Léon Denuelle

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Léon Denuelle

Charles Léon Denuelle, später Graf Léon (* Dezember 1806; † 15. April 1881) war der erste Sohn Napoleons und seiner Mätresse Eleonore Denuelle.

Leben[Bearbeiten]

Als Léon im Dezember 1806 geboren wurde, war Vater Napoléon alles andere als überzeugt von seiner Vaterschaft, wusste er doch ganz genau, dass noch einige Männer mehr als Erzeuger in Betracht kamen. Léons Mutter, Eleonore Denuelle, wurde Napoleon von seiner eigenen Schwester zugeführt. Sie war sich der Folgen bewusst, die ein Abweisen von Napoleons Werben nach sich gezogen hätte, und ertrug die Zeit mit dem Kaiser, indem sie die Uhr um ein oder zwei Stunden vorstellte.

Eleonore jedoch blieb ihr Leben lang der Aussage treu, dass Napoleon der Vater von Léon war. Allerdings ließ der große Feldherr sich dadurch nicht erweichen: Als Eleonore vorschlug, den Sohn nach ihm zu benennen, gestattete er es nicht, dass der Junge auf den Namen Napoléon getauft wurde, sondern nur, dass er nach der zweiten Hälfte seines Namens, Léon benannt wurde. Jedoch erhob er den vermeintlichen Sohn in den Grafenstand und sicherte ihn finanziell ab, ohne ihn freilich als Sohn anzuerkennen. Zu Eleonore brach er allerdings jeglichen Kontakt ab.

Allerdings war der Junge oft Gast bei seiner Großmutter Letizia Bonaparte, die 1815 zeitweise sogar sein Vormund wurde, und auch sein Vater hinterließ Léon testamentarisch 72.000 Francs. Ob er sie jemals erhielt, ist fraglich.

Léon Denuelle war der Sohn Napoleons, daran ließ die spätere Ähnlichkeit bis heute keinen Zweifel mehr. Allerdings hätten die Unterschiede zwischen den beiden nicht größer sein können: Léon war zeit seines Lebens arbeitsfaul und verschwenderisch. In Heidelberg begann er zu studieren, was er jedoch bald aufgab. Mehrere waghalsige Unternehmungen (beispielsweise der Bau von Unterseebooten) erhöhten seinen Schuldenberg nur noch. Anschließend stieg er im Militär zum Bataillonschef auf, wurde jedoch bald wegen Ungehorsams entlassen. Sein Versuch, Priester zu werden, schlug ebenfalls fehl. Seine Spielsucht und sein Hang zu kostspieligen Frauen trieben ihn bald an den Rand des Ruins, obwohl er über ein großes Erbe und finanzielle Zuwendungen von seinem Halbbruder Alexandre Colonna-Walewski und seiner Großmutter verfügte. Nachdem er seine eigene Mutter verklagen wollte, um an Geld zu kommen, musste er für zwei Jahre in ein Schuldnergefängnis. Nach seiner Entlassung lebte er zeitweise im Obdachlosen-Asyl.

Die Revolution 1848 brachte Léon ein neues Betätigungsfeld: die Politik. Er schloss sich den Sozialisten an, erklärten Feinden seines eigenen Cousins Louis Napoleon Bonaparte, des späteren Napoleon III., der Léon nach einer Prügelei in London, der ein Erpressungsversuch Léons zugrunde lag, finanziell unterstützte.

Später lebte Léon zeitweise in England, Deutschland und Italien, bevor er sich mit seiner Frau Françoise Fanny Jonet, mit der er vier Kinder hatte, nach Pontoise zurückzog. Dort starb er am 15. April 1881. Sein Enkel Charles de Léon (1911–1994), der lediglich eine Tochter hinterließ, war der letzte männliche Nachkomme dieser Linie der Bonapartes.

Literatur[Bearbeiten]

  • Stefan Gläser: Frauen um Napoleon