Kolatsche

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eine viereckige Wiener Topfenkolatsche

Die Kolatsche, auch Golatsche oder umgangssprachlich Tascherl (vom tschechischen koláč, von tschechisch kolo = Rad)[1], ist eine typische böhmisch-österreichische Mehlspeise. Erwähnt wurde sie bereits im „Granatapfel-Kochbuch“ von 1687 mit dem Rezept „Die guten böhmischen Golatschen“. Von Wien aus fanden die Kolatschen auch im 18. Jahrhundert nach Dänemark, wo sie unter dem Namen „Wienerbröd“ (Wienerbrot) bekannt wurden. Im „Appetit-Lexikon“ (1894) von Robert Habs und Leopold Rosner findet man die böhmischen Kolatschen als Karlsbader oder Troppauer Kolatschen, sowie im Prato werden sie mit Topfen ohne Zucker, mit Mandeln, mit Weinbeerln und Lebkuchen, mit Rosinen oder mit Mohn-, Nuss- oder Zwetschkenfülle in runder oder viereckiger Form beschrieben.

Ursprünglich wurden Kolatschen als geschlossene Taschen aus einem festen, süßen Germteig/Hefeteig mit einer Topfen-Füllung, bestehend aus Topfen/Quark, Zucker, Eidotter und Rosinen, zubereitet. Diese Form ist in Österreich, vor allem in Wien, nach wie vor verbreitet.

In anderen Gegenden werden Kolatschen meist aus einem Germbutterteig (Plunderteig) oder Blätterteig hergestellt und mit unzähligen möglichen Füllungen, neben Topfen/Quark auch Powidl/Zwetschgen, Pudding, Äpfeln, Marillen/Aprikosen, Nüssen und Mohn angeboten.

In Tschechien wird das Gebäck rund aufgemacht.[2] In Österreich und Deutschland ist die quadratische Form vorherrschend und wird als Plundergebäck mit unterschiedlichen Füllungen (Kirsch, Vanillecreme, Topfen/Quark) angeboten.[3]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kolatsche – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Peter Wehle: Sprechen Sie Wienerisch? Von Adaxl bis Zwutschkerl, Ueberreuter, Wien 2003, ISBN 978-3-8000-3961-6
  2. http://www.tschechische-kueche.de/kolatsche/
  3. IREKS-Arkady-Institut für Bäckereiwissenschaft (Hrsg.): IREKS-ABC der Bäckerei. 4. Auflage. Institut für Bäckereiwissenschaft, Kulmbach 1985