Verbraucherpreisindex für Deutschland

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Verbraucherpreisindex für Deutschland
Jahr VPI[1] pro
Jahra)
Anstieg
bis 2011b)
HVPI[2] pro
Jahra)
Anstieg
bis 2011b)
1991 75,9 3,7 45,8
1992 79,8 5,1 38,7
1993 83,3 4,4 32,9
1994 85,6 2,8 29,3
1995 87,1 1,8 27,1 87,6 26,8
1996 88,3 1,4 25,4 88,6 1,1 25,4
1997 90,0 1,9 23,0 90,0 1,6 23,4
1998 90,9 1,0 21,8 90,5 0,6 22,8
1999 91,4 0,6 21,1 91,1 0,7 22,0
2000 92,7 1,4 19,4 92,4 1,4 20,2
2001 94,5 1,9 17,1 94,1 1,8 18,1
2002 95,9 1,5 15,4 95,4 1,4 16,5
2003 96,9 1,0 14,2 96,4 1,0 15,2
2004 98,5 1,7 12,4 98,1 1,8 13,3
2005 100,0 1,5 10,7 100,0 1,9 11,1
2006 101,6 1,6 9,0 101,8 1,8 9,1
2007 103,9 2,3 6,5 104,1 2,3 6,7
2008 106,6 2,6 3,8 107,0 2,8 3,8
2009 107,0 0,4 3,5 107,2 0,2 3,6
2010 108,2 1,1 2,3 108,4 1,1 2,5
2011 110,7 2,3 0,0 111,1 2,5 0,0
2012 112,9 2,0 113,5 2,2
a) relative Änderung, berechnet, b) berechneter Wert
Verbraucherpreisindex für Deutschland und dessen wesentliche Bestandteile
ab 1991

Der Verbraucherpreisindex für Deutschland (VPI) gibt, anhand des alle 5 Jahre aktualisierten Warenkorbes, die durchschnittliche prozentuale Preisveränderung sämtlicher Waren und Dienstleistungen des privaten Bedarfs an. Ausgangspunkt ist bei dieser Betrachtung immer das jeweilige Basisjahr (derzeit 2010) in welchem der Warenkorb erstellt wurde. Die Preisveränderung des Vorjahres ergibt sich dabei stets aus dem Vergleich der aktuellen Gesamtentwicklung mit jener aus dem Jahr zuvor.

Die Berechnung in Deutschland erfolgt mit Hilfe des Laspeyres-Index:

aktueller Preis * Verbrauchsmenge im Basisjahr : Preis im Basisjahr * Verbrauchsmenge im Basisjahr


Ausgangspunkt ist der so genannte Warenkorb, der sämtliche Waren und Dienstleistungen enthält, die aktuell von den Konsumenten am häufigsten gekauft werden.[3] Die Auswahl der konkreten Produkte für die Preisbeobachtung wird laufend in Form von repräsentativen Stichproben ermittelt und aktuell gehalten. Insgesamt 300.000 Einzelpreise für diese Produkte werden deshalb jeden Monat von 600 Preiserhebern in 188 Gemeinden und durch zentrale Preiserfassungen z. B. im Internet oder in Versandkatalogen ermittelt. Anschließend werden die einzelnen Güter des Warenkorbs rund 700 Gütergruppen zugeteilt und für jede Güterart die durchschnittliche Preisentwicklung errechnet. Als Grundlage für die Einteilung in Gütergruppen dient die COICOP-Klassifizierung, wie sie auch von Eurostat oder den Vereinten Nationen verwendet werden. Die Klassifizierung fasst die Gütergruppen noch in drei Hierarchiestufen zu größeren Kategorien zusammen, um so einen Überblick über die Preisentwicklung in unterschiedlich detaillierten Teilbereichen der privaten Lebensführung zu ermöglichen. Die oberste Hierarchiestufe bildet eine Einteilung in folgende zwölf Kategorien:

COICOP-
Code
Güterkategorie
CC01 Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke
CC02 Alkoholische Getränke, Tabakwaren
CC03 Bekleidung und Schuhe
CC04 Wohnungsmiete, Wasser, Strom, Gas u. a. Brennstoffe
CC05 Einrichtungsgegenstände für den Haushalt
CC06 Gesundheitspflege
CC07 Verkehr
CC08 Nachrichtenübermittlung
CC09 Freizeit, Unterhaltung und Kultur
CC10 Bildungswesen
CC11 Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen
CC12 Andere Waren und Dienstleistungen
Zusammensetzung des deutschen Warenkorbes (Insgesamt 750 Güter, Stand 2004)
Bestandteil 1995 2000 2005
01 Nahrungsmittel, alkoholfreie Getränke 13,1 % 10,3 % 10,4 %
02 Tabakwaren, alkoholische Getränke 4,2 % 3,7 % 3,9 %
03 Bekleidung, Schuhe 6,9 % 5,5 % 4,9 %
04 Wohnung, Wasser, Gas, Brennstoffe 27,5 % 30,2 % 30,8 %
05 Einrichtungsgegenstände 7,1 % 6,9 % 5,6 %
06 Gesundheit, Pflege 3,4 % 3,5 % 4,0 %
07 Verkehr 13,9 % 13,9 % 13,2 %
08 Nachrichtenübermittlung 2,3 % 2,5 % 3,1 %
09 Freizeit, Kultur, Unterhaltung 10,4 % 11,0 % 11,6 %
10 Bildungswesen 0,7 % 0,7 % 0,7 %
11 Hotel, Restaurants 4,1 % 4,7 % 4,4 %
12 Andere Waren und Dienstleistungen 6,1 % 7,0 % 7,4 %
Quelle: Statistisches Bundesamt

Für die Errechnung der gesamten Teuerungsrate werden die Preisentwicklungen der einzelnen Gütergruppen mit dem sogenannten Wägungsschema gewichtet.[4] Dieses schlüsselt auf, wie viel die Haushalte im Schnitt für eine Güterart ausgeben und stellt damit sicher, dass jede Gütergruppe nur mit dem ihr zustehenden Ausgabenanteil in den gesamten Preisindex einfließt. Das Wägungsschema wird im Gegensatz zum Warenkorb nur in einem 5-jährigen Turnus im Rahmen der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe aktualisiert.[5] Dabei zeichnen rund 60.000 Haushalte im Auftrag des Statistischen Bundesamt jeweils freiwillig für drei Monate ihre gesamten Einnahmen und Ausgaben auf. Ergänzt werden diese Basisinformationen noch durch verfeinernde Zusatzerhebungen, um eine detaillierte Aufteilung der Ausgaben auf die einzelnen Güterarten zu ermöglichen.

Die Preise im Verbraucherpreisindex werden jeweils als prozentuale Werte gegenüber einem Basisjahr (derzeit 2010[6]) angegeben, das mit 100 Punkten gewertet wird. Der Gesamtindex lag so im Jahr 2011 bei 110,7, im Jahr 1991 noch bei 75,9. Einzelne Gütergruppen können sich dabei aber sehr unterschiedlich entwickeln. So stiegen z.B. von 2000 bis 2009 die Preise für die Kategorie CC 02, Alkoholische Getränke, Tabakwaren von 77,5 auf 113,0 Punkte, während der Bereich CC 08, Nachrichtenübermittlung von 106,6 auf 88,0 Punkte sank.

Diese teils sehr unterschiedliche Entwicklung der verschiedenen Gütergruppen ist einer der Gründe, wieso die von vielen Menschen subjektiv wahrgenommene Inflation oft deutlich von der im Verbraucherpreisindex objektiv erfassten Inflation abweicht. Das Statistische Bundesamt beschäftigt sich mit dem Thema der wahrgenommenen Inflation in speziellen Untersuchungen.[7]

Die Bestimmung des Verbraucherpreisindex erfolgt in Deutschland mit Hilfe eines Laspeyres-Index. Wenn sich die Preise verschiedener Güter in unterschiedlichem Maß erhöhen, hat der Index eine Tendenz zur Überschätzung des wahren Anstiegs der Lebenshaltungskosten. Das kann man auf den festen Warenkorb zurückführen, denn sich stark verteuernde Waren können eventuell durch andere Güter substituiert werden. Für europäische Zwecke berechnet das Statistische Bundesamt zusätzlich zum Verbraucherpreisindex für Deutschland seit 1997 auch einen harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) für Deutschland.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Verbraucherpreisindex beim Statistischen Bundesamt
  2. Harmonisierter Verbraucherpreisindex beim Statistischen Bundesamt
  3. Verbraucherpreisindex. In: Statistik von A bis Z. Statistisches Bundesamt, abgerufen am 20. März 2012.
  4. Warenkorb und Wägungsschema. Statistisches Bundesamt, abgerufen am 20. März 2012.
  5. Einkommens- und Verbrauchsstichprobe. In: Statistik von A bis Z. Statistisches Bundesamt, abgerufen am 20. März 2012.
  6. https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesamtwirtschaftUmwelt/Preise/Verbraucherpreisindizes/Tabellen_/VerbraucherpreiseKategorien.html
  7. Projekt zur Messung der „wahrgenommenen Inflation“. In: STATmagazin. Statistisches Bundesamt, abgerufen am 20. März 2012.