Katharerburgen

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Château de Quéribus

Der Begriff Katharerburgen bezeichnet umgangssprachlich eine Reihe von mittelalterlichen Burgen im Pays Cathare, d. h. in der heutigen Region Languedoc-Roussillon im Südwesten Frankreichs. Dabei muss jedoch unterschieden werden zwischen 'echten' und 'falschen' Katharerburgen – beiden Typen gemeinsam ist ihre exponierte Lage auf hohen Bergspitzen.

Echte Katharerburgen[Bearbeiten]

Die echten Katharerfestungen (man spricht besser von castra = befestigten Höhensiedlungen) wurden vor und während der Zeit des Albigenserkreuzzugs (1209–1229) von Anhängern der Katharerbewegung aus Gründen der Verteidigung ihres Lebens und ihres Glaubens errichtet. Die wenigen frühen Katharerburgen sind älter (z. B. Châteaux de Lastours, Burg Termes), wurden aber im ausgehenden 12. und beginnenden 13. Jahrhundert von Burgherren, die den Katharerglauben angenommen hatten, oder ihm zumindest nahestanden, beherrscht.

In der Frühzeit der Katharerbewegung gab es nur wenige Burgen im Pays Cathare. Die Anhänger der Bewegung lebten im Schutz der Städte oder in wehrhaften Höhensiedlungen, die sich manchmal im Schutz der Burg eines mit der Bewegung sympathisierenden Lokalfürsten befanden und meist von Gräben und/oder Steinmauern umschlossen waren – steinerne Türme gab es in den castra nicht. Derartige Anlagen standen in Laurac, Lastours, Fanjeaux, Mas-Saintes-Puelles und andernorts. Man kann folglich nur sehr eingeschränkt von einer „Katharer-Architektur“ sprechen. Die meisten dieser castra wurden während des Albigenserkreuzzugs geschleift und später als Königsburgen wiederaufgebaut, so z. B. Montségur, Termes oder Puilaurens.

Falsche Katharerburgen[Bearbeiten]

Die sogenannten falschen Katharerburgen stehen zwar im Pays Cathare, wurden aber erst nach dem siegreichen Ende des Krieges gegen die Albigenser, d. h. in der Zeit nach 1229 bzw. 1240/4, von den französischen Königen oder deren Statthaltern errichtet, um jegliches Wiederaufflammen der Ketzerei und der separatistischen Tendenzen in Okzitanien zu unterbinden und um die Machtpräsenz des Königs eindrucksvoll zu dokumentieren. Gleichzeitig dienten sie auch als Festungen der französischen Krone gegen die Machtansprüche des Königreichs Aragon.

Cité de Carcassonne

Eine der ersten Königsfestungen in Okzitanien war die Cité de Carcassonne, mit deren Bau nach dem fehlgeschlagenen Eroberungsversuch durch Raimund II. Trencavel (1240) begonnen wurde. Ihr folgten fünf Burgen (Les cinq fils de Carcassonne), die in erster Linie eine Kette von Grenzfestungen gegen die territorialen und machtpolitischen Interessen der Krone von Aragon, zu dessen Herrschaftsbereich damals noch das Roussillon gehörte, bildeten:

Verfall der Burgen[Bearbeiten]

Waren die castra der Katharer bereits in der Zeit der Albigenserkreuzzüge zerstört wurden, so waren auch die königlichen Festungen nach der Unterzeichnung des Pyrenäenfriedens und der Hochzeit zwischen Ludwig XIV. und Maria Theresia von Österreich militärstrategisch bedeutungslos geworden. Allmählich verfielen sie und dienten nur noch Hirten oder Räubern als Zufluchtsort.

Andere Burgen im Katharergebiet[Bearbeiten]

Orte (blau) und Burgen (rot) im Pays Cathare

Neben den Katharerfestungen wurden im ehemaligen Katharergebiet weitere Burgen erbaut; diese stehen – von Ausnahmen abgesehen – zumeist in ebenem Gelände:

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Jean-Philippe Vidal: Les 36 cités et citadelles du Pays Cathare. Pelican 2005, ISBN 2-7191-0751-4.
  • Zoé Oldenbourg: Le bûcher de Montségur - 16 mars 1244. Galimard, Paris 2003, ISBN 2-07-032507-5.
  • Henri-Paul Eydoux: Châteaux des pays de l'Aude. In: Congrès archéologique de France. 131e session. Pays de l'Aude. 1973 Société Française d'Archéologie, Paris 1973, S. 169–253.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Katharerburgen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien