Kennenburg

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48.7413888888899.3275Koordinaten: 48° 44′ 29″ N, 9° 19′ 39″ O

Kennenburg
Einwohner: 574 (30. Jun. 2013)
Postleitzahl: 73732
Vorwahl: 0711
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Lage von Kennenburg in Esslingen am Neckar

Heilanstalt Kennenburg, Holzstich von 1875

Kennenburg ist ein Stadtteil von Esslingen am Neckar.

Ursprünglich am Stadtrand oberhalb des Hainbachtals gelegen, bestand er zunächst wohl nur aus der Heilanstalt Kennenburg, die 1840 als Kaltwasser-Heilanstalt für wohlhabende Bürger gegründet wurde. Fünf Jahre später war dieses Unternehmen allerdings bankrott und die Anlage – im italienischen Renaissancestil erbaut – wurde zu einer Heilanstalt für Nerven- und Gemütskranke umgewandelt. Prominente Patienten dieser Anstalt waren z. B. 1852/1853 sowie 1871 Julius Robert von Mayer und 1876 Friedrich Mann, dessen Krankenakten erhalten geblieben sind. Als Assistenzarzt in Kennenburg betreute der Bruder des späteren Esslinger Oberbürgermeisters Max von Mülberger, Arthur Mülberger, für einige Monate im Jahre 1871 Robert Mayer. Arthur Mülberger, der sich auch als gesellschaftspolitischer Schriftsteller betätigte, war mit dem französischen Sozialisten Édouard Vaillant befreundet.

Den Euthanasiemorden der Aktion T4 zur Zeit des Nationalsozialismus fielen neun Patienten zum Opfer.[1]

Heute wird das Bild des Stadtteils von den ausgedehnten Neubauten des Altenwohn- und Pflegestifts Kennenburg (erbaut zwischen 1969 und 1982; von der ursprünglichen Anlage der Heilstätte ist nur ein Brunnen im Park erhalten geblieben) und Wohnbebauung hauptsächlich aus den sechziger und siebziger Jahren beherrscht.

Politik[Bearbeiten]

Der Ansprechpartner für die Belange des Stadtteils für die Stadtverwaltung und den Gemeinderat von Esslingen ist der Bürgerausschuss St. Bernhard, Kennenburg, Wiflingshausen. Auf der Stadtteilebene gestaltet der Bürgerausschuss das kommunale Leben mit[2]. Er ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft der Bürgerausschüsse, diese besteht zum Erfahrungsaustausch und zur Koordination der einzelnen Bürgerausschüsse der Stadt. Grundlage für die Arbeitsweise und den Aufbau des Bürgerausschusses und der Arbeitsgemeinschaft ist der von der Arbeitsgemeinschaft am 21. Februar 1991 beschlossene Status[3]. Als Grundlage für die Zusammenarbeit zwischen dem Bürgerausschuss, dem Gemeinderat und der Verwaltung wurde eine Vereinbarung getroffen. Diese wurde von der Arbeitsgemeinschaft am 17. Juli 1990 gebilligt und vom Gemeinderat am 10. Dezember 1990 genehmigt[4]. Im Juni 2000 wurde sowohl der Status als auch die Vereinbarung redaktionell überarbeitet.

In der öffentlichen Bürgerversammlung, die die Stadt Esslingen am 10. Juni 2010 in der Sängerkranzgaststätte in St. Bernhardt durchführte, wurde der Bürgerausschuss St. Bernhard, Kennenburg, Wiflingshausen für drei Jahre gewählt[5].

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gedenktafel erinnert an neun Euthanasieopfer, abgerufen 18. August 2009
  2. Bürgerausschüsse in Esslingen am Neckar
  3. Statut der Bürgerausschüsse Esslingen am Neckar
  4. Vereinbarung über die Zusammenarbeit der Bürgerausschüsse mit Gemeinderat und Verwaltung Esslingen am Neckar
  5. Bürgerversammlungen

Weblinks[Bearbeiten]