Kołacz (Kuchen)

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Ein Kołacz aus der altslawischen Tradition

Kołacz (Plural: Kołacze) ist ein rundes Traditionsgebäck der polnischen Küche, dessen Herkunft auf die Kultur der altslawischen Zeit zurückgeht. Ursprünglich war der Kołacz ein Hochzeitsbrot aus Weizen und entwickelte sich später zu einem Hefekuchen, der heute auch unabhängig von Hochzeitsfeiern geschätzt wird.

Namen[Bearbeiten]

Der Name „Kołacz“ hat dieselbe Wurzel wie das Wort koło („Rad“) und zeigt die runde Gestalt des Backwerks an. Im Russischen nennt sich das Gebäck Калач (Kalatsch) und im Ukrainischen Колач (Kolatsch). Im Kroatischen bedeutet der Ausdruck kolač, genauso wie im Tschechischen und Slowakischen (koláč) einfach nur "Kuchen". Die deutsche Bezeichnung lautet „Kolatsche“.

Geschichte[Bearbeiten]

Der ursprüngliche slawische Kołacz war ein rundes Brotgebäck und hat in dieser Form, oft mit einem Kreuz verziert, auch bis heute überdauert. Er wurde Brautpaaren zur Hochzeit überreicht.[1]

In Polen und Böhmen entwickelte sich aus dem Brot ein süßer Kuchen, der nicht nur beim polnischen Adel überaus populär war und im 16. Jahrhundert sogar von Dichtern besungen wurde.[2]

Das böhmisch-österreichische Plundergebäck Kolatsche geht ebenfalls auf den Kołacz zurück, die Bezeichnung wurde aus dem Tschechischen entlehnt.

Beschreibung[Bearbeiten]

Der polnische Kołacz ist ein runder Hefekuchen, der aus der Springform kommen kann oder von Hand geformt wird. Seine Füllung besteht meist aus Weißkäse oder Mohn, oder aus beidem zugleich. Normalerweise liegt die Füllung offen zutage, wobei häufig Streusel verwendet werden, die Verzierung mit einem Teiggitter jedoch typischer ist. In der gedeckten Variante ist die Käse- oder Mohnfüllung im Innern des Kuchens verborgen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Robert Strybel: Polish Holiday Cookery and Customs. Hippocrene Books, New York NY 2003, ISBN 0-7818-0994-0, (The Hippocrene cookbook library).

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Vgl. 1 „Kołacz“, in: Zygmunt Gloger, Encyklopedia staropolska ilustrowana, Warschau 1958 (Erstveröffentlichung: 1900–1903).
  2. Vgl. 2, Polnisches Ministerium für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, Liste traditioneller Produkte, Informationen zu Kołocz śląski (2007).