Klein Eyolf

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Klein Eyolf ist ein Theaterstück von Henrik Ibsen.

Inhalt[Bearbeiten]

Rita und Alfred haben einen behinderten Sohn mit Namen Eyolf. Asta, die (zunächst) als die Schwester von Alfred bezeichnet wird, wohnt ebenfalls mit in einem großen Haus am Meer. Alfred versucht sich als Autor. Er gibt seine Pläne auf und beschließt sich mehr seinem Kind zuzuwenden, was von seiner Frau argwöhnisch betrachtet wird. Eine Rattenfängerin kommt unvermutet dazu, als Alfred gerade seine neuen Beschlüsse erläutert. Die Rattenfängerin erklärt, wie sie die Tiere mit Tönen einer Maultrommel fängt und ins Meer treibt. Eyolf verschwindet überraschend und ertrinkt im Meer. Die Beziehung des Ehepaares gerät über dem Trauerfall aus den Fugen. Alfred wendet sich Asta zu und möchte seine Frau verlassen. Asta widersteht zuletzt den Werbungen eines Straßenbauers nicht mehr und flüchtet mit ihm. Rita bleibt unbeirrbar, als Ersatz für Eyolf will sie sich um die vielen Straßenkinder kümmern, die jetzt "abwechselnd" den Platz von Eyolf beim Essen einnehmen sollen. Interessiert von der neuen Aufgabe, lässt Alfred von seinem Plan ab, Rita zu verlassen und unterstützt sie bei ihrem Projekt.

Interpretation[Bearbeiten]

Die Bindekraft, die von Kindern für Paar-Beziehungen ausgeht, wird selten im Theater thematisiert. Ibsen tut es in Klein Eyolf, der gar nicht klein ist, denn um ihn kreisen Beziehungsplaneten, genannt Eltern. Ibsen gelingt damit eine zeitlose Beziehungskiste, die auch in deutsche Reihenmittelhäuser passen könnte. Seine Charaktere nehmen im Laufe des Stückes immer mehr Konturen an, in denen immer mehr typische Eigenschaften von Mann und Frau deutlich werden, ohne dass das Stück in platte Klischees abzukippen droht. Trotz des Trauerfalls in der Familie und trotz der ganzen unausgesprochenen Abgründe, die für Ibsen typisch sind, und die doch immer ans Tageslicht kommen, nimmt das Stück am Ende eine positive Wendung. Das Stück macht Mut, sich auf Kinder, Aufgaben und Beziehungen einzulassen. Ibsens Nachricht könnte sein: Nicht einsame Ichlinge (wie Alfred zu Beginn des Stückes) braucht die Welt, sondern mutige und beziehungsfähige Anpacker wie Rita.

Aufführungsgeschichte[Bearbeiten]

Das Stück habe in letzter Zeit eine Renaissance erfahren, weil es „mit der Eltern-Kind-Problematik und dem Konflikt von Selbstverwirklichung und Verantwortung Themen verhandelt, die in unserer zunehmend kinderlosen und sinnentleerten Ego-Gesellschaft doch virulent sind.“[1]

Inszenierungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Verfilmungen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Christine Dössel, Süddeutsche Zeitung 26. Mai 2007, zit. auf Nachtkritik