Kapilavastu

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Kapilvastu (Sanskrit), Kapilbastu oder Kapilavatthu (Pali) ist eine Stadt im Terai in Nepal im gleichnamigen Distrikt, etwa 40 km westlich von Siddharthanagar und 11 km von der indischen Grenze. Kapilbastu ging aus der Zusammenlegung der Zentralgemeinde Taulihawa mit einigen Umlandgemeinden hervor. Im Jahre 2011 hatte es 30.428 Einwohner.[1] Kapilbastu war einst die Hauptstadt des kleinen Staates der Shakyas im nördlichen Indien.

Bedeutung[Bearbeiten]

Kapilvastu, ca. 25 km westlich von Lumbini und 250 km von Kathmandu gelegen, gilt als der Ort, an dem Siddhartha Gautama, der spätere Buddha seine Jugendjahre verbrachte. Im dortigen Palast seines Vaters Shuddhodana, der der Herrscher (Raja) dieses kleinen Reiches war, fand auch die Vermählung mit Yasodhara und die Geburt des gemeinsamen Sohnes, Rahula statt. Insbesondere die Legende von den Drei Ausfahrten, bei denen der Prinz der Tatsache von Alter, Krankheit und Tod ins Auge blickte, macht auch Kapilvastu zu einem Pilgerort für Buddhisten. Von seiner Vaterstadt aus trat der junge Siddhartha im Alter von 29 Jahren den Weg in die Hauslosigkeit an, um als Asket den Weg zur Befreiung vom Leid und schließlich die Erleuchtung zu finden.

Geschichte[Bearbeiten]

Fa-hsien, ein chinesischer Pilger aus dem 5. Jahrhundert, beschrieb Kapilavastu (chinesisch 迦毘羅衛) als „eine großartige Szenerie der Leere und Verlassenheit,“ bewohnt von ein paar Mönchen, ein oder zwei Familien und gefährlichen Tieren wie Löwen und weißen Elefanten. Fa-hsien besuchte die weniger bekannten Schauplätze wie den Palast der Shakyas, wo die Kennzeichen des Bodhisattva-Kindes entdeckt wurden, und den Garten von Lumbini östlich der Stadt, wo die Mutter des künftigen Buddha badete und niederkam. Hügel, Stupas und andere Ruinen zeugen vom einstigen Wohlstand des Buddhismus.

Kaiser Ashoka soll im 3. Jahrhundert v. Chr. Nepal besucht haben, wo er einen Stupa und eine Säule mit Inschrift errichten ließ. Ausgrabungen jüngeren Datums legten Stupas, mönchischen Behausungen und den guterhaltenen Grundriss des Badebeckens frei. Die im Jahre 1896 wiederentdeckte, durch einen Blitzstrahl in zwei Teile gespaltene Ashoka-Säule kann ebenfalls in Lumbini besichtigt werden. In den letzten Jahrzehnten wurden in der Nähe Lumbinis tibetische und Theravada-Klöster erbaut; die Stätte entwickelt sich wieder zu einem bedeutenden, wenn auch abgelegenen Pilgerzentrum.

Die touristische Attraktivität des historischen Ortes, in der heutigen Zone Lumbini und die Lage an der Grenze des heutigen Indien mit Nepal, erklärt auch die Kontroverse, ob der historische Palast von Kapilavastu nun diesseits oder jenseits der Grenze situiert war.

Literatur[Bearbeiten]

  • Bidari Basbata: Kapilavistu – The Ancient Shakya Kingdom of Nepal. In: Dharmadoor Vaishaka Pumima Special. Sarnath, Varanasi 1997 (Maha Bodhi Soc.)
  • Krishna M. Srivastava: Discovery of Kapilavastu. New Delhi 1986, ISBN 81-85016-16-X (Archäologie)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. General Bureau of Statistics, Kathmandu, Nepal, Nov. 2012

27.61666666666783.1Koordinaten: 27° 37′ 0″ N, 83° 6′ 0″ O