Selket

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Selket in Hieroglyphen
kurz
S29 D21
N29 X1

Serqet
Srqt
Selket
oder
S29 D21
N29 X1
L7

oder
mit Determinativ
S29 D21
N29 X1
L7
B1
dito auch
S29 D21
N29 X1
I12 L7 B1

oder
S29 D21
N29 X1
V28 X1
M17 Z4
F10

Serqet-hetit
Srqt-ḥtjj.t (Srqt-ḥty.t)
Die, die Kehle atmen lässt
Griechisch Selkis
Serket.svg
Selket mit Was-Zepter und Anch-Zeichen
Statue der Selket, Ägyptisches Museum Kairo (JE 60686)

Selket (auch Serqet, Selqet, Serket, Serket-Hetit, Serket-hetet, Selkis oder Selqis) ist eine Göttin in der ägyptischen Mythologie. Sie ist Schutzgöttin der Heilkundigen und zusammen mit Isis, Neith und Nephthys eine der vier Schutzgöttinnen der Horussöhne, die die Särge und Kanopen bewachen.

Darstellung[Bearbeiten]

Die bekannteste Darstellung der Selket ist die einer stehenden Frau mit einem Skorpion auf dem Kopf, weshalb sie auch als Skorpiongöttin bezeichnet wird. Im Aspekt als Schutzgöttin der Kanope des Kebechsenuef steht sie mit ausgestreckten Armen da, um zu umarmen und zu beschirmen. Als göttliche Mutter wird Selket hingegen völlig anders dargestellt: ein Frauenkörper mit Löwen- oder Krokodilkopf und mit Messern bewaffnet. Grabszenen zeigen sie nicht nur in anthropomorpher Gestalt, sondern auch als Skorpion, Löwe oder eine sich aufbäumende Kobra.[1]

Name[Bearbeiten]

Selket geht auf eine alte Lautübersetzung der Hieroglyphenschrift zurück. Man geht heute aber davon aus, dass die Aussprache Serket der zur Zeit der Pharaonen am nächsten kommt und in etwa „die atmen lässt“ bedeutet. „Serket-Hetit“ gründet auf einer offenbar älteren Darstellungsform des Namens. „Hetit“ wird dabei mit „Kehle“ übersetzt, so dass der Name der Göttin dann „die, welche die Kehle atmen lässt“[2] lautet. Die Bezeichnung „Selkis“ schließlich wurde als Schreibweise aus griechischen Texten in andere Sprachen übernommen.

Bedeutung[Bearbeiten]

Selket stammt aus dem Delta und es finden sich bereits in der 1. Dynastie Hinweise auf eine Verehrung dieser Göttin. Erwähnung findet sie auch als eine der göttlichen Mütter in den Pyramidentexten des Alten Reiches, in denen sie als Mutter des Schlangengottes Nehebkau genannt wird[3] und in diesem Zusammenhang „den König nähre“.[4] Sie ist Schutzgöttin der Heilkundigen, da sie Bisse und Stiche giftiger Tiere, speziell der Skorpione, vereitelt und heilt. Zudem bekämpft Selket auch Apophis.

Weitere Erwähnung findet Selket in der mythologischen Erzählung um die Geburt des Gottes Horus, in der sie zusammen mit Nephthys der Göttin Isis zur Seite steht, nachdem der Kindgott von einem Skorpion gestochen worden war. Zusammen mit Isis, Neith und Nephthys ist sie eine der vier Schutzgöttinnen der Horussöhne. Sie beschützt die Kanope des Kebechsenuef, in der die Gedärme des Verstorbenen aufbewahrt werden.[5] Vermutlich wird Selket deshalb auch in einem altägyptischen Text als „Nebet-per-nefer“ bezeichnet, als „Herrin des schönen Hauses“, was den Ort der Einbalsamierung (Haus der Verschönerung) bezeichnete.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans Bonnet: Selket. In: Lexikon der ägyptischen Religionsgeschichte. Nikol, Hamburg 2000, ISBN 3-937872-08-6, S. 696f.
  • Veronica Ions: Die großen Religionen der Welt – Götter, Mythen und Legenden. Buch und Welt, Klagenfurth 1988.
  • Wolfgang Helck, Eberhard Otto: Selqet. In: Kleines Lexikon der Ägyptologie. Harrassowitz, Wiesbaden 1999, ISBN 3-447-04027-0, S. 275.
  • Manfred Lurker: Lexikon der Götter und Symbole der alten Ägypter. 1. Auflage, Scherz, Bern/ München/ Wien 1998, ISBN 3-502-16430-4.
  • Richard H. Wilkinson: Die Welt der Götter im alten Ägypten: Glaube – Macht – Mythologie. Theiss, Stuttgart 2003, ISBN 3-8062-1819-6.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Serket – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Richard H. Wilkinson: Die Welt der Götter im alten Ägypten: Glaube – Macht – Mythologie. S. 235
  2. Manfred Lurker: Lexikon der Götter und Symbole der alten Ägypter.S.182
  3. Pyramidentexte (PT) 489c.
  4. Pyramidentexte (PT) 1427; Richard H. Wilkinson: Die Welt der Götter im alten Ägypten: Glaube – Macht – Mythologie. S. 234
  5. Rolf Felde: Ägyptische Gottheiten. 2. erweiterte und verbesserte Auflage, R. Felde Eigenverlag, Wiesbaden 1995, S. 57.