Khirbet Qeiyafa

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Luftaufnahme

Die Ruinenstätte Khirbet Qeiyafa befand sich während des Altertums im Grenzgebiet zwischen dem antiken Königreich Judäa und dem Land der Philister. In dieser Region, beim Tal Elah, soll nach biblischer Überlieferung David gegen Goliath gekämpft haben. Die Identifizierung mit dem biblischen Ort Scha'arajim ist umstritten.

Ausgrabungen[Bearbeiten]

Seit Juni 2008 wird in einem archäologischen Forschungsprojekt die antike Festungsanlage nahe Bet Schemesch durch Yosef Garfinkel vom archäologischen Institut der Hebräischen Universität Jerusalem untersucht.

Bei den Ausgrabungen in der Nähe wurde u.a. ein Ostrakon, eine beschriftete Tonscherbe, freigelegt, welches eine schwer lesbare Inschrift in einer nordwestsemitischen Sprache, möglicherweise hebräisch, trägt. Mit Hilfe der Radiokohlenstoffdatierung wurde das Alter der Tonscherbe auf um 1000 v. Chr. ermittelt, was etwa der Zeit des biblischen Königs Davids entspräche. Es zeigt fünf Schriftzeilen, die mit schwarzen Linien voneinander getrennt sind. Wurzeln der Wörter „Richter“, „Sklave“ und „König“ wurden bisher entziffert. Viele der mit Tinte geschrieben Buchstaben sind allerdings sehr verblasst oder nur fragmentarisch erhalten. Zu den weiteren Unsicherheiten gehört, dass selbst die Schreibrichtung unklar ist, da die meisten Buchstaben keine stabile Ausrichtung aufweisen. Gershon Galil vom „Department of Bible Studies“ der Universität Haifa schlug 2010 folgende Lesung vor[1]:

1 ... du sollst [...] nicht tun, sondern diene dem [JHWH].
2 Trachte nach Recht für den Skla[ven] und die Wit[we] / helfe zum Recht der Wais[e]
3 [und] dem Fremdling. [Tr]itt ein für das Kind / tritt ein für den Arm[en und]
4 die Witwe. Verteidige [den Armen] in den Händen des Königs.
5 Schütze den Ar[men und] den Sklaven / [unter]stütze den Fremdling.

Die Lesung ist jedoch unsicher, erst recht müssen die Ergänzungen als hochgradig spekulativ angesehen werden. Andere Lese-, Übersetzungs- und Interpretationsvorschläge stammen von Émile Puech und Ada Yardeni. In Z. 4 hat man den Namen eines Königs von Gat vermutet.

Literatur[Bearbeiten]

  • Israel Finkelstein, Alexander Fantalkin: Khirbet Qeiyafa: An Unsensational Archaeological and Historical Interpretation. In: Tel Aviv 39 (2012), S. 38–63.
  • Israel Finkelstein, Eli Piasetzky: Khirbet Qeiyafa: Absolute Chronology. In: Tel Aviv 37 (2010), S. 84–88.
  • Yosef Garfinkel, Saar Ganor: Khirbet Qeiyafa: Sha’arayim. In: Journal of Hebrew Scriptures 8 (2008), Art. 22. (PDF)
  • Yosef Garfinkel, Saar Ganor: Khirbet Qeiyafa 1. Excavation Report 2007-2008. Jerusalem 2009. ISBN 978-965-221-077-7
  • Yosef Garfinkel, Saar Ganor: Khirbet Qeiyafa in Survey and in Excavations: A Response to Y. Dagan. In: Tel Aviv 37 (2010), S. 67–78.
  • Nadav Na’aman: In Search of the Ancient Name of Khirbet Qeiyafa. In: Journal of Hebrew Scriptures 8 (2008), Art. 21. (PDF)
  • Nadav Na’aman: Shaaraim – the Gateway to the Kingdom of Judah. In: Journal of Hebrew Scriptures 8 (2008), Art. 24. (PDF)
  • Christopher Rollston: The Khirbet Qeiyafa Ostracon: Methodological Musings and Caveats. In: Tel Aviv 38 (2011), S. 67–82.
  • Lily Singer-Avitz: The Relative Chronology of Khirbet Qeiyafa. In: Tel Aviv 37 (2010), S. 79–83.

Weblinks[Bearbeiten]

31.696334.9575Koordinaten: 31° 41′ 47″ N, 34° 57′ 27″ O

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. University of Haifa press release vom 7. Januar 2010 (mit Abzeichnung; abgerufen am 2. August 2011).