Landesvermessungsamt Baden-Württemberg

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Das Landesvermessungsamt Baden-Württemberg war bis 31. Dezember 2008 eine Obere Landesbehörde für die öffentlichen Aufgaben des amtlichen Vermessungswesens. Es war insbesondere für die Landesvermessung und den Liegenschaftskataster sowie die Basisdaten der Geoinformation im Bundesland Baden-Württemberg . Es wurde mit Wirkung vom 1. Januar 2009 mit dem Landesamt für Flurneuordnung zum Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung (LGL) zusammengelegt. [1]

Vermessungsverwaltung in Baden-Württemberg[Bearbeiten]

Die Oberste Landesbehörde der Vermessungsverwaltung ist das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, das die Fachaufsicht über das Landesvermessungsamt Baden-Württemberg wahrnimmt. Das Landesvermessungsamt selbst als obere Landesbehörde ist als Landesbetrieb gemäß § 26 LHO organisiert und hat 463 Mitarbeiter.[2][3] Neben den eigenen Aufgaben nimmt das Landesvermessungsamt die Fachaufsicht über die Unteren Vermessungsbehörden und Flurbereinigungsbehörden bei den Landkreisen und Städten sowie den 16 städtischen Vermessungsdienstellen und über die öffentlich bestellten Vermessungsingenieure wahr.

Organisation[Bearbeiten]

Das Landesvermessungsamt besteht aus der Zentrale in Stuttgart (Büchsenstraße 54, 70174 Stuttgart) mit 323 Mitarbeitern und aus der Abteilung Geodäsie in Karlsruhe (Kapellenstraße 17, 76131 Karlsruhe) mit 140 Mitarbeitern.

Die Hauptaufgaben des Landesvermessungsamt sind:

  • das Vorhalten von Geobasisdaten
  • die Landesvermessung
  • das Liegenschaftskataster mit seinen verschiedenen Teilbereichen

Eine weitere Aufgabe ist die zentrale Verantwortlichkeit für die Entwicklung, Einführung und den Einsatz der Informations- und Kommunikationstechnik für den Bereich der gesamten Vermessungsverwaltung und für die Aus- und Fortbildung des Berufsnachwuchses.

Rechtsgrundlage für die Arbeit ist das Vermessungsgesetz für Baden-Württemberg vom 1. Juli 2004.[4]

Produktbereich Topographie[Bearbeiten]

Im Geschäftsfeld Topographie wird die Erdoberfläche samt ihrer Nutzung und Funktion dreidimensional erfasst. Die aktuellen Landschaftsdaten werden in ATKIS®, dem Amtlichen Topographisch-Kartographischen Informationssystem, als Digitale Landschaftsmodelle (DLM), Digitale Orthophotos (DOP) und Digitale Geländemodelle (DGM) geführt.

Im Rahmen des Projektes Bodensee-Geodatenpool erarbeiten die Vermessungsverwaltungen der vier Bodensee-Anrainerländer gemeinsam den Aufbau eines Bodensee-Geodatenpools.

Produktbereich Kartographie[Bearbeiten]

Im Geschäftsfeld Kartographie werden die gewonnenen aktuellen Landschaftsdaten kartographisch aufbereitet und als amtliche Digitale Topographische Karten (DTK) geführt. An Kartenwerken werden veröffentlicht:

  • 282 Blätter der TK 25, 75 Blätter der TK50 und 20 Blätter der TK100
  • 82 Freizeit-, Wander-, Radwander-, Landkreiskarten
  • Herausgabe von Top25/50- und Freizeit-CDROM/DVD
  • 620.000 Kartendrucke als Vervielfältigung der TK und davon abgeleitete Kartenprodukte
  • 223.000 Kartendrucke, Scan- und Plotaufträge im Rahmen von kartographischen Auftragsarbeiten

Produktbereich Geodäsie[Bearbeiten]

Der Produktbereich Geodäsie betreibt die Grundlagenvermessung. Der Bereich überwacht die Qualität der Festpunktfelder als Basis der Landesvermessung. Diese bestehen aus 184 Geodätischen Grundnetzpunkten, 60 000 Lagefestpunkten, 60 000 Höhenfestpunkten und 4 000 Schwerefestpunkten.

Hierzu gehört auch der Betrieb des Satellitenpositionierungsdienstes SAPOS® der deutschen Landesvermessung.

Produktbereich Liegenschaftskataster[Bearbeiten]

Die Führung der Liegenschaftskataster obliegt den unteren Behörden. Das Landesamt nimmt hier nur die Aufsicht wahr und stellt landeseinheitliche Vorgehensweisen sicher.

Geschichte[Bearbeiten]

1818 wurde im Königreich Württemberg die "Katasterkommission" mit der Aufgabe der zusammenhängenden Landesvermessung gegründet. Organisatorisch war die Kommission dem Finanzministerium nachgeordnet. Im Jahr 1820 wurde daraus das Statistisch Topografisches Bureau des Königreichs Württemberg gegründet. In der Weimarer Republik übernahm das Württembergisches Statistisches Landesamt die Funktionen.

In Baden wurde 1855 die "Direktion für Katastervermessung" eingerichtet. Ab 1881 wurde in Baden die Katasterarbeit durch das "Technische Bureau für Katastervermessung und Feldbereinigung" wahrgenommen.

Am 9. Februar 1953 wurde das Landesvermessungsamts gegründet. Dieses wurde am 1. März 1996 zusammen mit den 35 staatlichen Vermessungsämtern in einen Landesbetrieb umgewandelt.

Mit Wirkung vom 1. Januar 2009 wurde das Landesvermessungsamt mit dem Landesamt für Flurneuordnung zum Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung (LGL) zusammengelegt. [5] Dabei sollen die bisherigen Standorte erhalten bleiben.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.staatsanzeiger.de/webarchiv/navigator.nsf/bwheute?open&navigation=verwaltung&content=/webarchiv/navigator.nsf/showContent?openAgent&topnews=0&docid=B10234399&xsldocid=bw_heute_xslt&navigation=nachricht
  2. Geschäftsbericht 2005 (PDF; 3,4 MB)
  3. Geschäftsbericht 2006 (PDF; 3,5 MB)
  4. Vermessungsgesetz für Baden-Württemberg vom 1. Juli 2004 (PDF; 240 kB)
  5. http://www.staatsanzeiger.de/webarchiv/navigator.nsf/bwheute?open&navigation=verwaltung&content=/webarchiv/navigator.nsf/showContent?openAgent&topnews=0&docid=B10234399&xsldocid=bw_heute_xslt&navigation=nachricht

Weblinks[Bearbeiten]

48.7794444444449.1713888888889Koordinaten: 48° 46′ 46″ N, 9° 10′ 17″ O