Kermes

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel befasst sich mit Kermes als Farbstoff. Für weitere Bedeutungen siehe Kermes (Begriffsklärung).
Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.

Mit Kermes werden drei verschiedene Farbstoffe (Karmin, Rot) bezeichnet.

Tierischer Kermes[Bearbeiten]

Tierische Kermesbeeren oder -körner, Scharlachbeeren, Purpurkörner, Alkermes, (lat. Grana kermes, frz. Grains d'écarlate, engl. Scarlet berries) bestehen aus den getrockneten trächtigen Weibchen mancher Schildläuse (Kermesschildläuse, z. B. Coccus ilicis oder Kermes vermilio oder polnische Kermeslaus Porphyrophora polonica oder armenische Kermeslaus Porphyrophora hameli), die auf den Zweigen der in Südeuropa und im Orient häufiger wachsenden, strauchartigen Scharlach-Eiche (Quercus coccinea) und Kermes-Eiche (Quercus coccifera) leben. Das Weibchen bildet nach der Befruchtung viel roten Farbstoff Karmin (der z. B. auch in Cochenilleschildläusen enthalten ist) und eine so große Menge an Eiern, dass es kugelförmig anschwillt. In diesem Zustande werden die Tiere gesammelt, durch Besprengen mit Essig getötet und an der Luft getrocknet. Dabei bilden sich glatte oder etwas runzelige, dunkelrotbraune, zum Teil auch violette, den Korinthen ähnliche Körner. Tierische Kermesbeeren dienen noch heute im Orient als Färbematerial.

Pflanzliche Kermesbeeren[Bearbeiten]

Hauptartikel: Kermesbeeren und Kermesbeerengewächse

Pflanzliche Kermesbeeren bestehen aus den Früchten einer von Virginia nach dem südlichen Europa verpflanzten und dort verwilderten, in Österreich und Deutschland durch Vögel ausgebreiteten, mehrjährigen krautigen Pflanze, der Amerikanischen Kermesbeere. Sie wurden früher zum Färben von Rotwein benutzt, wegen der stark abführenden Wirkung wurde dies jedoch verboten.

Mineralischer Kermes[Bearbeiten]

Mineralischer Kermes oder Kartäuserpulver ist ein zuweilen noch medizinisch verwendetes Antimonpräparat, das durch Kochen von schwarzem Schwefelantimon mit Pottaschelösung entsteht. Beim Kochen der filtrierten Lösung fällt der Kermes als ein feines, leichtes, rotbraunes Pulver aus, das aus Schwefelantimon und Antimonoxid in wechselnden Verhältnissen besteht.