Kasualien

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Kasualien oder Kasualhandlungen (von lat. casus, der Fall) sind kirchliche Handlungen zu einem Ereignis besonderer persönlicher Bedeutung im Lebenslauf eines Menschen, das heißt, geistliche Amtshandlungen aus besonderem Anlass. Der Soziologe Arnold van Gennep prägte hierfür den Begriff „rites de passage“ („Schwellenritual“, Übergangsritual).[1] Traditionell sind solche Übergangsrituale im Leben die Taufe, Konfirmation, kirchliche Trauung und die kirchliche Begräbnisfeier.[2],[3]

In Abgrenzung zur Liturgie des Kirchenjahres, die regelmäßig und ohne ausdrückliches Begehren eines oder mehrerer Gläubigen gefeiert wird, kommen die Kasualien aus einem bestimmten Anlass zustande und sind durch diesen bestimmt.[4]

Bei einigen Kasualien, wie der Taufe oder in der katholischen und den orthodoxen Kirchen die kirchliche Trauung, werden Sakramente gespendet bzw. empfangen. Andere, wie die kirchliche Begräbnisfeier, sind nach Lehre der katholischen Kirche Sakramentalien (heilswirksame Zeichen).

In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen folgende wichtige Informationen: ergänzende Darstellung zur RKK und ggf. den Anglikanern fehlt noch

Du kannst Wikipedia helfen, indem du sie recherchierst und einfügst, aber kopiere bitte keine fremden Texte in diesen Artikel.

Evangelische Kirche[Bearbeiten]

Frühere kirchliche Ordnungen verwendeten für Kasualien die Begriffe Zeremonien, Kirchendienste oder Kirchenhandlungen.[5]

Bei den meisten Kasualien oder bei einer Mitwirkung daran ist je nach Landeskirche meist die Kirchenmitgliedschaft Voraussetzung (bei einer Trauung müssen meistens beide Trauleute Mitglied der Kirche sein, bei einer Taufe (Kindstaufe) die Eltern des Kindes und mindestens ein Pate). Damit Kasualien in einer anderen Gemeinde als der eigenen Ortsgemeinde durchgeführt werden können, ist ein Dimissoriale notwendig, z. B. benötigt jemand, der oder die Taufpate in einer anderen Kirchengemeinde als der eigenen werden will, einen Patenschein.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Arnold van Gennep, Les rites de passage, 1909
  2. Eberhard Winkler, Kasualien als Aufgabe der Kirche in einer säkularen Gesellschaft, Spes Christiana 15–16, S. 126–131, Gutenberg, 2004
  3. Christian Grethlein, Grundinformation Kasualien. Kommunikation des Evangeliums an Übergängen des Lebens, Vandenhoeck & Ruprecht 2007 (UTB 2919).
  4. Kasualtheorie: Geschichte, Bedeutung und Gestaltung kirchlicher Amtshandlungen. Praktische Theologie in Geschichte und Gegenwart, S. 1, Mohr Siebeck, Tübingen 2006
  5. Kasualtheorie: Geschichte, Bedeutung und Gestaltung kirchlicher Amtshandlungen. Praktische Theologie in Geschichte und Gegenwart, S. 3, Mohr Siebeck, Tübingen 2006

Literatur[Bearbeiten]

  • Christian Albrecht, Kasualtheorie: Geschichte, Bedeutung und Gestaltung kirchlicher Amtshandlungen. Praktische Theologie in Geschichte und Gegenwart, Mohr Siebeck, Tübingen 2006.
  • Christian Grethlein, Grundinformation Kasualien. Kommunikation des Evangeliums an Übergängen des Lebens, Vandenhoeck & Ruprecht 2007 (UTB 2919).
  • Paul Zulehner: Heirat, Geburt, Tod. Eine Pastoral zu den Lebenswenden. Herder Verlag, 5. Auflage, Wien, Freiburg (Breisgau), Basel 1987, ISBN 3-210-24506-1.
  • Paul Zulehner: Pastoraltheologie Bd. 3: Übergänge - Pastoral zu den Lebenswenden. Patmos Verlag, Düsseldorf 1990, ISBN 3-491-77660-0.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]