Klemmenbezeichnung

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Eine Klemmenbezeichnung ist im Maschinen- und Anlagenbau sowie in der Kraftfahrzeugelektrik eine Hilfszahl oder ein Buchstabe, um das Anschließen von Leitungen, aber auch die Fehlerdiagnose mithilfe eines Schaltplans in Kraftfahrzeugen, Automatisierungsanlagen oder Schaltschränken zu vereinfachen. Sie ist an oder nahe bei der Klemme angebracht und oft auch an der dort anzuschließenden bzw. angeschlossenen Leitung.

Grundlagen[Bearbeiten]

Logo des Deutschen Instituts für Normung DIN 72552
Bereich Kraftfahrzeugtechnik
Titel Klemmenbezeichnungen in Kraftfahrzeugen; Teil 1 Zweck, Grundsätze, Anforderungen, Teil 2 Bedeutungen, Teil 3 Anwendungsbeispiele in Anschlußplänen, Teil 4 Übersicht
Letzte Ausgabe 1971-03
ISO

Die Klemmenbezeichnungen sind für bestimmte Signale oder Pole teilweise genormt oder üblich. Ein Beispiel sind die Buchstabenkennzeichnungen der Anschlussklemmen von Stromwandlern oder der Anschlüsse von Asynchronmotoren.

Die Klemmenbezeichnungen für Kraftfahrzeuge sind in Deutschland in der DIN 72552 genormt. Aber auch abweichende, herstellerspezifische Bezeichnungen sind möglich.

Die Klemmenbezeichnungen sind nicht gleichzeitig Leitungsbezeichnung, da an den beiden Enden einer Leitung Bauteile mit unterschiedlichen Klemmenbezeichnungen angeschlossen sein können.

Liste der Klemmenbezeichnungen in Kfz und ihrer Bedeutung[Bearbeiten]

Numerische Bezeichnungen[Bearbeiten]

Zündanlage[Bearbeiten]

  • 1 - Klemme an der Zündspule. Kabel führte früher zum Unterbrecherkontakt, heute zum Zündsteuergerät
  • 4 - Hochspannungsleitung von der Zündspule zum Zündverteiler.
  • 4a - Zündspule I Klemme 4 (bei mehreren Zündspulen)
  • 4b - Zündspule II Klemme 4 (bei mehreren Zündspulen)

geschaltetes Plus[Bearbeiten]

  • 15 - geschaltetes Plus vom Zündstartschalter
  • 15a - Ausgang am Vorwiderstand zu Zündspule und Starter
  • 15r - Zündschloss-Radiostellung

Glühanlage[Bearbeiten]

  • 17 - Glühanlage - starten
  • 19 - Glühanlage - vorglühen

Batterie[Bearbeiten]

  • 29 - Batterie-Plus, hinten, m. Crash-Abschaltung
  • 29a - Batterie-Plus abgesichert, hinten, m. Crash-Abschaltung
  • 30 - Plusleitung direkt von der Batterie
  • 30a - Plusleitung von 2. Batterie, (Batterieumschaltgerät 12/24 V)
  • 30b - Kl. 30, geschaltet vom Warnblinkschalter
  • 30f - Kl. 30, Abschaltung bei schwacher Batterie
  • 30g - geschaltete Plusleitung direkt von der Batterie - nicht zu verwechseln mit Klemme 15
  • 30L - Dauerplus
  • 30t - Kl. 30 für Transportmodus
  • 31 - Minusleitung direkt von der Batterie oder Fahrzeugmasse
  • 31a - Minusleitung 2. Batterie
  • 31b - geschaltete Masse-/Minusklemme (alt: Unterbrecher)

Elektromotoren[Bearbeiten]

  • 32 - Rückleitung Elektromotor
  • 33 - Hauptanschluss Elektromotor
  • 33a - Endabschaltung Elektromotor
  • 33b - Nebenschlussfeld Elektromotor
  • 33f - für zweite kleinere Drehzahlstufe Elektromotor
  • 33g - für dritte kleinere Drehzahlstufe Elektromotor
  • 33h - für vierte kleinere Drehzahlstufe Elektromotor
  • 33L - Drehrichtung links Elektromotor
  • 33R - Drehrichtung rechts Elektromotor

Fahrtrichtungsanzeiger[Bearbeiten]

Interna eines Kfz-Blinkrelais
  • 49 - Eingang Blinkgeber
  • 49a - Ausgang Blinkgeber
  • 49b - Ausgang zweiter Blinkgeber
  • 49c - Ausgang dritter Blinkgeber

Startschalter[Bearbeiten]

  • 50 - Startinformation am Starter
  • 50A - Startinformation an Batterieumschalter 12/24V

Generator[Bearbeiten]

  • 51 - + Gleichrichter Generator

Scheibenwischer[Bearbeiten]

Verschiedene Kfz-Relais mit eingebauten elektronischen Steuerungen und Benennung der Klemmen
  • 53 - Wischermotor
  • 53a - Scheibenwischer (+), Endabschaltung
  • 53b - Scheibenwischer (Nebenschlusswicklung)
  • 53c - Scheibenwaschpumpe
  • 53e - Scheibenwischer (Bremswicklung)
  • 53i - Wischermotor mit Permanentmagnet und dritter Bürste (hohe Geschwindigkeit)

Beleuchtung[Bearbeiten]

  • 54 - Bremslicht
  • 54f - Bremslicht über (Tarn-)Lichtschalter
  • 54g - Nebelschlussleuchte
  • 54L - Brems-Blinkleuchte links
  • 54R - Brems-Blinkleuchte rechts
  • S54 - Tarn-Bremslicht
  • 55 - Nebelscheinwerfer
  • 56 - Scheinwerferlicht (Eingang Umschaltrelais)
  • 56a - Fernlicht und Kontrollleuchte
  • 56b - Abblendlicht
  • 56d - Lichthupe
  • S56 - Tarnlicht vorne
  • 57a - Parklicht
  • 57L - Parklicht links
  • 57R - Parklicht rechts
  • 58 - Begrenzungs-, Kennzeichen-, Instrumenten-, Schlussleuchten
  • 58b - Schlusslichtumschaltung bei Einachsschleppern
  • 58c - Anhängersteckvorrichtung, einadrig verlegtes und im Anhänger abgesichertes Schlusslicht
  • 58d - Regelbare Instrumentenbeleuchtung
  • 58e - ?
  • 58g - Gedimmte Innenbeleuchtung
  • 58L - Lichtschalterklemme f. linke Begrenzungs- u. Schlussleuchten, wenn getrennt schaltbar
  • 58R - Lichtschalterklemme f. rechte Begrenzungs- u. Schlussleuchten, wenn getrennt schaltbar, Kennzeichenleuchte
  • S58 - Tarnlicht hinten
  • S58b - Leitkreuz
  • 61 - auch D+; an der Ladekontrollleuchte

Akustische Einrichtungen[Bearbeiten]

Schalter[Bearbeiten]

  • 81 - Eingang am Schalter (Wechsler/Öffner)
  • 81a - 1.Ausgang am Schalter (Wechsler/Öffner)
  • 81b - 2.Ausgang am Schalter (Wechsler/Öffner)
  • 82 - Eingang am Schalter (Schließer)
  • 82a - Erster Ausgang am Schalter (Schließer)
  • 82b - Zweiter Ausgang am Schalter (Schließer)
  • 83 - Eingang am Schalter (Mehrstufenschalter)
  • 83a - Erster Ausgang am Schalter (Mehrstufenschalter)
  • 83b - Zweiter Ausgang am Schalter (Mehrstufenschalter)

Relais[Bearbeiten]

Handelsübliches Kfz-Relais mit 30 Ampere Kontaktstrombelastbarkeit und Benennung der Klemmen
  • 84 - Eingang Stromrelais, Antrieb/Relaiskontakt
  • 84a - Ausgang Stromrelais, Antrieb (Rundumkennleuchte links)
  • 84b - Ausgang Stromrelais, Relaiskontakt (Kontrollleuchte Rundumkennleuchte links)
  • 84c - Ausgang Stromrelais, Antrieb (Rundumkennleuchte rechts u.a.)
  • 84d - Ausgang Stromrelais, Relaiskontakt (Kontrollleuchte Rundumkennleuchte rechts u.a.)
  • 85 - Ausgang Schaltrelais, Minus, Steuerstromkreis am Relais
  • 85c - Einschaltsignal für Tonfolgerelais
  • 86 - Eingang Schaltrelais, Plus, Steuerstromkreis am Relais
  • 86s - Eingang Schaltrelais Alarmanlage

Kontakte[Bearbeiten]

  • 87 - Eingang Arbeitsstromkreis am Relais (Öffner und Wechsler)
  • 87a - Ausgang Arbeitsstromkreis am Relais (Öffner)
  • 88 - Eingang Arbeitsstromkreis am Relais (Schließer)
  • 88a - Ausgang Arbeitsstromkreis am Relais (Schließer)
  • 88b - Ausgang Arbeitsstromkreis am Relais (Schließer, verbindet auch mit 88a)

Nichtnumerische Bezeichnungen[Bearbeiten]

  • B+ - Batterieplus am Drehstromgenerator
  • B- - Batterieminus am Drehstromgenerator
  • C - Kontrollleuchte für Fahrtrichtungsanzeiger
  • C0 - Hauptanschluss für vom Blinkgeber getrennte Kontrollleuchte
  • C2 - zweite Kontrollleuchte (für Fahrtrichtungsanzeiger am Anhänger)
  • C3 - dritte Kontrollleuchte (für Fahrtrichtungsanzeiger am zweiten Anhänger)
  • D+ - Dynamoplus, auch Klemme 61 an der Ladekontrollleuchte
  • D- - Dynamominus
  • DF - Dynamofeld am Generatorregler (Reglerspannung)
  • W - Drehzahlsignal am Drehstromgenerator
  • L - Blinker links
  • R - Blinker rechts

Herstellerspezifische Klemmenbezeichnungen[Bearbeiten]

  • ACC - Accumulator oder Accessory (Zubehör), geschaltet über Zündschlüsselstellung. Reiner Batteriebetrieb, noch vor Zündung Klemme 15
  • IG - Zündung (andere Bezeichnung für Klemme 15)
  • WW - Wisch/Wasch (zum Beispiel am Heckscheibenwischer)
  • INT - Intervall (Heckscheibenwischer)
  • R - Radio (Zündschlüsselstellung)
  • S - Zubehör (Radio, Gurtwarnkontrolle, etc.), geschaltet über reines Einstecken des Zündschlüssels. Reiner Batteriebetrieb, nicht sehr hoch belastbar.
  • ST - Starter (Anlass-Zündschlüsselstellung)
  • X - Zündung/Klemme15, daran angeschlossene Einrichtungen werden beim Anlassvorgang zur Entlastung des Akkus abgeschaltet

Klemmenbezeichnung in Schaltanlagen und industriellen Anlagen[Bearbeiten]

In Schaltanlagen und industriellen Anlagen werden Klemmen nach einem Klassifizierungsprinzip gemäß EN 81346-2 bezeichnet. Entsprechend diesem Prinzip werden Objekte nach Aufgabe, örtlicher Lage und prinzipieller Funktion sogenannten Kennbuchstaben zugeordnet. Alle (elektrischen) Verbindungselemente wie Anschlussverteiler, Stecker, Klemme, Klemmenblock, Klemmenleiste werden dabei mit dem Kennbuchstaben X gekennzeichnet. Für eine genauere Klassifizierung sind auch Doppelbuchstaben gemäß Tabelle 2 der Hauptklasse X möglich - z.B. XD = elektrische Verbindungen (≤ 1000 V AC oder ≤  1500 V DC) oder XF = Verbindungen in Datenübertragungsnetzen.

Das Kennzeichnungssystem besteht aus einer festen Abfolge von Kennzeichnungsblöcken, beginnend mit dem Anlagenkennzeichen (einschließlich der Ortskennzeichnung), gefolgt von einem Bindestrich und dem Kennbuchstaben für das Gerät nach dessen vorgesehenem Zweck oder vorgesehener Aufgabe; hier: verbinden, daher –X. Diesem Kennbuchstaben folgt eine Ordnungszahl, die Aufschluss darüber gibt - um das wievielte Element dieser Art es sich in einer bestimmten Anlageneinheit (z.B. im Schaltschrank 1) handelt. In elektrischen Schaltanlagen kann man davon ausgehen, dass mit –X meist Klemmleisten oder mehrpolige Steckverbinder gemeint sind. Der eigentliche Anschlusspunkt an einem Gerät (z.B. an einer Klemmleiste) wird durch einen Doppelpunkt (:) vom Kennbuchstaben abgesetzt dargestellt, z.B.: -X2:100

Im Gegensatz zur Kfz-Technik gibt es keine feste Zuordnung bestimmter Klemmennummern zu gegebenen Funktionen. Davon ausgenommen sind die Anschlussklemmen von funktionalen Geräten, z.B. a/b für eine Betätigungsspule 13/14 für einen „Schließer“-Kontakt usw.

Fachliteratur[Bearbeiten]

Fachbücher[Bearbeiten]

  • Jürgen Kasedorf, Richard Koch: Service-Fibel für die Kfz-Elektrik, Vogel Buchverlag, ISBN 3-8023-1881-1

Fachbroschüren[Bearbeiten]

  • Bosch Technische Unterrichtung Schaltzeichen und Schaltpläne der Kraftfahrzeugelektrik. Robert Bosch GmbH, Stuttgart, VDT-UBE 001/10