Wilhelma

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Dieser Artikel behandelt den zoologisch-botanischen Garten. Zur Kolonie Wilhelma siehe Tempelgesellschaft, siehe auch: Villa Wilhelma.
Wilhelma Zoologisch-Botanischer
Garten Stuttgart
Wilhelma Zoo Logo.svg
Vollständiger Name Wilhelma Zoologisch-Botanischer
Garten Stuttgart
Motto Der Zoologisch-Botanische Garten Stuttgart, Ein Park zum Verlieben!
Ort Neckartalstraße,
70376 Stuttgart
Fläche 30 Hektar
Eröffnung Parkanlage 1853 eröffnet,
ein Zoo seit 1953
Tierarten ca. 1.150 Arten
Individuen ca. 10.000 Tiere
Organisation
Leitung Thomas Kölpin (Direktor)
Trägerschaft Land Baden-Württemberg
Förderorganisationen Verein der Freunde und
Förderer der Wilhelma
Mitglied bei WAZA, EAZA, VDZ und
Verband Botanischer Gärten
Wilhelma-eingang-2004.jpg

Eingangspavillon 2004

www.wilhelma.de
Wilhelma (Baden-Württemberg)
Wilhelma
48.8052777777789.2030555555556Koordinaten: 48° 48′ 19″ N, 9° 12′ 11″ O

Die Wilhelma ist eine historistische Schlossanlage und ein zoologisch-botanischer Garten im Stuttgarter Stadtbezirk Bad Cannstatt. Sie wurde im Jahr 2007 von mehr als zwei Millionen Gästen besucht.

Der zoologisch-botanische Garten befindet sich in einer Anlage von 1846. Die Architektur und Parkanlage wird seit den 1960er-Jahren für den Zoo ergänzt und überformt. Die Idee, einen Zoo daraus zu machen, stammte von Albert Schöchle. Die Wilhelma zeigt auf etwa 30 Hektar rund 9000 Tiere aus aller Welt und ist mit über 1000 Arten der zweitartenreichste Zoo Deutschlands nach dem Zoologischen Garten Berlin. Außerdem präsentiert sie etwa 6000 Pflanzenarten aus allen Klimazonen der Erde.[1]. Zusätzlich zum öffentlich zugänglichen zoologisch-botanischen Garten verfügt die Wilhelma über eine Außenstelle, den in Fellbach gelegenen Tennhof, auf dem u.a. Zuchthengste und -bullen verschiedener Tierarten gehalten werden. [2]

Die Wilhelma ist mit ihrem Aufzuchthaus für Menschenaffen Anlaufstelle für viele europäische Zoos, wenn dort Jungtiere von ihren Müttern verstoßen werden und eine Handaufzucht erforderlich ist. Inzwischen konzentriert man sich auf die Aufzucht von Gorillas.

Geschichte[Bearbeiten]

Wilhelma im Maurischen Stil um 1900
Festsaal im Schloss Wilhelma um 1900

Im Jahre 1829 wurden auf dem Gelände der heutigen Wilhelma, das damals zum Schloss Rosenstein gehörte, Mineralquellen gefunden. Der damalige König von Württemberg, Wilhelm I., wollte dann ein „Badhaus“ im Schlosspark als ein Nebengebäude errichten lassen. Schließlich ließ er das „Badhaus“ im maurischen Stil erbauen, der zu jener Zeit in Mode war und die Alhambra im spanischen Granada zum Vorbild hatte. Das Badhaus sollte durch eine Orangerie ergänzt werden.

Im Jahr 1837 wurde schließlich der Architekt Karl Ludwig von Zanth mit der Planung der Anlage beauftragt. Da der König in einer von Umwälzungen geprägten Zeit, nur wenige Jahre nach der großen Hungersnot von 1816/17, lebte, zögerte er, die hohen Kosten für das ehrgeizige Vorhaben aufzubringen. So vergingen einige Jahre, bis das erste Gebäude der Wilhelma fertiggestellt war. Mehrfach stand das Projekt gänzlich vor der Einstellung.

1842 wurde mit dem Bau des ersten Gebäudes begonnen, das auf Anweisung des Königs Wilhelma genannt wurde. Der Architekt Zanth verstand es, den König für seine Ideen zu begeistern, sodass sie trotz aller Widerstände ausgeführt wurden. Im Verlauf der Planungen war aus dem „Badhaus“ das Maurische Landhaus geworden, ein Wohngebäude mit mehreren Räumen, darunter ein Kuppelsaal mit zwei angrenzenden Gewächshäusern mit je einem Eckpavillon. Als die Wilhelma 1846 anlässlich der Hochzeit von Kronprinz Karl mit der Zarentochter Olga Nikolajewna eingeweiht wurde, gab es einen Festsaal, zwei Hauptgebäude mit mehreren höfischen Räumen, verschiedene Pavillons, Gewächshäuser und großzügige Parkanlagen.

Besitzer der Wilhelma ist heute das Land Baden-Württemberg als Rechtsnachfolger der württembergischen Könige. Die Wilhelma wird verwaltet von der Anstalt des öffentlichen Rechts Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, die dem Finanzministerium untersteht.[3] Die Wilhelma ist damit der einzige Landes-Zoo in Deutschland. Üblicherweise sind Zoologische und Botanische Gärten städtische oder private Einrichtungen.

Zoologischer Teil[Bearbeiten]

Kormorane vor der Damaszenerhalle
Seelöwenbecken, im Hintergrund das Aquarium

1812 gründete König Friedrich I. eine Menagerie auf dem Gelände des königlichen Lustschlosses. Besonderheiten der Menagerie waren Tafeln mit Erläuterungen zu den Tieren in den Gehegen und die Öffnung für das normale Volk. In der Menagerie wurden 220 Tiere gehalten. Darunter befanden sich Elefanten, Affen, Papageien. 1816, nach dem Tod von König Friedrich, wurde die Menagerie aus Kostengründen geschlossen. 1840 entstand der Wernersche Tiergarten als Erweiterung einer Gastwirtschaft. Der Affenwerner genannte Besitzer führte zur Unterhaltung seiner Gäste Dressuren mit Löwen, Bären, Affen und Papageien vor. Nach dem Tod des Affenwerners wurde der Tiergarten 1873 geschlossen. Zwei Jahre zuvor wurde der Tiergarten Nill am Herdweg eröffnet. Dieser Tierpark bestand bis 1906 und beherbergte bis zu 500 Tiere. 1907 eröffnete der Tiergarten an der Doggenburg. Dort wurde versucht, den Besuchern einen Überblick über das Tierreich zu geben. Die Besucher vermissten jedoch Elefanten und Raubtiere. Kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs schloss auch der Tiergarten an der Doggenburg.[4]

Die Wilhelma wurde bei Bombenangriffen am 19. und 20. Oktober 1944 im Zweiten Weltkrieg beschädigt. Einige historische Gebäude, Anlagen und Gärten waren verschont geblieben, große Teile der Anlage waren in einem ruinösen Zustand. Der damalige Direktor Albert Schöchle wollte die Anlage beleben und hatte die Idee, hier Tiere zu zeigen. Im Jahr der Wiedereröffnung 1949 wurde eine Aquarienschau organisiert, 1950 gab es neben einer Vogelschau die Ausstellung „Tiere des deutschen Märchens“, es folgten: „Schlangen, Saurier, Krokodile“, „Afrikanische Steppentiere“ oder „Indische Dschungeltiere“. Stets blieben diese Tiere danach in der Wilhelma. Die Behörden (Finanzministerium) waren damit nicht einverstanden und ordneten die Entfernung der Tiere an. 1956 wurde der Verein der Freunde und Förderer der Wilhelma gegründet. 1960 billigte der Ministerrat mit Zustimmung (1961) des baden-württembergischen Landtages den weiteren Ausbau der Wilhelma zum Zoologisch-Botanischen Garten.

Immer wieder entstanden neue Bauten. Erstes modernes Zoogebäude war das Aquarium, das 1967 eingeweiht wurde. 1968 folgten Raubtierhaus, Elefanten- und Nashornhaus sowie Flusspferdhaus. Albert Schöchle ging 1970 in den Ruhestand, sein Nachfolger wurde sein Mitarbeiter Wilbert Neugebauer, in dessen Zeit u. a. die Affenhäuser, das Jungtieraufzuchthaus, die südamerikanische Anlage und die Anlage für afrikanische Huftiere vollendet wurden. Der Biologe Dieter Jauch wurde 1989 der dritte Wilhelma-Direktor; zuvor war er Kurator des Aquarienhauses. 2014 übernahm Thomas Kölpin die Leitung der Wilhelma.

Im Jahr 1991 folgte die Eröffnung der Bärenanlage, 1993 wurden die Vogelfreifluganlage und der Schaubauernhof eröffnet. Damit hatte die Wilhelma ihre heutige Größe erreicht. In der Kombination von Tieren und Pflanzen gilt sie unter Experten als einzigartig. Ein neues Menschenaffenhaus wurde im Mai 2013 eröffnet (Baukosten 22 Mio. Euro). Der neugestaltete Außenbereich der Elefantenanlage wurde im April 2012 eröffnet (s. u.). Längerfristig soll eine noch größere Elefantenanlage in der Nähe des Schaubauernhofs entstehen, in die bisherige Anlage sollen die Panzernashörner einziehen.

Die Wilhelma ist seit 2006 in der ARD-Tier-Dokumentation Eisbär, Affe & Co. zu sehen.

Zoologische Attraktionen[Bearbeiten]

Hühnerküken im Jungtieraufzuchthaus
Pinguinfütterung
Seelöwenfütterung

Elefantenanlage[Bearbeiten]

Elefantenhaus

Die Außenanlage wurde im Jahr 2012 so umgebaut, dass der Graben wegfiel, in den zuvor wiederholt einer der Elefanten gestürzt war.[5] Damit ist die Anlage nunmehr 830 m² groß. Die ursprünglich typische Kuchentellerplattform wurde durch Einbau von Scheuerbäumen und Sandbecken tiergerechter gestaltet. Zusätzlich wurden eine Lehmsuhle und zwei Becken mit auswechselbaren Substraten (z. B. Rindenmulch, Kies) geschaffen.[6] Das Haus wurde 1968 als Betonzweckbau mit einem Absperrgraben errichtet. In den 1990er Jahren wurden Schaukelseile installiert, die eine Ankettung unnötig machten. In die Elefantenanlage integriert sind das Nashornhaus sowie das Freigelände. Zurzeit leben zwei asiatische Elefantenkühe in Stuttgart: Pama (* 1966) und Zella (* 1967). Vilja, älteste Elefantenkuh Europas, starb am 10. Juli 2010 im Alter von 61 Jahren vermutlich an einem Kreislaufkollaps, eine weitere Kuh, Molly, wurde im Juli 2011 im Alter von etwa 45 Jahren eingeschläfert.

Altes Menschenaffenhaus[Bearbeiten]

Das alte Menschenaffenhaus wurde Anfang der 1970er-Jahre errichtet und entsprach nicht mehr den internationalen Standards. Charakteristisch für das Menschenaffenhaus waren die mit Kacheln ausgekleideten Räume der einzelnen Affenarten sowie die großen Glasfenster für die Besucher. Seit der Eröffnung des neuen Menschenaffenhauses mit großer Freianlage sind im alten Affenhaus nur noch Orang-Utans vorhanden.

Neues Menschenaffenhaus (2013)[Bearbeiten]

Das neue Menschenaffenhaus mit großer Freianlage wurde am 15. Mai 2013 für den Besucherverkehr eröffnet. In der rund 20 Mio. Euro teuren Anlage sind folgende Affenarten vertreten:

Die beiden letzten in der Wilhelma verbliebenen Schimpansen wurden im Sommer 2010 im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms an den Zoo im ungarischen Veszprém abgegeben.

Aquarium[Bearbeiten]

Das 1967 errichtete Aquarium ist ein dreigeteilter Bau, der in unterschiedlichen thematisch gruppierten Einzelaquarien und -terrarien Fische und Wirbellose aus Salz- und Süßgewässern sowie Amphibien und Reptilien zeigt. Die Themengruppen sind heimisches Salz- und Süßwasser, Mittelmeer, Terrarium sowie Süß- und Salzwasser der Tropen. Die Einzelterrarien befinden sich wie die sechseckige Krokodilhalle in der Mitte des Komplexes. Die Krokodilhalle wurde 2006 renoviert und umgestaltet. Ausgestellt sind diverse höhere Knochenfische, Störe, Knorpelfische, Rundmäuler, Stachelhäuter, Weichtiere, Nesseltiere, Gliederfüßer, Vielborster, Schwämme, Echsen, Schlangen, Schildkröten sowie Schwanz- und Froschlurche.

Heimische Kleinreptilien sind auch in Freiluftterrarien vor dem Eingang, Kaimane und Leguane auch im Amazonienhaus untergebracht.

Eisbär Wilbär[Bearbeiten]

„Wilbär“ am 14. September 2008

Am 10. Dezember 2007 wurde in der Wilhelma ein Eisbär geboren. Es handelt sich um ein Männchen, das den Namen Wilbär erhielt, ein Kofferwort aus Wilhelma und Bär sowie eine Anspielung auf den ehemaligen Zoodirektor Wilbert Neugebauer, unter dem die Eisbärenanlage geplant wurde. Im Gegensatz zu den Eisbären Knut und Flocke wurde Wilbär von seiner Mutter angenommen und seit seiner Geburt von ihr versorgt. Um ein ähnliches Medieninteresse wie bei diesen zu vermeiden und um eine ungestörte Aufzucht durch die Mutter zu gewährleisten, wurde die Geburt des Eisbären erst am 28. Februar 2008 bekanntgegeben. Inzwischen hat sich die Wilhelma die Namen Eisbär Wilbär und Wilbär schützen lassen. Am 16. April 2008 wurde das Junge samt Muttertier zum ersten Mal ins Außengehege gelassen. Am 4. Dezember 2008 wurde bekannt, dass Wilbär 2009 an den Bärenpark Grönklitt im schwedischen Orsa abgegeben wird.[7] Um großen Medienrummel zu vermeiden, wurde der genaue Termin bis zum Abtransport geheim gehalten.[8] Am 14. Mai 2009 verließ Wilbär die Wilhelma Richtung Schweden, einen Tag später wurde er im Bärenpark Grönklitt angeliefert.[9] Wilbär wird allerdings weiter Eigentum der Wilhelma bleiben.[10]

Vergleichbar mit den Eisbären Knut und Flocke wurde Wilbär zu einer Attraktion in der Wilhelma, er brachte dem Zoo einen neuen Besucherrekord. So begaben sich am Sonntag nach Wilbärs erstem öffentlichem Auftritt rund 15.000 Besucher zum Eisbärengehege, bei Wartezeiten von bis zu zwei Stunden. Allerdings hat die Wilhelma, anders als die Zoos in Berlin und Nürnberg, darauf geachtet, in der Öffentlichkeit möglichst wenig Aufmerksamkeit zu erwecken. Während seines ersten Lebensjahrs wurden im Ersten Programm jeden Freitag im ARD Buffet Kurzberichte über Wilbär ausgestrahlt. Zu seinem 1. Geburtstag strahlte der Südwestrundfunk eine Sondersendung aus.

Sein Vater Anton verschluckte im Februar 2014 eine Jacke und starb in der Folge an Darmverschluss am 9. Februar, im Alter von 25 Jahren in der Wilhelma.[11]

Botanischer Teil[Bearbeiten]

Gartenanlage in der Wilhelma, 1912
Die Weltrekord-Titanenwurz
Diamant-Natternkopf

Mit der Auflösung des württembergischen Hofes ging die Wilhelma 1918/19 in Staatsbesitz über und wurde als kleiner botanischer Garten mit einer Orchideen- und Kakteensammlung sowie der Azaleen-, Rhododendron- und Magnolienblüte als Hauptattraktion der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

In der Nacht vom 19. auf den 20. Oktober 1944 wurde die Wilhelma im Zweiten Weltkrieg beschädigt. Die Pflanzen, soweit man sie nicht vorsorglich ausgelagert hatte, waren zerstört.

Am 20. und 21. Oktober 2005 blühte in der Wilhelma eine Titanenwurz mit einer Größe von 2,94 Metern, was die Blüte zur weltweit größten macht.

Botanische Attraktionen[Bearbeiten]

Baumaßnahmen in der Wilhelma[Bearbeiten]

Neubau Menschenaffenhaus[Bearbeiten]

Blick ins alte Menschenaffenhaus
Neubau des Menschenaffenhauses mit Außenanlagen, Dezember 2012

Da die alte Anlage aus dem Jahr 1973 nicht mehr zeitgemäß war und nicht den internationalen Standards entsprach, wurde seit Frühjahr 2010 ein neues Menschenaffenhaus für Gorillas und Bonobos mit großer Freianlage gebaut. Die Eröffnung erfolgte am 14. Mai 2013.[12] Mit etwa 4500  Quadratmetern Fläche steht den Affen rund 13 Mal mehr Platz als bisher zur Verfügung.[13] Die Baukosten betrugen rund 22 Millionen Euro und damit 70 % mehr als ursprünglich geplant.[14] Der Förderverein der Wilhelma beteiligte sich mit 9,5 Millionen Euro an der Finanzierung.[13]

Umbau Raubtierhaus[Bearbeiten]

Nachdem im Mai und Juni 2008 binnen vier Wochen die beiden Berberlöwinnen Schiela und Elektra – die Wurfgeschwister hatten mit 23 Jahren ein relativ hohes Alter erreicht – eingeschläfert wurden, bewohnt das Tigermännchen deren ehemaliges Gehege. Bis etwa 2010 wurde das Raubtierhaus für verbleibende Katzenarten mit neuen Baumstämmen und frischem Biofloor ausgestattet. Die Haltung von Löwen in der Wilhelma ist bis auf Weiteres nicht mehr geplant, größere Projekte, wie die Realisierung des Elefantenkomplexes, stehen im Vordergrund.

Neubau Elefantenhaus[Bearbeiten]

Die Elefantenanlage soll in den nächsten Jahren komplett neu errichtet werden. Unter anderem soll es dann auch einen separaten Bullenbereich geben, um eine Zuchtgruppe halten zu können. Der Bau der neuen Anlage ist abhängig von der Fertigstellung des neuen Rosensteintunnels der Bundesstraße 10, der direkt unter dem Gelände der geplanten Anlage verlaufen soll. Aufgrund der natürlichen Empfindlichkeit von Elefanten gegen Vibrationen und Erschütterungen im Erdreich ist es notwendig, dass zuerst der Tunnel und erst dann die neue Anlage über dem Tunnel gebaut wird. Baubeginn ist 2013, die Fertigstellung des Tunnels ist für 2017 geplant.

Umbau des Eingangsbereichs[Bearbeiten]

Ab November 2008 wurde der Eingangsbereich der Wilhelma umgebaut. Der Eingangsbereich wurde vergrößert und moderner gestaltet, um die Wartezeiten an den Kassen zu verkürzen. Ursprünglich sollten die Arbeiten zu Pfingsten 2009 beendet sein, dieser Termin konnte nicht gehalten werden.[15] Die Fertigstellung erfolgte im Herbst 2009.
Ferner ist geplant, im Zusammenhang mit den Bauarbeiten für das Bahnprojekt Stuttgart 21 und dem Straßentunnel der B 10 die Stadtbahnhaltestelle „Wilhelma“ direkt vor den neuen Eingangsbereich zu verlegen.

Neubau Straußenanlage[Bearbeiten]

Straußenhaus

Ein neues Straußenhaus mit Freianlage und Einsichtsfenster wurde unterhalb des Damhirschgeheges auf dem früheren Gehege der Grévy-Zebras errichtet.

Wilhelma-Theater[Bearbeiten]

Wilhelma-Theater
Im Wilhelma-Theater

Hauptartikel: Wilhelma-Theater

Nordöstlich des Haupteingangs befindet sich das Wilhelma-Theater. König Wilhelm I. ließ es 1840 anstelle der von der Stadt Cannstatt gewünschten Spielbank durch Hofbaumeister Karl Ludwig von Zanth im pompejianischen Baustil erbauen.

Im Jahre 1985 wurde es auf Veranlassung des damaligen Ministerpräsidenten Lothar Späth grundlegend saniert und zur Probebühne der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst ausgebaut. Es ist das einzige noch in der Originalbemalung erhaltene Theater Deutschlands im pompejianischen Baustil.

Es dient seit 1987 der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart als Lern- und Lehrtheater, für die Studienbereiche Opern- und Schauspielschule, Figurentheater, Sprecherziehung, Liedklasse etc.

Wilhelma-Motive auf Briefmarken[Bearbeiten]

Seit dem 14. Mai 2009 sind Motive aus der Wilhelma auf Briefmarken des baden-württembergischen Briefdienstleisters BWPost abgebildet.[16]

Flüstergalerie[Bearbeiten]

Neben den zahlreichen zoologischen und botanischen Attraktionen gibt es im Wandelgang des Maurischen Gartens auch noch eine physikalische Attraktion. Es handelt sich dabei um eine sogenannte Flüstergalerie, welche im konkreten Fall eine problemlose Unterhaltung in gedämpfter Lautstärke über eine Distanz von ca. 40 m ermöglicht. Die Flüstergalerie findet man, wenn man sich vom Eingang des Aquariums durch den äußeren Torbogen in Richtung Maurischen Garten bewegt und sich dann sofort nach rechts wendet. Dort befindet sich auch eine Tafel, die auf das 2010 von Uwe Laun wiederentdeckte Phänomen hinweist.[17]

Literatur[Bearbeiten]

  • Timo John: Die Wilhelma. Einst ein Märchengarten aus 1001 Nacht. In: Die königlichen Gärten des 19. Jahrhunderts in Stuttgart. Wernersche Verlags-GmbH, Worms 2000, ISBN 3-88462-156-4, Seite 67-92.
  • Christgian Schönwetter: Federleichter Hochsicherheitstrakt. Anlage für afrikanische Menschenaffen in der Wilhelma in Stuttgart In: Deutsche Bauzeitung db Band 148, 2014, Heft 5, Seite 54-60.
  • Dierk Suhr: Die Wilhelma – 100 Geschichten und Anekdoten. Jan Thorbecke, Ostfildern 2005, ISBN 3-7995-0154-1
  • Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg (Herausgeber): Wilhelma Zoologisch-Botanischer Garten Stuttgart. Neubau der Anlage für afrikanische Menschenaffen. Stuttgart 2013, online:.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wilhelma – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Daten und Fakten Website Wilhelma, abgerufen am 20. Mai 2013
  2. http://content.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/1730461_0_1189_-wilhelma-aussenstelle-ein-kloster-fuer-tiere.html
  3. Wir über uns – Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg Homepage der SSG, abgerufen 18. Mai 2010
  4. Uwe Albrecht: Stuttgarter Zoogeschichte(n) In: Schönes Schwaben. Juli/August 2006
  5. Neue Wohlfühlanlage in der Wilhelma Die Welt online, 15. Mai 2012, abgerufen am 2. Juli 2014.
  6. Neue Elefantenanlage der Wilhelma eröffnet Zoogast.de, 16. Mai 2012, abgerufen am 20. Mai 2013
  7. Michael Deufel: Wilbär verlässt Stuttgart Stuttgarter Nachrichten.de, 4. Dezember 2008
  8. Eisbär-Junge Wilbär wandert nach Schweden aus Märkische Oderzeitung, 5. Mai 2013, abgerufen am 20. Mai 2013
  9. Andrea Eisenmann: Schwede statt Schwabe Canstatter Zeitung, 16. Mai 2009, abgerufen am 20. Mai 2013
  10. Zoos schachern um Eisbär Knut. In: Stuttgarter Nachrichten, 20. Mai 2009
  11. Augsburger Allgemeine: Eisbär erstickt an Jacke eines Zoobesuchers vom 10. Februar 2013
  12. Das neue Affenhaus in der Wilhelma ist eröffnet Stuttgarter Zeitung, 14. Mai 2013, abgerufen am 16. Mai 2013
  13. a b Nach Affenhaus-Eröffnung erwartet Wilhelma Besucheransturm Stuttgarter Zeitung, 15. Mai 2013, abgerufen am 16. Mai 2013
  14. Erik Raidt: Affe, Panne & Co. Stuttgarter Zeitung, 12. April 2013, abgerufen am 16. Mai 2013
  15. Dauerbaustelle lässt Wilhelma-Chef verzweifeln. In: Stuttgarter Nachrichten, 31. Juli 2009
  16. BWPOST und Wilhelma, die erste Briefmarkenserie eines privaten Postunternehmens in Stuttgart Pressemitteilung von PWPOST, 15. Mai 2009
  17. Beschreibung der Flüstergalerie auf der Wilhelma-Seite