte dagegen ihren Untertanen die Swinedurchfahrt verboten. [1] Erst nach dem Ausbau des Swinemünder Hafens 1746 kam es zu einer Belebung des Holzhandels über die Swine.[2]

Swine (hinten) und Mellinfahrt

Anfang der 1880er Jahre wurde die Swine für die Seeschifffahrt erneut vertieft und durch die Mellinfahrt (heute Kanał Mieliński) begradigt. Durch die 1880 fertiggestellte Kaiserfahrt, heute Kanał Piastowski wurde der Südosten Usedoms mit den Orten Karsibór (dt. Kaseburg), Woitzig und Lohberg zu einer eigenen Insel. [3] Heute ist die Insel Karsibór anstelle der früheren einspurigen Brücke mit einer modernen Brücke über die Alte Swine mit der Insel Wolin verbunden.

Verkehrsbedeutung[Bearbeiten]

Östliches Molenfeuer an der Mündung der Swine in die Ostsee
Fährschiff Karsibór 3

Bereits 1230 ließ Herzog Barnim I. von Pommern eine Fährverbindung über die Swine einrichten. Den Dörfern Ost- und Westswine wurde gegen Zahlung einer Pacht das Recht und die Pflicht übertragen, die Fähre zu betreiben. Ab 1874 wurden Dampfschiffe für den Fährverkehr eingesetzt. Seit 1900 bestand auch ein Trajekt für die Eisenbahnlinie Wollin - Ostswine. [4] Die Verbindung zwischen der Insel Usedom und der Insel Wollin wird heute durch zwei Fährübergänge gewährleistet. Die vom Hafen am Westufer der Swine ausgehende Linie zum Stadtteil Warszów (Ostswine) wird vorzugsweise von Pkw genutzt und ist offiziell den Einwohnern der heute auf beiden Seiten der Swine gelegenen Stadt Świnoujście vorbehalten. Die zweite Linie, die unmittelbar nördlich der Einmündung in die Kaiserfahrt verläuft, verfügt über größere Fährschiffe und wird stärker für den Güterverkehr und von auswärtigen Pkw genutzt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Swine – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hans Branig: Geschichte Pommerns. Teil II. Von 1648 bis zum Ende des 18. Jahrhunderts. Böhlau Verlag, Köln Weimar Wien 2000, S. 121-122, ISBN 3-412-09796-9.
  2. Branig: Geschichte Pommerns Teil II. S. 158
  3. Küsten- und Bäderkarte: Kreis Usedom-Wollin. Pharus-Plan GmbH Berlin. M 1:120.000
  4. Fähren von Swinemünde nach Ostswine

53.90303055555614.257019444444Koordinaten: 53° 54′ 11″ N, 14° 15′ 25″ O