Kebechsenuef

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Kebechsenuef in Hieroglyphen
meistens nur
W15 T22 Z2
I9

Der seine Brüder kühlt
oder
W15 T22 T22 T22 I9

Kebechsenuef (auch Qebehsenuef) war einer der vier Horussöhne und Kanopengötter, die die mumifizierten Eingeweide beschützten. Als seine Eltern gelten der Gott „Horus der Ältere“ (Haroeris) und die Göttin Isis.

Darstellung[Bearbeiten]

Kebechsenuef wird zunächst menschengestaltig dargestellt, seit dem Neuen Reich mit dem Kopf eines Falken. Über seine Darstellung mit Tierkopf gibt es zudem, wie auch bei Duamutef, in der Literatur unterschiedliche Angaben: Einerseits erfolgt die Zuweisung eines Falkenkopfes, andererseits die eines Schakalkopfes.[1][2][3][4]

Bedeutung als Schutzgott der Kanopen[Bearbeiten]

Zusammen mit den drei anderen Horussöhnen Amset, Hapi und Duamutef beschützte er die mumifizierten Eingeweide. Ihm unterstand der Schutz der Unterleibsorgane (Gedärme).

Bedeutung in der Mythologie[Bearbeiten]

Die Pyramidentexte nennen Kebechsenuef als Schutzgott der Toten und ihren Helfer beim Aufstieg in den Himmel. Über die Inschriften auf den Kanopenkrügen und den dazugehörigen Kanopenkästen wird Kebechsenuef angerufen.

Der Mythologie zufolge wurde er von Horus wie auch seine Geschwister als Wächter der Himmelsrichtungen bestimmt und als Krönungsbote nach Westen gesandt. Wie alle Horussöhne ist auch Kebechsenuef ein Sterngott. Mit Duamutef bildet er in Hierakonpolis ein Paar, das als „Seele“ verehrt wurde und die Hände des Horus bewacht. Seine Schutzgöttin ist Selket.

Siehe auch[Bearbeiten]

Liste ägyptischer Götter

Literatur[Bearbeiten]

  • Mary Barnett: Götter und Mythen des alten Ägypten. Gondrom, Bindlach 1998, ISBN 3-8112-1646-5.
  • Hans Bonnet: Kebehsenuf. In: Lexikon der ägyptischen Religionsgeschichte. (RÄRG) Nikol, Hamburg 2000, ISBN 3-937872-08-6, S. 373.
  • Rolf Felde: Ägyptische Gottheiten. 2. erweiterte und verbesserte Auflage, R. Felde Eigenverlag, Wiesbaden 1995.
  • Lucia Gahlin: Ägypten - Götter, Mythen, Religionen. Edition XXL, Reichelsheim 2001, ISBN 389736-312-7.
  • Veronica Ions: Die Götter und Mythen Ägyptens (= Die großen Religionen der Welt – Götter, Mythen und Legenden). Neuer Kaiser Verlag – Buch und Welt, Klagenfurt 1988.
  • Manfred Lurker: Lexikon der Götter und Symbole der alten Ägypter. Handbuch der mystischen und magischen Welt Ägyptens. Sonderausgabe, 1. Auflage, Scherz, Bern/ München/ Wien 1998, ISBN 3-502-16430-4.

Belletristik[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Karl Martin: Kanopen II. In: Wolfgang Helck: Lexikon der Ägyptologie. (LÄ) Bd. III, Spalte 317 und H. Bonnet: RÄRG Hamburg 2000, S. 366.
  2. Richard H. Wilkinson: Die Welt der Götter im Alten Ägypten. Glaube – Macht - Mythologie (= The complete gods and goddesses of ancient Egypt). Theiss, Stuttgart 2003, ISBN 3-8062-1819-6. S. 88.
  3. Rosemarie Drenkhahn: Kebehsenuef. In: Bd. III, Spalte 379.
  4. Arne Eggebrecht: Duamutef. In: Bd. I, Spalte 1150.