Kea (Vogelart)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Kea (Vogel))
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kea
Kea filtered.jpg

Kea (Nestor notabilis)

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Papageien (Psittaciformes)
Familie: Strigopidae
Tribus: Nestorini
Gattung: Nestorpapageien (Nestor)
Art: Kea
Wissenschaftlicher Name
Nestor notabilis
Gould, 1856

Der Kea oder Bergpapagei (Nestor notabilis) ist eine etwa 45 Zentimeter lange Vogelart aus der Gattung der Nestorpapageien (Nestor), die zur Familie der Strigopidae gehört.

Aussehen[Bearbeiten]

Der Kea ist relativ unauffällig gefärbt mit überwiegend olivgrünem Federkleid; die Unterflügeldecken und der Rücken sind orange gefärbt. Er hat einen recht schlanken, hakenförmigen Schnabel.

Verbreitung[Bearbeiten]

Der Kea lebt in den Gebirgen der Südinsel Neuseelands, den Neuseeländischen Alpen. In den Wintermonaten, wenn in den Bergen die Nahrung knapp wird, treibt es die Vögel ins Flachland. Er ist einer der wenigen Papageien, die außerhalb der Tropen und sogar im Schnee leben können.

Ernährung und Lebensweise[Bearbeiten]

Fliegender Kea
Fliegender Kea
Kea 'untersucht' ein Auto

Neben Samen, Früchten, Knospen, Knollen und Wurzeln von Pflanzen frisst er auch Insekten und bei Gelegenheit auch Aas. Bei neuseeländischen Farmern kam er in Verruf und wurde von ihnen verfolgt, weil er tote Schafe anfraß. Keas wurden aber auch dabei beobachtet, wie sie lebenden Schafen die Haut aufrissen und Fett aus der Nierengegend fraßen, was ihnen schnell den Ruf eines „Schafsmörders“ einbrachte.

Der Kea zählt zu den dämmerungsaktiven Vögeln.[1] Er gilt als besonders neugierig und verspielt. Das „Untersuchen“ von Gegenständen, die von Touristen mitgebracht und unbewacht liegen gelassen wurden, geht häufig nicht ohne Beschädigung einher. Geparkte Autos sind besonders betroffen. Hier werden unter anderem oft Dichtungsgummis an Türen und Fenstern und der Lack mit den kräftigen Schnäbeln bearbeitet. Vor allem Jungtiere finden daran großen Gefallen.

Keas gelten als sehr intelligente Vögel. Sie sind in der Lage, Werkzeuge zu nutzen, ihr eigenes Spiegelbild zu erkennen[2] und haben ein sehr gutes technisches Verständnis. Das Öffnen von geschlossenen Rucksäcken und Mülltonnen gelingt ihnen problemlos.

Gefährdung[Bearbeiten]

Bis 1970 wurden 150.000 Keas gegen Belohnung geschossen, da sie Säugetiere, vor allem Schafe wegen ihres Fetts angreifen. Farmer töten jährlich immer noch eine unbekannte Anzahl dieser Vögel. Man vermutet außerdem, dass manche Keas von giftigen Stoffen aus Müllhalden und Orten mit menschlicher Beschäftigung vergiftet werden.

Ferner stellen die Säugetiere, die neu in seinen Lebensraum eingeführt worden sind (z. B. Katzen), möglicherweise eine Gefahr als Fressfeinde dar. Eine Studie im Nelson Lakes National Park zeigte einen drastischen Populationsrückgang zwischen 1999 und 2009, der primär davon ausging, dass Eier und Küken des Keas Opfer von Fressfeinden wurden, wie zum Beispiel dem Possum, das fälschlicherweise mitunter als Opossum bezeichnet wird. Des Weiteren sind der Ackerbau sowie Tiere wie der Feldhase oder die Gämse wahrscheinlich Ursachen dafür, dass den Keas wichtige Winternahrung in geringerem Ausmaß zur Verfügung steht.

Aus diesen Gründen glaubt man, dass die Populationsgröße der Art abnimmt. Allgemein bekannt ist, dass es sehr schwer ist, eine genaue Schätzung zur Anzahl der lebenden Exemplare anzugeben. Dennoch zeigen manche Untersuchungen auf, dass die Populationsgröße vermutlich klein ist. Die geschätzten Größen schwanken zwischen 1.000 bis 5.000 und bis zu 15.000 Exemplaren. Deswegen listet die IUCN den Kea als gefährdet (vulnerable).

Filmdokumentation[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kea – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nestorpapageien. Das Tierlexikon, abgerufen am 5. Januar 2013 (HTML, deutsch).
  2. Tobias Rahde: Stufen der mentalen Repräsentation bei Keas (Nestor notabilis). (Dissertation) 2014. S. 100–128. (Online)