Landau-Kleffner-Syndrom

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Klassifikation nach ICD-10
F80.3 Erworbene Aphasie mit Epilepsie (Landau-Kleffner-Syndrom)
ICD-10 online (WHO-Version 2013)

Das Landau-Kleffner-Syndrom (auch: Erworbene Aphasie mit Epilepsie) ist eine seltene Kombination aus Sprachstörung mit Epilepsie.

Symptome, Folgen[Bearbeiten]

Die Krankheit beginnt zwischen dem dritten und dem siebten Lebensjahr. Jungen sind häufiger betroffen als Mädchen (Androtropie). Die vorher altersgemäß entwickelten sprachlichen Fähigkeiten des Kindes gehen innerhalb von Tagen bis Wochen verloren, hinzu kommen Auffälligkeiten im EEG, häufig auch epileptische Anfälle. Der zeitliche Zusammenhang zwischen dem Beginn der Krampfanfälle und dem Sprachverlust ist variabel, sowohl das eine als auch das andere können vorausgehen. Dabei werden die Sprachstörungen im Allgemeinen als Folge der Krampfanfälle gewertet.

Die verloren gegangenen bzw. mangelnden lautsprachlichen Fähigkeiten schränken das soziale Leben und die Kommunikation stark ein und können sie unmöglich machen. Auch Schulbesuch, Berufsausbildung und Arbeitsleben sind beeinträchtigt. Die epileptischen Anfälle bergen die Gefahr von Verletzungen und Unfällen. Der Erwerb des Führerscheins und das Autofahren können beeinträchtigt oder unmöglich sein.

Ursachen[Bearbeiten]

Die genauen Ursachen des Syndroms sind unklar, es wird ein entzündlicher enzephalitischer Prozess vermutet.

Therapie[Bearbeiten]

Eine ursächliche Behandlung des Landau-Kleffner-Syndroms ist nicht bekannt. Die Behandlung erfolgt daher nur symptomatisch mit Antikonvulsiva und Corticosteroiden, sowie eine symptomorientierte logopädische Therapie.

Prognose[Bearbeiten]

Die Prognose für Kinder mit Landau-Kleffner-Syndrom ist unterschiedlich. Einige betroffene Kinder behalten dauerhafte schwere Sprachbehinderungen, während andere im Laufe der Zeit wieder viel von ihren Sprachfähigkeiten zurückgewinnen; dies dauert in der Regel jedoch Jahre. In einigen Fällen können plötzliche Remissionen oder Rezidive vorkommen.[1] Die Prognose ist günstiger, wenn der Ausbruch der Krankheit erst nach dem 6. Lebensjahr erfolgt.[2] In jedem Fall ist eine Sprachtherapie zu beginnen, sobald dies sinnvoll erscheint. Die Anfälle verschwinden im Allgemeinen mit der Pubertät.

Literatur[Bearbeiten]

  • Pearl PL, Carrazana EJ, Holmes GL. The Landau-Kleffner Syndrome. Epilepsy Curr. 2001 Nov;1(2):39-45. PMID 15309183
  • Simone Bauer: Landau-Kleffner-Syndrom. Sprache - Verhalten - Sprachtherapie
  • Kindernetzwerk e. V.: Infomappe Landau-Kleffner-Syndrom

Weblinks[Bearbeiten]

Landau-Kleffner-Syndrom. In: Online Mendelian Inheritance in Man (engl.).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Brain - A Journal of Neurology: Language outcome following multiple subpial transection for Landau–Kleffner syndrome (englisch, abgerufen am 15. Mai 2009)
  2. National Institute of Neurological Disorders and Stroke: Landau-Kleffner Syndrome Information Page (englisch, abgerufen am 15. Mai 2009)
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