Kleinfleckkatze

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Kleinfleckkatze
Kleinfleckkatze im Cincinnati Zoo

Kleinfleckkatze im Cincinnati Zoo

Systematik
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Katzenartige (Feloidea)
Familie: Katzen (Felidae)
Unterfamilie: Kleinkatzen (Felinae)
Gattung: Pardelkatzen (Leopardus)
Art: Kleinfleckkatze
Wissenschaftlicher Name
Leopardus geoffroyi
d’Orbigny & Gervais, 1844

Die Kleinfleckkatze oder Salzkatze, selten auch Geoffroy-Katze (Leopardus geoffroyi oder Oncifelis geoffroyi, benannt nach dem französischen Zoologen Étienne Geoffroy Saint-Hilaire[1]) ist eine südamerikanische Art innerhalb der Familie der Katzen (Felidae).

Merkmale[Bearbeiten]

In der Größe entspricht die Kleinfleckkatze einer großen, männlichen Hauskatze. Die Kopfrumpflänge beträgt 60 cm, hinzu kommen 30 cm Schwanz. Die Grundfarbe des Fells ist grau oder gelbbraun, wobei im Süden des Verbreitungsgebiets die grauen und im Norden die gelben Tiere vorkommen. Gezeichnet ist das Fell mit kleinen, schwarzen Flecken. Häufig kommt es zu Melanismus (Schwärzlinge).

Lebensraum[Bearbeiten]

Die Kleinfleckkatze lebt in der Südhälfte Südamerikas, von Bolivien und Südbrasilien südwärts bis Patagonien. Sie kommt nur östlich der Anden vor. Wälder sind ebenso ihr Lebensraum wie baumbestandenes Grasland.

Lebensweise[Bearbeiten]

Zur Beute zählen Hasen und Nagetiere. Da sie auch im Wasser nach Fischen jagt, wird sie in Südamerika auch als „Fischkatze“ bezeichnet (eine Benennung, die im deutschen Sprachgebrauch einer ganz anderen Katze vorbehalten ist, siehe Fischkatze). Die Kleinfleckkatze ist nachtaktiv und verschläft den Tag in den Bäumen.

Bedrohung und Schutz[Bearbeiten]

Verbreitungsgebiet der Kleinfleckkatze
Kleinfleckkatze

Das Kleinfleckkatzenfell war lange Zeit in der Kürschnerei zur Herstellung von Pelzmänteln beliebt. Die Kleinfleckkatze ist mittlerweile akut vom Aussterben bedroht und daher im Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen im Anhang A gelistet. Jeglicher Handel ist daher mittlerweile verboten. Dies schließt auch den Handel von Privatpersonen und den Handel mit gebrauchten Produkten, die aus Kleinfleckkatzen hergestellt wurden, ein. Im Jahr vor Inkrafttreten dieser Schutzbestimmung waren noch 5500 Individuen (das war ein Zehntel der seinerzeit bekannten Population) in den Tierhandel gebracht worden. [2]

Taxonomie[Bearbeiten]

Bezüglich des wissenschaftlichen Namens gibt es Unstimmigkeiten zwischen Leopardus geoffroyi oder Oncifelis geoffroyi. Zunächst wurde sie als Leopardus geoffroyi in die Verwandtschaft des Ozelots gerechnet, danach aber eher in die Gattung Oncifelis eingruppiert, zu der noch die Pampaskatze und die Chilenische Waldkatze gerechnet werden. Wilson & Reeder (2005) führten schließlich die Gattungen Leopardus und Oncifelis zur Gattung der Pardelkatzen (Leopardus) zusammen.

Hybride[Bearbeiten]

Trotz unterschiedlicher Chromosomenzahl kann die Kleinfleckkatze mit der Hauskatze gekreuzt werden. Die entstehenden Hybride heißen Safari-Katze und werden von der TICA als experimentelle Rasse registriert.

Quellen[Bearbeiten]

  1. http://www.felineconservation.org/feline_species/geoffroys_cat.htm
  2. Philippe Rivalan: Can bans stimulate wildlife trade? Nature, Band 447, Heft 7144, vom 31. Mai 2007, S. 529-530

Literatur[Bearbeiten]

  • D. E. Wilson und D. M. Reeder: Mammal Species of the World. Johns Hopkins University Press, 2005. ISBN 0-8018-8221-4

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Leopardus geoffroyi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Leopardus geoffroyi in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2012.2. Eingestellt von: Lucherini, M., de Oliveira, T. & Acosta, G, 2008. Abgerufen am 20. April 2013